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Medizinisch nutriologische Grundlagen
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M E D I Z I N I S C H N U T R I O L O G I S C H E G R U N D L A G E N
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Medizinisch-nutriologische Grundlagen derEntzugsbehandlung von Heroinsüchtigen Dr. med. Hannes Kapuste*
Sonderdruck aus Journal für Orthomolekulare Medizin 7; 3 (1999) 278-288 Journal für Orthomolekulare Medizin 7; 4 (1999) 399-416 Journal für Orthomolekulare Medizin 8; 1 (2000) 88-102 Journal für Orthomolekulare Medizin 8; 2 (2000) 194-208 Journal für Orthomolekulare Medizin 8; 3 (2000) 310-330
© Ralf Reglin Verlag Köln 2000 Alle Rechte vorbehalten
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Z U S A M M E N F A S S U N G
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Zusammenfassung Der verbreiteten Auffassung, dass eine einmal etablierte Heroinsucht nur in seltenen Fällen erfolgreich zu überwinden ist, stehen einige Tatsachen gegenüber, die diese Sicht in Frage stellen. 1. Von den amerikanischen Soldaten, die in Vietnam heroinsüchtig geworden sind, blieben nur ganz wenige auf Dauer süchtig. 2. Nach dem früheren traditionellen deutschen Prinzip der doppelten Kontrolle, das dem Patienten die Verfügungsgewalt über die Tagesdosis von Methadon überließ, waren viele Entzugs-behandlungen erfolgreich, weil mit einer der Halbwertszeit des Methadons besser entsprechenden Dosierungsfrequenz die Wirkungsschwankungen in einem erträglichen Rahmen gehalten wurden. 3. Einmal täglich verabreichte hohe Dosen von Methadon führen dagegen bei vielen Abhängigen zu so großen Schwankungen des Wohlbefindens, dass es zum Missbrauch von Alkohol und anderen Suchtmitteln kommt und eine Entzugsbehandlung durch schrittweise Verminderung der Dosis nicht mehr möglich ist. 4. Damit steht die gesetzliche Vorschrift, jede einzelne Einnahme zu überwachen, einer erfolgreichen Entzugsbehandlung im Wege.
Auch der weit verbreitete Mangel an Verständnis für einige Ursachen der Abhängigkeit behindert den Erfolg von Entzugsbehandlungen. Obwohl allgemein bekannt ist, dass der größte Teil unserer zivilen Opioidabhängigen an Depressionen, antisozialen Persönlichkeitsstörungen, Angst und/oder Schizophrenien, sowie anderen psychischen und körperlichen Symptomen leidet, werden die denkbar ursächlichen Zusammenhänge dieser Krankheiten mit der Opioidabhängigkeit in der Regel verkannt. Nachdem, wie ebenfalls bekannt ist, alle diese Krankheiten und Symptome durch Opiate gelindert werden, ist naheliegend, den Gebrauch von Opiaten bei diesen Kranken auch als einen Akt der Selbstbehandlung zu verstehen. Stattdessen wird dieser Zusammenhang von den meisten Autoren unter dem Begriff Komorbidität abgehandelt, der den Kausalkonnex und die in seinem Verständnis liegenden therapeutischen Chancen negiert. Tatsächlich leiden fast alle Opioidabhängigen an den Folgen der typischen Fehlernährung, die zu vielerlei teils schweren Symptomen führt, vor allem zur funktionellen Hypoglykämie, einer Folge des Opiat-vermittelten Zuckermissbrauchs. Obwohl die mit der Hypoglykämie verbundenen Depressionen, Ängste und Dysperzeptionen durch Opiate gelindert werden, sind sie besser mit Diät und geeigneten Nutrienten als mit Opiaten oder Methadon zu behandeln.
Die nutriologische Entziehung und Behandlung von Opioidabhängigen und Alkoholikern mit hohen Dosen von Vitaminen, sowie Mineralien und Aminosäuren wurde von Libby et al. schon 1977 und 1982 publiziert. Die Ergebnisse dieser eindrucksvoll erfolgreichen Untersuchungen werden hier ausführlich referiert.
Obwohl bisher keine Replikation der Behandlung nach Libby et al. publiziert wurde, gibt es eine große Fülle von Untersuchungen über die erfolgreiche Behandlung der mit der Sucht assoziierten Krankheiten mit Diät, Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren, essentiellen Fettsäuren und anderen Kofaktoren des normalen Stoffwechsels. Diese Untersuchungen wurden ausgewertet und die in Bezug auf die Behandlung von Süchtigen interessanten Ergebnisse hier detailliert referiert. Dabei werden im Prinzip praktikable Vorschläge zur Behandlung von Opioidabhängigen im Allgemeinen ausgeführt und zur Behandlung von Hypoglykämien, depressiven Störungen, aggressivem Verhalten, Alkoholismus, Angst, Schizophrenien, Nahrungsmittel-und Chemikalien-Unverträglichkeiten, Erschöpfungssyndromen, Schlaflosigkeit, Muskelkrämpfen, restless legs, Hepatitis C, HIV-Infektion und AIDS, sowie zur letztendlichen Entzugsbehandlung im Einzelnen.
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I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
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ZUSAMMENFASSUNG Die Erfahrung mit Soldaten in Vietnam Nicht medizinische Regeln Zur Pharmakokinetik der Opioide Folgen der Einnahmekontrollvorschrift Methadon bei Entzugsbehandlungen Erfahrungen mit dem trditionell deutschen Prinzip der doppelten Kontrolle Erfahrungen mit amerikanischem Prinzip der Einnahmekontrolle Diskussion der Entzugsbehandlung Zu den Unterschieden zwischen Soldaten in Vietnam und zivilen Heroinsüchtigen
TEIL 2 ZUSAMMENFASSUNG VON TEIL 1 Komorbidität: Psychische Störungen bei Opioidabhängigen Der Heilmittelaspekt der Opioide Komorbidität oder Selbstbehandlung Ernährungsprobleme der Süchtigen Die Sucht und der Zuckerstoffwechsel Dysperzeptionen Schizophrene Symptome Hoffer Osmond Diagnostischer Test Angst und Depression
TEIL 3 ZUSAMMENFASSUNG VON TEIL 1 UND 2 Das Hypoascorbämie-Kwashiorkor Konzept Psychologisch-psychiatrische Symptome schwinden Ernährung, Stoffwechsel und Rehabilitation Die orthomolekulare Behandlung der Süchtigen Kritik an den etablierten Behandlungsformen Mit der Sucht assoziierte Krankheiten: Synopse der Literatur
TEIL 4 ZUSAMMENFASSUNG VON TEIL 3 Ernährung, Befinden, Drogen und Supernutrition Das Spektrum der Probleme und Massnahmen Das Entzugssyndrom Der Proteinmangel Die Glucoseregulation Depressive Störungen Aggressives Verhalten Alkoholismus
TEIL 5 Angst Die Schizophrenien Nahrungsmittelunverträglichkeiten Chemikalienunverträglichkeiten Erschöpfungssyndrom Schlaflosigkeit Muskelkrämpfe & restless legs Hepatitis C HIV-Infektion und AIDS Ein Supernutritions-programm Kurzer ökologischer Fragebogen Multi-Vitamin und -Mineralstoffsupplemente
Literatur
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T E I L 1
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Teil 1 Medizinisch-nutriologische Grundlagen der Entzugsbehandlung von Heroinsüchtigen.
Dr. med. Hannes Kapuste
Nach den langen Kämpfen um die Legalität der Methadon-Entzugs- bzw. Erhaltungsbehandlung in Deutschland werden zur Zeit nach den neuen Regeln des Betäubungsmittelgesetzes [1] 50.000-60.000 langfristig Opioidabhängige auf unbestimmte Zeit von niedergelassenen Ärzten mit hohen Dosen von Methadon oder Codein substituiert [2]. Etwa 120.000 weitere Konsumenten harter Drogen sind nach den amtlichen Schätzungen nicht in Behandlung. Nachdem kontrollierte Studien in verschiedenen Ländern gezeigt haben, daß Methadon-Erhaltungsbehandlungen den Heroinabusus und die Kriminalität [3, 4], die Verbreitung von HIV-Infektion [5, 6] und die dramatisch höhere Mortalität [4, 7, 8] nichtbehandelter Opioidabhängiger wesentlich senken können, steht hinter diesen Zahlen die gesunheitspolitisch kritische Frage, wieviele Abhängige von intravenös genommenen Drogen bei uns auf Dauer in Methadon-Erhaltungsbehandlung genommen werden sollen und können. In ihrem Seminar über die Rolle der Erhaltungsbehandlung bei Opioidabhängigkeit in der renommierten medizinischen Zeitschrift Lancet, fassen Ward, Hall und Mattick die Erfahrungen im Januar 1999 zusammen:
„Die größte Herausforderung in Bezug auf die Senkung der Belastung des öffentlichen Gesundheitswesens ist, allen Menschen, für die das günstig ist, eine sichere und effektive Erhaltungsbehandlung zur Verfügung zu stellen. Angesichts der limitierten Möglichkeiten der Patienten, dies selbst zu bezahlen, ist die größte Hürde dabei die mangelhafte öffentliche Finanzierung und weiterhin Vorurteile von medizinischem Personal, Patienten, der Öffentlichkeit und der Politiker gegen Erhaltungsbehandlungen, sowie die Schwierigkeit, in der Balance zwischen übertriebener Kontrolle und "laissez-faire" die Be-handlungsqualität und -sicherheit zu gewährleisten. ... Die Beschränktheit der öffentlichen Mittel erfordert effektivere und weniger kostspielige Behandlungsformen, von denen manche sich auch für die Patienten als attraktiver erweisen können. ... Die verfügbaren Behandlungsplätze können auch durch die Provision von Unterstützungsdiensten für eine Entzugsbehandlung mit Nachsorge vermehrt werden, die stabilen Patienten helfen können, sich erfolgreich zu entziehen und damit neuen Patienten Platz zu machen." [9]
In dieser Situation sei an die von 1930 bis 1974 in Deutschland herrschende Auffassung erinnert, daß man Opiatsüchtige (am besten nach Umstellung auf Methadon) mit absteigenden Dosen entzieht [10-11]. Heute spielt die absteigende Entzugsbehandlung nur eine verschwindend geringe Rolle und wird kaum noch diskutiert, so als ob es erwiesen sei, daß die Entzugsbehandlung von Opioidabhängigen viel zu selten erfolgreich ist.
Diese negative Einschätzung fußt vor allem auf den unter extrem restriktiven Regeln für die Verschreibung von Opioiden in den USA gewonnenen Erfahrungen, steht aber im Gegensatz zu wesentlich besseren Erfahrungen, die nach medizinisch vernünftigeren Regelungen gewonnen werden konnten. Dazu kommt, daß in der herrschenden Suchtdiskussion der Heilmittelaspekt der Opioide vernachlässigt wird und die orthomolekularmedizinischen Möglichkeiten der Heilung von suchtspezifischen Grundkrankheiten unbeachtet bleiben.
Im folgenden Aufsatz sollen daher die wissenschaftlichen Überlegungen und Befunde dargestellt werden, die zeigen, daß nicht nur nutriologische sondern auch konventionell medizinische Erkenntnisse dafür sprechen, daß man einen größeren Teil der Süchtigen erfolgreich entziehen oder deutlich besser substituieren kann.
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D I E E R F A H R U N G M I T S O L D A T E N I N V I E T N A M
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Die Erfahrung mit Soldaten in Vietnam
Daß Entzugsbehandlungen bei Heroinsüchtigen sehr erfolgreich sein können, haben die beispielhaft soliden Untersuchung von Lee Robins bei amerikanischen Soldaten nach deren Entlassung aus Vietnam gezeigt [12-13].
In Vietnam wurden 1970 fast jedem der US-Soldaten reine und billige Opiate angeboten. Fast die Hälfte dieser Männer probierten Heroin oder Opium oder beides und ungefähr ein fünftel von ihnen benutzten Opiate mit ausreichender Regelmäßigkeit um einige Zeichen psychischer und körperlicher Abhängigkeit zu entwickeln.
"Überraschenderweise - im Licht der allgemeinen Überzeugung, daß es leicht ist, eine Abhängigkeit von Opiaten zu erwerben aber nahezu unmöglich, sie wieder los zu werden - hörten die meisten der Männer, die in Vietnam intensiven Gebrauch von Opiaten gemacht haben, damit auf, als sie Vietnam verließen und haben 8 bis 12 Monate danach nicht wieder damit angefangen."
In Zahlen ausgedrückt hatten ⅓ von 495 in Vietnam noch drogenpositiven Soldaten (Das ist die Stichprobe derjenigen, die bei angekündigten Urinuntersuchungen Morphin im Urin hatten, obwohl sie wußten, daß in diesem Fall ein Entzugsprogramm ihre Abreise aus Vietnam um 6-7 Tage verzögern würde.)
nach ihrer Rückkehr in die USA noch Erfahrungen mit Opiaten, aber zum Zeitpunkt der Untersuchung nach etwa einem Jahr hatten nur noch 7% Zeichen der Abhängigkeit. Diese Ergebnisse sind bei 96% durch Urinuntersuchungen gesichert.
Im Folgenden soll es darum gehen, diese unerwarteten Resultate zu erklären.
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N I C H T M E D I Z I N I S C H E R E G E L N
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Nichtmedizinische Regeln
Angesichts der Waffengesetze in ihrem Lande hatte die US-Regierung 1971 natürlich ein reges Interesse daran, daß ihre Soldaten nicht süchtig aus Vietnam heimkehrten. Die Soldaten wurden daher in Vietnam nach medizinisch vernünftigen Regeln unmittelbar nach der Umstellung von Heroin auf Methadon mit absteigenden Dosen entzogen.
Auf der zivilen Ebene in den USA selbst dagegen waren die Ärzte in Jahrzehnten der juristischen Verfolgung jeder Art der Verschreibung von Opioiden an Süchtige - auch der zur Entugsbehandlung - durch das Narcotics Bureau ausgeschaltet worden.
Von 1919 bis 1938 wurden in den USA schätzungsweise 25000 Ärzte für ihr Handeln nach damals ärztlich akzeptierten Geboten verurteilt, 3000 gingen ins Gefängnis, 20000 arrangierten Geldstrafen und noch 1963 gingen 50% der Approbationsentzüge auf Drogendelikte zurück. [14]
Auch die wohlbegründeten Vorschläge der New York Academy of Medicine, den Profit aus dem Handel mit illegalen Drogen zu nehmen, die klinische Vernunft der Ärzte wieder freizugeben und die Süchtigen als Kranke zu behandeln, waren ins Leere gegangen (1955/1963) [14]. Mitte der 60er Jahre kam es dann aus kriminalistischen Gründen zu einer Praxis der "narkotischen Blockade" mit sehr hohen, in speziellen Ambulatorien einmal pro Tag unter Kontrolle einzunehmenden Dosen von Methadon [15], die der ärztlichen Ethik spottet [16] und deren medizinische Rechtfertigungsgrundlagen [17] nicht substantiiert werden konnten. Da das Methadon den Ärzten in den USA nicht als Arzneimittel zur Verfügung steht, sondern seine Anwendung im Status eines "experimental drug" seit Jahrzehnten noch immer der unmittelbaren Kontrolle der FDA (Food and Drug Administration) untersteht, gab es weder ärztliche Alternativen noch adäquate wissenschaftliche Kontrollen für die Modalitäten der Methadonbehandlung, die die US-Behörde diktiert. Was das für die Methadon-Erhaltungsbehandlung und die mögliche Entzugsbehandlung zu bedeuten hat, soll nach einem dazu nötigen Exkurs in die Pharmakologie erörtert werden.
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Z U R P H A R M A K O K I N E T I K D E R O P I O I D E
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Zur Pharmakokinetik der Opioide
Nach den Regeln der Pharmakologie diktiert die Abbau-Ausscheidungsrate, ausgedrückt durch die Halbwertszeit, die Abstände, in denen ein Medikament zugeführt werden muß, um die Konzentrationsschwankungen im erforderlichen Bereich zu halten [18]. Bei den Halbwertszeiten von Methadon sind die Unterschiede mit 8-100 Std. sehr groß, aber deren Ursachen bei 20 infragekommenden Metaboliten im Einzelnen noch nicht klar [19-20].
Studien mit Einzeldosen von Methadon haben eine orale Bioverfügbarkeit von 79 8±21% (41-99%) gezeigt. Die Elimination geht hauptsächlich auf metabolische Clearance zurück. Unterhalb eines Urin-pH von 6 wird jedoch die renale Clearance bedeutsam. So wurde nach Behandlung mit Ammoniumchlorid (bei saurem Urin) eine Methadon-Plasmahalbwertszeit von 19.5 ± 3.6 h und bei den gleichen Personen nach Behandlung mit Natriumhydrogencarbonat eine Halbwertszeit von 42.1 ± 8.8 h gefunden. Da während der Methadon-Dauerbehandlung außerdem zelluläre Toleranz und bei einigen Patienten auch metabolische Toleranz auftritt, wird solchen adaptiven Veränderungen der Pharmakodynamik und Pharmakokinetik von Methadon in der Schmerztherapie durch ein flexibles und vom Patienten kontrolliertes Dosierungsintervall bei gleichbleibender Dosis Rechnung getragen [21]. Nachdem viele klinische Studien gezeigt haben, daß die für eine effektive Schmerzbekämpfung nötigen Dosen sowohl bei verschiedenen als auch bei denselben Patienten oft sehr variabel und nicht leicht vorauszubestimmen sind, wird dieses Vorgehen nach "trial and error" in der Schmerztherapie bis heute empfohlen [22].
Auch bei der Methadon-Erhaltungsbehandlung von Schwangeren, die Methadon schneller zu verstoffwechseln scheinen, führte die Verdoppelung der Dosierungsfrequenz zu eindeutig besseren Ergebnissen als die Erhöhung der Dosis [23].
Bei einer Untersuchung von Süchtigen, die während einer Methadon-Erhaltungsbehandlung infolge ihres unerlaubten Beigebrauchs und anderer Kriterien als Versager eingestuft wurden, wurde gezeigt, daß sie alle unzureichende Methadon-Plasmaspiegel aufwiesen [24]. Und es ist nicht nur theoretisch so, sondern wurde praktisch nachgewiesen, daß die adäquate Behandlung des unzureichenden Plasmaspiegels von Methadon nicht die Erhöhung der Dosis, sondern die Verringerung des Applikations-Intervalls ist [25].
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Folgen der Einnahme- kontrollvorschrift
Durch die strike Vorschrift der FDA, die Süchtigen das Methadon nur unter Aufsicht einnehmen zu lassen, sind der medizinisch gebotenen Verringerung des Applikations-Intervalls von Methadon bei der ambulanten Behandlung praktisch sehr enge Grenzen gesetzt und damit ein circulus vitiosus programmiert worden.
In der ambulanten Praxis kommt es dabei, wenn nicht bei allen so doch bei der großen Mehrheit der Patienten, zu einer täglich nur einmal gegebenen Dosis. Bei den Patienten mit niedrigeren Halbwertszeiten, wie etwa von 15 Stunden, wird dabei das Methadon natürlich im Tagesrhythmus zuerst zu hoch dosiert, was die Toleranz erhöht, dann in der Nacht aber zu wenig Wirksamkeit zeigen, was die Süchtigkeit steigert. Diese hohen täglichen Wirkungsschwankungen haben drei schwerwiegende Konsequenzen:
1. Sie verhindern den Erfolg ambulanter Entzugsbehandlungen. 2. Sie nötigen zum Mißbrauch von Alkohol, Drogen und Medikamenten und erhöhen dadurch die Mortalität. 3. Sie führen zu Schwankungen des Befindens und zu Fehlverhalten.
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Methadon bei Entzugs- behandlungen
Daß die Umstellung der Morphin- oder Heroinsüchtigen auf Methadon wegen dessen oraler Anwendbarkeit und längerdauernden Wirkung bei einer Entzugsbehandlung von Vorteil ist, war allgemein bekannt. Die längere Wirkungshalbwertszeit von Methadon erlaubt es, bei 2-4mal täglicher Anwendung die Konzentrationsschwankungen des Medikaments in so engen Grenzen zu halten, daß die im Interesse der Senkung der Toleranz und des Opioidhungers bei der absteigenden Dosierung bewirkten Entzugssymptome in erträglichen Grenzen bleiben [26-28].
Eine 2-4mal tägliche Anwendung ist aber unter Wahrung der Einnahmekontrollvorschrift in ambulanten Einrichtungen nicht zu verwirklichen. Unter diesen Bedingungen sind stationäre Entzüge mit 81% Vollendungen wesentlich erfolgreicher als ambulante Entzugsbehandlungen mit 17% [29] und die stationäre Behandlung gilt als die Regel [30]. Da viel zu wenig stationäre Behandlungsplätze für die große Zahl der Süchtigen zur Verfügung stehen, wird das Gros der Abhängigen in den USA auf Dauer mit hohen Dosen von Methadon behandelt, während die Soldaten in Vietnahm alle konsequent mit absteigenden Dosen entzogen wurden.
In Deutschland, wo das Methadon als L-Polamidon seit langem zugelassen war, konnte dem Süchtigen in den 70er Jahren nach den Regeln der VVBtm [10] bzw. BtmVV [31] noch die erforderliche Tagesdosis nach dem Prinzip der doppelten Kontrolle durch den Arzt verschrieben und in der Apotheke abgegeben werden. Obwohl nach einer unqualifizierten Warnung vor der Methadonbehandlung im Deutschen Ärzteblatt 1973 [32-33] eine politisch geführte Kampagne dagegen einsetzte, waren daher Entzugsbehandlungen in Deutschland rechtlich noch einige Jahre lang möglich [34].
1979 wurde dann durch eine Entscheidung des BGH [35], die sich unter Verkennung des Prinzips der doppelten Kontrolle über das vorbildliche deutsche Gesetz hinwegsetzte [36], auch bei uns die amerikanische Kontrollvorschrift etabliert und dem Arzt verboten, einem Süchtigen seine Betäubungsmittelverschreibung auszuhändigen. Damit war - im Gegensatz zu der erklärten Absicht des Senats - dem niedergelassenen Arzt die rechtliche Möglichkeit zur Behandlung von Süchtigen mit Betäubungsmitteln völlig verlegt worden [37]. Als 10 Jahre später die ersten offiziellen Methadon-Erhaltungsprogramme in Deutschland einsetzten, war die Einnahmekontrollvorschrift auch bei uns zur Norm geworden. Inzwischen steht das Prinzip im Gesetz, verlegt die Möglichkeit der ambulanten Entzugsbehandlung und induziert die Entwicklung von Polytoxikomanien und andere Fehlverhalten, ohne je nach den Regeln der Schulmedizin diskutiert worden zu sein.
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Erfahrungen mit dem traditonellen deutschen Prinzip der doppelten Kontrolle
Nach den früheren Verschreibungsverordnungen [10, 31] konnten Süchtige über die Verschreibung durch den Arzt und die Abgabe in der Apotheke die Verfügungsgewalt über eine durch den Tagesbedarf begrenzte Anzahl von Abgabeeinheiten L-Methadon erhalten, z.B. zweimal 10 L-Polamidon-Tabletten zu 2.5 mg. Dazu erhielten sie eine Anweisung über die Einnahmedosis und -frequenz, wie z. B. "alle 6 Std. 5 Tbl. einnehmen". Nach einem Reduktionsplan konnten sie so durch anfänglich tägliche Verschreibungen entzogen werden. Bei einem Entzugsprogramm in München 1976-77 mit zunächst 65 heroinabhängigen Patienten wurde die folgende Absteigeroutine mit L-Methadontabletten zu 2.5 mg entwickelt, die von einem großen Teil der Patienten bis auf die letzte Phase des Absetzens gut vertragen wurde [34]:
Absteigeroutine (Tabl. pro Tag): 20, 18, 16, 14, 13, 12, 11, 10, 9, 8, 7, 6, . . . (vorletztes Rp, 20 Tbl.) 5, 4½, 4, 3½, 3 . (letztes Rp, 10 Tbl.) 2½, 2, 1½, 1, 1, 1, ½, ½ Einen therapeutischen Vorteil dieses Verfahrens zeigt die folgende Aufstellung:
Tabletten-Haushaltsplan Tag Bedarf Verschreibung Vorrat 1 20 20 0 2 18 20 2 3 16 20 6 4 14 10 2 5 13 20 9 6 12 10 7 7 11 10 6 8 10 10 6 9 9 10 7 10 8 10 9 11 7 - 2 12 6 10 6 13 5 - 1
Wie dieser Ausschnitt aus dem Haushaltsplan zeigt, führt die Verschreibung der nach dem Reduktionsplan nötigen Packungseinheiten dazu, daß ein wechselnder Vorrat an Tabletten übrig bleibt. Das gibt dem Patienten eine gewiße Freiheit, mehr Tabletten zu nehmen, als vorgesehen, und dem Arzt die Möglichkeit, sich bei der folgenden Verschreibung den verbliebenen Vorrat zeigen zu lassen und mit dem Patienten dann dessen Umgang mit seinen Symptomen und dem Opiat zu besprechen. Da der Vorrat immer kleiner ist, als die nötige Tagesdosis birgt das keine Gefahren.
Wie die folgende Summenstatistik zeigt, sind auf diese Weise die Mehrzahl der Reduktionsbehandlungen gelungen.
Summenkurve der Rezepte pro Woche Woche: 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. Rpte.: 130 110 95 61 43 25 12 29 21
Mit dem vorletzten und letzten Rezept wurden die Verschreibungsabstände größer und damit auch die Versuchung zum Verbrauch von Vorratstabletten. Bei weniger als 4 oder 3 Tabletten erlebte ein größerer Teil der Patienten depressive, psychotische und andere Symptome, die nicht in das Bild der Entzugssymptome gehören, aber mit niedrigen Erhaltungsdosen von 3 bis 6 Tabletten zum Verschwinden zu bringen waren. Das führte auf die Dauer bei etwa 30 von 180 Patienten zu einer Erhaltungsbehandlung mit 3-6 Tabletten L-Polamidon, während derer die Patienten keine Symptome hatten und arbeiten konnten. Die Ursachen dafür sollen weiter unten noch erörtert werden.
Wegen der dazukommenden Behandlungsabbrüche mit Rückfällen in den illegalen Konsum waren diese ambulanten Entzugsbehandlungen nicht so Erfolgreich wie bei den Soldaten in Vietnam. Bei 150 Patienten wurden 413 Entzugsbehandlungen begonnen (durchschnittlich 2.7) und davon 70% zuende geführt. Bei Abbruch der Reduktionsbehandlung war der Opiatbedarf durchschnittlich um 40% vermindert [37].
Die Überlebensstatistik der Entzugsbehandlung in München war jedoch ungewöhnlich gut: bei den 180 im Jahr 1976-77 in Behandlung genommenen Patienten gab es in rechnerisch 180 Patientenjahren außer bei einem Patienten, der an einer akuten Virusenzephalitis starb, keinen Todesfall [37]. Das war besser als alle publizierten Ergebnisse über Gruppen von Süchtigen in Methadon-Erhaltungsprogrammen.
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Erfahrungen mit dem amerikanischen Prinzip der Einnahmekontrolle
Die Behandlung von Süchtigen 1985, nach einer strikten Auflage des VGH, die Süchtigen das L-Polamidon nur unter meiner Aufsicht, oder unter der meiner zuverlässigen Hilfspersonen gebrauchen zu lassen [38] führte zu sehr viel schlechteren Erfahrungen.
Es dauerte nicht lange, bis ich erkennen mußte, daß es mir nun nicht mehr gelang, meine Patienten zur Reduktion ihrer Dosis zu bewegen. Bald nach der täglichen Einnahme der Tagesdosis waren viele Patienten deutlich überdosiert und hatten Probleme mit der Verrichtung ihrer Arbeit. Bei den niedrigeren Plasmaspiegeln in der Nacht kam es dann zu Schlafproblemen, derentwegen die meisten Behandelten zu weiteren Drogen wie Alkohol, Barbituraten und Tranquillizern mit der bekannten Folge der Polytoxikomanie griffen. Vor der nächsten Dosis hatten viele der Behandelten dann schon Entzugssymptome. Damit war der Tag geprägt von Befindensschwankungen, die oft mit Aggressivität und anderen Verhaltensstörungen verbunden waren. Die Proleme durch den zusätzlichen Gebrauch von Alkohol, Barbituraten, Benzodiazepinen aber auch Amphetaminen hatte ich in dieser Form bei meinen früheren Entzugsbehandlungen nicht gesehen.
Am schlimmsten war, daß es nun auch unter meinen Patienten zu Todesfällen kam, die alle auf den Begleitkonsum zurückzuführen waren, den ich nicht verschrieben hatte.
Nachdem ich realisierte, daß meine Befolgung der Gerichtsauflagen zur Ursache der zunehmenden Todesfälle unter meinen Patienten wurde, traf ich die Entscheidung, unter Berufung auf die Berufsordnung für Ärzte Bayerns [39] der ärztlichen Vernunft und der geltenden Rechtsverordnung [31] den Vorrang zu geben und den Auflagen des VGH nicht weiter zu folgen.
Mit der Anweisung, ihr tägliches Methadon in drei oder vier Dosen zu nehmen, erlaubte ich von da ab meinen Patienten wieder, es mit nachhause zu nehmen und begann, alle meine Patienten durch schrittweise Reduktion der Verschreibungen zu entziehen. In Einzelgesprächen und Seminaren lehrte ich sie parallel dazu, mithilfe der von mir frei abgegebenen Vitamine und Mineralien ihre Hypoglykämien, Pyrrolurien, Histapenien, Histadelien, Depressionen, Unverträglichkeiten, Mykosen and HIV-bedingten Probleme und Infektionen mit Diät und Nutrienten zu behandeln [40].
Vom Moment der Freigabe des L-Polamidons zur über den Tag verteilten Einnahme an hatte ich keine Todesfälle mehr. Innerhalb der 14 Monate Behandlung nach dem amerikanischen Kontrollprinzip waren es 8 Todesfälle innerhalb von 280 Patientenjahren gewesen. Bei über den Tag verteilten Dosen gab es in 110 Patientenjahren keinen Todesfall mehr [37, 41]. Dieser Unterschied ist zweifellos relevant und auch statistisch signifikant.
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Diskussion der Entzugs- behandlung
Das ist keine Einzelbeobachtung. Auch 8 andere Autoren sehen in der Polytoxikomanie, d.h. dem unerlaubten Gebrauch von Opioiden, Psychostimulantien, Benzodiazepinen, Alkohol und Nikotin die wesentliche Ursache von Morbidität und Mortalität bei Patienten in Methadon-Erhaltungsbehandlung. Die Wirkung des langfristigen Alkoholkonsums auf die Erhöhung der Hepatotoxizität von Paracetamol und Medikamenten, die das mikrosomale Enzym Cytochrom P450 3A stimulieren und damit die Wirksamkeit von Methadon vermindern bzw. verkürzen, wird dabei am häufigsten beobachtet [42].
Ein großer Nachteil der Einnahmekontrollvorschrift ist der damit verbundene Zwang zur Höherdosierung. Wegen der wohlbekannten Fähigkeit basischer Medikamente, sich rasch vom Plasma in die Gewebe zu verteilen, enthält das Plasma-Kompartiment beim Maximum weniger als 2% des gegebenen Methadons, während die Konzentrationen in Leber, Lunge und Nieren sehr viel höher liegen [43]. Die Plasmahalbwertszeit lag in einer Untersuchung für naive Individuen bei 10-18 h, für tolerante bei 9-47 h, und für tolerante im steady state bei 19-43 h [44]. Auch bei der Einführung des in diesem Jahr für die Behandlung von Abhängigen zugelassenen Methadonrazemats Methaddict® geht man bei der Einmalgabe von einer Wirkungsdauer von 6-8 h aus, im steady state von 22-48 h [45]. Diese mit dem steady state zu erreichende Steigerung der Wirkungsdauer erlaubt dann zwar den Dosierungsabstand von 24 h, wird aber nur durch die nach sehr hohen Dosierungen eintretende erhöhte Speicherung des Methadons in verschiedenen Kompartimenten des Körpers erreicht, die aus therapeutischer Sicht nicht erstrebenswert ist. Die Rückläufigkeit dieser Entwicklung bei Entzugsversuchen erklärt, daß diese unter den Bedingungen der Einnahmekontrolle von den Abhängigen so häufig abgebrochen werden.
Besonders schwerwiegende Folgen hat das Fehlen von Entzugsbehandlungen im frühen Stadium der Suchtentwicklung, bei den anfänglichen Versuchen der Betroffenen, die Abhängigkeit zu überwinden. Zu diesem Zeitpunkt hätte die Entzugsbehandlung die größten Chancen, wenn die meist jugendlichen Süchtigen die Schule, ihre Ausbildung oder ihre Arbeit noch nicht aufgegeben haben, noch nicht so heruntergekommen sind, keine betrügerischen Gewohnheiten angenommen und ihre sozialen Beziehungen noch nicht in das Suchtmilieu verlegt haben. Nach den Erfahrungen in München können viele Menschen, die feststellen müssen, daß sie den Entzug alleine nicht schaffen, wie die Soldaten in Vietnam in diesem frühen Stadium mit bleibendem Erfolg entzogen werden.
Nachdem der Arzt nach der neuen Verordnung [1] dem Patienten nach 6 Monaten Behandlung unter Einnahmekontrolle die für bis zu 7 Tagen benötigte Menge des Substitutionsmittels aushändigen und ihm dessen eigenverantwortliche Einnahme erlauben darf, sind Entzugsbehandlungen nach dieser Vorbehandlung zwar möglich geworden. Zu diesem Zeitpunkt haben sich aber bei den Patienten mit den kürzeren Halbwertszeiten längst die Polytoxikomanie und andere Probleme manifestiert, die die Entzugsbehandlung sehr erschweren.
Nach diesen Erfahrungen muß man die aus unerklärten Motiven wissenschaftlich nicht diskutierte Preisgabe des über Jahrzehnte bewährten deutschen Prinzips der doppelten Kontrolle der Betäubungsmittel zugunsten der vielfach diskussionsbedürftigen Regelung nach dem amerikanischen Prinzip als schweren Fehler bewerten. Man kann jetzt günstigenfalles hoffen, daß die mehrfachen Hinweise im Gesetz, daß "die anerkannten Regeln nach dem Stand der Wissenschaft zu beachten" sind oder die noch in diesem Jahr zu erwartende Ermächtigung der Standesvertretungen zur Erteilung von erforderlichen Sondererlaubnissen [46] dazu führen können, daß unser Betäubungsmittelrecht auch nach dem erkennbaren Stand der Wissenschaft seiner Aufgabe wieder gerecht werden kann.
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Zu den Unterschieden zwischen Soldaten in Vietnam und zivilen Heroinsüchtigen
So wesentlich die oben ausgeführten Zusammenhänge zwischen den Halbwertszeiten des Methadons, den Dosierungsintervallen bei absteigender Dosierung und dem Erfolg von Entzugsprogrammen auch sind, können sie doch keine ausreichende Erklärung dafür geben, daß es bei den zivilen Heroinsüchtigen nach erfolgreichem Abschluß der Entzugsbehandlung immer noch sehr viel häufiger zu Rückfällen kommt, als bei den aus Vietnam nach Hause entlassenen amerikanischen Soldaten.
Außer der Durchführung einer Entzugsbehandlung und deren Methodik sind zur Beurteilung der dokumentierten Unterschiede zwischen den süchtigen Soldaten und der zivilen Süchtigenpopulation aber sicher noch vier weitere Charakteristika in Betracht zu ziehen:
1. Infolge der Auslese durch die Musterung waren die Soldaten vor ihrer Konfrontation mit illegalen Opiaten alle medizinisch und psychiatrisch gesund.
2. Die Ernährung der Soldaten durch die US-Armee muß sicher als gesund eingeschätzt werden.
3. Der Wechsel vom Kriegsdienst in Vietnam in die Heimat bedeutete in aller Regel eine sehr wesentliche Verminderung der körperlichen und psychischen Belastung.
4. Die Soldaten hatten im Prinzip keine existentiellen beruflichen und finanziellen Probleme.
Während alle diese Charakteristika einen großen Einfluß auf das Ergebnis der Entzugsbehandlung haben können, sollen hier zum Vergleich vor allem die beiden ersten näher betrachtet werden: die vielfältigen Befindlichkeitsstörungen und körperlichen und psychiatrischen Krankheiten und die häufig so schlechte Ernährung unserer zivilen Opioidabhängigen. Für die othomolekular bzw. nutriologisch orientierte Praxis werden sich dabei besonders wertvolle Hinweise ergeben.
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T E I L 2 & Z U S A M M E N F A S S U N G
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Teil2 Medizinisch-nutriologische Grundlagen der Entzugsbehandlung von Heroinsüchtigen Dr. med.Hannes Kapuste
Zusammenfassung
Im ersten Teil dieser Arbeit (J Orthom Med 7:278-88, 1999) wurde dargestellt, daß man gesunde Heroinsüchtige mit Methadon auch ambulant sehr erfolgreich entziehen kann und wie die mangelhafte Berücksichtigung der Pharmakokinetik des Methadons im neueren deutschen Betäubungsmittelrecht die ambulante Entzugsbehandlung von Opioidabhängigen bei uns nachhaltig behindert. In diesem zweiten Teil wird ausgeführt, daß der überwiegende Teil der chronisch Heroin- bzw. Methadonsüchtigen zusätzlich komorbid an Befindlichkeitsstörungen oder psychiatrischen Krankheiten leidet, von denen erwiesen ist, daß sie alle durch Opiate symptomatisch geheilt oder gebessert werden. Darüberhinaus wird gezeigt, daß Süchtige in erheblichem Umfang an mangelhafter Ernährung - insbesondere an den Folgen eines opioidvermittelten Zuckerabusus - leiden und daß diese mangelhafte Ernährung bei anderen Populationen in Zusammenhang mit den Symptomen und Krankheiten steht, die bei Süchtigen komorbid gefunden werden. Im letzten Teil werden dann die nutriologisch begründeten Begleitmaßnahmen für eine Entzugsbehandlung dieser komorbiden Population darzustellen sein.
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Komorbidität: Psychische Störungen bei Opioidabhängigen
Daß Opiatsüchtige häufig an psychischen Störungen leiden, war seit langem bekannt. So findet man schon im Handbuch der Experimentellen Pharmakologie von 1957 [47] den Hinweis: ,,Der Hauptgrund für die große Rückfallquote liegt ja darin, daß nach den Feststellungen von PESCOR (1943, S. 229) der größte Anteil aller Suchtfälle irgendwie “psychisch” belastete Personen betrifft.” und weiter: ,,Nach MÜLLER-HESS (1952) ist nämlich nicht eine echte Euphorie die Haupttriebfeder für die Entstehung einer Sucht; eine weit größere Zahl erstrebt durch Zuführung des Mittels nur, etwa eine Reaktionslage zu erreichen, die bei einem ausgeglichenen und gefestigten Menschen normalerweise
gegeben ist.”
Nach langer Zeit des Vergessens wird ein Zusammentreffen der Opioidabhängigkeit mit anderen psychiatrischen Krankheiten in der wissenschaftlichen Literatur jetzt wieder in zunehmendem Umfang diskutiert: während vor 1988 in der Datenbasis des amerikanischen National Library of Medicine (MEDLINE [48] unter den medizinischen Fachbegriffen ,,Comorbidity” und ,,Drug Abuse” insgesamt 6 Arbeiten aufgeführt wurden, stiegen die jährlichen Publikationen von 1988-92 kontinuierlich von 9 auf 112, 1993 sprunghaft auf 235 und von da kontinuierlich weiter auf 312 im Jahr 1998 an, bis dato auf insgesamt 1994 Zeitschriftenartikel. Über 235 aus diesen und weiteren unter den Fachbegriffen ,,Diagnosis, Dual (Psychiatry)” und ,,Opiod-Related Disorders” ausgewählten Arbeiten [49] soll im Folgenden eine kurze Übersicht gegeben werden.
Heroinsüchtige zeigen bei Eintritt in eine Methadon-Erhaltungsbehandlung (ME) erheblich schlechtere körperliche und psychische Zustände als Normalpersonen. Die psychiatrische Komorbidität bei Opioid-Abhängigen wird in den verschiedenen Arbeiten mit 23%, 37%, 47%, 55%, 66%, 86% bzw. 93% sehr unterschiedlich angegeben. Dabei finden sich am häufigsten Depressionen und antisoziale Persönlichkeitsstörungen, sehr häufig Alkoholismus sowie multipler Substanzabusus (vor allem Benzodiazepine), ferner Angst und Phobien und Schizophrenien.
Im Einzelnen fanden verschiedene Autoren bei 16%, 17% bzw. 26% der Opiatabhängigen, die Methadonbehandlung suchen, schwere Depressionen. Die Prävalenz gegenwärtiger depressiver Störungen bei Opiatabhängigen wurde auf ⅓ bis ½ geschätzt bzw. mit 30% angegeben. Die lebenslangen Prävalenzen lagen im Vergleich zu den gegenwärtigen durchweg höher. Andere Untersucher klassifizierten 32% der Opiatabhängigen in Kontakt mit Behandlungseinrichtungen bzw. 55% der Patienten in ME als affektiv gestört. Depressive Symptome bei Opioidabhängigen wurden in einer Untersuchung mit 72% angegeben, in einer anderen zu Beginn der ME mit 60%, nach 6 Monaten mit 31%. Der Anteil der schweren Depressionen sank während der ME in einer Untersuchung von 17% auf 12%, in einer anderen von 26% auf 13%. Nach Detoxifikation betrug der Anteil an Depressionen bei vorheriger Methadonbehandlung 65%, bei vorherigem Heroinkonsum 25%.
Angst steht in engem Zusammenhang mit Depressionen. Ihre Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung wurde mit 14%, die bei Heroinsüchtigen und ME-Patienten gegenwärtig mit 51% bzw. 55%, lebenslang mit 60% angegeben.
Die Prävalenz des Alkoholabusus scheint mit den Jahren zugenommen zu haben: so hatte Rounsaville bei Opiatabhängigen 1982 zu Beginn der Behanldung noch eine Prävalenz von 6%, 1986 von 13% gefunden. 1991 fand Stastny Alkoholprobleme bei 32% der Patienten in ME. 1993 referierte Miller für die ECA-Studie eine Prävalenz von 50%, für andere Studien eine Pävalenz von 75%. Bei Todesfällen war Alkoholismus sehr häufig beteiligt.
80% der Heroinsüchtigen, die in Entzugsbehandlung kamen, gaben anamnestisch einen Benzodiazepinkonsum an, 54% bzw. 68% bei Aufnahme, 43% praktisch täglich.
Zigarettenabusus wird nicht unter Komorbidität klassifiziert. Während das Zigarettenrauchen in den letzten 3 Jahrzehnten aber allgemein von 40% auf 30% gesunken ist, fand man bei Patienten, die in Drogenabusus-Behandlung kamen und bei Patienten in ME 85% bzw. 92%, die rauchten. Das durchschnittliche Einstiegsalter lag bei 13.5 Jahren. Heroininjektionen, Alkoholkonsum, Methadonhöherdosierung und die Gabe von Buprenorphin erhöhen das Nikotinverlangen bzw. die Frequenz des Rauchens. Die Mehrheit der in Behandlung kommenden bekundete ein Interesse daran, mit dem Rauchen aufzuhören.
Gegenwärtige antisoziale Persönlichkeitsstörungen bei Opiatabhängigen und Patienten in ME fand man bei 25% bzw. 27%; die lebenslange Prävalenz lag bei 61% und 69%. In der Kindheit hatten 64% der Opiatabhängigen Verhaltensstörungen und 22% eine Hyperaktivität.
Eine Untersuchung von Craig 1988 in Chicago differenziert bei in Behandlung befindlichen Opiatabhängigen die Persönlichkeitsstörungen genauer und findet neben allen anderen am häufigsten die folgenden: multiple 27%, antisoziale 22%, narzistische 18%, borderline 16% und dependente 16%.
1992 und 1998 wurde in Holland bzw. Deutschland bei in Behandlung oder in Kontakt mit Therapieeinrichtungen befindlichen Heroinsüchtigen in 5% der Fälle eine Schizophrenie diagnostiziert, also 5mal so häufig, wie in der Normalbevölkerung.
Diese Übersicht zeigt, unabhängig von den im Einzelnen zu beobachtenden Unterschieden, eine überwältigende Fülle von psychischen Störungen, mit denen die Opioidabhängigen zusätzlich zu den Problemen mit ihrer Sucht belastet sind. Da die Vorstellung, ein so hoher Grad an Komorbidität könne zufällig zustandekommen, nicht realistisch ist, sollen im folgenden Abschnitt die denkbaren Gründe für dieses Zusammentreffen besprochen werden.
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Der Heilmittel-Aspekt der Opioide
Daß die Opiate seit Jahrhunderten zu den wertvollsten Heilmitteln gehören, wird kein gebildeter Arzt, Pharmakologe oder Psychiater bestreiten, und der folgende Abriß der Literatur zu diesem Thema wird zeigen, daß die pharmakologische Wirkung der Opioide für die im letzten Abschnitt dokumentierte Komorbidität der Opioidabhängigen zweifellos bedeutsam ist. Nicht umsonst zitierte Jaffe In seinem Kapitel über die Opiate im Standardwerk der Pharmakologie von Goodman und Gilman [50] über Jahrzehnte den Satz von Sydenham: "Unter den Heilmitteln, von denen es dem allmächtigen Gott gefallen hat sie dem Menschen zur Linderung seiner Leiden zu geben, ist keines so universell und wirksam wie das Opium. (1680)"
Dieser Satz hat auch durch die neuesten Forschungsergebnisse nach Entdeckung der Opiat-Rezeptoren an Aktualität nicht verloren. Besonders in der Psychiatrie gehörten die Opiate bis nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zu den wichtigsten Heilmitteln. Schon vor- und frühgeschichtlich erwähnt und im Mittelalter in vielen anekdotischen Berichten diskutiert, wurde die antipsychotische Wirkung des Opium systematisch wohl zuerst von William Perfect in England eingesetzt, der damit in der Medizingeschichte besondere Beachtung fand, weil er als erster ein Medikament in einer strukturellen (anfänglich aufsteigenden und zum Schluß wieder absteigenden) Dosierung einsetzte (1787 [60]). Die ,,Opiumkur” in der Psychiatrie in Deutschland referiert ausführlich Matthias Weber aus dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München (1987 [52]). Die berühmt gewordene ,,Opiumkur der Melancholie”, ebenfalls in struktureller Dosierung, geht auf Friedrich Engelken zurück, der damit 1750 in Rockwinkel bei Bremen eine der ersten “Privatirrenanstalten” in Deutschland [53] begründen konnte, in der seine Familie die Methode selbst bis zum Verkauf der Klinik 1910 erfolgreich praktizierte, aber erst 1851 publizierte [54], wonach sie lebhafte Nachahmung fand. Zwar wurde die Opiumbehandlung, besonders wegen deren oft weniger sorgfältigen Indikationsstellung und Durchführung, in der Psychiatrie dann auch kontrovers diskutiert, aber die Lehrbücher der Psychiatrie, z.B. die von Leidesdorf (1865) über Kraft Ebbing (1874-1903) und Kraepelin (1909-1915) bis Bumke (1939-1944) vertraten die Vorzüge der Opiatbehandlung verschiedener psychiatrischer Krankheiten nachhaltig.
1926 berichtete Schmitz, ein Arzt in der ursprünglich Engelken’schen Klinik [55], über die Erfahrungen mit der traditionellen Behandlung der ,,Melancholie mit Angst und Unruhe” bei 83 Patienten (bei 60 weiteren Patienten mit apathischer und gehemmter Melancholie wurde Opium nicht angewandt). Von den 83 Patienten zeigten nur 26 keine Besserung. Der Kommentar von Weber dazu: “Hierbei dürfte es sich aus der gesamten Geschichte der Opiumbehandlung um eine der wenigen Zahlenangaben handeln, die halbwegs Verläßlichkeit beanspruchen können.”
Als die Deutsche Medizinische Wochenschrift anläßlich der Verabschiedung des Opiumgesetzes und der Abgabeverordnungen eine Umfrage durchführte: ,,Wann ist die Verschreibung von Opiaten ärztlich begründet?” beantworteten Bonhoefer und Bratz 1931 die Frage folgendermaßen: ,,Unentbehrlich ist in vielen Fällen von endogenen Psychosen das Opium....Die Opiumverschreibung ist bei Depressionen auch deshalb unbedenklich, weil erfahrungsgemäß die Depressiven nach Abklingen der Depressionen keinerlei Bedürfnis nach Rauschmitteln zurückbehalten und so gut wie niemals opiumsüchtig werden” [56]. Die Opiumkur der Melancholie behielt ihre Bedeutung bis Ende der fünfziger Jahre [57], bis die ersten Veröffentlichungen über die Erfolge der neuen trizyklischen Antidepressiva (1957 [58]) das Interesse daran nahezu schlagartig beendeten.
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Komorbidität oder Selbstbehandlung?
Nachdem damit nachgewiesen ist, daß der überwiegende Teil unserer zivilen Opioidabhängigen an psychischen Störungen leidet, die in der Psychiatrie über Jahrhunderte mit einigem Erfolg mit Opiaten behandelt wurden, liegt es nahe zu fragen, ob vielleicht viele Süchtige selbst aus der Erfahrung heraus handeln, daß Opiate sehr schmerzhafte psychische Zustände spürbar lindern können. Damit wäre die Fortführung des Opiatgebrauchs nicht eine zweite psychische Störung sui generis, sondern ein Akt der Selbstbehandlung einer psychischen Störung, der ceteris paribus sogar lege artis genannt werden kann. Komorbidität wäre dann eine Bezeichnung, die den ätiologisch an der Sucht interessierten vom Kern der Sache nur ablenken kann.
Tatsächlich wurde die heilsame Wirkung der Opioide bei einer Reihe von psychiatrischen Krankheiten auch in der Literatur über Suchtkrankheiten sehr bald aufgegriffen und die Selbstbehandlungs-Hypothese als Erklärung des fortgesetzten illegalen Gebrauchs von Opioiden diskutiert (Chein 1964, Wellisch 1971, Salzmann 1972, Wurmser, 1972, Khantzian 1972, 1974, 1980, Gold, Kleber et al. 1977, Verebey 1978, McLellan 1979) [59].
1982 konnte dann Verebey [60] die Ergebnisse einer Konferenz in der New York Academy of Sciences über Theorie, klinische Beobachtungen und therapeutische Möglichkeiten der Opioide bei psychiatrischen Krankheiten publizieren, an der die führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet (auch aus München) teilnahmen. Überzeugende Ergebnisse dieser Konferenz waren die folgenden:
1 Opiate werden häufig zur Selbstmedikation psychischer Leiden und psychiatrischer Krankheiten verwendet. 2 In klinischen und experimentellen Untersuchungen haben sich Opioide als wirksame Mittel gegen diese Störungen bzw. Krankheiten erwiesen. 3 Ihr Wirkungsmechanismus entspricht einerseits denen der körpereigenen Opioid-Peptide und ist andererseits denen der Neuroleptika weitgehend ähnlich. 4 Exogene Opiate haben - vor allem im Gegensatz zu den häufigen und sehr ernsten Nebenwirkungen der Neuroleptika - von ihrem Suchtpotential abgesehen, keine ernsten Nebenwirkungen. 5 Die länger und oral wirkenden Opiate Methadon und LAAM, sowie partielle Opioidagonisten mit geringerem Suchtpotential, wie z.B. Buprenorphin, sollten daher als Heilmittel für eine Reihe spezifischer psychiatrischer Störungen in Betracht gezogen werden.
In Bezug auf die legale praktische Anwendung der Opioide in ME-Einrichtungen, Kliniken und privaten Praxen wurden auf der Konferenz verschiedene Modelle diskutiert.
Das auf dieser Konferenz dokumentierte therapeutische Spektrum der Opioide, namentlich ungezügelte Affekte, Aggressivität, Gewalttätigkeit, Angst, Panik, Psychosen, Manien, depressive Symptome und schwere Depressionen, ergibt ein getreues Abbild der oben dargestellten Komorbidität und damit eine plausible Erklärung für die Entstehung und Chronizität der Opiatabhängigkeit unserer zivilen Abhängigen.
Als gemeinsamer therapeutischer Faktor blockieren Neuroleptika und Opioide im Dopaminsystem des Nigrostriatums die Weiterleitung von Impulsen, wobei allerdings die Mechanismen der Inhibition und die Lokalisation an den Synapsen verschieden sind. Im Zusammenhang damit bewirken beide die Ausschüttung von Prolactin, der einzige Opioid-Effekt, in Bezug auf den sich keine Toleranz entwickelt. Hinsichtlich der Behandlung schwerer Depressionen ist von Bedeutung, daß bei diesen gegenüber Normalpersonen eine signifikant verminderte Prolactin-Ausschüttung nach Gaben von Morphin nachgewiesen wurde.
Besonders für die folgenden Störungen konnten keine, bzw. keine akzeptablen Alternativen zum Versuch einer Opiatbehandlung aufgezeigt werden: 1) gewalttätige Patienten, 2) akut psychotische Patienten, die schwer zu beruhigen sind, 3) therapieresistente Schizophrenien, 4) chronische Schizophrenien mit Zeichen des Beginns einer tardiven Dyskinesie und 5) psychotische Depressionen, bei denen eine Elektrokonvulsionsbehandlung kontraindiziert ist. Obwohl die Lektüre der von Verbey herausgegebenen Berichte keinen Zweifel daran aufkommen läßt, daß exogene Opioide sehr gute Heilmittel sein können und damit eine naheliegende Erklärung für die Entstehung bzw. Chronizität der Opioidabhängigkeit in dieser komorbiden Population darstellen, ist nicht zu verkennen, daß Autoren, die den Heilmittelaspekt der Opiate, bzw. die Selbstbehandlungshypothese in Betracht ziehen nur eine, wenngleich prominente, Minderheit darstellen. Die überwiegende Mehrheit der main stream-Psychiater spricht nur von Komorbidität bzw. dual diagnosis, übergeht diese naheliegenden Erklärungen für die Entstehung der Sucht und zieht, wenn überhaupt ätiologische Faktoren, nur den bekannten neurobiologischen Effekt der Aktivierung des limbischen Belohnungssystems (Herz 1995 [61]) in Betracht, obwohl dieser weder die Befunde bei den Vietnam-Veteranen noch die der bei unseren Süchtigen weit verbreiteten Komorbiditäterklären kann.
Mag sein, daß das psychiatrische Establishment die Diskussion der Heilmittelaspekte der Opiate und der Selbstbehandlungshypothese zu vermeiden trachtet, weil sie der therapeutischen Verwendung von Opiaten für die genannten psychiatrischen Krankheiten so nahe liegen, die wohl gar nicht erst zur Diskussion gestellt werden soll.
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Ernährungsprobleme der Süchtigen
Es gibt aber noch zwei weitere diskussionsbedürftige Aspekte der Ätiologie der chronischen Opioidabhängigkeit und ihrer Komorbidität, der die main stream Psychiatrie zu geringe Beachtung schenkt. Das ist einerseits eine verläßliche Nosologie der verschiedenen Kategorien der Komorbidität, die auch reliabel reproduzierbare Diagnosen erlaubt, und andererseits deren Ätiologien im Einzelnen.
Dem Leser sind oben sicher die großen Unterschiede bei der Darstellung der Komorbidität (23% - 93%) und der Depres sion (16% - 26%, ⅓ - ½, bzw. 72%) aufgefallen, die die Frage nach nosologischen Unsicherheiten aufwerfen, die möglicherweise mit den verwendeten diagnostischen Tabelle 1: Anzahl der items bei einer MEDLINE-Recherche (1.11.99)
UND Nutrition Hypogly- Glucose To- Food Hyper- Dietary Disorder cemia lerance Test sensitivity Glucose Opioid-related Disorders 25 7 11 0 2 Depression 1253 324 151 22 6 Anxiety 330 83 22 23 3 Psychotic Disorders 239 38 9 5 0 Violence 158 23 13 4 0 Aggression 119 14 10 1 0
Handbüchern nur unvollkommen lösbar waren. Und wenn schon der ätiologische Zusammenhang zwischen dem Opiatabusus und den einzelnen Komponenten der Komorbidität nicht diskutiert werden sollte, wäre da auch noch die Frage nach deren Ätiologie zu diskutieren gewesen. Wie können depressive Symptome entstehen? Welche Ursachen gibt es für Angszustände? Wie kommt es zu den einzelnen Komponenten einer antisozialen Persönlichkeit? Was verursacht die Dysperzeptionen der Sinnesorgane, die bei massivem Auftreten sehr wohl in den Irrsinn führen können?
Wer durchaus richtig vermutet, daß wir mit diesen Fragen auf das nutriologische Terrain geraten, läge doch falsch mit der Annahme, daß darüber in den traditionellen schulmedizinischen Quellen, wie z.B. in MEDLINE, nicht viele Arbeiten zu finden wären.
Die Tabelle 1 zeigt, wenngleich für die in Zusammenhang mit Opioiden stehenden Störungen nicht viele Arbeiten über Fehlernährungen, so doch für die damit komorbiden Störungen - von der Depression bis hin zu Gewalttätigkeit und Aggression schon rein quantitativ unübersehbar viele.
Diese zunächst oberflächlich quantitative Betrachtung spiegelt aber sicher nicht das Verhältnis der Ernährungsstörungen bei Opioidabhängigen und Patienten mit Depressionen wieder. Denn an der allgemein schlechten Ernährung von Süchtigen kann gar kein Zweifefel bestehen. So ergab eine formale Untersuchung der Nahrungsaufnahme von Opioidabhängigen in ME und in Entzugsbehanddlung schon 1976 [62], daß sie zu wenig Obst, Gemüse, Fleisch, Innereien und Vollkorn konsumierten, mehr als 90% von ihnen snacks zu sich nahmen und 40% der Männer und 75% der Frauen in Bezug auf 3 oder mehr Nutrienten weniger als 66% der empfohlenen diätetischen Mengen konsumierten. Eine Untersuchung 1979 [63] fand, dass nur 24% von 149 Heroinsüchtigen keine Zeichen der Hypovitaminämie, 45% und 37% einen Vitamin B6- bzw. Folsäuremangel und 13-19% Mängel an Thiamin, Riboflavin, Niacin und Vitamin B12 im fließenden Blut aufwiesen. In einer Folge von Artikeln im Journal of Orthomolecular Psychiatry 1977 [64] und 1982 [65] wurde gezeigt, daß Süchtige infolge ihrer habituellen Fehlernährung, beispielsweise einem geschätzten Zuckerkonsum von durchschnittlich 90 Teelöffeln pro Tag, noch nach ihrer Detoxifikation multiple metabolische Mängel, auch einen Eiweißmangel mit verminderter Alkalireserve, und multiple psychiatrische Störungen aufwiesen, die mit einer massiven orthomolekularen Supplementierung, unter anderem pro Tag je rund 20 g Natriumascorbat und freie Aminosäuren, bei deutlicher Verbesserung des Allgemeinbefindens reversibel waren. Eine Untersuchung in Spanien ergab 1995 [66], daß viele Süchtige mit akuten körperlichen Krankheiten unter Kalorien- und Proteinmangelernährung leiden.
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Die Sucht und der Zuckerstoffwechsel
Die körpereigenen Endorphine regeln neben vielen anderen Funktionen auch Essen und Trinken, und Opiate fördern im Tierversuch über ihre Wirkung an den Opioidrezeptoren besonders die Bevorzugung süßer Getränke [67]. Auch bei Opiatabhängigen wurde die Bevorzugung von zuckerreichen, vitamin- und mineralienarmen Nahrungsmitteln nachgewiesen [68]. Wer mit Opioidabhängigen Umgang hat, wird bestätigen, daß ein Zuckerabusus sehr typisch für sie ist.
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Abb. 1: 5-Stunden-Glucose-Belastungstest. Lehrbuchdarstellung der reaktiven und funktionellen Hypoglykämie und Gesamtdarstellung der Werte von 80 Heroin-Temgesic-Abhängigen in ambulanter Entzugsbehandlung
Orthomolekular orientierten Ärzten und Therapeuten ist wohl bekannt, daß ein längerfristig hoher Konsum von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten zu einem Hypoglykämie-Syndrom [59] führen kann, dem ein, nach Meythaler antrainierter [70, Hyperinsulinismus zugrundeliegt. Nach Zuckerbelastung kommt es dabei durch eine überschießende Gegenregulation zu einer reaktiven, oder funktionellen Hypoglykämie, die von einer Fülle der verschiedensten Symptome begleitet sein können. Die Gegenregulation ist - wie die Zuckerregulation überhaupt - komplexer Natur und sicher nicht nur die Folge einer erhöhten Insulinabgabe. Die Feststellung kann durch den direkten Nachweis der überhöhten Gegenregulation mittels Blutzuckermessungen nach Zuckerzufuhr bei nüchternem Patienten im 5-Stunden-Glukosebelastungstest erfolgen.
In der Untersuchung des Autors in München[71] konnten von 100 Heroin-(dann Buprenorphin-) Abhängigen 80 auf diese Weise untersucht werden. Abbildung 1 zeigt das Ergebnis dieser Untersuchung zunächst als Gesamtdarstellung der Werte aller 80 Patienten im Vergleich zur Lehrbuchdarstellung der funktionellen Hypoglykämie nach Pfeiffer [72]. Man sieht deutlich die weitgehende Annäherung der Summenkurve der Süchtigen an die der funktionellen Hypoglykämie. Tatsächlich konnten alle Patienten ohne Ausnahme mindestens eines der Kriterien für diese Diagnose nicht erfüllen. Nach Currier et al. (1977 [73]) rechnen dazu die folgenden:
1) Der Blutglukosewert muß in der ersten halben Stunde ansteigen und weiterhin bis zur ganzen Stunde (= mindestens eine Stunde vermehrte Energie durch Glukosezufuhr). 2) Die Differenz zwischen dem Nüchternwert und dem niedrigsten Blutzuckerwert innerhalb der 5 Stunden darf 20% des Nüchternwertes nicht unterschreiten. 3) Keiner der Werte soll unter der etablierten Mindestgrenze für den Test liegen (60 mg%). 4) Der Abfall vom Höchstwert soll im Bereich von etwa 50% liegen. 5) Der 1-Stunden-Wert soll wenigstens 50% höher sein als der Nüchternwert.
Es wäre sicher übertrieben, diese Kriterien absolut zu sehen. Im Zusammenhang mit den Symptomen der Patienten bei der Glukosebelastungsuntersuchung selbst zeigt sich aber ihre Relevanz.
Es ist durchaus nicht so, daß alle Kurven
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Abb. 2: 5-Stunden-Glucose-Belastungstest. 4 typische Formen der hypoglykämischen Regulationsstörung
der Süchtigen der dargestellten Summenkurve ähnlich sind. Wie die folgenden 4 Abbildungen zeigen, gibt es da typische Unterschiede.
Um diese Abbildungen zu gewinnen, haben wir zunächst einmal die Hälfte der Patienten mit den geringeren Gewichtungen, die wir anhand der oben geannten 5 Kriterien bestimmt haben, ausgeschieden und die verbleibenden schwereren Fälle nach Ähnlichkeit geordnet. Die vier Abbildungen zeigen anschaulich die verschiedenen Reaktionstypen. Wir klassifizieren die Werte also so nach Schweregrad der überhöhten Blutzucker-Gegenregulation und nach dem Zeitpunkt ihres Einsetzens. Dabei sind in beiden Klassen die schwereren Fälle seltener, wie ja auch zu erwarten ist. Mit der Verlängerung der Verzögerung der Blutzucker-Gegenregulation beginnt der Weg zum Diabetes, der Zuckerkrankheit.
Diese prädiabetischen Reaktionen auf Zuckerzufuhr mit dem starken Abfall der Blutzuckerwerte in der zweiten und dritten Stunde sind nicht unbedenklich. Sie lösen schwere Symptome bis hin zu psychotischen Schüben aus, die - wenn sie in ihrer Ursache nicht erkannt werden - einen Lebensweg völlig vernichten können. Für das Verständnis der Behandlung von Heroin-Abhängigen ist die Art der Symptome der reaktiven Hypoglykämie von besonderer Bedeutung. Pfeiffer nennt in dem zitierten Buch folgende Symptome die häufigsten:
Müdigkeit und Erschöpfung, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Muskelschmerzen oder Muskelreißen, Prickeln oder Brennen der Haut, exzessives Schwitzen, Atemnot, Zittern, Schwindel, Schwächeanfälle, Ohnmacht, Doppeltsehen, verschwommenes Sehen, kalte Hände oder Füße, Heißhunger nach Zucker, Hunger, chronische Verdauungsstörungen und Übelkeit, sowie als psychologische Symptome: Verwirrung, geistige Abwesenheit, Unentschlossenheit, Gedächtnis- und/oder Konzentrationsstörungen, Irritabilität, Launenhaftigkeit, Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit, Furchtsamkeit, Alpträume, Paranoia, Angst und Depression.
Der Erfahrene wird bei der Lektüre dieser Symptome feststellen, daß viele davon auch beim akuten Entzug von Opiaten beobachtet werden können. Tatsächlich meinten während unserer Glukosebelastungsuntersuchung viele Patienten, sie kämen in den Entzug - obwohl sie ihr L-Polamidon am Morgen schon eingenommen hatten. Durch die Verabreichung einer Reismahlzeit konnten diese Symptome dann wirklich behoben und die Patienten anhand ihrer niedrigen Blutzuckerwerte letztendlich davon überzeugt werden, daß sie diese ,,Entzugssymptome" einer Hypoglykämie verdanken, die mit einem ordentlichen Essen zu beheben ist.
Eine gestörte Glucosetoleranzreaktion bei Heroinsüchtigen wurde auch von anderen Untersuchern im Vergleich zu Kontrollgruppen festgestellt. So fanden Brambilla et al. [74] einen verzögerten Glucoseanstieg, erhöhte und verzögerte Insulinanstiege und eine verlängerte Hyperinsulinämie. Ghodse [75] fand eine flache, verzögerte Glucosereaktion, erhöhte Wachstumshormon- und normale Cortisolwerte bei relativer Insulinresistenz. Und Passariello und Mitarbeiter fanden eine Glucosintoleranz [76], einen erhöhten Glucoseanstieg [77], eine verminderte Reaktion auf Insulin [78] und folgerten aus ihren Untersuchungen, daß Heroin- und Methadonabhängige Patienten wie nicht-insulinabhängige Diabetiker reagierten.
Nachdem so kein Zweifel mehr daran bestehen kann, daß ein möglicherweise erheblicher Anteil der komorbiden Symptomatik unserer Süchtigen-Population durch die Ernährung bedingt und auch durch Ernährung zu beheben ist, soll im folgenden noch eine Auswahl der bei Opioidabhängigen zu findenden Symptome im Detail dargestellt werden, um zu sehen, ob neben den möglicherweise durch die Hypoglykämie bedingten Symptomen noch andere zu finden sind, über deren metabolisch bedingte Ursachen man fundiert diskutieren könnte.
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Dysperzeptionen
Zur Veranschaulichung der bei den Süchtigen vorliegenden affektiven Probleme und Dysperzeptionen sollen zunächst einige der von ihnen mit großer Häufigkeit als zutreffend gewählten Aussagen aus dem von Hoffer und Osmond stammenden kurzen diagnostischen Test (HOD [79]) dargestellt werden, zusammen mit einzelnen inhaltlich dazugehörenden, aber weniger häufig gewählten Aussagen. Der HOD ist ein Test für metaboIisch bedingte Wahrnehmungsstörungen und differenziert zwischen sensorischen Dysperzeptionen, Paranoia, Depression und Schizophrenie [80]. Betrachten wir die Auswertung der Antworten von 49/100 Opiatabhängigen in Reduktionsbehandlung in München:
12 Manchmal kommt mir die Welt unwirklich vor. (56%) 13 Manchmal fühle ich mich sehr unwirklich. (54%) 15 Beim Anschauen kommen mir die Leute fremdartig vor. (52%) 17 Ab und zu ändert sich mein Gesicht, wenn ich in den Spiegel schaue und sieht anders aus. (46%) 21 Manchmal beim Lesen fangen die Wörter an komisch auszusehen - sie bewegen sich oder verschwimmen. (36%) 28 Manchmal habe ich das Gefühl,meinen Körper verlassen zu haben. (32%) 14 Beim Anschauen kommen mir die Dinge wie Stühle oder Tische fremdartig vor. (30%) 18 Mein Körper kommt mir ab und zu verändert vor - zu groß oder zu klein, nicht in der richtigen Proportion. (26%) 23 Manchmal habe ich das Gefühl, daß mich ein Nebel oder Schleier von der Welt ausschließt. (28%)
Diese 10 nach Häufigkeit geordneten Aussagen stellen eine Mischung von visuellen Wahrnehmungsstörungen und Unwirklichkeits-Erlebnissen dar, die recht plausibel miteinander zusammenhängen können. Es ist leicht vorstellbar, daß solche Wahrnehmungsstörungen mit dem Ausfall konkreter Funktionen von Nervenzellen zusammenhängen, die Vitaminabhängig sind, wie nach Pfeiffer das Kurzzeitgedächtnis über die DRNS von Vitamin B6. Das wird mit den zwei folgenden Fragegruppen noch deutlicher.
125 Zigaretten schmecken jetzt komisch. (40%) 49 Das Essen schmeckt fad und lasch. (36%) 47 Manche Speisen, die vorher nie einen komischen Geschmack hatten, schmecken jetzt komisch. (36%) 126 Der Zigarettenrauch anderer Leute riecht fremd-artig - wie ein Gas. (20%) 48 Bei manchen Essen kann ich bittere Bestandteile, wie etwa Gift, schmecken. (14%)
Zinkmangel führt nach Pfeiffer zu Störungen der Funktion der Geschmacksknospen und des Geruchssinnes. So kann ein Mineralstoffmangel die Ursache paranoider, angsterzeugender Interpretationen werden. Opiate lindern die Angst symptomatisch. Die Therapie mit Zink-Supplementen wäre aber vielleicht die kausale Behandlung.
75 Ich bin jetzt viel vergeßlicher. (70%) 63 Manchmal habe ich eine richtige Leere im Kopf. (66%) 56 Es fällt mir schwerer, meine Arbeit rechtzeitig zu erledigen. (58%) 55 Es fällt mir viel schwerer, Verabredungen einzuhalten. (52%) 54 Manche Tage gehen so schnell vorbei, als wären es nur Minuten gewesen. (42%)
Die überwiegende Mehrheit der Süchtigen hat also Störungen des Gedächtnisses und der Zeitwahrnehmung mit offensichtlicher Rückwirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Nachdem diese HOD-Ergebnisse mit der Feststellung von Kryptopyrrol [81] im Urin korrelieren, ist ein Mangel an Vitamin B6 und Zink nicht auszuschließen [71].
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Schizophrene Symptome
Unter den 145 Aussagen des HOD sind solche, die visuelle, auditorische, olfaktorische und Geschmacksreize messen wie auch die Zeitwahrnehmung, Denk- und Gefühlsstörungen. Können vielleicht auch diese die Folge nutrienteller Mängel sein? Einige solche Beispiele sollen noch genannt werden.
121 Oft höre ich meine Gedanken im Kopf. (49%) 58 Mein Körpergeruch ist jetzt viel auffallender als früher. (40%) 46 Manchmal spüre ich sonderbare Vibrationen, die wie ein Schauer durch mich gehen. (40%) 39 Manchmal habe ich das Gefühl, daß etwas unter meiner Haut kriecht. (26%) 128 Die Zeit scheint sich kürzlich geän- dert zu haben, aber ich weiß nicht genau wie. (24%) 64 Meine Ideen verschwinden manchmal für einige Momente, um dann wieder aufzutauchen. (54%) 65 Ich werde von sehr störenden Gedanken belästigt. (48%) 24 Oft fühlen sich meine Knochen weich an. (20%) 43 Manchmal kommt mir mein Darm tot vor. (28%)
Man kann sich vorstellen, daß viele solche Wahmehmungsstörungen zusammengenommen ein Problem auf einer höheren Ebene erzeugen. Das aber ist dann das, was Menschen mit ,,verrückt" und Psychiater mit ,,schizophren" bezeichnen. ,,Wahrnehmungsgestört" oder ,,metabolische Dysperzeption" sind neutralere und vielleicht bessere Ausdrücke, die der Vorstellung von endogen determinierten Psychosen etwas ferner liegen.
Ein großer Teil der HOD-Aussagen ist bei unserer Süchtigen-Gruppe mit Prozentzahlen belegt, die höher sind, als bei der publizierten Kontrollgruppe von Schizophrenien [82]. Der sogenannte ,,Break off Point" für die akute Psychose liegt bei einer Punktzahl von 70. Über diesem Punkt lagen 12 Prozent unserer Gruppe. Die Grenze zum Normalen wird von der Schizophrenie aus bei 30 gesehen. Von unserer Gruppe lagen 65% an und über dieser Grenze.
Man muß und wird eine solche Häufung an Symptomen, die auch bei der Schizophrenie beobachtet werden können, nicht immer als Schizophrenie klassifizieren, besonders wenn sie mit einer massiven orthomolekularen Intervention, wie oben schon angedeutet wurde, und im letzten Teil dieser Arbeit zu beschreiben sein wird, behoben werden können.
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A N G S T U N D D E P R E S S I O N
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Angst und Depression
Daß auch Angst bei diesen Süchtigen konkret und häufig ist, zeigen die folgenden Aussagen.
116 Oft habe ich Angst bei plötzlichen Geräuschen oder Bewegungen in der Nacht. (48%) 115 Bei plötzlichen Geräuschen reißt es mich hoch oder ich zucke erschreckt zusammen. (44%) 80 Fremde Leute oder Orte machen mir Angst. (44%)
Diese Zusammenstellung ist natürlich nur eine Stichprobe von Angsterlebnissen innerhalb eines Tests, noch nicht die volle Beschreibung dessen, was Süchtige erleben. Wie groß das gesamte Spektrum ihrer Angst ist, kann daraus nur vermutet werden.
Eine weitere gemeinsame Komponente des Bildes der Sucht und der funktionellen Hypoglykämie ist die Depression. Der diagnostische Test von Hoffer und Osmond enthält eine Menge von 18 Aussagen, die depressive Symptome beschreiben. Im Folgenden werden einige dieser Ergebnisse dargestellt:
102 Sehr oft bin ich sehr müde. (58%) 103 Sehr oft leide ich unter schwerer nervöser Erschöpfung. (56%) 104 Es fällt mir oft sehr schwer, nachts einzuschlafen. (62%) 105 Auf einer Party fühle ich mich meistens allein und traurig. (40%) 106 Ich fühle mich meistens elend und niedergeschlagen. (62%) 107 Das Leben erscheint mir völlig hoffnungslos. (56%)
Beachtet man den Inhalt der Aussagen und die Häufigkeiten, die bei den Süchtigen ein Mittel von 56% erreichen, kann man schwere Depressionen nicht ausschließen. Der Vergleichsdurchschnitt von Schizophrenien bei Hoffer und Osmond (1961) liegt bei 35%. Somit kommt zu den oben beschriebenen Wahrnehmungsstörungen noch eine schwere Störung des Gefühls, die gefährlich erscheinende Ausmaße hat. Tatsächlich klagen die Patienten in der Behandlung vor allem über diese Depression, die sie dazu treibt, immer wieder eine Dosis Heroin zu suchen, um der tiefen und unerträglich werdenden Niedergeschlagenheit für kurze Zeit zu entgehen.
Die Depression dieser Süchtigen erscheint nicht nur gefährlich, sie ist es öfter auch. Durch den zweimaligen Entzug seiner Behandlungserlaubnis hatte der Autor die tragische Gelegenheit, eine Reihe von Suiciden kennenzulernen, die dem Behandlungsverbot serienhaft folgten. Diese Suicide erfolgten immer im Entzugsstadium bzw. im Zustand der sogenannten Drogenfreiheit und dürften die häufigste Todesursache bei dieser Krankengruppe sein, häufiger noch als die Überdosis, wenngleich seltener in der Presse berichtet. Es gibt ein typisches Bild dieser tragischen Vorfälle, das an drei Beispielen gezeigt werden soll: M a r t i n a W.: Ist schrittweise entzogen, dann wieder rückfällig geworden und nun seit längerer Zeit zwischen Entzug und Abhängigkeit. Auf dem Weg, ihren vierjährigen Sohn zu einer bestimmten Zeit in einem Kinderheim, wo er von den Behörden untergebracht wurde, zu besuchen kommt sie mit ihrem Mann gerade zu spät zu der U-Bahn, die die richtige S-Bahn noch erreicht hätte. Wenige Minuten später springt sie völlig unvermittelt unmittelbar vor den Augen ihres Mannes vor den nächsten Zug und ist sofort tot.
U l l i H.: Nach der schrittweisen Detoxifikation wieder rückfällig gewesen, jetzt aber seit einigen Tagen ohne Opiate ist der große, kräftige junge Mann dabei, ein Auto herzurichten, das er sich gekauft hat. Dabei kommt er in der Garage der Eltern mit einer Schraube in Konflikt und findet keinen Weg das Problem zu lösen. Plötzlich rennt er, nach einer kurzen Verwünschung, nach oben in die Küche und sogleich wieder mit etwas in der Hand an der Mutter, die ihm besorgt nach oben folgte, vorbei wieder nach unten, wo er den Benzinkanister ergreift, ihn auf die Straße und den Platz laufend öffnet, Benzin über sich schüttet und sich dann stehenbleibend vor den Augen der folgenden Mutter mit dem Feuerzeug in seiner Hand anzündet. Im Krankenhaus dann darf ihn die Mutter - als Krankenschwester - pflegen, bis er am dritten Tag an den Verbrennungen stirbt.
C l a u s F.: Ebenfalls nach schrittweise durchgeführter Entziehung und Rückfall ohne Behandlungsmöglichkeit durch den Arzt geht der bis dahin aufs sorgfältigste für seine Arbeit denkende Angestellte in der Erwartung einer kleinen Menge Heroin an die S-Bahn, um seine ,,Connection" zu treffen. Die Connection bleibt aus. Wenige Minuten später wird Claus F. außerhalb des Bahnhofs auf den Schienen von der S-Bahn überfahren tot aufgefunden.
Süchtige leiden nicht selten an schweren suicidalen Depressionen, deren Ursache nicht nur im psycho-sozialen Bereich angesiedelt ist, möglicherweise davon sogar ganz unabhängig besteht. Was sind die Ursachen und Mechanismen, insbesondere der Mechanismus dieser plötzlichen Anfälle von absolut fehlender Frustrationstoleranz, der von Süchtigen sehr gefürchtet wird und psychologisch ausgelöst werden kann?
Opiate lindern viele Symptome. Die Symptome der Hypoglykämie sind zumindest Beispiele für Symptome unserer Süchtigen, die ungeklärt dazu führen, daß Patienten, die nutriologisch geheilt werden könnten, als chronisch Süchtige weiter von Opiaten abhängig bleiben. Man denke sich einen aus der Strafe in Landsberg Entlassenen, der mit Ersparnissen in der Tasche am Bahnhofs-Kiosk zur Feier seiner Entlassung gleich ein bis zwei Schokoladebarren verspeist. Er steigt dann in den Zug und erlebt ziemlich genau bei seiner Ankunft in München einen ersten massiven Anfall hypoglykämischer Symptome. Was denkt er und was wird er tun, solange nicht einmal die Schulmedizin wahrnimmt, daß funktionelle Hypoglykämien diese Symptome machen? Oder ein Mitglied einer Gemeinschaft in Langzeittherapie mit gutem Stand in der Gemeinschaft wird zum Einkaufen nach München beordert. Wenn er nicht genug Zeit zum Essen findet und sich daher die Kalorien an einem Kiosk besorgt: was denkt und was tut er beim Auftreten der unerwarteten Entzugssymptome? Heroinsucht als Irrtum!
Im folgenden, letzten Teil dieser Arbeit sollen die verschiedenen Möglichkeiten der nutriologischen Behandlung der vielen die Sucht begleitenden Symptome besprochen werden.
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HOFFER-OSMOND DIAGNOSTISCHER TEST für metabolisch bedingte Wahrnehmungsstörungen
Anleitung: Lesen Sie die nummerierten Aussagen (von 1-81 und 102-145) nacheinander durch. Trifft eine Aussage für Sie jetzt aktuell zu, dann kreuzen Sie sie bei „O"an.
O 1 Die Gesichter der Leute pulsieren manchmal während ich sie anschaue.
O 2 Die Gesichter der Leute scheinen sich in der Größe zu verändern während ich sie anschaue.
O 3 Die Augen der Leute sehen stechend und schrecklich aus.
O 4 Die Leute beobachten mich viel mehr als früher.
O 5 Die Leute beobachten mich ständig.
O 6 Ich fühle Strahlen von Energie auf mir.
O 7 Die meisten Menschen haben einen Heiligenschein (helle Ränder um die Köpfe).
O 8 Manchmal habe ich Visionen von Menschen beim Schließen der Augen.
O 9 Manchmal habe ich Visionen von Menschen am Tage bei offenen Augen.
O 10 Manchmal habe ich Visionen von Gott und Christus.
O 11 Manchmal habe ich Visionen von Tieren oder ganzen Szenen.
O 12 Manchmal kommt mIr die Welt unwirklich vor.
O 13 Manchmal fühle Ich mich sehr unwirklich.
O 14 Beim Anschauen kommen mir Dinge wie Stühle oder Tische fremdartig vor.
O 15 Beim Anschauen kommen mir die Leute fremdartig vor.
O 16 Oft scheinen mir Leute wie jemand anderes, wenn ich sie anschaue.
O 17 Ab und zu ändert sich mein Gesicht wenn ich in den Spiegel schaue und sieht anders aus.
O 18 Mein Körper kommt mir ab und zu verändert vor - zu groß oder zu klein, nicht in der richtigen Proportion.
O 19 Manchvnal beim Hinschauen wird die Welt sehr hell.
O 20 Manchmal beim Hinschauen wird die Welt sehr düster.
O 21 Manchmal beim Lesen fangen die Wörter an komisch auszusehen, sie bewegen sich oder verschwimmen.
O 22 Manchmal beim Fernsehen sieht das Fernsehbild sehr fremdartig aus.
O 23 Manchmal habe ich das Gefühl, daß mich ein Nebel oder Schleier von der Welt ausschließt.
O 24 Manchmal pulsieren Gegenstände wenn ich sie anschaue.
O 25 Bilder erscheinen mir lebendig und scheinen zu atmen.
O 26 Oft sehe ich Funken oder Lichtpunkte vor mir hinschweben.
O 27 Meine Hände und Füße kommen mir manchmal viel zu groß für mich vor.
O 28 Manchmal habe ich das Gefühl, meinen Körper verlassen zu haben.
O 29 Oft habe ich das Gefühl, meinen Körper verlassen zu haben.
O 30 Mein Gehör ist jetzt viel empfindlicher als es jemals war.
O 31 Es fällt mir jetzt schwerer die Leute zu hören.
O 32 Oft habe ich singende Laute in meinen Ohren.
O 33 Ich höre oder habe oft Stimmen gehört.
O 34 Ich höre oder habe oft Stimmen gehört, die über mich oder zu mir sprechen.
O 35 Ich hatte oft das Gefuhl, daß in meinem Kopf eine andere Stimme ist.
O 36 Ich habe oft fremde Laute gehört, z.B. Gelächter, die mich erschrecken.
O 37 Ich hörte schon aus Radio, Fernsehgräten oder Tonbondgeräten Stimmen, die über mich sprechen.
O 38 Mein Tastsinn ist jetzt sehr feinfühlig geworden.
O 39 Manchmal habe ich das Gefühl, daß etwas unter meiner Haut kriecht.
O 40 Manchmal fühlte ich, wie elektrische Strahlen mich durchfließen.
O 41 Einige meiner Organe kommen mir wie tot vor.
O 42 Manchmal kommt mir mein Magen wie tot vor.
O 43 Manchmal kommt mir mein Darm tot vor.
O 44 Manchmal fühlte ich mich gezwickt von unsichtbaren Dingen.
O 45 Es fällt mir jetzt schwerer, heiß oder kalt zu spüren.
O 46 Manchmal spüre ich sonderbare Vibrationen, die wie ein Schauer durch mich gehen.
O 47 Manche Speisen, die vorher nie einen komischen Geschmack hatten, schmekken jetzt komisch.
O 48 Bei manchen Essen kann ich bittere Bestandteile, wie etwa Gift, schmecken.
O 49 Das Essen schmeckt fad und lau.
O 50 Es fällt mir jetzt schwerer, das Essen zu schmecken.
O 51 Wasser hat jetzt einen komischen Beigechmack
O 52 Ich kann nicht mehr sagen, wieviel Zeit verstrichen ist.
O 53 Mir scheint, die Tage vergehen nur sehr langsam.
O 54 Manche Tage gehen so schnell vorbei, als wären es nur Minuten gewesen.
O 55 Es fällt mir viel schwerer, Verabredungen einzuhalten.
O 56 Es fällt mir viel schwerer, meine Arbeit rechtzeitig zu erledigen.
O 57 Sachen riechen jetzt sehr komisch.
O 58 Mein Körpergeruch ist jetzt viel auffallender als früher.
O 59 Mein Körpergeruch ist jetzt viel unangenehmer.
O 60 Ich schwitze jetzt mehr als gewöhnlich.
O 61 Ich kann Parfüm nicht mehr so gut riechen wie früher.
O 62 Das Essen riecht jetzt komisch.
O 63 Manchmal habe ich eine richtige Leere im Kopf.
O 64 Meine Ideen verschwinden manchmal für einige Momente, um dann wieder aufzutauchen.
O 65 Ich werde von sehr störenden Gedanken belästigt.
O 66 Mein Bewußtsein rast von mir weg.
O 67 Manchmal nehme ich Leute wahr, die über mich reden.
O 68 Es gibt Leute, die versuchen mir zu schaden.
O 69 Es gibt irgend einen Komplott gegen mich.
O 70 Ich habe von Gott für mein Leben einen Auftag erhalten.
O 71 Manchmal können andere Leute meine Gedanken lesen.
O 72 Ich kann die Gedanken anderer Leute lesen.
O 73 Manchmal, wenn ich in eine neue Situation komme, habe ich ganz das Gefühl, die Situation ist eine Wiederholung einer Situation, die ich früher schon erlebt habe.
O 74 Ich komme jetzt leicht durcheinander.
O 75 Ich bin jetzt viel vergeßlicher.
O 76 Ich bin jetzt krank.
O 77 Ich kann mich nicht entscheiden in Dingen, die mir früher keine Schwierigkeiten bereiteten.
O 78 Wenn ich schnell handeln muß, geraten meine Gedanken völlig durcheinander.
O 79 Sehr oft fasse ich Anweisungen falsch auf.
O 80 Die Leute beobachten mich.
O 81 Fremde Leute oder Orte machen mir Angst.
O 102 Sehr oft bin ich sehr müde.
O 103 Sehr oft leide ich unter schwerer nervöser Erschöpfung.
O 104 Es fällt mir oft sehr schwer, nachts einzuschlafen.
O 105 Auf einer Party fühle ich mich meistens allein und traurig.
O 106 Ich fühle mich meistens elend und niedergeschlagen.
O 107 Das Leben erscheint mir völlig hoffnungslos.
O 108 Ich bin ganz fürchterlich schüchtern.
O 109 Ich werde oft von Leuten mißverstanden.
O 110 Ich muß vor Freunden auf der Hut sein.
O 111 Sehr oft irritieren mich Freunde.
O 112 Meine Familie irritiert mich sehr.
O 113 Ich bin oft sehr schwankend.
O 114 Ich bin ständig gespannt und zittrig.
O 115 Bei plötzlichen Geräuschen reißt es mich hoch oder ich zucke erschreckt zusammen.
O 116 Oft habe ich Angst bei plötzlichen Geräuschen oder Bewegungen in der Nacht.
O 117 Manchmal habe ich das Gefühl, meine Hände und Füße sind ganz weit weg.
O 118 Meine Hände und Füße sehen jetzt oft sehr klein aus.
O 119 Autos scheinen jetzt sehr schnell zu fahren. Ich kann nicht mehr sicher sein, wo sie sind.
O 120 Beim Autofahren ändern Dinge und Menschen ihre Form sehr schnell. Das war früher nicht so.
O 121 Oft höre ich meine Gedanken in meinem Kopf.
O 122 Oft höre ich meine Gedanken außerhalb meines Kopfes.
O 123 Ich höre meine eigenen Gedanken so deutlich wie eine Stimme.
O 124 Oft fühlen sich meine Knochen weich an.
O 125 Zigaretten schmecken jetzt komisch.
O 126 Der Zigarettenrauch anderer Leute riecht fremdartig - wie ein Gas.
O 127 Die Welt ist für mich zeitlos geworden.
O 128 Die Zeit scheint sich kürzlich geändert zu haben, aber ich weiß nicht genau wie.
O 129 Andere Leute riechen merkwürdig.
O 130 Die Leute sehen aus, als ob zie tot wären.
O 131 Ich komme mir vor, als wäre ich tot.
O 132 Die Leute sind oft neidisch auf mich.
O 133 Viele Leute wissen, daß ich einen Auftrag im Leben habe.
O 134 Die Leute machen etwas mit meinem Körper, um mir zu schaden.
O 135 Die Leute machen etwas mit meinem Körper, um mir zu helfen.
O 136 Die Leute machen etwas mit meinen Gedanken, um mir zu schaden.
O 137 Die Leute machen etwas mit meinen Gedanken um mir zu helfen.
O 138 Ich weiß, daß die meisten Leute sehr viel von mir erwarten.
O 139 Neuerdings bekomme ich öfters Angst, wenn ich alleine Auto fahre.
O 140 Ich bekomme jetzt mehr Angst, wenn ich von anderen im Auto mitgenommen werde.
O 141 Ich begegne ungern anderen Menschen - man kann jetzt niemandem trauen,
O 142 Jetzt bewundern mich mehr Leute als je zuvor.
O 143 Die meisten Leute hassen mich.
O 144 Für mich scheinen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft alle durcheinander geraten zu sein.
O 145 Ich bin nicht sicher, wer ich bin.
Zeichenerklärung: ----- wird einfach gewertet , == bei den Gesamtpunkten doppelt, in den Subtesten einfach. Subteste: s: sensorische Wahrnehmung (maximal 53 Punkte); p: Paranoia (maximal 15); d: Depression (maximal 18) unterstrichene Zahlen: K Kurzform (maximal 17); R (Ratio): Quotient der Gesamt-bewertung (maximal 149) dividiert durch den Subtest Depression - wenn dieser 0 beträgt, Gesamtpunkte mit 2 multiplizieren (R gilt als bester Anhalt für Schizophrenien).
Bewertung: Übertragen Sie Ihre Kreuzchen auf die Tabelle zur Auswertung oben [z.B. 8 ----- wird 8 –I-- ; 1 == s wird 1 =I= s] und zählen Sie der obenstehenden Zeichenerklärung entsprechend Ihre Punkte aus.
1 == s26 ----- 51 ----- s76 ----- 121 == s 2 == s27 ----- s52 == s77 ----- d122 == s 3 ----- 28 ----- s53 ----- d78 ----- d123 ----- s 4 ----- sp29 ----- s54 ----- s79 ----- 124 ----- s 5 ----- sp 30 ----- 55 ----- 80 ----- 125 ----- s 6 ----- 31 ----- d56 ----- d81 ----- p126 ----- s 7 ----- s32 ----- 57 == s102 ----- d127 ----- s 8 ----- 33 ----- s58 ----- 103 ----- d128 == s 9 ----- s34 == sp59 ----- 104 ----- d129 == s10 ----- s35 ----- s60 ----- 105 ----- d130 == s11 ----- s36 == s61 ----- 106 ----- d131 ----- s12 ----- s37 == s62 ----- s107 ----- d132 ----- p13 ----- s38 ----- 63 ----- 108 ----- 133 ----- 14 == s39 ----- s64 ----- 109 ----- 134 == p15 ----- s40 ----- s65 ----- 110 ----- 135 ----- p16 ----- 41 ----- s66 ----- 111 ----- d136 == p17 ----- s42 ----- s67 ----- p112 ----- d137 ----- p18 ----- s43 ----- s68 == p113 ----- d138 ----- 19 ----- 44 == s69 ----- p114 ----- d139 == 20 ----- d45 ----- 70 ----- 115 ----- d140 ----- 21 ----- s46 ----- 71 ----- 116 ----- 141 == p22 ----- 47 ----- 72 == 117 == s142 ----- p23 ----- s48 ----- s73 ----- 118 == s143 == p24 ----- s49 ----- d74 ----- 119 == s144 ----- s25 ----- 50 ----- 75 ----- 120 == s145 == Ergebnisse: Bei den Gesamtpunkten gelten 0 - 30 als normal; 70 Punkte gelten als "break off point", zu den Subtestergebnissen s. die letzte Zeile der folgenden Tabelle.
TestGesamtspdKRErgebnisnormal0-30< 4< 3-5< 4-8< 3-4< 4,9
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T E I L 3 Z U S A M M E N F A S S U N G
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Teil3. Medizinisch-nutriologische Grundlagen der Entzugsbehandlung von Heroinsüchtigen Dr. med. Hannes Kapuste
Zusammenfassung Die beiden vorausgehenden Teile dieser Arbeit (J Orth Med 7:278-88 u. 399-416) haben eine Reihe von Tatsachen und Gesichtspunkten ergeben, die für die nutriologische Behandlung unserer Opioidabhängigen in Betracht zu ziehen sind:
1 Die Entzugsbehandlung von heroinsüchtigen Veteranen des Krieges in Vietnam war wesentlich erfolgreicher, als die der zivilen Süchtigen. Als Erklärung kommt dabei u.a. in Betracht, dass es sich bei den Veteranen um eine Auslese gesunder Männer handelte, die gesund ernährt worden waren.
2 Die weit überwiegende Mehrheit der zivilen Opioid-Abhängigen leidet komorbid an psychiatrischen Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen, die mit Opiaten geheilt oder gelindert werden können. Daher stellt sich die Frage, ob sich auch mit nutriologischen Mitteln Erfolge erreichen lassen. 3 Ein großer Anteil unserer Süchtigen ist schlecht ernährt und treibt vor allem einen durch Opiate induzierten massiven Zuckermissbrauch. Daher wird zu prüfen sein, in welchem Umfang die dokumentierte Komorbidität der zivilen Opioidabhängigen ernährungsbedingt sein und nutriologisch überwunden werden kann.
4 Als begleitende psychiatrische Krankheiten findet man am häufigsten Depressionen und antisoziale Persönlichkeitsstörungen, sehr häufig Alkoholismus sowie multiplen Substanzabusus, ferner Angst und Phobien und manchmal Schizophrenien.
5 Die Abhängigen leiden weiter unter einer Vielzahl von Symptomen, vor allem solchen, die in Zusammenhang mit Hypoglykämien beschrieben wurden (Seite 22), Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, des Denkens und Fühlens und an anderen Dysperzeptionen, die auf Störungen des Sehens, Hörens, des Geschmacks- und Geruchssinnes und der Zeitwahrnehmung beruhen.
Im folgenden Teil dieser Arbeit soll eine Vielzahl von Arbeiten referiert und besprochen werden, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang die Abhängigkeit von Opioiden und die begleitenden Krankheiten und Symptome mit schlechter Ernährung zusammenhängen und mit nutriologischen Mitteln behandelt werden können.
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D A S H Y P O A S C O R B Ä M I E - K W A S H I O R K O R K O N Z E P T
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Das Hypoascorbämie- Kwashiorkor-Konzept
Die umfangreichsten und in mehrfacher Hinsicht besonders interessanten Arbeiten über die orthomolekulare Behandlung von Süchtigen sind die bereits erwähnten Arbeiten von Libby und Stone 1977 [64], bzw. Libby et al. 1982 [65] im damaligen Journal of Orthomolecular Psychiatry.
Gestützt auf frühere Arbeiten von Stone [83], die Arbeiten von Ghione [84] und Scher [85] und die Beobachtung, dass Süchtige sich habituell schlecht ernährten und bei Untersuchung ihres Urins im Gegensatz zum Normalen konsistent eine Hypoaminoacidurie und keine Ascorbinsäure [86] aufwiesen, interpretierten Libby und Stone die etablierte Sucht als ein Hypoascorbämie-Kwashiorkor-artiges Syndrom.
Bei ihrem Heroin- bzw. Methadon-Entzugsprogramm (1977) ersetzten sie die Opioide abrupt durch, je nach Abhängigkeit, 25-85 g Na-Ascorbat pro Tag, neben 9 Esslöffeln eines prädigestierten Proteinpräparates [87] und hohen Dosen von Multivitaminen und -mineralien [88] über den Tag verteilt gegeben. Entzugssymptome traten nicht auf oder konnten durch Erhöhung der Ascorbatdosis behoben werden. Nach 2-3 Tagen bekamen die meisten Patienten wieder Appetit, konnten erstmalig wieder gut schlafen und fühlten sich wohl.
Die Megadosen Ascorbat wurden für 4-6 Tage gegeben und dann schrittweise auf etwa 10 g reduziert und geringere Dosen von Vitaminen und Mineralien gegeben. Das Proteinpräparat wurde abgesetzt, sobald die Patienten gut aßen. Die Autoren berichten einen ungewöhnlichen Erfolg ihrer Pilotuntersuchung: 30/ 30 Patienten seien erfolgreich entzogen worden. Dieser Erfolg wird eindrucksvoll durch Fallbeispiele untermauert.
Zur Behandlung von Opioid-Überdosen bei bewusstlosen Patienten empfehlen sie 30 g Na-ascorbat i.v. oder mehr, bei wachen Patienten 50 g in einem Glas Milch. Aus einer Reihe von referierten Beobachtungen postulierten die Autoren, dass Ascorbat seine Wirkung durch kompetitive Hemmung an den Opioidrezeptoren entfalte, weshalb diese auch als Ascorbatrezeptoren bezeichnen könne. Dieses Hypoascorbämie-Kwashiorkor-Konzept haben Libby et al. in umfangreichen Untersuchungen an Insassen einer Nachbehandlungsstätte für bereits entzogene Alkoholiker und Drogenabhängige weiter fundiert. In ihrem 4-teiligen Bericht [65] über
1 den Zusammenhang zwischen Paranoia, Schizophrenie, Wahrnehmungsstörungen und IQ in einer Population mit Alkohol- und Drogenabusus (S. 50-66) 2 “The Junk Food Connection” Eine Studie deckt auf, dass Alkohol- und Drogen-Lebensgewohnheiten den Stoffwechsel und das Verhalten negativ beeinflussen (S. 116-27), 3 pathologische Blut- und Urinwerte und rasch erreichbare Besserung potentiell ernster Erkrankungen (S. 156-81), und 4 die Methodologie der orthomolekularen Nachbehandlung von entzogenen Alkohol- und Drogenabhängigen (S. 277-88), wird die Vorstellung, dass Alkohol- und Drogenabhängigkeit einschließlich ihrer komorbiden Symptomatik nutriologisch erfolgreich zu behandeln sind, wie im folgenden referiert werden soll, auf eindrucksvolle Weise belegt.
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Psychologisch-psychiatrische Symptome schwinden
Die Population der 29 größtenteils gerichtlich eingewiesenen Patienten (wie oft bei uns als Alternative zum Gefängnis) wurde als lethargisch, skeptisch, abgestumpft, ohne Energie und nicht bereit beschrieben, etwas, was gewünscht wurde auch freiwillig zu tun. Dieser allgemeine Eindruck wurde durch eine Serie von Prätests vor Beginn der Behandlung objektiviert und die Behandlungserfolge durch Posttests dokumentiert.
Folgende Tests wurden eingesetzt:
1. der im zweiten Teil dieser Arbeit (JOM 7:408-12) [79, 80] schon vorgestellte und in dieser Ausgabe (S. n-nn) abgedruckte Hoffer-Osmond Diagnostic Test (HOD) [89], der Elemente der visuellen, auditorischen, taktilen, gustatorischen, olfactorischen und zeitlichen Wahrnehmung, der Denkprozesse und Affekte bzw. Stimmung misst. Es ist ein Test für Schizophrenien und hat Subskalen für perzeptuelle Wahrnehmung, Depression und Paranoia;
2. der Bender Gestalt Test für visuelle, motorische und perzeptuelle Defizienzen. Die Punktzahl wird (jeweils in 4 Stufen von mild bis sehr schwer) wie folgt klassifiziert: normal 26 - 60 neurotisch 61 - 89 schizophren 90 - 120 organisch 111 - 173.5
3. der Personal Orientation Dimensions Test (POD) mit vier Dimensionen: • Orientierung (Gegenwartsorientierung, Selbstvertrauen) • Polaritäten (Stärke - Schwäche,Wut - Liebe) • Integration (synergistische Integration und Potentiation) • Bewußtheit (lebendiges Sein, Vertrauen in die Menschheit, kreatives Leben, Sendungsbewußtsein, Manipulationsbewußtsein)
4. der Peabody Picture Vocabulary Test (PPVT), ein Test zur Bestimmung des IQ, ohne kulturelles Bias, der keine Hand- oder Fingermanipulationen und keine mathematischen Berechnungen erfordert.
Nach der Behandlung, die noch genauer zu beschreiben sein wird, ergaben die Untersuchungen mit diesen Tests durchwegs signifikante Verbesserungen der Durchschnittswerte, in einigen Fällen dramatisch Besserungen, die auch an den betreffenden Patienten deutlich zu beobachten waren.
Beim HOD fand man folgende Durchschnitte M der Gesamtpunktzahl bei 18 Patienten mit 3, bzw. 9 Patienten mit nur 2 Untersuchungen:
Tage: 0 9 40 M18 45.6 25.2 16.5 M9 34 15.4 -
Sie gehen vor allem auf die dramatische Verminderung der Symptome der Patienten im schizophrenen Bereich der Skala (>70) zurück (Nr. 5, 20, 11, 8, 28 und 24):
Tage: 0 9 40 Nr. 5 126 31 19 Nr. 20 122 20 9 Tage: 0 9 40 Nr. 11 119 34 - Nr. 8 111 22 10 Nr. 28 92 73 39 Nr. 24 84 16 0
Auch die Mittelwerte für Depression gingen signifikant zurück:
Tage: 0 9 40 M18 5.7 2.7 1.6 M9 3.2 2.3 -
In einzelnen Fällen war die Besserung der Depression dramatisch:
Tage: 0 9 40 Nr. 5 14 2 1 Nr. 20 14 2 2 Nr. 8 11 2 0 Nr. 24 10 3 2 Nr. 28 8 3 2
Auch beim Bender Gestalt Test war der Rückgang der Mittelwerte für alle 29 Patienten von 67.8 auf 44.5 außerordentlich eindrucksvoll. Dramatisch waren wieder die Normalisierung der Werte der hierbei anfänglich als schizophren einzustufenden Patienten:
Tage: 0 9 40 Nr. 14 103 61 51.5 Nr. 10 99 57.25 41.25 Nr. 20 98.5 75.25 41.5 Nr. 29 91 92 47.5
Die Werte der 8/20 anfänglich als neurotisch einzustufenden und vierzig Tage behandelten Patienten gingen alle auf normal zurück, sowie 4/6 der 9 vorzeitig ausgeschiedenen anfänglich neurotischen Patienten schon innerhalb der ersten 9 Behandlungstage.
Die POD-Tests konnten infolge technischer Probleme nicht bei allen Beteiligten so wie vorgesehen durchgeführt werden. Soweit die Ergebnisse aber auswertbar waren, sprachen sie ebenfalls eindrucksvoll für die Ergebnisse.
Last not least ergaben die Werte des Peabody Picture Vocabulary Tests in den ersten 9 Behandlungstagen einen Anstieg des durchschnittlichen IQ der 29 Patienten von 100 auf 104.8 sowie einige eindrucksvolle Einzelbeobachtungen. Der Abfall des IQ bei Patient Nr. 28 wird in der Arbeit nicht speziell kommentiert. Nach anderen Kriterien (s. z.B. seinen HOD-Wert oben) war dieser Patient aber am 9. Tag noch instabil.
Tage: 0 9 Nr. 5 89 123 Nr. 20 111 131 Nr. 10 90 108 Nr. 14 98 113 Nr. 28 114 93
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Ernährung, Stoffwechsel und Rehabilitation
Nachdem die Autoren mit einer massiven orthomolekularen Supplementierung in so kurzer Zeit so eindrucksvolle psychologisch-psychiatrische Erfolge bei Patienten erzielten, die in dieser drogenfreien Rehabilitationseinrichtung schon länger psychologisch behandelt worden waren, nahmen sie an, dass die emotionalen und mentalen Mängel dieses Klientels eher metabolische und nutriologische als psychologische Ursachen hatten. Auch diese Annahme konnten sie durch ihre Untersuchungen eindrucksvoll bestätigen.
Die Ernährung der Gruppe dokumentierten die Untersucher anhand der Ernährungsgewohnheiten vor Ort und mit Hilfe eines Diätfragebogens.
Die Diät vor Ort enthielt vor allem Weißbrot, raffinierter Zucker, Eiscreme, zuckerreiche “Kool-Aid”, Kompott, weißen Reis, Sirup, prozessierte Kartoffeln, prozessierte Fleisch- und Wurstwaren und so gut wie kein Gemüse. Dazu kamen ein defekter Ofen, wechselnde Verpflichtungen zu kochen, ein nicht professioneller Einkauf und vielerlei weitere Süßigkeiten als Geschenke von zu Hause. Die Autoren konnten die Insassen sofort davon überzeugen, ihre Ernährungsgewohnheiten sinnvoll und drastisch zu ändern.
Die Auswertung des Diätfragebogens ergab einen Quotienten von Kohlenhydraten zu Kalorien, der im Durchschnitt das Äquivalent von 90 Teelöffeln Zucker pro Tag ergab (bis zu 5 Teelöffel gelten als normal).
Als Erklärung für diesen Zuckermissbrauch geben die Autoren an, dass Süchtige wenig Geld für etwas anderes als ihre Suchtmittel haben, dass keine Zubereitungszeit erforderlich ist, dass die Süßigkeiten leicht mitzunehmen sind, dass Drogen Lust auf Süßigkeiten erzeugen, dass diese hypoglykämische Umschwünge beim Warten auf die “Connection” vermindern und dass man in den entsprechenden Geschäften nicht so leicht auffällt.
Die Berechnungen aus zwei weiteren Fragebogen seien noch hervorgehoben:
1. nach dem Health Hazard Appraisal wurde das durchschnittliche Risiko-Alter der Patienten mit 38.4, Jahren angegeben, während ihr chronologisches Alter durchschnittlich 25.8 Jahre betrug. Das Compliance-Alter (bei Einhaltung der Gesundheitsempfehlungen) hätte durchschnittlich 29.3 Jahre betragen.
2. nach dem Harper Health Indicator wurde aus 56 erfragten Symptomen errechnet, dass 14/18 mit 98%iger Wahrscheinlichkeit an einer (funktionellen) Hypoglykämie litten.
Auf der somatischen Ebene führten die Autoren, ebenfalls meist im Prätest-Posttestverfahren, eine große Zahl von Untersuchungen durch, die im folgenden mit ihren summarischen Ergebnissen aufgeführt werden sollen.
1. Mittelwert der Kortikoide im 24h-Urin: N normal Prätest Posttest 19 10-90 mg 128.7 54.3
2. Haarmineralanalyse: von 29 Patienten hatten 20 hohe Calcium- und Magnesium, sowie niedrige Natriumwerte und 11 hohe Blei- und/oder Kadmiumwerte.
3. Trotz der massiven Supplementierung der Patienten mit mehr als 30 bis mindestens 6 g Na-Ascorbat pro Tag lagen alle Natrium-Wertepaare im Serum der 20 Patienten im Prätest und Posttest im Normalbereich von 135-150 mEq/L. Ebenso lagen alle Chloridwerte im Normalbereich von 95-105 mEq/L.
4. Dagegen waren die CO2-Werte im Serum aller 20 Patienten im Prätest und 14/20 Werte im Posttest erhöht. Die Mittelwerte betrugen:
N normal Prätest Posttest 20 21-29 34 31 mEq/L
Als Erklärung für diese chronische Azidose führten die Autoren den hohen Zigarettenkonsum, den Mangel an Körperbewegung und vor allem den Mangel an Plasmaprotein bei diesen Patienten an, auf den aus der verminderten Anionenlücke bei diesen Patienten geschlossen wurde.
5. Die aus den Werten für Na+, K+, Cl- und HCO3- (als Gesamt-CO2) berechnete Anionenlücke ergab bei in beiden Untersuchungen bei 19/20 Patienten verminderte Werte. Die Mittelwerte betrugen:
N normal Prätest Posttest 20 17 9 14 mEq/L
In diesen ungewöhnlich niedrigen Werten zu Beginn und der dramatischen Besserung mit der Behandlung sahen die Autoren eine Unterstützung der Kwashiorkor-Hypothese von Libby and Stone.
6. Im gleiche Sinne interpretierten Libby et al. eine Reihe von Veränderungen, die sich in den Normalbereichen der Laborwerte abspielten: so das Gesamtprotein, Albumin (A) und Globulin (G) wie auch der A/G-Quotient und die Glucosewerte. Sie deuten die eintretenden Veränderungen so, dass sie mit den Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren die chronischen Mängel behoben, ein dynamisches Gleichgewicht der Körperchemie wiederhergestellt, so vor allem durch das Na-Ascorbat das für den Glucose- und Aminosäuretransport kritische Na-Transportsystem in Balance gebracht, und durch die 22.5 g Aminosäuren den chronischen Proteinmangel korrigiert hätten.
7. Im Urin verschwanden bei 17/20 Patienten Leukozyten und Mucus, bei 16 die Epithelzellen, bei 12 die Ca-Oxalate und bei 8 die einzelnen Erythrozyten aus dem Sediment und das spezifische Gewicht sank von M = 1.025 auf 1.015.
Auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen kommen die Autoren zu einer Reihe von Schlussfolgerungen über die Voraussetzungen der Rehabilitation von Süchtigen.
1. Süchtige verschiedener Art haben die gleichen Kontaminationsprobleme. Alle Suchtformen führen zu ernsten körperlichen Störungen. Die Sucht betrifft den ganzen Körper und das muss der Arzt berücksichtigen.
2. Die Untersuchungen zeigen, dass jede Sucht eine biochemische und psychologische Krankheit ist. Diese Krankheiten beeinträchtigen das Verhalten. Wenn der Patient dekontaminiert wird, verschwindet die wesentliche Pathologie der Psyche und mentalen Fehlfunktionen. Die hohe Rückfallquote bei nur detoxifizierten Patienten wird durch die orthomolekulare Dekontamination wesentlich vermindert.
3. Die psychologische Komponente ist von geringster Bedeutung. Traditionelle psychologische und psychiatrische Techniken sind überwiegend unwirksam. Ein kranker Körper kann auch nicht auf gesetzliche Regelungen reagieren.
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D I E O R T H O M O L E K U L A R E B E H A N D L U N G D E R S Ü C H T I G E N
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Die orthomolekulare Be- handlung der Süchtigen
Die beiden grundlegenden Konzepte der diesen Ergebnissen zugrundeliegenden Be- Tabelle 2 Orthomolulare Suchtbehandlung [65] (gerundete durchschnittliche Dosen)
Vitamine / Tage 2 3-9 10-21 22-39 Na-Ascorbat 12 g 8 g 6 g 6 g Rutosid, mg 600 160 80 80 Thiamin, mg 750 300 50 50 Riboflavin, mg 450 100 50 50 Vitamin B3, mg 2800 600 300 300 Pantothenat, mg 1800 400 200 200 Vitamin B6, mg 500 100 1500 50 Biotin, mg 4.5 1 0.5 0.5 Folsäure, mg 5 1.25 0.5 0.5 PABA, mg 100 25 10 10 Vitamin B12, mg 1 0.2 0.1 3 Vit. A, 1000 IE 22.5 5 32.5 2.5 Vitamin E, IE 120 30 15 15 Vitamin D, IE 1200 300 150 150 Mineralien Magnesium, mg 1300 650 325 325 Calcium, mg 1800 900 450 450 Eisen, mg 50 25 5 5 Zink, mg 225 150 5 50 Kupfer, mg 6 3 0.7 0.7 Mangan, mg 15 7.5 2 2 Chrom, mg 3.0 1.5 0.5 0.5 Molybdän, μg 300 150 50 50 Jod, μg 350 200 50 50 Selen, μg 60 20 7 7 Phosphat, mg 750 375 95 95 Aminosäuren, g -- -- 22.5 -- Cholin, mg 750 150 75 75 Inositol, mg 750 150 75 75
handlung waren, dass Drogen und Alkohol den Körper kontaminieren, und eine unzureichende Ernährung zu unzureichender Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren führt.
Aus ihren vorausgehenden Erfahrungen kannten die Autoren insbesondere die entgiftende Wirkung von Na-Ascorbat und den chronischen Mangel an Proteinen in der Ernährung dieser Population.
Sie begannen daher ihre Behandlung mit 5 g Na-Ascorbat zusammen mit 250 mg Magnesium und 375 mg Calcium alle 2 Stunden von 12 bis 20h und am nächsten Tag um 9h, 13h und 17h. Mittags wurde festgestellt, dass nach 30 g Na-Ascorbat 26/29 Patienten eine Diarrhö entwickelt hatten, die die Untersucher für absolut notwendig hielten. An diesem zweiten Tag wurden außerdem massive Dosen von Vitaminen und Mineralien gegeben, die dann schrittweise reduziert wurden. Die Zusammensetzung und Dosierung der Supplemente zeigt die Tabelle 2.
Warum die Aminosäuren, im Gegensatz zur Studie im Jahre 1977, erst am 10. Tag der Behandlung gegeben wurden, lassen die Autoren unkommentiert. Dagegen diskutieren sie ausführlicher, dass sie zu den traditionellen 18 Aminosäuren Prolin, Hydroxiprolin und Citrullin zugesetzt haben, nachdem in vorausgehenden Untersuchungen der Autoren diese drei Aminosäuren bei den meisten Süchtigen bei der quantitativen Aminosäurefraktionierung konsistent gefehlt hatten. Citrullin spiele eine kritische Rolle bei der Vollendung des Harnstoffzyklus und hätte bei der Mehrheit der Alkoholiker und Drogenabhängigen in den vorausgehenden 6 Jahren gefehlt. Die aus heutiger Sicht extrem hohe Dosierung von Vitamin B6 und die hohe Dosierung von Vitamin A begründen sie mit dem Bedarf des Proteinstoffwechsels.
In ihrem Text weisen die Autoren darauf hin, dass sie nach dieser Untersuchung durch Verbesserung ihrer Methodik die Behandlungszeit von 40 Tagen auf 15 Tage reduzieren konnten. Sie betonen auch, dass sie bei Entzugsbehandlungen anders vorgingen, auch intravenös supplementierten und schon am ersten Tage deutliche Erfolge sähen.
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K R I T I K A N D E N E T A B L I E R T E N B E H A N D L U N G S F O R M E N
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Kritik an den etablierten Behandlungsformen
Der Kritik an den etablierten Behandlungsformen geben die Autoren in den vier Beiträgen viel Raum und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund:
1. Das traditionelle Konzept der Suchtbehandlung ist, dass der Süchtige, wenn seine Tests ihn frei von Drogen zeigen, schon ein Kandidat für die Rehabilitation geworden ist. Psychiater und Psychologen fanden dann, dass diese “drogenfreien” Individuen in Bezug auf paranoide, schizophrene, perzeptuelle, depressive, suizidale und IQ Dimensionen pathologische Werte aufwiesen. Daraus wurde die falsche Folgerung gezogen, dass es sich bei dieser Population um eine Gruppe mit emotionalen und mentalen Mängeln handelt. Aufgrund dieses irrtümlichen Glaubens behandelt die Rehabilitationstherapie diese Klasse von Patienten psychologisch mit kombativen, konfrontativen, semikonfrontativen Aversionstherapien, religiöser Pädagogik oder mit Medikamenten, die schädlicher sind ,als die Drogen, die der Patient vorher eingenommen hat. Nirgendwo in der Medizin werden Patienten mit so herabsetzenden und barbarischen Techniken behandelt.
2. Der Beitrag der Medizin war, die Süchtigen als unheilbar zu brandmarken: einmal süchtig, immer süchtig. Die psychologische und psychiatrische Behandlung hat sich als fast völlig ineffektiv erwiesen. Es gab einige Stimmen die nahelegten, dass Süchtige im Grunde krank seien. Trotzdem blieb die Behandlung symptomatisch orientiert und die grundlegende Krankheit beweist, dass sie ignoriert worden ist.
3. Bisher haben Alkohol- und Drogenabhängige nicht die Gelegenheit bekommen, gesund zu werden. Obwohl die soziologischen, psychologischen und medizinischen Methoden der Behandlung von Alkoholikern völlig versagt haben, werden sie weiter gelehrt. Ähnlich die Suchtbehandlung. Es ist Zeit, die Tatsache zu erkennen und zu akzeptieren, dass diese Therapien bei keiner Form des Substanzabusus funktionieren, funktionieren werden und auch nicht funktionieren können.
4. Alle Formen der gegenwärtigen Suchtbehandlung sind veraltet und obsolet. Die archaischen und oft barbarischen Behandlungsmethoden müssen geändert werden. Wir glauben, dass diese Untersuchungen den Weg für andere Disziplinen zeigen, orthomolekulare Techniken zu erproben.
5. Es sollte deutlich erkennbar sein, dass Drogen- und Alkoholprobleme nicht durch Hausmittel, Untrainierte, Exsüchtige gelöst werden können. Es ist ein Problem der orthomolekularen Medizin und wird nur durch orthomolekulare Wissenschaftler konklusiv gelöst werden.
6. Die Erziehung der medizinischen und sozialen Agenturen über die exakte grundlegende Biochemie der Sucht muss unser erstes Ziel sein. Dann eine realistische Forschungs- und Entwicklungsphase. Letztlich die Überwindung des Problems. Prävention durch angemessene Ernährung und Supplementierung aller jungen Leute.
Diese Zukunftsperspektive hat sich nach 18 Jahren offensichtlich nicht erfüllt und auch die Autoren selbst sind nach der Erfahrung eines probatorischen Besuchs ihrer Einrichtung, zu der ich eine Patientin 1984 überreden konnte, nicht besonders erfolgreich geblieben. Dem Referat der Berichte aus dem Journal of Orthomolecular Psychiatry von 1982 wurde hier so viel Raum gegeben, um dem Leser eine eigene Einschätzung der Frage zu ermöglichen, ob die Berichte von Libby et al. glaubwürdig sind.
Angesichts der großen Bedeutung der Drogenprobleme ist nicht leicht zu verstehen, dass diese Arbeiten offenbar in keiner der vielen auf dem Gebiet der Drogenabhängigkeit tätigen klinisch-wissenschaftlichen Institutionen repliziert bzw. überprüft worden sind. Und nicht nur Einzelerfahrungen71, 90 sprechen dafür, dass vieles daran tatsächlich stimmt.
Auch wenn keine direkten klinischen oder kontrollierten Studien über die nutriologische Behandlung von Süchtigen da sind, gibt es sehr viele solche Studien über die Behandlung der multiplen Störungen und Krankheiten, an denen Süchtige, wie wir gesehen haben, nachgewiesenermaßen sehr häufig leiden. Tabelle 3 gibt eine Übersicht über die nutriologische Literatur zur Behandlung der mit der Sucht assoziierten Krankheiten. In dieser Literatur wird das was von Libby, Stone et al. summarisch berichtet worden ist, im Detail überprüft und bewiesen89. Tabelle 3 mit der Sucht assoziierte Krankheiten:
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S Y N O P S E D E R L I T E R A T U R
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Mit der Sucht assoziierte Erkrankungen: Synopse der Literatur
(Werbach)
Seite 0001 Multiple chemische Sensibilität 0301 Aggressives Verhalten 0401 Aids 0500 Alkoholismus 0600 Allergie 0901 Angst 1700 Candida-Mykosen 1800 Chron. Erschöpfungssyndrom
Seite 2200 Depression 3400 Erschöpfungssyndrom 3901 Hepatitis 4601 Hypoglykämie (funktionelle) 6400 Muskelkrämpfe 8100 Restless legs 8500 Schizophrenie 8600 SchlaflosigkeitCode Nutriologische Maßnahmen Seiten 010 NAHRUNG 013 Allgemeine diätetische Richtlinien, Mangelernährung behandeln 0501, 0401 061 Fettarme Diät, wenig gesättigte Fette 2201, 8501 093 Zucker einschränken 3901, vermeiden 0302, 0902, strikt vermeiden 1700 098 Raffinierte Kohlenhydrate bzw. Kohlenhydrate vermeiden 4601, 3401 108 Eiweißreiche, zuckerfreie Diät 6400, 8100, kohlenhydratarme Diät 4602 116 Fructose, bzw. Fructose anstatt Glucose oder Saccharose 0502, 4602 132 Orangensaft 0303, Knoblauch 0402, 1701, Reichlich Rohkost 0502 173 Ballaststoffreiche Diät mit reichlich komplexen Kohlenhydraten 4603 200 Genußmittel 204 Alkoholkonsum einschränken 8601, vermeiden 0902, 3901, 4603 206 Zucker und Alkohol vermeiden 4603 214 Coffein / Kaffee und Zucker vermeiden 2201, 3401, 8601, 0902, 8501, 8601 227 Besonderheiten 228 Anazidität oder Hypochlorhydrie 1702, 2202 235 Hypoglykämie 0303, 0502, 3401 250
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U N V E R T R Ä G L I C H K E I T E N
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UNVERTRÄGLICHKEITEN
252 Nahrungsmittel 0304, 0503, 0602, 2202, 3402, 4604, 8501, 8601 312 Nahrungsmittel- und Chemikalien-Unverträglichkeit 0402, 0602, 0903 330 Toxische Metalle 332 Cadmium-Aluminium-Blei-Belastung 0305 338 Vanadium-Toxizität 2204 350 NUTRIENTEN 352 Vitamine 353 Nutrienten bzw. Vitamine allgemein 0402, 0503, 3403 358 Vitamin C 0307, 0403, 0504, 0603, 1702, 2204, 3403, 3901, 8503 359 Megavitamin C 0002, 0504, 2204, 3902, 8504 360 Megavitamin C mit EDTA 2205 365 Bioflavonoide, Quercetin, Rutosid, Katechin 0604, 0605, 3902, 8505 384 Thiamin 0307, 0403, 0505, 0903, 2205 Mega-Thiamin 0904 390 Riboflavin 0506, 1703, 2205, 6400, 8506 398 Vitamin B3 (Niacin oder Niacinamid) 0506, 0605, 4604, 8506 402 Megavitamin B3 0004, 0506, 0904, 8602, 8506 405 NAD+ 0507 Code Nutriologische Maßnahmen (Fortsetzung) Seiten 407 Pantothensäure 0507, 0606, 3403 413 Vitamin B6 (P5P) 0507, 0606, 0904, 1703, 2205, 3404, 6401, 8508 416 Megavitamin B6 0307,2206, 8508 419 Vitamin B6 und Riboflavin 2206 und Niacin 8509 und Folsäure 8510 428 Biotin 1703, 2207 430 Folsäure 0404, 0508, 1703, 2207, 3404, 8100, 8509 434 Folsäure-Sensibilität 8510 438 Vitamin B12 0404, 0508, 0606, 1800, 2209, 3404, 3903, 6401, 8510 441 Folsäure und Vitamin B12 0405, 3904 444 Vitamin-B-Komplex 0509, 0904 Megavitamin B-Komplex 0904 452 Betacarotin 0002, 0405, 0509 455 Vitamin A 0405, 0509, 1703, 3904 465 Vitamin E 0002, 0406, 0510, 0607, 3404, 3904, 6401, 8101 481 Megavitamine C, Niacin , B6 und E 0511, 0904 486 Vitamin D 0511, und Calcium 0607 495 Multivitamine 0003, Gute Ernährung und Multivitamine 0512 500 Mineralien 501 Mineralien allgemein 0307 504 8Natrium 0512, 6402, Natrium-Retention 2209 511 Kalium 0004, 0406, 0512, 2210, 3405, 6402 514 Natrium- und Kaliumbikarbonat 0002 517 Lithium 0308, 0512, 2210, 8511 523 Magnesium 0002, 0309, 0406, 0512, 0607, 0905, 1704, 1800, 2211, 3405, 4604, 6402, 8511, 8602, Kalium und Magnesium 3405 535 Calcium 0002, 0406, 0513, 0607, 0905, 2212, 3904, 6402, 8511 540 Natrium, Kalium und Calcium 0513 546 Hypercalcämie 0905, 2212 551 Eisen 0309, 1704, 2213, 3405, 8101, 8602 555 Vitamin C, Vitamin-B-Komplex und Eisen 3406 566 Zink 0003, 0406, 0513, 0608, 1705, 3406, 8512 568 Megavitamin B6 und Zink 8512 570 Megavitamine C u. B3, Vit. B12, Folsäure u. Zink 8513 576 Kupfer 0514, 1705, 2213, 8602 578 Kupferüberlastung 0309, 0514, 2213, 8513, 8602 585 Mangan, 0310, 8514, Megavitamin B6, Zink und Mangan 8515 589 Chrom 4604 595 Molybdän, 0608, Megavitamin C, Zink, Mangan u. Molybdän 2214, 8603 597 Megavitamin B6, Zink, Mangan und Molybdän 8515 614 Selen 0002, 0407, 0514, 1706, 3904, 6403, Vitamin E und Selen 0515 628 Phosphat 0515, 0905 642 Spurenelemente 0003 648 Zink und Multivitamine und -mineralien 0608 648 Multivitamine und -mineralien und Megavitamine 0906 661 Aminosäuren 734 Serin 8516 743 Leucin, Isoleucin und Valin 0518 727 Kalium- und Magnesiumaspartat 3407 Code Nutriologische Maßnahmen (Fortsetzung) Seiten 719 Vitamine B3, B6, Folsäure, K-Orotat und Glutaminsäure 3407 725 Gamma-Hydroxybuttersäure 0518 721 Glutamin 0517, 3407 710 Arginin 0409, Arginin-Aspartat 3408 689 Cystein 0407, N-Acetylcystein, 0003, 0407, Cystin 0408 700 Taurin 0003, 0517, 3905 702 Methionin 0003, 0409, 3905, S-Adenosyl-Methionin (SAM) 2219 664 D,L-Phenylalanin 2214, Megavitamin B6 und L-Phenylalanin 2215 669 Vitamin B6 und Levodopa 8515 670 Tyrosin 2215 674 Tryptophan 0310, 0515, 0906, 2215, 4604, 8101, 8516, 8603 679 Vitamine C und B6, Tryptophan und Zucker 0906, 2218 680 Tryptophan und MAO-Hemmer, und Antidepressivum, trizyklisches 2218 683 5-Hydroxytryptophan 0312, 2218, und Tyrosin / Carbidopa 2219 759 Aminosäuren-Derivate 696 Glutathion 0003, 0408, 0517 698 Vitamin C, N-Acetylcystein und Glutathion 0408 749 Carnitin 0518 755 Aminosäurekombinationen 757 Gemischte Aminosäuren 0004, 0518, 3905, JOP 11:283, 1982 755 Prolin, Hydroxyprolin, Citrullin JOP 11:283, 1982 760 Fettsäuren 765 Essentielle Fettsäuren 0004, 0410, 0608, 1801 766 n-9-Fettsäuren (Olivenöl) 0609 770 n-6-Fettsäuren 0409, 0519, 0609, 1706, 2211, 4604, 8517 778 Megavitamine C, B3 und B6, Vitamin E, Zink und n-6- Fettsäuren 8518 779 Penicillin V mit n-6-Fettsäuren 8518 780 Prostaglandin E1 8518 784 n-3-Fettsäuren 0409, 0609, 0906, 1706, 8519 810 Kofaktoren und anderes 812 Cholin 0410, 0520, und Eiweiß 0520, Phosphatidylcholin 3905 823 Pantethin 0520, 0609, 1707 825 Coenzym Q10 0410, 1801 829 Inositol 0906, 8604, Inosin 3408 870 Chondroitinsulfat 0411 879 Leberextrakt 3408, und Vitamin B12 und Folsäure 1801 883 Ei-Lipid-Extrakt 0411 891 Proteolytische Enzyme 0412 908 Lactobacillus acidophilus 1707, und Bifidobakterien 0609 930 PHYTOPHARMAKA 943 Baldrianwurzel 8604 965 Glycyrrhizin 0412 968 Hypericum perforatum (Johanniskraut) 0413, 2221 984 Silymarin 3905 987 Antimykotische Fettsäuren 988 Propionsäure 1708, Caprylsäure 1718, Undecylensäure 1709
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T E I L 4 Z U S A M M E N F A S S U N G
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Teil4 Medizinisch-nutriologische Grundlagen der Entzugsbehandlung von Heroinsüchtigen Dr. med. Hannes Kapuste
Zusammenfassung Im vorausgehenden dritten Teil dieser Arbeit wurde die orthomolekulare Entzugsbehandlung von Heroin- bzw. Methadonsüchtigen von Libby und Stone [64] aus dem Jahr 1977 referiert, die nach eigenen Angaben 30/30 Süchtigen nach abruptem Absetzen der Opiate ohne Auftreten von Entzugssymptomen mit bleibendem Erfolg entziehen konnten. Sie verwendeten dazu anfangs täglich 25-85 g Na-Ascorbat, 9 Esslöffel eines Proteinpräparates und hohe Dosen von Vitaminen und Mineralien.
Auch die orthomolekulare Dekontamination von 29 vordem Alkohol- und Drogenabhängigen war nach den detailliert dokumentierten Berichten von Libby et al. 1982 [65] ungewöhnlich erfolgreich. Da diese Erfolge in der Suchtbehandlung aber von anderen nicht aufgegriffen und repliziert worden waren, stellte sich doch die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Berichte von Libby et al.
Wir hatten darauf hingewiesen, dass zwar keine weiteren direkten Studien über die nutriologische Behandlung von Süchtigen existierten, die Erfolge der Behandlung von Störungen und Krankheiten aber, an denen Süchtige, wie wir referiert und berichtet haben, häufig leiden, mit besserer Ernährung, Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und anderen Nutrienten in einer Fülle von Studien im Detail überprüft und bewiesen worden sind.
In Tabelle 3 hatten wir eine systematische Übersicht über die nutriologischen Maßnahmen zur Behandlung der mit der Sucht assoziierten Krankheiten gegeben, die von Werbach bis 1991 zusammengetragen wurden und jetzt in deutscher Übersetzung verfügbar sind [89]. Darin sind außer PABA, Jod, Inositol und den drei von Libby et al. besonders hervorgehobenen Aminosäuren (Citrullin, Prolin und Oxyprolin) alle Nutrienten zu finden, die die Autoren bei Behandlung ihrer Süchtigen eingesetzt haben. Die in der Tabelle angegebenen Seitenzahlen erleichtern es, in dem Buch von Werbach nachzulesen, was von einzelnen Maßnahmen jeweils alles zu erwarten ist. Die Tabelle soll dem Arzt auch dazu dienen, den Krankenkassen gegenüber zu belegen, dass seine Maßnahmen begründet, und daher zu erstatten sind.
Im Folgenden sollen diese Literaturhinweise aktualisiert und die nutriologische Behandlung der Heroinsucht mit ihren verschiedenen Stadien und komorbiden Störungen differenziert besprochen werden. Abschließend werden Rezepturen vorgestellt werden, die der Mehrzahl der Fälle gerecht werden können.
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E R N Ä H R U N G & B E F I N D E N
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Ernährung, Befinden, Drogen und Supernutrition
Für den, der sich näher mit der orthomolekularen Prävention und Behandlung von Krankheiten befasst hat, können die vorausgehenden Berichte keine so große Überraschung sein.
Nachdem es üblich geworden ist, dass Jugendliche möglichst bald von zu Hause ausziehen, und eine gesunde Ernährung nicht zu den bei ihnen verbreiteten Tugenden zählt, ist eine schlechte Ernährung bei ihnen eher die Regel als die Ausnahme. Daher sind Befindlichkeitsstörungen aller Art unter Jugendlichen zu erwarten, besonders bei denen, die irgend eine metabolische Schwäche haben, die genetisch angelegt ist.
Nachdem es weiterhin bei ihnen Mode ist, mindestens diese oder jene der verbotenen Drogen einmal auszuprobieren, ist die Entdeckung bei vielen programmiert, dass die “gefährlichen” Drogen in aller Regel das Wohlbefinden heben. Mit dem dann steigenden Interesse an Suchtmitteln, deren gemeinsames Merkmal ja gerade ihre euphorisierende Wirkung ist, sinkt die Qualität der Ernährung weiter ab, die Befindensstörungen nehmen zu und der circulus vitiosus beginnt.
Für den Nutriologen, der diese Entwicklung durchschaut, ist die kausale Behandlung für dieses Syndrom ein gediegenes Supernutritionsprogramm, wie eines der beiden von Libby et al. Seine Durchführung ist unter den bei uns und anderswo herrschenden Bedingungen aber aus einer Reihe von Gründen sehr erschwert:
1. Ein Patient, der gewohnt ist, sein Heil in Drogen, stark wirkenden Medikamenten oder gar Opiaten zu finden, wird nicht glauben wollen, dass eine gesunde Ernährung und harmlose Vitamine ihm helfen können. 2. Noch weniger wird er den Zucker weglassen wollen, der im hypoglykämisch-symptomatischen Zustand so heilsam ist. 3. Für gesunde Ernährung und die nötigen Supplemente, fehlt dem Süchtigen selbst meist das Geld. 4. Seine Angehörigen, die die Behandlung manchmal finanzieren könnten, müssen fürchten, dass das Geld nur für Drogen ausgegeben würde. 5. Die Krankenkassen entscheiden nach Regeln, die für die Erstattung von Kosten für Supplemente hinderlich sind und einen Zuschuss für Nahrungsmittel verbieten. 6. Die etablierte Medizin ist weit davon entfernt, Nutrienten als Heilmittel anzuerkennen. 7. Die Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel zu niedrig dosiert. 8. In der Öffentlichkeit wäre es nicht populär, Jugendliche, die nicht arbeiten und verbotene Drogen nehmen, auch noch optimal ernähren und supplementieren zu lassen. 9. Die Notwendigkeit der polypragmatischen Superernährung ist im Einzelfall im Detail nicht sicher zu belegen. 10. Für den Arzt ist die Behandlung sehr zeitaufwendig, und für diese Zeit wird er nicht ausreichend bezahlt.
Diesen Problemen kann man wohl allgemeine Grundsätze, rechtliche Prinzipien und nationalökonomische Überlegungen, aber nur wenig konkret entgegensetzen. Da aber sonst keine Lösung für das internationale Drogenproblem mit dem illegalen Umsatz von 400 Milliarden Dollar pro Jahr in Sicht ist [91], hat es wohl einen Sinn, in Einzelfällen im Rahmen der sich bietenden Möglichkeiten mit der nutriologischen Behandlung von Süchtigen einmal anzufangen.
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D A S S P E K T R U M D E R P R O B L E M E U N D M A S S N A H M E N
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Das Spektrum der Probleme und Maßnahmen
Das Spektrum der Probleme reicht nach dem, was bisher berichtet worden ist, vom Entzugssyndrom über den Proteinmangel, die Glucoseregulation, depressive Störungen, die antisoziale Persönlichkeitsstörung bzw. das aggressive Verhalten, den Alkoholismus und die Angst bis zu den Schizophrenien.
Dazu kommen als mögliche Ursachen dafür die Nahrungsmittel-und die Chemikalien-Unverträglichkeit, und weiterhin möglicherweise die Erschöpfungssyndrome, die Schlaflosigkeit, Muskelkrämpfe und Restless legs. Inzwischen spielen in der Behandlung von ehemals Heroinsüchtigen die Hepatitis C und die HIV-Infektion mit dem Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS) eine besonders große Rolle.
Bei den therapeutischen Maßnahmen reicht das Spektrum von der im ersten Teil dieser Arbeit besprochenen Beachtung der Pharmakokinetik der Opioide bei den medikamentengestützten Erhaltungs- und Entzugsbehandlungen, über die sehr hohen Dosen Vitamin C und die bisher nicht erwähnte neuro-elektrische Therapie zum Abfangen der Entzugssymptome bis zu den vielfältigen und in Tabelle 3 weitgehend aufgeführten Maßnahmen der nutriologischen Behandlung der oben aufgeführten Krankheiten.
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D A S E N T Z U G S S Y N D R O M
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Das Entzugssyndrom
Die traditionelle medizinische Entzugsbehandlung mittels absteigender Dosierung von Methadon wurde im ersten Teil dieser Arbeit beschrieben (Seite 7-9). Im vorausgehenden dritten Teil wurde referiert, dass Libby und Stone mit Dosen von 25-85 g Na-Ascorbat pro Tag das Auftreten von Entzugssymptomen nach abruptem Entzug der Opiate unterbinden konnten, und dass Libby et al. darauf hingewiesen haben, dass sie bei ihrer Entzugsbehandlung intravenöse Nutrienten einsetzen. Da Libby et al. ihre intravenöse Behandlung nicht publiziert haben, soll hier die Rezeptur von Myer’s Cocktail angegeben werden, bei dessen Anwendung Gaby in einem Fall das Entzugssyndrom nach dem Absetzen der Opiate wiederholt zum Verschwinden bringen konnte [90]:
Rp. (Myer’s Cocktail)
Magnesiumchlorid 6H2O 20%1, 2, 2-5 ml Calcium-Glukonat 10%1, 2 2-4 ml Hydroxocobalamin 1000 μg/ml1, 2, 3 1 ml Pyridoxin HCl 100 mg/ml1, 2 1 ml Dexpanthenol 250 mg/ml1, 2 1 ml Vitamin-B-Komplex 1001, 2 1 ml (je 100 mg B1 u. B3, je 2 mg B2, B5 u. B6/ml) Ascorbinsäure (222 mg/ml)1, 2 1-30 ml 1. Von McGuff oder Merit Pharmaceuticals [185]
2. deutsche Ersatzprodukte: Mg-Sulfat als Cormagnesin®, Mg-Diasporal® Inj.-Lsg. oder Mg 5 - Sulfat Amp. 10% Calcium Braun 10% B12-Depot-Hevert, oder B12 Depot-Rotexmedica Vitamin B6-Ratiopharm-Inj.-Lsg. Bepanthen® Roche Inj.-Lsg. B-Komplex-Rotexmedica S, Inj.-Lsg. VITAMIN C-Injektopas 7.5 g/50 ml
3. Vitamin B12 wird von Gaby nicht im Cocktail, sondern paralell dazu i.m. gegeben (das bei i.v.-Gabe schneller ausgeschieden wird) und dazu zur Sicherheit Folsäure oral, weil sie bei i.m.-Gabe schmerzhaft ist.
Als eine der “natürlichsten” Methoden der Behandlung des Entzugssyndroms soll hier noch die Aktivierung des körpereigenen Opiodsystems durch die transkutane neuroelektrische Therapie (NET) erwähnt werden, mit der von mehr als 400 Entzugsbehandlungen mehr als 80% erfolgreich waren [92]. Die Methode ist gut beschrieben [93], wird auch in Deutschland [94] und in der Schweiz [95] durchgeführt, und ein NET-Gerät mit Chips für 8 verschiedene Anwendungen kann interessierten Ärzten zur Verfügung gestellt werden [96].
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D E R P R O T E I N M A N G E L
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Der Proteinmangel
Der Bericht von Libby et al. bedarf eines Kommentars, nachdem man mittels mangelhafter Ausscheidung von freien Aminosäuren im Urin und Berechnung einer Anionenlücke noch keine Protein-Energie-Malnutrition (PEM) festgestellt hat. In einem auf Amionsäureanalysen spezialisierten Labor hält man mangelnde Aminosäuren im Urin für normal, kennt kein Maß für einen Mangel an Hydroxyprolin und keine Begründung für eine Supplementierung mit Citrullin [97]. Nach dem Lehrbuch der Inneren Medizin zählen Anteile vom Idealgewicht, der Kreatin-Größenindex, die Griffstärke, das Serum-Albumin und -Transferin, die Lypmphozytenzahl, ein verzögerter Hypersensitivitätsindex und der prognostische Ernährungsindex zu den Kriterien einer milden, moderaten oder schweren PEM [98]. Nach deren Feststellung könnte man freie Aminosäuren supplementieren, z.b. Biorondocta®, ein Präparat mit einer hohen biologischen Wertigkeit, das wegen seines Wohlgeschmacks auch sublingual anwendbar ist.
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Die Glucoseregulation
Die Blutzuckerkonzentrationen werden von der Hypophyse, der Schilddrüse und den Nebennieren sowie vom Pankreas, der Leber und den Skelettmuskeln mit Hilfe eines komplexen Satzes von Prüf- und Ausgleichsmechanismen reguliert, die wiederum von einer großen Anzahl von Nutrienten abhängen. Da viele von diesen in der heutigen Nahrung nur mangelhaft vorhanden sind und darüber hinaus einige Individuen mit Störungen der Blutzuckerregulation einen höheren als normalen Bedarf für ein oder mehrere Nutrienten haben können, kann die Supplementierung mit geeigneten Vitaminen und Mineralien besonders für die Glucoseregulation von schlecht ernährten Süchtigen wertvoll sein.
Im Folgenden soll eine kurze Übersicht über diätetische Maßnahmen und Nutrienten gegeben werden, für die sich ein spezieller Zusammenhang mit Hypoglykämien erwiesen hat.
Die Vermeidung von Zucker und eine faserreiche Diät mit reichlich komplexen Kohlenhydraten führten bei klinischen Beobachtungen fast immer zu positiven Resultaten [89:4601]. Kaffee vermindert die zerabrale Durchblutung und erhöht die Sensibiltität für Hypoglykämien [100:4610]. Saccharose steigert auch die Ausscheidung von Chrom im Urin, und Glucoseintoleranz ist ein Zeichen für einen Chrommangel [89:2506].
Die Wirkung von Chrom (Cr) auf den Glucosestoffwechsel verlangt offenbar seine Konversion in den Glucosetoleranzfaktor (GTF), eine Verbindung mit niedrigem Molekulargewicht, die Cr, Niacin (Nicotinsäure), Glyzin, Glutaminsäure und Cystein enthält. Es ist nachgewiesen worden, daß GTF, das natürlich in Brauereihefe und in geringererer Menge in anderen Nahrungsmitteln vorkommt und die Wirkung von Insulin auf der zellulären Ebene potenziert [101].
200 μg dreiwertiges Cr besserten in Doppelblind kontrollierten Untersuchungen nicht nur die hypoglykämischen Symptome und erhöhten die minimalen Blutzuckerwerte 2-4 Stunden nach einer Glucosebelastung [89:4604] sondern verminderten auch die maximalen Blutzuckerwerte bei Patienten mit hyperglykämischen Reaktionen [99]. Cr ist daher in der Lage, den Blutzucker zu senken, wenn er zu hoch ist, und ihn zu erhöhen, wenn er zu niedrig ist.
Mangelhafte Reaktionen auf die Supplementierung können vermieden werden durch Verwendung organischer Cr-Salze wie -Aspartat, -Picolinat oder -Polynicotinat und Erhöhung der Dosis auf 500-1000 μg/Tag [99].
Als eine Komponente des Glucosetoleranzfaktors spielt Niacin (Nicotinsäure) eine wichtige Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel. Viele raffinierten Nahrungsmittel haben Niacin verloren. Vitaminsupplemente enthalten gewöhnlich Niacinamid, das vom menschlichen Körper nicht offensichtlich in Niacin umgewandelt werden kann, und für die GTF-Synthese scheint eine kleine Menge von Niacin notwendig zu sein.
Hypoglykämische Frauen zeigten im Gegensatz zu hypoglykämischen Männern verminderte Werte von Magnesium, und Magnesiumsupplemente verbesserten die Ergebnisse des Glucosetoleranztests und in vielen Fällen das Befinden [90:6401].
Methadonbehandelte Patienten zeigten im Vergleich zu Kontrollpersonen eine Verdoppelung der Zinkausscheidung pro g Kreatinin [102]. Zink ist ein Bestandteil des Insulins und Patienten mit einem Zinkmangel hatten im Vergleich zu ähnlichen Patienten ohne Zinkmangel signifikant erhöhte Glucosekonzentrationen und signifikant verminderte Insulinspiegel. Die Repletion von Zink erhöhte die Insulinspiegel bei diesen Patienten.
Die Supplementierung von Ratten mit hohen Dosen von Folsäure verhinderte die durch Fasten erzeugte Hypoglykämie, wahrscheinlich durch Induktion der Gluconeogenese durch die Stimulation von Schlüsselenzymen in der Leber und im Dünndarm [99].
Die intravenöse Infusion von Calcium während eines Glucosetoleranztests (35 mEq in 5 Stunden) minimierte den Glucoseabfall im Blut und eliminierte die Symptome der Hypoglykämie bei 12 Patienten mit reaktiver Hypoglykämie [103].
Hypoglykämie wurde auch als Teil des klinischen Bildes eines Carnitinmangels beschrieben [104]. Damit ist neben der Vermeidung von Zucker und Kaffee und der Bevorzugung von komplexen Kohlenhydraten für die Nutrienten Chrom und Niacin, bzw. den Glucosetoleranzfaktor, Magnesium, Calcium, Zink, Folsäure und Carnitin ein unmittelbarer Zusammenhang mit Hypoglykämien erwiesen.
Das Vorliegen eines Dysinsulinismus, den man mit Hilfe des Glucose-Insulin-Toleranztests bestimmt, steht allerdings auch mit einem erhöhten Risiko der Entwicklung eines Diabetes in Zusammenhang und beide Störungen haben eine verzögerte postprandiale Insulinausschüttung und eine Insulinresistenz der Gewebe gemeinsam [105]. Kontrollierte Untersuchungen und klinische Erfahrung haben dann auch gezeigt, dass Nutrienten, die wertvoll sind bei Behandlung des Diabetes vom Typ II, auch zur Behandlung der Hypoglykämie erfolgreich verwendet werden können. Aus diesen Gründen haben Gaby und Wright [99] die folgende Rezeptur zur Regulierung des Blutzuckers entwickelt, die für Menschen, die an Diabetes oder an Hypoglykämie leiden, wertvoll sein kann.
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Depressive Störungen
Da häufige depressive Verstimmungen, wie bereits erwähnt (Seite 22), zu den typischen Symptomen der bei Süchtigen festzustellenden Hypoglykämie darstellen, ist von deren Behandlung auch eine spürbare Besserung der Depressionen zu erwarten. Ähnlich sind depressive Symptome bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten sehr häufig, deren Feststellung und Behandlung unten besprochen werden soll.
Rezeptur zur Glucoseregulierung [106] 6 Kps. enthalten:
Vitamin C (je ½ AS & Ca-AS) 500 mg Vitamin B1 (Thiaminmononitrat) 50 mg Vitamin B2 (Riboflavin) 25 mg Niacinamid 120 mg Niacin 30 mg Vitamin B5 (Ca-Pantothenat) 100 mg Vitamin B6 (Pyridoxin-HCl) 30 mg Vitamin B12 (harzgebunden) 50 μg Biotin 3 000 μg Folsäure 800 μg Vitamin E (Tocopherolsuccin.) 400 IU Vitamin A (Azetat) 5 000 IU Vitamin D3 (Cholecalciferol) 100 IU Magnesium (Aspartat, Citrat, Oxyd) 400 mg Calcium (Ascorbat, Citrat, Carbonat) 200 mg Kalium (Aspartat) 99 mg Zink (Picolinat, Citrat) 30 mg Mangan (Aspartat) 20 mg Kupfer (Glukonat) 2 mg Chrom (Aspartat) 1000 μg Selen (Selenomethionin) 150 μg Vanadium (Aspartat) 20 μg L-Carnitin 30 mg
Während der Zusammenhang zwischen Depressionen und Hypothyreose unbestritten ist, wurde die Beobachtung von Barnes [107], dass diese Diagnose aufgrund der konventionellen Laboruntersuchungen nicht sicher auszuschließen ist, zunächst nur von einzelnen Untersuchern aufgegriffen [108. 109]. Seit 1985 hat aber der Zusammenhang zwischen Hypothyreose und Depression ein stetig zunehmendes wissenschaftliches Interesse gefunden (308 Arbeiten in PubMed [110]). Inzwischen wurde durch TRH-Stimulationstests erwiesen, dass Messungen von freiem Thyroxin und TSH keine sensiblen Indikatoren einer Hypothyreose sind. Ein wechselnder Anteil der depressiven Patienten der sich damit als ,,chemisch euthyroid” erweist, ist mit kleinen Dosen Thyroxin sehr erfolgreich zu behandeln. Die bestdokumentierte, bei etwa 2/3 dieser Fälle im Verlauf von Tagen erfolgreiche Therapie ist die Behandlung von gegenüber trizyklischen Antidepressiva refraktären Depressionen mit 5-50 mg T3 pro Tag. Und die Hälfte bis zwei drittel der Patienten mit rasch wechselnden bipolaren Depressionen gingen nach Behandlung mit T3 in Remission [110].
Depressionen gehören auch zu den Nebenwirkungen der Interferon-Behandlung und eine Reihe von Untersuchungen haben in ihrem Verlauf das Auftreten von vorwiegend gegen die Schilddrüse gerichteten Autoantikörpern ergeben. Bei 70% von 144 schwer depressiven Patienten hat man Autoantikörper (MAK, TAK, TRAK) gefunden[110:-7].
Bei einer Untersuchung von schweren Depressionen (DMS-III-R) fand man signifikant niedrigere Konzentrationen von Transthyretin, das eine wichtige Rolle beim Transport von Thyroxin ins ZNS spielt [Sullivan 1999, 110:-14]. Es kann also rein zentrale Hypothyreosen geben.
Man sollte daher bei Depressionen okkulte Hypothyreosen ausschließen, z.B. durch Bestimmung der axillaren Basaltemperatur, mit der viele Kliniker gute Erfahrungen gemacht haben [107-109]. Bei konsistenten Werten bei bzw. unterhalb von 36.55○C (bei Frauen während der Menses) sollte man vorsichtig unter Beobachtung substituieren [111].
Für die hochdosierte Anwendung von Niacin (Nicotinsäure) bei Depressionen können nur zwei sehr frühe Arbeiten angeführt werden, die über rasche subjektive und objektive Besserungen bei depressiven Patienten berichteten - eine bei 14/15 mit 900 mg oder mehr [112], die andere bei 3/11 [113], mit Relaps nach Absetzen und wiederholter Besserung nach Wiederaufnahme der Behandlung. Nach eigenen Erfahrungen sollte man Süchtigen eine Gelegenheit geben - wegen des bekannten Niacin-Flush’s vorsichtig unter Beobachtung - Niacin als Pulver zu probieren, weil ein Teil von ihnen damit sehr gute Erfahrungen macht.
Die Kombination von Niacinamid mit Tryptophan war in einer Doppelblindstudie so wirksam wie Imipramin [114]. Da die Gabe von Tryptophan, der natürlichen Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin (5HT), bei Depressionen von unsicheren Resultaten behaftet war, weil es, je nach Stoffwechsellage auch für andere Synthesen verwendet wird, diente Niacinamid in dieser Kombination dazu, die Umwandlung in Serotonin zu erhöhen. Gaby berichtet über gute Erfahrungen mit 2mal täglich 1.5 g Tryptophan und 0.5 - 1 g Niacinamid [115].
Die Umwandlung von Tryptophan in Serotonin kann von vielen Faktoren beeinträchtigt werden. Die Gabe von Hydroxitryptophan (5-HTP), der unmittelbaren Vorstufe von 5HT, umgeht diese Faktoren. Seine intestinale Resorption erfolgt ohne Transportmolekül und wird durch andere Aminosäuren nicht beeinträchtigt, 5HTP wird gut resorbiert, 70% erreichen das Blut, es kann nicht zur Synthese von Niacin oder Proteinen abgezweigt werden, es passiert leicht die Blut-Hirnschranke, umgeht das Enzym Tryptophan-Hydroxylase, den limitierenden Schritt der Serotoninsynthese und erhöht diese im ZNS effektiv [152].
Auch Tyrosin, das eine zentrale Rolle bei der Synthese der Katecholamine und Thyroxin spielt, kann bei einigen Formen der Depression heilsam sein. 100 mg/kg, waren hilfreich bei Behandlung von Amphetamin-responsiven Depressionen. Eine andere Untersuchung von Dopamin-abhängigen Depressionen mit 3200 mg ergab bei mehr als 50 Patienten eine Stimmungsaufhellung am ersten Tag und später Besserung der Schlaf-Parameter [116].
Buist unterscheidet zwei Gruppen von Depressionen [117]: A mit niedrigen Konzentrationen von Noradrenalin-Metaboliten im Urin, die auf Desipramin, Imipramin, Dextroamphetamin und Tyrosin ansprechen, und B mit normalen oder hohen Konzentrationen von Noradrenalin-Metaboliten im Urin, die auf Amitryptilin und Tryptophan ansprechen.
Die Einnahme von Verhütungsmitteln kann zu niedrigen Plasmawerten von Tyrosin durch erhöhte Aktivität der Tyrosin-Transaminase führen [116].
Auch Phenylalanin kann als Vorstufe von Tyrosin zur Behandlung von Depressionen verwendet werden. Bei einer Untersuchung besserten sich 80% der Patienten mit schweren Depressionen auf Gaben von L-Phenylalanin nahezu sofort. D-Phenylalanin und D,L-Phenylalanin, die synthetische Form, waren unter Doppelblind-Bedingungen so wirksam wie Imipramin. Man beginnt mit 2mal 100 mg, steigert langsam auf bis zu 3mal 2 g und kombiniert jede Dosis mit 50 mg Vitamin B6. Bei Schizophrenie ist Phenylalanin kontraindiziert [118].
Wright empfiehlt eine auf Analyse der Nüchternwerte der Aminosäuren im Plasma gründende Behandlung mit 5-15 g individuell kombinierten essentiellen Aminosäuren und berichtet über mehr als 50% erfolgreich behandelte Patienten [119].
Die Notwendigkeit der Behandlung von Depressionen bei Opioidabhängigen wird auch in der konventionellen Medizin in zunehmendem Umfang diskutiert (seit 1970 129 Arbeiten in PubMed [110]). Aus nutriologischer Sicht ist den hier aufgeführten Maßnahmen aber der Vorzug zu geben, besonders solange man nicht ausschließen kann, dass die Häufung von Suiziden und spektakulären Morden in den USA in direkten Zusammenhang mit Entgleisungen der xenobiotischen Manipulation des zerebralen Serotoninstoffwechsels durch die zunehmende Verbreitung von selektiven Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSRI) selbst unter Kindern und Jugendlichen zu sehen ist [120, 121]. Immerhin wird auch in der konventionellen Medizin vor dem Auftreten des von diesem Wirktyp ausgelösten spezifischen Agitationssyndroms gewarnt [122].
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Aggressives Verhalten
In Zusammenhang mit der bei Süchtigen häufig diagnostizierten antisozialen Persönlichkeitsstörung ist von Interesse, dass auch aggressives Verhalten mit nutriologischen Mitteln deutlich zu bessern ist. Die Korrektur niedriger Blut-Vitaminkonzentrationen mit Vitamin- und Mineralien-Supplementen verbessert die Hirnfunktion und vermindert die Gewalttätigkeit unter Delinquenten in Gefängnissen. Von 62 gefangenen Delinquenten mit 13-17 Jahren erhielten 32 für 3 Monate folgende Vitamin- und Mineralien-Supplemente:
12 Vitamine je 300% der RDA (außer Vitamin A und Folat je 100% der RDA, sowie Vitamin C mit 120 mg und Pyridoxin mit 30 mg höher, und Vitamin D mit 200 IU niedriger) und
11 Mineralien je 100% der RDA (außer Ca 120 mg und Mg 59 mg) plus 50 mg PABA und je 40 mg Inositol und Cholin.
30 Delinquenten erhielten Plazebo. Die Netto-Differenz bei violenten und nichtviolenten Regelverletzungen war 28%. Bei 26 habituell violenten Individuen wurden Blutuntersuchungen durchgeführt. Bei 10 blieben die Blutwerte normal bzw. niedrig und man fand keine Verminderung der Violenz. Bei 16, deren Blutwerte sich verbesserten, fand man 131 violente Akte während der Vergleichsperiode aber nur 11 während der Interventionsperiode [123].
Eine andere Untersuchung verglich 100 jugendliche Straftäter mittels Gesundheits und Diätfragebogen mit 100 gepaarten nichtdelinquenten Kontrollpersonen. Nach den Ergebnissen schätzte man den Anteil der jungen Straftäter mit Fehlverhalten, das in Zusammenhang mit Nahrungsmittel-Allergien, -Unverträglichkeiten und Ernährungsproblemen stand auf 75%, während von den nichtdelinquenten Kontrollpersonen nur 18% dieser Kategorie zugeordnet wurden [124].
Die Vermeidung von Zucker führte in einer Reihe von doppelblind kontrollierten Untersuchungen bei großen Zahlen von gefangenen männlichen Straftätern zu einer 40-50%igen Verminderung des antisozialen Verhaltens[89:0302]; nach Vermeidung von Zucker und Lebensmittelzusatzstoffen fand man außerdem ein Verschwinden der Suizidversuche und entscheidend weniger Selbstverletzungen. Bei inhaftierten Frauen wurde dagegen keine Veränderung des Sozialverhaltens registriert[89:0305]. Eine Reihe von Untersuchungen weisen auf einen Zusammenhang zwischen aggressivem Verhalten und reaktiver Hypoglykämie hin[89:0303].
Auch frisch gepreßter Orangensaft bei Tisch verminderte in einer Doppelblindstudie das antisoziale Verhalten von inhaftierten Jugendlichen um 35-47% [89:0303].
Nach einer randomisierten Befragung hatten männliche und weibliche Straftäter mehr als doppelt so viel Kuhmilch konsumiert, als die Kontrollgruppen, und nach Crossover-Beobachtungen in Strafanstalten führt eine Verminderung des Milchkonsums zu einem signifikanten Rückgang des antisozialen Verhaltens[89:0305].
Thiaminmangel bei schlechten Ernährungsgewohnheiten fand man in einer beobachtenden Untersuchung bei Jugendlichen, die impulsiv, leicht reizbar, aggressiv, kritikempfindlich und leicht erregbar waren, was mit Thiamin-Supplementen (50 mg) gebessert werden konnte[89:0307].
Bei 4000 verhaltensgestörten Patienten wurden Symptome des Zinkmangels und verminderte Zinkwerte im Serum gefunden und vermutet, dass diese Patienten eine Zinkverwertungsstörung haben, die zu einer erhöhten Zinkausscheidung im Urin führt. Bei einer Untersuchung von aggressiven jungen Männern fand man eine signifikante Verminderung des durchschnittlichen Zink/Kupfer-Quotienten im Blut. Die Patienten sprachen letztlich auf Zink-Supplemente an, die mit L-Cystein (Zur Mobilisierung und Exkretion von Kupfer und Verbesserung der Zink-Resorption) und den Vitaminen C, B6 und E gegeben wurden [125,126].
Neuere Untersuchungen haben einen Zusammenhang zwischen Aggressivität und n-3-Fettsäuren ergeben. Angeregt durch die Beobachtungen dass niedrigen Cholesterolwerte mit Unfällen und aggressiven Handlungen verbunden zu sein scheinen, nicht aber an der Küste von Finnland, wo mehr Fisch konsumiert wird, wurden 355 Männer und Frauen auf eine Cholesterol-senkende Diät gesetzt, bei der der Fischkonsum erhöht wurde. Dabei beobachtete man eine Verminderung von aggressiven Feindseligkeiten und Depressionen. Die Hypothese, dass dies mit einer Verminderung des n-6/n3-Quotienten zusammenhängt, wurde an Affen bestätigt, deren aggressives Verhalten nach diätetischer deutlicher Erhöhung dieses Quotienten zunahm [120]. Serotoninmangel und verminderte Zufuhr von Tryptophan stehen in Zusammenhang mit mangelhafter Impulskontrolle und aggressiven sowie autoaggressiven Tendenzen. Eine Supplementierung mit 6-10 g Tryptophan kann bei pathologisch aggressiven Ptn. heilsam sein, besonders in Zusammenhang mit der Komponente von Angst und Aggressivität des depressiven Syndroms [89:0310f].
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A L K O H O L I S M U S
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Alkoholismus
Der die Opiatabhängigkeit vor allem bei Methadonbehandelten so häufig begleitende Alkoholismus ist eine besonders wichtige Problemkomponente der Behandlung. Da aber eine ausführliche Besprechung der nutriologischen Behandlung des Alkoholismus den hier gegebenen Rahmen sprengen würde, kann hier nur auf einige spezielle Aspekte eingegangen werden. Nachdem die hier besprochene Opioidabhängigkeit viele Komponenten der allgemeinen Mangelernährung mit dem Alkoholismus teilt muß deren Besprechung hier nicht wiederholt werden.
Eine Reihe von nutriologischen Faktoren können das Verlangen nach Alkohol reduzieren. So fand man, dass Ratten, die ein ausgewogenes Kontrollfutter erhielten, einen niedrigen Alkoholkonsum beibehielten, im Gegensatz zu den Tieren, die ein typisches teenager junk food bekamen und ihren Alkoholkonsum während der Untersuchung kontinuierlich erhöhten. Nach Supplementierung mit Coffein oder Kaffee erhöhten beide Gruppen ihren Alkoholkonsum signifikant. Die Resultate legen nahe, dass "es eine metabolische Kontrolle des Trinkverhaltens gibt, die für diätetische Faktoren sensibel ist"[89:0502].
Eine humane Untersuchung ergab einen schlagenden Beweis für diesen Gedanken: 32 Hypertoniker nahmen durchschnittlich 6.7 Monate lang durchschnittlich 62% ihrer Kalorien als Rohkost ein. 80% derjenigen, die rauchten oder Alkohol tranken, wurden spontan enthaltsam[89:0502].
Besonders interessant ist hier der Zusammenhang mit Azetaldehyd. Es gibt Belege dafür, dass der Abbau von Äthanol zu Azetaldehyd bei chronischen Alkoholikern beschleunigt ist, während der zweite Schritt des Abbaus von Azetaldehyd verlangsamt ist; daher ist das Azetaldehyd im Serum erhöht. Azetaldehyd nun kondensiert nachweislich mit Dopamin im Gehirn zu Tetrahydropapaverolin, einer morphinartigen Substanz, und man postuliert, dass sie die Alkoholsucht verursacht[89:0507].
Zu den Nutrienten, die die Azetaldehydkonzentrationen reduzieren, gehören Niacin und Niacinamid, Pantethin und Taurin.
Niacin hat sich bei der Behandlung von Alkoholikern und Süchtigen schon vor vielen Jahren als ungewöhnlich erfolgreich erwiesen, und es ist schwer verständlich, dass diese Tatsache immer wieder in Vergessenheit gerät. So reduzierte die Niacin-Supplementierung einer großen Serie von Patienten, die mit schweren Bewustseinstörungen oder Delirium und Zahnrad-Rigidität der Glieder mit unkontrollierbaren Greif- und Saugreflexen aufgenommen worden waren, und von denen die Hälfte Zeichen eines Niacin-Mangels zeigte, die Mortalität von 90% auf 14% [127].
507 Alkoholiker wurden 5 Jahre lang mit täglich 3 g oder mehr Niacin behandelt. Die Resultate lassen vermuten, dass 30% der Alkoholiker und 50-60% der "organischen" Alkoholiker von der Supplementierung profitierten. Sie zeigten sowohl eine Verminderung der Symptome als auch weniger Rezidive [128].
Cleary berichtet über die intravenöse Anwendung von 1 g Niacin mit 25 mg Thiamin 2mal täglich zur schmerzlosen Entzugsbehandlung von Alkoholikern und Morphinisten [129]. Er selbst konnte das Verlangen nach Alkohol und Drogen bei Patienten, die 3-4 Wo. lang 500-1000 mg/die erhielten, erfolgreich behandeln. Wurde das Niacin abgesetzt, trat das Verlangen wieder auf [130]. Es kommt also nicht unerwartet, dass man mit der Supplementierung von Niacin in einer Süchtigenpopulation gute Erfahrungen macht.
Die erste Einnahme von Niacin muss wegen der bekannten Flush-Reaktion unter Beobachtung erfolgen. Bei Patienten, die den Flush nicht vertragen, kann man Inositolhexanicotinat (Nicolip®) dafür einsetzen [131].
Die Supplementierung mit 2-3mal 300 mg Pantethin kann die Nebenwirkungen von Azetaldehyd durch die Erhöhung der Aldehyddehydrogenase-Aktivität, des Enzyms, das Azetaldehyd abbaut, reduzieren[89:0521]. Auch in einer neueren schwedischen Untersuchung wird die Verwendung Pantethin empfohlen [132].
Taurin hat in vitro die Aldehyddehydrogenase-Aktivität aerhöht, im Tierversuch die Azetaldehydkonzentrationen vermindert und in einer Dosierung von 3 g/die die Alkoholentzugssymptome gebessert [89:0518]
Die Zufuhr von Glutamin hat im Tierversuch den Alkoholkonsum um ein Drittel vermindert. In einer Doppelblind-Crossover-Untersuchung berichteten 9/10 Versuchspersonen nach 6wöchiger Einnahme von 1g L-Glutamin pro Tag, dass Glutamin das Verlangen zu trinken vermindere, die Angst dämpfe und den Schlaf verbessere. 2 oder 3 Versuchspersonen verhielten sich auch nach dem Plazeboersatz weiterhin gut, aber keine der Versuchspersonen reagierte positiv auf Plazebo, wenn sie nicht zuvor positiv auf Glutamin reagiert hatte[89:0518]. In den 60er Jahren wurde diese Arbeit in Italien, Schweden und Frankreich repliziert [133]. Glutamin ist als Pulver erhältlich und angenehm einzunehmen.
Auch die Schwere der Alkohol-Entzugssymptome (AES) kann mit nutriologischen Mitteln sehr wirksam reduziert werden, vor allem mit Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB), die in einer neuen randomisierten vergleichenden Blinduntersuchung hinischtlich der AES so wirksam war, wie Benzodiazepine, aber effektiver in Bezug auf die Linderung von Angst, Agitation und Depression [134]. In der Nachbehandlungsphase für etwa 6 Monate in einer Dosis von 50 mg/kg gegeben führte GHB bei 78% von 179 Patienten zu völliger Alkoholabstinenz, bei signifikanter Verminderung des Verlangens nach Alkohol. Nach dem Absetzen von GHB blieben 24% der Patienten ein halbes, 17 % ein Jahr lang abstinent [135]. GHB führt zu einer prompten Verminderung von Tremor, Schweiß, Übelkeit, Depression, Angst und Unruhe. Als Nebenwirkung ist vor allem an vermindertes Bewusstsein bis zu benigner Bewusstlosigkeit (GHB wurde als Anästhetikum Somsanitw® zugelassen) und an Missbrauch zu denken; Entzugssymptome konnten mit Benzodiazepinen in kurzer Frist völlig überwunden werden [136].
Die denkbare Bedeutung bestimmter essentieller Fettsäuren für den Stoffwechsel von Alkoholkern formulierte Horrobin 1980 in einer Hypothese: Alkohol blockiert die Umwandlung von Linolsäure (LA) zu Gamma-Linolensäure (GLA) und fördert die Umwandlung von Dihomo-Gamma-Linolensäure (DGLA) zu Prostaglandin E1 (PGE1); das Resultat ist ein Mangel an GLA, die durch Nachtkerzenöl (NKÖ) ersetzt werden kann. Supplementierung mit NKÖ kann die Alkohol-Toxizität theoretisch verhindern und, durch eine Verhinderung einer Toleranzentwicklung infolge von DGLA-Verarmung, auch die Entwicklung der Alkoholsucht [137].
Tatsächlich konnte man mit NKÖ die Schwere des Enzugssyndroms bei Alkoholikern vermindern. Bei 21 Patienten im Alkoholentzug, die in einer plazebokontrollierten Doppelblinduntersuchung 3 Wochen lang NKÖ erhielten,fand man im Vergleich zu den Kontrollpersonen 1.) eine signifikant schnellere Rückkehr der Leberenzyme in Richtung Normalwerte; 2.) war die Dosis Diazepam, die zur Erleichterung der Entzugssymptome der behandelten Ptn. benötigt wurde, signifikant geringer; 3.) fand man eine mäßige, aber konsistente Erniedrigung der Bewertungspunkte für die Schwere des Entzugssyndroms; und 4.) wurden die kognitiven Leistungen bei einem der psychomotorischen Tests signifikant besser [138].
In einer Reihe von späteren Tierversuchen wurde diese Vorstellung im Prinzip deutlich bestätigt, NKÖ bzw. eine andere Quelle für GLA kann die Folgen des Alkoholmissbrauchs wirksam mildern[139:1-4], und mit der verbesserten Labordiagnostik im Detail spezifiziert. Allgemein ausgedrückt senkt Alkohol die LA-konzentrationen im Blut und induziert oder verstärkt Symptome des Mangels an essentiellen Fettsäuren, blockiert die Umwandlung von LA in Metaboliten, die für die Hirnstruktur wichtig sind, und beschleunigt die Konversion von DGLA in Prostaglandin E1[139:6]. Bei einer kontrollierten Untersuchung von habituell gewalttätigen, impulsiven Straftätern, von denen jeder Probleme mit dem Alkoholmißbrauch hatte, wurden im Vergleich mit den Kontrollpersonen folgende Befunde erhoben: bei allen Straftätern erhöhte DGLA und erhöhte Ölsäurewerte, bei wechselhaft impulsiven Persönlichkeitsstörungen fand
man eine verminderte LA, die hohen DGLA-Werte korrellierten mit niedrigen Cholesterolwerten und der PGE1/DGLA-Quotient war vermindert. Bei den gewalttätigen antisozialen Persönlichkeitsstörungen fan man erhöhte Werte für die Arachidonsäure-Metaboliten PGE2 und TxB2. Hohe DGLA-Werte in den Phospholipiden korrelierten mit der Anzahl registrierter Gewalttaten und gewalttätigen Suiziden [139:5].
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A N G S T
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TEIL 5
Angst Angst und Panikattacken können mit erhöhten Lactat-Konzentrationen im Blut in Zusammenhang stehen. Das Verhältnis Lactat/Pyruvat wird durch Alkohol, Kaffee und Zucker erhöht und durch Thiamin, Niacin oder Magnesium vermindert [89:0901]. Tatsächlich gehört Angst zu den typischen Symptomen der Hypoglykämie und kann daher oft erfolgreich wie diese behandelt werden.
Kaffee kann über seine Rolle bei der Glucoseregulierung hinaus eine direkte Ursache von Angst sein, bei manchen Leuten schon in normalen Mengen. Während die Halbwertszeit für Coffein normalerweise zwischen 3 und 6 Stunden liegt, sind Variationen um das fünffache beobachtet worden. Sowohl bei Patienten mit Angstzuständen als auch bei Patienten mit Panikattacken wurde eine höhere Sensibilität für Coffein gefunden [148].
Niacinamid, nicht Niacin, passiert die Blutliquorschranke sehr leicht und wird durch ein hochaffines Akkumulationssystem in die Hirnzellen aufgenommen [118:112]. Im Tierversuch zeigte Niacinamid konfliktlösende, antiaggressive, muskelrelaxierende und hypnotische Wirkungen mit einer Wirksamkeit ähnlich der von Benzodiazepinen [89:0904] In der klinischen Anwendung war Niacinamid besonders bei Patienten mit Angstzuständen infolge einer Hypoglykämie hilfreich, in Dosierungen von 2mal 500 bis 3mal 1000 mg [115].
Vitamin B-Komplex spielt bei Angstzuständen eine Rolle. Von 12 Ptn. mit Agoraphobie hatten 7 einen Mangel an Thiamin, 6 an Vitamin B6, 3 an Niacin, 3 an Vitamin B12, 2 an Folsäure, und einer an Riboflavin. Hospitalisierte Alkoholiker, die täglich je 1 g Vitamin C und Niacin, sowie je 200 mg Vitamin B6 und Vitamin E und keine anxiolytischen Medikamente erhielten, zeigten nach 21 Tagen im Vergleich zur Plazebo-Gp. signifikant weniger Angst [89:0904]. Magnesiummangel, der in der Population von Süchtigen vermutlich häufig ist, steigert den Lactat/Pyruvat-Quotienten und steht gewöhnlich in Zusammenhang mit Angst [98:0905]. Bei Angst in Zusammenhang mit einem prämenstruellen Syndrom (PMS) haben sich 200 mg Magnesium mit 50 mg Vitamin B6 als wirksam erwiesen [149] und sollten zusammen mit Calcium gegeben werden [150].
Während sicher ist, dass der Neurotransmitter Serotonin (5HT) in der Ätiologie und Behandlung von Angst und Panik eine Rolle spielen, sind die Details nicht abschließend geklärt, und im Einzelfall nicht sicher vorauszusagen ob eine Behandlung mit den Serotonin-Präkursoren L-Tryptophan (LT) und 5-Hydroxytryptophan erfolgreich sein wird [151]. Eine Reihe von jüngsten Untersuchungen mittels akuter Tryptophandepletion (ATD) - durch ein LT-freies Aminosäuregemisch können die LT-Werte im Plasma um mehr als 80% gesenkt werden [151:4] - haben gezeigt, dass Patienten mit Panikstörungen, tendenziell auch Frauen, nach ATD auf spezielle Belastung mit erhöhter Angst und vermehrten Panik-Attacken reagieren [151:2, 4, 7, 8]. Die Belastung erfolgte dabei mit simulierter öffentlicher Rede oder CO2-Beatmung.
Die nicht eindeutig geklärte Wirkung von LT bei Angstsyndromen ist in Zusammenhang mit der Hypothese von Graeff und Deakin zu sehen, dass Serotonin das Panik-Angst-Syndrom im periaqueductalen Grau inhibiert, auf der Ebene von Strukturen im mittleren Temporallappen aber das Auftreten von allgemeiner und konditionierter Angst erleichtert [151:2, 4, 35, 36]. Die Hypothese ist mehrfach bestätigt worden [151:3, 6].
In den letzten Jahren wurde auch Inositol erfolgreich zur Behandlung von Angstsyndromen eingesetzt. Inositol, ein natürlich vorkommendes Isomer von Glucose, ist eine Schlüsselsubstanz des Phophatidyl-Inositol-Zyklus, der von mehreren serotonergen, noradrenergen und cholinergen Rezeptoren als second- messenger System verwendet wird. In Dosierungen von 12 bis 18 g hat sich die wohlschmeckende Substanz in einer Reihe von plazebokontrollierten Untersuchungen bei Behandlung von Depressionen, Panikstörungen und Zwangsneurosen als wirksam erwiesen, so wirksam wie Imipramin, aber mit minimalen Nebenwirkungen [151:61-68]
Die Benzodiazepinen gleichwertige anxiolytische Wirkung des in Deutschland mit vielen Präparaten vertretenen Kava Kava (Piper methysticum) wurde seit 1991 in 2 plazebokontrollierten und einer beobachtenden Untersuchung und 5 Übersichtsreferaten übereinstimmend festgestellt und betont, dass deren Anwendung wegen fehlender Toleranzbildung und Suchtgefahr zu bevorzugen sei [153]. Die aktiven Substanzen, Kavapyrone, bzw. -Lactone zeigen neben den anxiolytischen auch analgetische und anaesthetische Wirkung via nicht-opiatspezifische Leitungsbahnen, und via Na-Kanalrezeptoren eine antiepileptische Wirkung. Ihre GABA-Rezeptoren-Bindungskapazität war kontrovers. In vitro blockierten sie die Noradrenalin-Rückaufnahme [153:5].
Die Dosierung betrug 3mal 50-70, bzw. 3mal 100 mg Kava-Lactone. Die im Vergleich signifikante Wirkung wurde nach einer, bzw. Nach 8 Wochen festgestellt. Die Toleranz war gut, man beobachtete keine einschläfernde Wirkung und keine signifikanten Nebenwirkungen. Unabhängig von diesen Untersuchungen wurde die Beobachtung von zwei Fällen ätiologisch ungeklärter akuter nekrotisierender Hepatitis mitgeteilt, die sich nach Absetzen von Kava rasch normalisierten [153:4].
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Die Schizophrenien
Da das Problem komorbider Schizophrenien deutlich seltener als bei den bisher besprochenen Störungen ist, soll hier nur auf einige wichtige Gesichtspunkte eingegangen werden.
Eine therapeutische Wirkung von Megadosen wurde für die Vitamine C und B3 in kontrollierten, für Vitamin B6 in nicht kontrollierten Untersuchungen erwiesen. 10 bis 30% hospitalisierter psychiatrischer Patienten hatten einen Mangel an Folsäure. Folsäure spielt als Kofaktor der Umwandlung von N-6-Fettsäuren in Prostaglandine und beim Abbau von Homozystein eine Rolle, die beide in Zusammenhang mit Schizophrenien stehen. Durch Supplementierung mit Folsäure konnte unter Doppelblindbedingungen eine signifikante Besserung von Schizophrenien nachgewiesen werden. In Bezug auf Mineralien wurde für Mängel an Magnesium, Zink und Selen ein Zusammenhang mit Schizophrenien erwiesen [118].
Interessanterweise stehen die bisher genannten Nutrienten alle als Kofaktoren in Zusammenhang mit dem Stoffwechsel der essentiellen Fettsäuren, der in den letzten Jahren ins Zentrum der Schizophrenieforschung gerückt ist [154].
Zu den konsistentesten klinischen Befunden dieser Forschung gehören Veränderungen der Zusammensetzung der Fettsäuren in den roten Blutkörperchen, der Nachweis eines erhöhten Phospholipid-Stoffwechsels mittels Kernspinresonanz und die therapeutische Wirkung der Supplementierung mit n-3-Fettsäuren bei bestimmten Formen der Schizophrenie. Bei Schizophrenien mit einer Plussymptomatik findet man in den Phospholipiden der Erythrozytenmembranen vermehrt langkettige ungesättigte und wenig gesättigte Fettsäuren, bei Patienten mit Minussymptomatik umgekehrt eine schwerwiegende Verminderung der Arachidonsäure (AA) und der Docosahexaensäure (DHA) und eine Erhöhung der gesättigten Fettsäuren in den Phospholipiden der Erythrozytenmembranen [155].
Die Verminderung der langkettigen Fettsäuren scheint die Folge einer erhöhten Aktivität der Phopspholipase A2 zu sein, die auf einfache Weise mit dem Niacin-Test feststgestellt werden kann. Das Auftreten der typischen Flush-Reaktion nach Gabe von z.B. 200 mg Niacin ist nämlich an eine Prostaglandin-D2-vermittelte Vasodilatation gebunden. Bei niedrigen Werten der Arachidonsäure, dem Vorläufer von Prostaglandin D2, fehlt diese Reaktion, und der Übergang vom Fehlen zum Wiederauftreten des Niacin-Flush während einer 6monatigen Supplementierung kündigte sich, unabhängig von ihrer Natur, durch einen Anstieg der Arachidonsäure an. Der Niacin-Test ist daher ein sehr preiswerter funktioneller Test zur Feststellung eines abnormen Fettsäurestoffwechsels und den Bedarf an korrigierender Supplementierung [118].
Zu den therapeutischen Maßnahmen gehören die Zufuhr von Arachidonsäure und Docosahexaensäure, um den erhöhten Abbau in den Membranen zu kompensieren, oder weniger wirksam, durch die Gabe von Gammalinolensäure oder Dihomogammalinolensäure für AA, bzw. Alphalinolensäure oder Eicosapentaensäure für DHA [156]. Die beobachteten Besserungen nach Supplementierung mit n-3- und n-6-Fettsäuren traten im Verlauf von Wochen und Monaten ein [118, 154]. Ein weiteres neueres Mittel zur Besserung der Minussymptomatik von schizophrenen Patienten ist Glycin. Glycin ist ein obligatorischer Coagonist des N-methyl-D-aspartat (NMDA) -Rezeptorkomplexes und potenziert die NMDA-mediierte glutamatergische Neurotransmission, deren Störung eine wichtige Rolle bei der Pathophysiologie der negativen Symptome der Schizophrenie spielen kann.
In einer Dosierung von 0.8 g/kg führte Glycin in einer Reihe von plazebokontrollierten Untersuchungen vor allem zu einer Besserung der Minusymptomatik, aber auch zu einer Verminderung depressiver und kognitiver Symptome. Die deutlichsten Besserungen sah man bei den negativen Symptomen der Patienten mit den anfänglich niedrigsten Lysinkonzentrationen. Die Plussymptomatik und die allgemeine Psychopathologie blieben unverändert. Glycin wurde gut vertragen, erhöhte Konzentrationen von Glycin im ZNS könnten aber infolge einer exzitatorischen Toxizität durch überhöhte Aktivität des NMDA-Rezeptorkomplexes zu Nebenwirkungen führen, besonders bei einer Subpopulation schizoaffektiver Patienten [118, 157].
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N A H R U N G S M I T T E L U N V E R T R Ä G L I C H K E I T E N
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Nahrungsmittel- Unverträglichkeiten
Obwohl in PubMed [110] keine Arbeiten über Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (NU) in Verbindung mit Opioidabhängigkeit und nur einzelne in Verbindung mit Alkoholismus zu finden sind, ist damit zu rechnen, dass NU bei vielen der hier besprochenen Abhängigen eine wichtige Rolle spielen. Die Zusammenhänge von NU mit dem Alkoholismus sind von Randolph zuverlässig nachgewiesen [158] und, wie die NU allgemein, anschaulich dargestellt worden [159].
In Tabelle 3 wurde schon auf die Zusammenhänge zwischen NU und einigen mit der Sucht assoziierten Krankheiten hingewiesen: Aggressives Verhalten, AIDS, Alkoholismus, Allergie, Angst, Depression, Erschöpfungssyndrom, Hypoglykämie, Schizophrenie und Schlaflosigkeit. Das kann hier ergänzt werden in Bezug auf Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktiviät [89:1404], bipolare Depression [89:2301], Kopfschmerzen [89:5504], Lernstörungen [89:5702] und Schmerzen [89:8702], die in dieser Population auch vorkommen können. Weitere Hinweise finden sich im neuen Textbook von Werbach [118:76, 85, 102, 382, 691-2]. Die Frage, ob eine Störung oder ein Symptomenkomplex be einem Patienten auf NU zurückgeführt werden kann, ist vor allem anamnestisch zu klären. Zur Erleichterung der Anamnese kann man sich an die in Tab. 4 (Seite 67) aufgeführten Fragen halten oder sie dem Patienten zur Beantwortung vorlegen.
Ergibt sich aus der Anamnese ein hinreichender Verdacht auf NU, müssen die Unverträglichkeiten im einzelnen geklärt werden, am zuverlässigsten durch eine Elimination aller in Frage kommenden (i.e. regelmäßig konsumierten) Nahrungsmittel (klassifiziert nach Pflanzen bzw. Tieren), um die Adaptation zu überwinden für fünf Tage, und anschließende Testung der einzelnen weggelassenen Nahrungsmittel durch orale Provokation. Nach dem Fortfall der Adaptation sollten die Ergebnisse eindeutig sein [89:N700].
Die Vermeidung der symptomproduzierenden Nahrungsmittel ist die primäre Behandlungsmethode. Allerdings muss der Behandelnde beachtliche Fähigkeiten entwickeln, seine Patienten anzuleiten, die dazu nötigen Schritte zu tun. Einige werden schon damit praktisch symptomfrei. Für andere ist die ausreichende Vermeidung aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Sie brauchen daher zusätzliche Hilfe.
In den angelsächsischen Zentren für klinisch-ökologische bzw. umweltmedizinische Behandlung werden neben der Vermeidung zwei sehr erfolgreiche Methoden der spezifischen Prophylaxe durch Injektion niedrigdosierter Allergene angewandt: die Neutralisation nach Miller [161] und die enzympotenzierte Desensibilisierung (EPD) nach McEwen [162, 163]. Leider gibt es bei uns bisher nur wenige Ärzte, die diese Methoden anwenden [164]. Da ihre Erfolge aber eindeutig sind und im Fall der Neutralisation prompt eintreten, lässt sich denken, dass sie auch bei uns noch eine verbreitete Anwendung finden.
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Chemikalien-Unverträg- lichkeit
In Zusammenhang mit NU findet sich nur allzu oft auch eine spezifische Unverträglichkeit von Chemikalien, die in der Literatur als multiple chemische Sensibilität (MCS) bekannt ist. MCS ist eine erworbene, durch rekurrierende Symptome multipler Organsysteme charakterisierte Störung, die durch Provokation mit vielen chemisch nicht verwandten Verbindungen in Dosen demonstrierbar sind, die weit unter denen liegen, die bei normalen Personen nachweisbar schädliche Wirkungen zeigen. [170] MCS kommt bei Drogenabhängigen sicher häufiger vor. [171] Zu den wesentlichen Aspekten der Behandlung gehören: 1. die Achtung auf gute Luft, reines Wasser und nicht kontaminierte Nahrungsmittel, 2. die Identifikation der Substanzen, auf die der Patient sensibel ist mit anschließend a) verbesserter Vermeidung und b) spezifischer Prophylaxe um die Reaktivität des Patienten auf diese Substanzen zu vermindern, 3. die Untersuchung und Verbesserung des Ernährungsstatus, um die Fähigkeit zur Detoxifikation zu verbessern und die Produktion freier Radikale zu vermindern, 4. die sorgfältige Behandlung begleitender Krankheiten wie Infektionen, Immunstörungen u.a. sowie 5. Unterstützung des Patienten bei psychologischen, sozialen und emotionalen Problemen. [172]
Zur Verbesserung des Detoxifikationsvermögens bei Belastung mit freien Radikalen wurden folgende Mittel und Tagesdosen empfohlen: Vitamin C 2g (oder mehr)*, Vitamin E 1.2g, Selen 200 μg, Betacarotin 25mg, Natrium/Kalium-Hydrogencarbonat (2/1) ca. 4g, Magnesiumcitrat 15g*, Calciumcitrat 9g*, Zink 15 mg, N-Acetylcystein 1,5g, Glutathion 600 mg i.m. (Tationil®), Taurin 2g, DL-Methionin 2g und Coenzym Q10 100 mg. [173
*) zusammen mit Vitamin C ad lib. in 1.5 l Tee oder verd. Fruchtsaft über den Tag verteilt (entspricht 1200 mg Mg u. 1800 mg Ca)
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E R S C H Ö P F U N G S S Y N D R O M
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Erschöpfungssyndrom
Das chronische Erschöpfungs- bzw. Müdigkeitssyndrom (CFS) ist charakterisiert durch persistierende oder rezidivierende Müdigkeit oder leichte Ermüdbarkeit, die bei Bettruhe nicht verschwindet, schwer genug ist, um die durchschnittliche tägliche Leistungsfähigkeit um ≥50% einzuschränken und durch andere chronische Erkrankungen nicht befriedigend erklärt werden kann. Es geht mit einer Reihe von begleitenden Symptomen einher, von denen Konzentrationsschwierigkeiten, Kopf- und Halsschmerzen, dolenten Lymphknoten, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fiebrigkeit und Schlafstörungen mit mehr als 70% angegeben werden. Über seine Entstehung existieren zahlreiche umstrittene Hypothesen. Übereinstimmung besteht aber darin, dass es oft postinfektiös ist, in Zusammenhang mit immunologischen Störungen auftritt und in der Regel von einer Depression begleitet wird. Das Syndrom ist häufig.
Da es keine spezifischen diagnostischen Tests für CFS gibt, handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose [174]. Nachdem in PubMed bei 9618 Zitaten für das Stichwort Opioid Related Disorders und 1713 für Fatigue Syndrome, chronic keines für deren Kombination gegeben wird, ist anzunehmen, dass im Falle des Auftretens von chronischer Erschöpfung mit anderen typischen Symptomen von CFS bei Opioidabhängigen die Symptomatik der Drogenabhängigkeit zugerechnet wird. Nach unseren Überlegungen ist aber auch eine umgekehrte Kausalität möglich. Deshalb soll im Folgenden kurz referiert werden, welche therapeutischen Mittel in der nutriologischen Medizin für CFS referiert werden.
In einer Doppelblindstudie besserten sich 80% der Patienten nach Magnesiuminjektionen; bei 47% verschwand die Erschöpfung komplett, im Vergleich zu 18% nach Plazeboinjektionen. Sieben Studien über die Behandlung des Erschöpfungssyndroms in den sechziger Jahren und jüngere klinische Erfahrungen sprechen für die orale Anwendung von Kalium und Magnesium als Aspartat (Thromcardin® und Trophicard-Köhler) [90].
Nach klinischen Erfahrungen sind die Erfolge bei Verwendung von Myer’s Cocktail besser als die bei Magnesium-Injektionen allein. Etwa die Hälfte der CFS-Patienten zeigten definitive, manchmal dramatische und einige bleibende Besserung. Manchmal genügen auch die weniger aufwendigen Injektionen von Vitamin B12 kombiniert mit oralen Vitaminen [148].
Die klinischen Erfolge der Injektionsbehandlung konnten mit individuell nach den Ergebnissen von Blutanalysen bestimmten Dosierungen von Aminosäuren verbessert werden [148].
Nachdem eine Reihe von Untersuchungen von CFS-Patienten oft niedrige Werte von Cortisol und/oder DHEA ergeben haben, wird bei Patienten mit niedrigen Werten eine Hormonersatzbehandlung mit physiologischen, d.h. kleinen, viermal täglich gegebenen Dosen von Cortisol [175], und physiologischen Dosen von DHEA empfohlen [148].
Bei Patienten mit CFS und und Symptomen wie kalten Händen und Füßen, Obstipation, trockener Haut, Haarverlust, Flüssigkeitsretention und unregelmäßigen Menses kann auch eine subklinische Hypothyreose vorliegen, die anhand der axillaren Basaltemperatur festgestellt und mit Schilddrüsenhormon [111] behandelt werden kann [148].
Einige Patienten mit CFS leiden auch an Nahrungsmittel- und/oder Chemikalien-Unverträglichkeiten und können durch deren Behandlung gebessert werden.
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S C H L A F L O S I G K E I T
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Schlaflosigkeit
Schlafstörungen sind zunächst ein charakteristischer initialer Effekt verschiedener Opiate und bei Morphin, nicht aber Methadon auch typisch bei deren längerfristiger Anwendung [176]. Dann aber spielt Schlaflosigkeit eine sehr wesentliche Rolle während des Entzugs von Opioiden [177], mehr bei neuroelektrischer Therapie als bei schrittweiser Detoxifikation mit Methadon, und in beiden Fällen noch längere Zeit danach. Eine wirksame Behandlung der Schlaflosigkeit ist deshalb von großer Bedeutung.
Benzodiazepine, die am häufigsten gegen Schlafstörungen verschriebenen Mittel, führen zur Abhängigkeit, werden, wie anfangs schon referiert, von den Opioidabhängigen bereits in großem Umfang missbraucht, und vermindern die nächtliche Sekretion von Melatonin, des Hormons, das den zirkadianen Schlaf-Wachrhythmus regelt [178]. Melatonin verbesserte beim Absetzen von Benzodiazepinen in einer Doppelblinduntersuchung die Schlafqualität signifikant: 14/18 Patienten, die abends 2 mg Melatonin erhielten, konnten die Benzodiazepine absetzen, im Vergleich zu 4/16 auf Plazebo. Nach 6 Monaten war die Schlafqualität bei 19/24 aus der Gruppe von 34, die die Benzodiazepine absetzen konnten, gut [179]. In den letzten Jahren hat das wissenschaftliche Interesse an der schlaffördernden Wirkung von Melatonin zugenommen. Melatonin fördert einen normalen Schlaf, besonders bei Störungen des zirkadianen Rhythmus durch Schichtarbeit, jet lag oder Blindheit und im Alter, aber auch unabhängig davon bei gesunden Freiwilligen [180]. Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Die Wirksamkeit von Melatonin erhöht sich mit der Zahl der tagsüber im Freien verbrachten Stunden. In unserem Zusammenhang ist interessant, dass im Tierversuch die Gabe von Melatonin zusammen mit Morphin in der Induktionsphase das Auftreten von Toleranz und Abhängigkeit verhinderte [181]. Die Gabe von 2 mg Melatonin während der Entzugsbehandlung am Abend ist also sicher einen Versuch wert.
Die Gabe von Tryptophan bei Schlafstörungen ist eine gut etablierte nebenwirkungsfreie Behandlung, die manchmal schon in der ersten Nacht (1-15g), manchmal erst nach längerer Behandlung (2g), manchmal erst nach Absetzen der Behandlung wirksam ist, was in einer Intervall-Behandlung umgesetzt wurde [182]. Noch günstiger könnte die Behandlung mit Hydroxytryptophan sein [118].
Die Vermeidung von Kaffee und Süßigkeiten kann Schlafstörungen bessern, nachdem Coffein von einigen Individuen sehr langsam abgebaut wird und nächtliche Hypoglykämien nicht selten ursächlich für Schlafstörungen sind. Auch die Vermeidung von Alkohol und unverträglichen Nahrungsmitten kann günstig sein [118].
Eine Reihe von Untersuchungen sprechen dafür, dass Magnesium einen günstigen Einfluß auf Schlafstörungen haben kann, ebenso wie eine kaliumreiche Diät, und in einigen Fällen die Supplementierung von Thiamin sowie von Vitamin B12 [118]. Es ist also vorstellbar, dass Schlafstörungen bei einigen Opioidabhängigen die Folge einer allgemeinen Mangelernährung und mit dieser zu beheben sind.
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M U S K E L K R Ä M P F E & R E S T L E S S L E G S
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Muskelkrämpfe und rest- less legs
Auch die häufigen muskulären Symptome bei Opioidabhängigen stehen in Zusammenhang mit Ernährungsstörungen. So konnten Muskelkrämpfe (MK) durch Riboflavin behoben werden, das die neuromuskuläre Erregbarkeit reduziert, sowie durch Vitamin B6 und Vitamin B12 [89:6400f].
In einer Reihe von Untersuchungen hat sich die Supplementierung von Vitamin E als erfolgreich erwiesen, z.B. wurden 82% von 125 Patienten, von denen mehr als die Hälfte mehr als 5 Jahre unter MK gelitten hatten, binnen etwa einer Woche symptomfrei, während sich weitere 16% besserten [89:6401].
Die Behandlung von MK mit Calcium ist populär, die meisten Untersuchungen betreffen aber Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft, vermutlich wegen der endokrinen Dysregulation des Calciumgleichgewichts. Von Magnesium kann man ein deutliches, zum Teil promptes Nachlassen der MK erwarten [89:6402].
Die bei Leberzirrhose häufigen MK können durch Taurin (3x6g) behoben werden [118].
Von 350 Patienten mit schweren Symptomen von MK oder restless legs litt die überwiegende Mehrheit außerdem an einer funktionellen Hypoglykämie. Bei den allermeisten dieser Patienten schwanden die Symptome mit einer proteinreichen, zuckerfreien Diät, und Rezidive waren gewöhnlich die Folge von Diätfehlern [89:8100].
Restless legs (RL) können in Zusammenhang mit einem Mangel an Folsäure stehen und auf Supplementierung verschwinden [89:8100]. Bei 7/9 Patienten mit RL konnten die Beschwerden durch Vitamin E geheilt, bei den übrigen gebessert werden [89:8101].
Bei 25% der Patienten mit RL fand man ein niedriges Serum-Eisen, und umgekehrt bei 24% von Patienten mit einer Eisenmangelanämie RL. Die Symptome können sich nach einer Eisenbehandlung manchmal dramatisch bessern [89:8101]. Bei entsprechenden Laborwerten der Patienten mit RL sollte man daher Eisen supplementieren.
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H E P A T I T I S C
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Hepatitis C
Hepatitis C entwickelt sich zur führenden Begleitkrankheit des intravenösen Drogenabusus. Die medizinische Standardbehandlung, die Kombination von Interferon mit Ribaverin, hat einen bleibenden therapeutischen Erfolg von nur 28-66%, erhebliche Nebenwirkungen, eine Reihe von Kontraindikationen und einen extrem hohen Preis. Einer wirksamen therapeutischen Alternative gebürt daher besondere Aufmerksamkeit.
Oxidativer Stress und Lipidperoxidation spielen eine wesentliche Rolle bei der Nekrose von Leberzellen und können zur Aktivierung der Sternzellen führen, die bei der Fibrogenese und letztendlich Zirrhose der Leber von entscheidender Bedeutung sind [140]. Durch Gabe von Vitamin E (1200 IE/die) konnte man die Fibrogenese-Kaskade, die vorher bei 6 gegenüber Interferon refraktären Patienten mit Hepatitis C beobachtet wurde, unterbinden [141]. Auch der Aminotransferase-Status konnte bei 48% der Interferon-refraktären Patienten durch Antioxidantien (800 IE Vitamin E, 1.8 g N-Acetylcystein und 400 μg Selen pro Tag) gebessert werden [142] und die Kombination von Vitamin E mit Interferon führte zu einer Verdoppelung der Erfolgsrate gegenüber Interferon allein [143]. Allerdings konnte der Erfolg einer wiederholten Interferonbehandlung bei vorher schon refraktären Patienten durch die Kombination von Interferon mit Antioxidantien nicht verbessert werden [144]. Auch 3x600 mg N-Acetylcystein erhöhten den Erfolg der Interferonbehandlung [145].
Ein anderer Mechanismus liegt dem Erfolg der oralen Enzymbehandlung mit Phlogenzym zugrunde. Nachdem gezeigt wurde, daß hydrolytische Enzyme Immunkomplexe und damit vermutlich die Zerstörung von Leberparenchym vermindern, Makrophagen und NK-Zellen aktivieren und durch Reduktion von hyperaktivierten T-Zellen Autoimmunreaktionen vermindern können, wurden je 20 Hepatitis-C-Patienten mit Phlogenzym, α-Interferon, Ribaverin und Leber-Support behandelt. Ein wesentlicher Erfolg, gemessen an der Verminderung der Aminotransferasen und der klinischen Bewertung, wurde nur mit Phlogenzym und Interferon erzielt, mit Phlogenzym sogar bessere Resulate als mit Interferon [146].
Eine Reihe von weiteren nutriologischen Maßnahmen sind vielversprechend, nachdem sie bei anderen Lebererkrankungen und Hepatitiden Erfolge gezeigt haben. So von den Phytopharmaka vor allem das vielseitig wirksame Silibinin, grüner Tee und Glycirrhizin [147], von den Nutrienten vor allem hohe Dosen von Vitamin C, Vitamin B12 i.m. und Catechin, sowie Selen und Taurin [90].
Bei akuter Virus-Hepatitis ist von der folgenden intravenösen Behandlung eine dramatische Besserung zu erwarten:
Antivirale Hepatitis-Behandlung nach Jonathan Wright [90]
Ascorbinsäure (500 mg/ml) 150 ml Selen (200 μg/ml) 2 ml Calciumgluconat (10%) 30 ml B-Komplex 100 5 ml (je 100 mg B1 u. B3, und je 2 mg B2, B5 u. B6/ml) Hydroxocobalamin (1000 μg/ml) 3 ml Magnesiumsulfat (50%) 4 ml Vitamin B6 (100 mg/ml) 3 ml Na-Hydrogencarbonat (8,4%) 10-12 ml (wenn wegen Venen-Irritation nötig) steriles Wasser 450 ml
Infusion über 3-4h, große Vene benutzen. Zwischendurch Vitamin C oral bis zur Darmtoleranzgrenze.
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H I V - I N F E K T I O N U N D A I D S
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HIV-Infektion und AIDS
Die neuere Literatur zu nutriologischen Einflüssen auf den Verlauf der HIV-Infektion ist sehr umfangreich. Werbach zitiert knapp 90 Arbeiten, 62 davon aus den Jahren 1990-96, 5 aus 1997-98, in PubMed [110] finden sich zu AIDS und Nutriton z.Zt. 537 Arbeiten, davon 125 aus den Jahren 1997-2000: nutriologische Fragen spielen also bei diesem Krankheitsbild eine Rolle. Im folgenden soll im Prinzip die Darstellung von Werbach mit einigen aktuellen Ergänzungen referiert werden.
Bei AIDS-Kranken ist nicht nur oft die Diät unzureichend, es gibt auch substantielle Gewichtsverluste infolge von metabolischen Störungen und Malabsorption. Die Gefahren sind ernst und der Ernährungsstatus stellt eine wesentliche Determinante des Überlebens dar. Die meisten HIV-positiven konsumieren eine inadäquate Diät mit weniger als 50% der RDA für mindestens einen Nutrienten.
Die Vitamin-A-Werte sind oft vermindert, sinken ab bei wiederholten chronischen Infektionen und stehen in Zusammenhang mit einer Verminderung der T-Helferzellen. Eine Supplementierung ist hilfreich und führt u.a. zu einer Vermehrung der T-Zellen. Eine niedrige, aber auch eine sehr hohe Zufuhr von Vitamin A erhöht das Risiko einer Progression zum AIDS.
Die Homozysteinwerte können erhöht sein und u.a. zu einer erhöhten HIV-Replikation führen. Tatsächlich gibt es Anzeichen für einen Mangel in Bezug auf jeden der Homozystein-senkenden Nutrienten, Folsäure, Vitamin B6 und B12. Die Supplementierung von Vitamin B6 und B12 erhöht die Werte der T-Lymphozyten, und B6 kann das Risiko einer Progression zum AIDS wesentlich vermindern. Vitamin B12 und Folsäure können die hämatologische Toxizität von AZT vermindern.
Die Zufuhr von Thiamin, Riboflavin und Niacin korrelieren negativ mit dem Risko der Progression zum AIDS und für jedes dieser Vitamine fand man in der höchsten Quartile der Zufuhr bei Beobachtung über 8 Jahre eine verminderte Mortalität. Niacin wurde neuerdings als sekundärer AIDS-Verhütungsfaktor bei HIV-Infizierten in Betracht gezogen [165].
Auch die Vitamin-C-Werte im Plasma können bei ARC, AIDS und asymptomatischen HIV-positiven Patienten vermindert und das damit verbundene Risiko einer Progression erhöht sein. In vitro vermindert Ascorbat die virale Proteinproduktion in infizierten Zellen und extrazellulär die Stabilität der reversen Transkriptase. Die Zufuhr von Vitamin C in hohen Dosen bis zur Darmtoleranz hat in informellen Untersuchungen die Symptomatologie verbessert und den Rückgang der Killerzellaktivität und T-Helfer/T-Suppressor-Quotienten verlangsamt, ja diese sogar erhöht. Ebenso konnte man mit 4mal täglicher Anwendung einer Vitamin-C-Paste bei gleichzeitig gegebenen hohen oralen Dosen von Ascorbat Kaposi-Sarkome im frühen Stadien erfolgreich behandeln.
Es besteht eine Korrelation zwischen CD+Zellzählungen und Serumwerten von Vitamin D. Diese sind außerdem der wichtigste Marker für die Immundefizienz HIV-positiver Patienten und korrelieren mit der Progression zum AIDS und der Überlebenszeit.
Die Vitamin-E-Werte bei HIV-infizierten Patienten können vermindert sein und die Supplementierung kann die Immunkompetenz erhöhen und die Toxizität von AZT senken, sowie seine therapeutische Wirksamkeit erhöhen.
Die Notwendigkeit einer Supplementierung bzw. Ausschwemmung von Eisen durch Chelation muss durch Laboruntersuchungen geprüft werden.
Ein Mangel an Selen (Se) bei HIV-positiven Patienten ist häufig und steht in Zusammenhang mit der Pathogenese und Progression der Krankheit. Selen korreliert positiv mit den CD4-Zahlen und die Glutathion-Peroxidase, ein Selen-abhängiges Enzym, kann bei ARC- und AIDS-Patienten vermindert sein. Die Selen-Supplementierung hat vielfältig positive Wirkungen.
Ausreichende Zinkwerte scheinen für die Aufrechterhaltung der Immunfunktion und die therapeutische Wirkung von AZT wichtig zu sein, sind aber bei HIV-Patienten oft vermindert und können auch durch die Anwendung von AZT gesenkt werden. Die Supplementierung kann helfen die CD4-Werte zu erhöhen und die Entwicklung von Kaposi-Sarkomen und opportunistischen Infektionen zu vermindern.
L-Carnitin kann vermindert sein. Die Supplementierung kann die Immunfunktion und den Lipidstoffwechsel verbessern und die Schäden an den Mitochondiren und die Lipidakkumulation verhindern, die durch AZT induziert werden.
Die Betacarotinwerte sind bei HIV-Patienten oft vermindert und stehen in direkten Zusammenhang mit dem Überleben. Eine Supplementierung kann die CD4-Zellen vermehren und ihre Aktivität sowie die Glutathionkonzentrationen erhöhen.
Auch die Werte von Coenzym Q10 können bei ARC- und AIDS-Patienten vermindert sein. Die Supplementierung kann die CD4-Lymphozyten und den Helfer/Suppressor-Quotienten, sowie das Immunglobulin G erhöhen.
Cystein ist bei HIV-Patienten im Vergleich zu Normalpersonen oft vermindert und eine durch die Viren induzierte Cysteindefizienz kann bei der Progression zum AIDS eine Rolle spielen. Auch Glutathion kann bei HIV-positiven Patienten vermindert sein und durch die Gabe von N-Acetylcystein (NAC) normalisiert werden.
Es ist erwiesen, dass die Supplementierung von NAC die antikörperabhängige Zytotoxizität von Neutrophilen erhöhen und die HIV-Replikation sowie die Zytokin-vermittelte Kachexie inhibieren kann. Die NAC-Supplementierung kann die Progression von HIV-positiven Patienten zum AIDS verhindern und kachektischen AIDS-Patienten zu symptomatischer Besserung verhelfen. In einer Doppelblinduntersuchung überlebten Patienten mit sehr niedrigen CD4-Werten, die NAC erhielten, etwa zweimal so lange wie die Patienten in der Kontrollgruppe.
Da wiederholte Virus-Infektionen die Biosynthese von PGE1 und damit ein wichtiges System beeinträchtigen, das die T-Lymphozyten reguliert und Gammalinolensäure (GLA) und Eicosapentaensäure (EPA) eine Quelle natürlicher Agentien gegen die Verbreitung von Viren sind, kann es wichtig sein, HIV-Patienten mit dem GLA-haltigen Nachtkerzenöl und n-3-Fettsäuren zu supplementieren.
Manche AIDS-Patienten produzieren zu wenig Magensäure. Da dies zu einer mangelhaften Proteinverdauung und zur Malabsorption von Nutrienten führen kann, sollte die Supplementierung erwogen werden [166].
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E I N S U P E R N U T R I T I O N S P R O G R A M M
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Ein Supernutritions- programm
Die vorangehenden Übersichten über die Möglichkeiten einer nutriologischen Einflussnahme auf die bei Süchtigen häufigen Probleme - Depressionen, aggressives Verhalten, Alkoholismus, Angst, Nahrungsmittel- und Chemikalien-Unverträglichkeiten und manchmal Schizophrenien, Erschöpfungssyndrom, Schlaflosigkeit, Muskelkrämpfe und restless legs, sowie die Hepatitis und die HIV-Infektion - waren aus Platzgrünen leider sehr kurz gehalten. Wenn dadurch der Überblick verloren gegangen wäre, könnte das doch wieder einen tieferen Sinn erhalten. Denn wenn Tausende nötiger Funktionen des menschlichen Körpers auf jeweils individuell auch noch unterschiedliche Weise auf die vielen essentiellen Substanzen angewiesen sind, die wir mit unserer Nahrung zu uns nehmen müssen, dann kann wohl auch der Überblick im Detail verloren gehen, wo diese Ernährung schwer vernachlässigt wird. Wer könnte das für die Population von Süchtigen bestreiten? Und so lange der Korrektur der verheerenden Ernährung bei Behandlung dieser Süchtigen nicht ausreichende Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, kann man auch nicht viel Gutes erwarten.
Umgekehrt gesehen ist es daher in dieser Situation nicht unvernünftig, darauf zu vertrauen, dass sich mit einer wieder guten Ernährung die Komplikationen vermindern werden. Werden dazu noch die teils schon erwiesenen, teils zu erwartenden individuellen Bedarfsvarianten bedacht, die bei diesen Kranken eine wesentliche Rolle spielen können, sollte es doch bei vielen von ihnen zu einer deutlichen Besserung kommen.
Im Folgenden sollen noch einige eher praktisch gemeinte Hinweise zu einem auf Entzug aller Drogen hin ausgerichteten Supernutritionsprogramm für chronisch Oopioidabhänge folgen.
Zunächst einige allgemeine Richtlinien, beginnend mit einer kurzen Anweisung zum allerwichtigsten, der Ernährung selbst:
Nimm eine große Vielfalt gesunder Nahrungsmittel zu Dir und suche alles zu vermeiden, was Dir erfahrungsgemäß schlecht bekommt. Zu gesunden Nahrungsmitteln gehören solche aus ganzen Körnern, frischen Früchten und Gemüsen, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen und mäßige Mengen möglichst fettarmer tierischer Produkte (Rindfleisch, Huhn, Fisch und Eier). Problematisch sind Zucker, weißes Mehl, modifizierte Fette (wie Margarine), Kaffee und viel Salz. Auch Milch und Milchprodukte können problematisch sein. Diese Regeln müssen den Süchtigen persönlich nahegebracht und im Detail verständlich erklärt werden.
Hat sich ein Verdacht auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten ergeben, ist, wie oben erwähnt, ein eigenes Programm zu befolgen, bei dem zunächst alle denkbaren Auslöser für mindestens 5 Tage eliminiert werden. Tritt dabei eine Besserung ein, können die Nahrungsmittel durch orale Provokationstests geprüft werden. Nahrungsmittel, die Symptome erzeugt haben, sind auf Dauer zu vermeiden [159] oder zu desensibilisieren [161-64].
Hinter diesen kurzen Hinweise stehen eine Reihe von professionellen und populären Büchern über Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten [89:N701], von denen hier das von Randolph hervorgehoben wurde, weil es gerade die Aspekte der Sucht sehr interessant beleuchtet [159]. Obwohl von der Behandlung sehr viel zu erwarten ist, gelingt es leider nur selten, einen Süchtigen dafür zu gewinnen. Man kann die Patienten nach eigener Erfahrung aber überzeugen, wenn man ihnen die Wirkung einer Neutralisation nach Miller [161] am eigenen Körper demonstiert [40]. Tabelle 4:
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K U R Z E R Ö K O L O G I S C H E R F R A G E B O G E N
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Kurzer ökologischer Fragebogen, adaptiert nach Kapuste H, 1989 [160]
1. Erleben Sie Müdigkeit, die weitgehend unabhängig vom Schlaf kommt und geht? 2. Haben Sie weiche Schwellungen (Ödeme) um die Augen, im Gesicht, an den Händen, Knöcheln oder abdominal (am Unterleib)? 3. Wechselt Ihr Gewicht relativ rasch, vielleicht infolge von mehr oder weniger Wasser in Ihrem Körpergewebe? 4. Können Sie in Ruhe (beim Sitzen) an einem Tag Pulsunterschiede von mehr als 12 Schlägen pro Minute an sich beobachten? 5. Perspirieren (schwitzen) Sie deutlich unabhängig von Anstrengung oder zu hoher Umgebungstemperatur? 6. Leiden Sie unter Kopfschmerzen oder Migräne ohne medizinisch nachweisbare Ursache? 7. Leiden Sie unter Blähungen, Leibschmerzen, Flatulenzen (Winde) oder Durchfall? 8. Haben Sie Gelenkschmerzen oder Schwellungen oder schmerzende müde Muskelpartien? 9. Leiden Sie unter geistiger Erschöpfung, charakterisiert durch einige der folgenden Symptome: Verwirrung, Vergesslichkeit, Unentschlossenheit, Verständnisprobleme beim Lesen, verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Wortfindungsschwierigkeiten, wechselhafte Launen, mürrisches Wesen, Verschlossenheit und Teilnahmslosigkeit? 10. Haben Sie entzündete Augen, Schleimabsonderung in Nase, Nebenhöhlen, Rachen oder Bronchien, Juckreiz in diesen Bereichen oder Ohrenbeschwerden? 11. Haben Sie vielfältige Beschwerden, die zum Teil schwer zu beschreiben sind und bei traditionell ausgebildeten Ärzten keine diagnostische Klarheit ergeben? 12. Wechseln Ihre Beschwerden mit Tagesschwankungen, plötzlich einsetzend, binnen Stunden vergehend oder sind sie deutlich jahreszeitenabhängig? 13. Erleben Sie Merkwürdiges in bezug auf Nahrungsaufnahme oder Fasten: besondere Vorlieben oder Abneigungen, Heißhunger, Erleichterungen oder Beschwerden, eindeutige Unverträglichkeiten? 14. Erleben Sie deutliche Zusammenhänge zwischen Ihren Beschwerden und Ihrer Umgebung: verschiedene Räume, Heizungen, Abgase, Tankstellen, bestimmte andere Ausdünstungen oder Gase, Zigarettenrauch, Stadtluft, Moder, Nebel, Küsten-oder Gebirgsluft? 15. Gab es in Ihrer Jugend, gab oder gibt es in Ihrer Familie diagnostizierte Nahrungsmittel- oder Chemikalienunverträglichkeiten, Allergien oder allergisch bedingte Krankheiten? Gewichtung:
Zusätzlich zu der guten Ernährung sollten Vitamine und Mineralien supplementiert werden. Als Beispiele für allgemein gute Supplemente werden in Tabelle 5 vier ausgewählte amerikanische Produkte mit Zusammensetzung, Quellen und Preisen aufgeführt und mit den bereits erwähnten Rezepturen zur Entzugsbehandlung und Glucoseregulation verglichen. Leider sind in Deutschland keine vergleichbaren Produkte zugelassen. Da die Substanzen aber prinzipiell verfügbar sind [186] kann man die Supplemente auch rezeptieren und nach der Defekturregel in Apotheken herstellen lassen. Ob das eventuell günstiger werden kann, muß der weiteren Entwicklung vorbehalten bleiben [187].
Wie man in der Tabelle sehen kann, sind die Unterschiede zwischen den vier Spezialitäten gering, weshalb zur besseren Orientierung ein Mittel (M) berechnet wurde. Bei den Vitaminen sind die Dosen in der Regel erheblich höher als die empfohlenen Tagesdosen (DV).
Die Rezeptur zur Glucoseregulierung (GluB) hebt sich vor allem bei Biotin und Chrom, aber auch bei Magnesium und Zink vom Mittel nach oben ab. Man könnte daher zur Behandlung der so häufigen Hypoglykämie als Alternative zu Glucobalance eine der vier Spezialitäten wählen, durch die zusätzliche Gabe von Magnesium, Zink und Chrom (mit etwas Niacin) ergänzen [186-87] und Biotin dabei hier vernachlässigen, da dessen Bedeutung in der Behandlung des Diabetes zu suchen ist.
Auch die Nachbehandlung bei Libby et al. legt die Ergänzung von Magnesium, Zink und Chrom nahe und natürlich eine massive Erhöhung von Vitamin C und deutlich mehr Niacinamid. (Der extreme Wert für Vitamin B12 kann vernachlässigt werden).
Vitamin C und Niacin bzw. Niacinamid spielen nach unserer Übersicht bei den meisten mit der Opioid-Abhängigkeit assoziierten Krankheiten eine so wichtige Rolle, dass man sie den Süchtigen generell anbieten sollte. Da sie auch in sehr hohen Dosen zu geben sind, ist es wichtig, dabei auf die Kosten zu achten. Diese können erheblich gesenkt werden, wenn man die Patienten anleitet, die Vitamine als Pulver zu verwenden. Ascorbinsäure, ad libitum gepuffert mit Natriumhydrogencarbonat, ist billiger als Natriumascorbat. Niacin muss, wie oben erwähnt, wegen der damit verbundenen und für manche recht unangenehmen Flush-Reaktion zum ersten Mal vorsichtig unter Beobachtung gegeben werden. Nach eigenen Erfahrungen empfinden viele dieser Patienten den Flush mit der Zeit als sehr angenehm. Patienten, die den Flush nicht vertragen, können Niacin als Inositolhexanicotinat nehmen, das als Nicolip® etwa 4.5mal so viel kostet, wie Niacin als Pulver (3 g 30 Pfg), aber immer noch 3mal billiger ist als aus den USA importierte Produkte. Niacinamid ist zu bitter, um als Pulver eingenommen zu werden. Deutsche Niacinamid-Tabletten sind 37-60mal, Kapseln aus den USA etwa 5.3mal so teuer wie das Pulver. Die Herstellung preiswerter Niacinamid-Tabletten sollte daher wohl möglich sein [186-7].
Nach eigenen Beobachtungen wird ein größerer Teil der Abhängigen, besonders die mit weißen Fleckchen auf den Nägeln und mangelhafter Traumerinnerung, sehr gut auf höhere Dosen von Vitamin B6 und Zink ansprechen [71, 81].
Mit diesen ersten allgemeinen Maßnahmen: gute Ernährung, Vermeidung der Allergene, ein gutes Multi-Vitamin- und Mineralienpräparat, zusätzlich Magnesium, Zink, Chrom, hohe Dosen von Vitamin C und Niacin und Vitamin B6 ist schon sehr viel getan und nach einer Weile dieser Behandlung sollte klar geworden sein, welche Probleme noch geblieben sind.
Als nächste allgemeine Maßnahme bei verbliebener Depression, Angst und aggressivem Verhalten kommt ein Versuch Tabelle 5:
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M U L T I - V I T A M I N U N D - M I N E R A L S T O F F S U P P L E M E N T E
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Multi-Vitamin- und -Mineralstoffsupplemente
aus den USA Vitamine (mg) DV1 ThR2 AllR2 PE2 EF2 M2 %DV2 GluB2 L&a2 Vit. C 125 850 1000 1000 - 950 640 500 6000 Thiamin 1.5 40 60 100 75 70 4666 50 50 Riboflavin 1.7 - - 25 - 404 2353 25 50 RF5-P4 - 15 30 25 75 (35) - - - Niacinamid 20 130 90 100 75 1305 650 120 300 Niacin - 30 - 906 - 60 - 30 - Pantothenat 10 450 300 400 200 333 3330 100 200 Pyridoxin 2 - 90 25 75 657 3250 30 50 PL5-P7 - 10 3 25 25 (15) - - - Vit. B12 (μg) 6 450 240 1000 750 600 10000 50 3000 Biotin (μg) 300 400 240 800 750 550 183 3000 500 Folsäure (μg) 400 80010 180 800 750 650 150 800 500 PABA - - 120 - 75 100 - - 10
Cholin - 100 - - 125 110 - - 75 Vit. E 15 400 240 400 400 400 2666 500 15 Vit. A (103 I.E.) 5 - 12 - - 228 440 5 2.5 ß-Carot (103 I.E.) - 25 25 159 15 (20) - - Vit. D3 (I.E.) 400 400 - 200 - 300 75 100 150 Vit. K (μg) - 100 - - - 100 - - - Mineralien Magnesium 400 285 150 200 200 200 50 400 325 Calcium 1000 300 150 300 250 250 25 200 450 Kalium 3500 90 60 99 55 75 2.6 99 - Zink 15 15 18 25 15 18 120 30 50 Mangan 2 15 9 20 10 15 750 20 2 Eisen 18 1511 12 1011 - 12 67 - 5 Kupfer 2 1.511 0.9 211 - 1.5 75 2 0.7 Jod (μg) 150 22511 - 200 - 200 133 - 50 Chrom (μg) 120 200 240 200 150 200 133 1000 500 Selen (μg) 55 200 120 200 150 165 300 150 7 Molybdän (μg) 75 100 120 100 50 100 133 - 50 Vanadium (μg) - 100 120 200 40 100 - 20 - Kapseln/Tag 6 3 6 4 6 DM/Mo 74.50 46.35 76.50 66.53 137.56 (über Bios B.V.) - 36.25 - 60.42 92.57
Legende: 1) DV = Daily Reference Value (empfohlene Tagesdosen [167], Vitamine C und E und Selen adaptiert nach [168]; 2) [185] ThR = Thorne Research (Basic Nutrients); AllR = Allergy Research (Multi-Vi-Min); PE = Pure Encapsulations (Nutrient 950E); EF = Ecological Formulas (Hypomultiple); M = gerundeter Durchschnitt der 4 vorangehenden Werte; %DV = M in % des DV; GluB = Biotics Research (GlucoBalance) Rezeptur zur Glucoseregulierung (s. o. im Text); L&a = Nachbehandlung bei Libby et al. Tabelle 2 (S. 94) letzte Spalte; 3) 103 = 1000; 4) Vitamin B2 als Mittel von Riboflavin und Riboflavin-5-Phosphat (RF5-P); 5) Vitamin B3 als Mittel Niacinamid und Niacin; 6) als Inositolhexanicotinat; 7) Vitamin B6 als Mittel der Summen von Pyridoxin und Pyridoxal-5-Phopshat (PL5-P); 8) Vitamin A als Summe von Vitamin A und Carotinoiden; 9) gemischte Carotinoide; 10) als Folinsäure, die aktive Coenzymform; 11) Die Supplemente gibt es auch ohne Fe, Cu, bzw. J. mit Tryptophan in Betracht, zwei Wochen lang 2-6 g pro Tag, zwischen den Mahlzeiten als Pulver mit Fruchtsaft gegeben, sofern möglich 5-Hydroxytryptophan anstelle von Tryptophan. In Verbindung mit Alkoholismus sollten 3-4 g Nachtkerzenöl pro Tag dazu gegeben werden.
Sollten diese Maßnahmen nicht zum Ziel führen, kommen wie oben ausgeführt noch folgende Dinge in Betracht: • bei Depressionen Basaltemperatur bestimmen und bei ≤36.55∘C Armour Thyroid®, 3mal 2 g Tyrosin und nach Aminosäure-Analysen individuell verschriebene essentielle Aminosäuren; • bei Aggressivität Milch und Milchprodukte reduzieren, Niacinamid erhöhen, 2mal 5 g n-3-Fettsäuren, • bei Alkoholismus 2 g Glutamin, 1-3 g Taurin und gamma-Hydroxybuttersäure (Somsanit®), • bei Angst 0.5-12 g Inositol und ein Kava Kava Präparat; • bei Schizophrenie Niacin-Test, 2mal 5 g n-3-Fettsäuren und 5-25 g Glycin; • bei Chemikalien-Unverträglichkeit ist besondere Sorgfalt, die Belastung mit Chemikalien zu vermeiden, nötig und zusätzlich zu Antioxidantien, Magnesium, Calcium und Zink die Gabe von 1,5g N-Acetylcystein, 600 mg Glutathion i.m, 2g Taurin, 2g DL-Methionin, 100 mg Coenzym Q10 und ca 4g Natrium/Kalium-Hydrogencarbonat (2/1); • bei Erschöpfungssyndrom nach Magnesiuminjektionen bzw. Myer’s Cocktail Kalium und Magnesium als Aspartat oral und nach entsprechenden Untersuchungen eventuell Aminosäuren, Cortisol, DHEA und/oder Schilddrüsenhormon in physiologischen Dosen; • bei Schlaflosigkeit Melatonin und Tryptophan bzw. Hydroxytryptophan und eventuell eine kaliumreiche Diät, Thiamin und/oder Vitamin B12; • bei Muskelkrämpfen und restless legs vielleicht etwas mehr Vitamin E und/oder Magnesium und, wenn nötig, eine verbesserte Behandlung der funktionellen Hypoglykämie, in Zusammenhang mit Leberzirrhose 3x6 g Taurin, bei Eisenmangel Supplemente von Eisen. • bei Hepatitis C sollten die Supplemente für Vitamin E auf 800 IE, für Vitamin C auf 2000 mg, für Folsäure auf 5 mg, für Selen (als Selenomethionin) auf 200 μg und für Zink auf 15-30 mg kommen und dazu 3x600 mg N-Acetylcystein sowie 3x70 mg Silymarin und/oder 3x2 Tabletten Phlogenzym® und vielleicht 1.5-3 g Catechin [185] sowie bei Arztbesuchen 1 mg Vitamin-B12, i.m. gegeben werden. • In Bezug auf die Behandlung der HIV-Infektion wird auf die Übersicht oben verwiesen.
Zum Schluss dieser Darstellung der medizinisch-nutriologischen Grundlagen der Entzugsbehandlung von Heroinsüchtigen stellt sich die Frage, wie nun unter den bei uns gegebenen Umständen eine Entzugsbehandlung durchgeführt werden soll. Diese Frage kann hier nicht eindeutig beantwortet werden, weil die Komponenten, die hierbei zusammenkommen, noch nicht in Verbindung miteinander untersucht worden sind.
Die orthomolekular orientierten Ärzte, über deren Erfahrungen wir hier berichtet haben, hatten nicht die Möglichkeit, ihre Patienten schrittweise von Opioiden zu entziehen, weil sie keine Erlaubnis hatten, Süchtige mit Methadon zu behandeln. Den Ärzten in den Methadonprogrammen fehlte die orthomolekulare Orientierung. Hier stellt sich daher die Frage, wie ein Arzt ein Entzugsprogramm gestalten soll, der über alle Mittel verfügt und einerseits die Pharmakokinetik des Methadons und den Heilmittelaspekt der Opiate bei Behandlung der häufig mit der Sucht verbundenen Krankheiten versteht sowie andererseits die nutriologischen Möglichkeiten einschätzen kann, diese Krankheiten so weit zu heilen bzw. zu lindern, dass eine Entzugsbehandlung aussichtsreich wird und auch ohne Risiko möglich ist. Unter diesen Umständen spricht wenig dafür, dass ein abrupter gegenüber einem schrittweisen Entzug des Methadons Vorteile hat. Es ist auch kaum vorstellbar, dass sich der Arzt und seine Patienten in einem ambulanten Methadonprogram zu einem abrupten Entzug entschließen.
Wenn das aus äußeren Umständen nötig wird, kann man auf die Erfahrungen von Libby et al. zurückgreifen und die Multivitamin- und -Mineralien-Behandlung mit den hier angeführten und anderen Mitteln ihrer Hersteller in Annäherung an Tabelle 2 [JOM 8:94] durchführen, vorteilhaft ergänzt durch Myer’s Cocktail und vermutlich Gammahydroxybuttersäure Somsanit® [169].
Für den Fall dass keine zwingenden Gründe vorliegen, werden hier keine heroischen Lösungen vorgeschlagen. Methadon hat den Vorteil multipler therapeutischer Wirkungen und erlaubt dem Arzt, die in dieser Arbeit aufgeführten nutriologischen Mittel nach und nach einzusetzen und in Muße ihre Wirkung beim schrittweisen Entzug des Methadons zu beobachten. Dass das Methadon entsprechend seiner sich mit dem Abbau wieder verkürzenden Halbwertszeiten mindestens dreimal pro Tag genommen werden muß, liegt auf der Hand. Nach den Erfahrungen des Autors wird der Arzt beim Übergang von der täglich nur einmal gegebenen Dosis auf eine pharmakokinetisch vernünftigere Einnahmefrequenz mit seinen Patienten deutlich bessere Erfahrungen machen.
Natürlich braucht er für die Umstellung von einer auf die Drogenverabreichung hin orientierten Praxis auf eine medizinisch-nutriologische Kombinationsbehandlung mehr Zeit für die Befragung und Beratung seiner Süchtigen. Wenn er das aber in informellen Gruppen macht, werden sich die Erfahrungen der Patienten rasch verbreiten. Süchtige neigen sehr dazu, Substanzen auszuprobieren, die einen Einfluss auf das Wohlbefinden haben, und ihre Erfahrungen darüber auszutauschen. Diese Neigung kann der Arzt therapeutisch nutzen und damit einen Netzwerk-Effekt erzielen, der seinem Zeithaushalt wieder zugute kommt.
Allerdings wird es beim Stand der Tendenzen für und gegen die nutriologische Medizin nicht ganz leicht sein, unter den Methadon-verschreibenden Praktikern Ärzte zu finden, die sich der Mühe unterziehen wollen, die sich hier bietenden therapeutischen Möglichkeiten aufzugreifen. Aber vielleicht sehen einige Ärzte, die sich schon der orthomolekularen Medizin verschrieben haben, in der Umstellung auf das Klientel der Methadonpatienten eine lohnende Erweiterung ihres Arbeitsbereichs.
Die Fragen des persönlichen Umgangs mit den Opiatabhängigen, einer eventuell erforderlichen Psychotherapie, der Einbeziehung ihrer Familie und der Notwendigkeit ihrer Unterstützung bei Regelung besonders schwieriger Lebensverhältnisse konnten hier nicht besprochen werden. Es sind wichtige Fragen, denen sich der Arzt bei Behandlung dieser Patienten gar nicht entziehen kann [183-4]. Die Notwendigkeit einer formalen psychosozialen Betreuung kann aber auch überschätzt werden. Man muß jedenfalls lernen, die psychologischen Probleme dieser Patienten richtig einzuschätzen. In PubMed finden sich 580 Arbeiten über Psychotherapie bei Opioidabhängigen, von 1970-85 etwa 22, seitdem etwa 16 pro Jahr, auf die hier verwiesen werden kann.
Es ist zu hoffen, dass mit der Zeit auch für die Öffentlichkeit erkennbar wird, dass die Opioidabhängigkeit und die damit assoziierten Störungen nicht zu den heillosen Krankheiten gehören wenn sie vernünftig behandelt werden. Ebenso wichtig sind die
präventiven Aspekte einer guten Ernährung und Supplementierung von Jugendlichen mit deutlichen Befindlichkeitsstörungen. Wo es zur Sucht auf der Suche nach Wohlbefinden kommen kann, ist sie oft nutriologisch zu verhüten.
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L I T E R A T U R
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Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen sowie Leiden zu lindern. Er darf keine Grundsätze anerkennen und keine Vorschriften und Anweisungen beachten, die mit seinen Aufgaben nicht vereinbar sind oder deren Befolgung er nicht verantworten kann." 40 Kapuste H. Medizinische Differenzierung des Heroinsuchtproblems Wiener Zeitschrift für Suchtforschung, 9(1-2):77-90, 1986. 41 Kapuste H. Widersprüche zwischen Zielsetzung und Praxis in der bayerischen Drogenpolitik. Anmerkung 6 der Eingabe an den Staatsminister Dr. Günther Beckstein im Bayerischen Staatsministerium des Innern, München, vom 25. November 1998. 42 Quinn DI et al. Pharmacokinetic and pharmacodynamic principles of illicit drug use and treatment of illicit drug users. Clin Pharmacokinet. 1997 Nov; 33(5): 344-400, 1997. 43 Inturrisi CE, Verebely K. Disposition of methadone in man after a single oral dose. Clin Pharmacol Ther 13:923-30, 1972. 44 Wolff K et al. 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(Kapitelnummern wie in Werbach [89] 101 Toepfer EW, Mertz W et al. Preparation of chromium-containing material of glucose tolerance factor activity from brewer's yeast extracts and by synthesis. J Agric Food Chem 1977;25:162-166. 102 Iyengar V et al. Excessive urinary excretion of zinc in drug addicts: a preliminary study during methadone detoxification. J Trace Elem Electrolytes Health Dis 8:213-5, 1994. 103 Cathelineau G, Vexiau P. Effect of calcium infusion on plasma glucose in reactive hypoglycaemia. Diabetologia 1980; 19:263. 104 Slonim AE et al. Dietary-dependent carnitine deficiency as a cause of nonketotic hypoglycemia in an infant. J Pediatr 1981;99:551-556. 105 Kraft JR. Detection ofdiabetes mellitus in situ. Lab Med 1975;6(2): 10-22. 106 Glucobalance® von Biotics Research, Import über Nutrimex B.V. Broekstraat 34 NL 7122 IC Aalten, Kontaktbüro Tel.: 040 306844-45, Fax: -68, oder Bios B.V., Losser, Kontaktbüro Tel.: 06172 9388-44, Fax:: -55. 107 Barnes BO, Galton L Hypothyroidism: the Unsuspected Illness. Cyrowell, New York, 1978; Barnes B. Basal temperature versus basal metabolism. JAMA 1942; 119: 1072. 108 Gaby AR. Treatment with thyroid hormone. JAMA 1989;262:1774. 109 Durrant-Peatfield BJ. Aspects of a common missed diagnosis: Thyroid dysfunction and management. J Nutr Env Med 6:371-78, 1996. 110 PubMed-Recherche (www.ncbi.nlm. nih.gov/PubMed/) Kapuste H. Depression und Hypothyreose. Mai 2000, Manuskript, Hufnagelstr. 1, 80686 München. 111 Thyroxin-Substituion: Beginn mit 30 mg Armour® Thyroid (USP) täglich (Import z.B. via Centropa Warehouse TPE, Maastricht, Kontaktbüro Tel.: 0180 53311-60, Fax -69, oder Bios B.V., Losser, Kontaktbüro Tel.: 06172 9388-44, Fax: -55;). Wenn nach 10 Tagen keine klare Besserung eingetreten ist, auf 60 mg erhöhen. Diese Dosis für 6 Wochen einhalten und dann klinisch entscheiden, ob die Dosis reicht. Nur mit Vorsicht mehr als 120 mg geben, Puls und RR sowie Nebenwirkungen wie Angst, Insomnia und Thoraxschmerzen beobachten. Äquivalente Dosen: Armour® Thyroid 60 mg, L-Thyroxin 0.1 mg, T3 0.025 mg. Alan R Gaby [90]. 112 Washburne AC. Nicotinic acid in the treatment of certain depressed states: a preliminary report. Ann Intern Med 32:261-9, 1950. 113 Tonge WI. Nicotinic acid in the treatment of depression. Ann Intern Med 38:551-3, 1953. 114 Chouinard G, Young SN, Annable L, Sourkes TL. Tryptophan-nicotinamide, imipramine and their combination in depression. A controlled study. Acta Psychiatr Scand 1979 Apr ;59(4):395-414 115 Gaby AR. Vitamin B3 (Part 2) Powerful tool in Nutritional Medicine. Nutrition & Healing, December 1995. 116 Tyrrell HA et al. Tyrosine: Food supplement or therapeutic agent? J Nutr Env Med 8:349-59, 1998. 117 Buist RA. 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