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Gedanken zum Umgang mit Morphin
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G E D A N K E N Z U M U M G A N G M I T M O R P H I N
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_______________________________________________________________ Der dauerhafte Umgang mit Morphin will erlernt sein. Um ihn zu erlernen ist die dauerhafte Verfügbarkeit von Morphin unerlässlich. Da aber das gegenwärtige BtmG in den meiste Fällen eine dauerhafte Verfügbarkeit verhindert, bleibt vielen nichts anderes übrig als dauerhaft gefährlich dilettantisch damit umzugehen.
Das führt oft zur unnötigen Dosissteigerungen in ungewöhnliche Höhen. Dem Hang zur Dosissteigerung liegt vielfach, je nach Standpunkt den man einnehmen will, Dummheit oder Irrtum zugrunde. Viele Leute glauben nämlich, der eigentliche Wert von Morphin läge in der anfänglichen Anflutung, zum Beispiel von Heroin, und dem überwältigenden Gefühl das damit verbunden ist und nur einige Sekunden dauert. Es gelte folglich, so glauben viele, diesem Gefühl nachzustreben um es so oft wie möglich und so intensiv wie möglich zu erfahren. Mit dieser Einstellung lässt man leicht außer Acht, dass die Halbwertzeit der meisten Morphine wesentlich längere Wirkungszeiten zulässt als nur die wenigen Sekunden des Anflutens. Erstrebt man überwiegend diese Anflutung, ist man geneigt, eine Dosis auf die andere zu legen, was nicht nur die Toleranz erhöht und zu ungewöhnlich hohen Dosen führt, sondern auch lebensgefährliche Überdosierung in sich birgt. Der Glaube, der Segen des Morphins läge ausschließlich in dem überwältigenden, in manchen Fällen fast schon berauschenden Gefühls der Anflutung, ist eine der gefährlichen Dummheiten, die unserer "Drogenkultur" zugrunde liegen, letzten Endes auch restriktive Maßnahmen des BtmG rechtfertigen und zu Todesfällen führen.
Die Sekunden der Anflutung besitzen keinen uns bekannten therapeutischen Wert. Wer nur dieses kurze Gefühl anstrebt, gebraucht Morphin nicht zu medizinischen Zwecken, zur Selbstmedikation, sondern missbraucht es in hedonistischer Absicht. Aufgrund seiner Eigenschaft, relativ rasch intensive körperliche Gewöhnung zu schaffen, eignet sich Morphin in seinen reinen Formen aber nicht gut zu hedonistischen Zwecken. Wer ausschließlich Lustgewinn finden will im Konsum des Morphins, dem sei Opium empfohlen, das weit weniger rasch zu einer körperlichen Gewöhnung von nur schwer wieder zu reduzierenden Graden führt. Greift man aber zu reinen Morphinen, tut man gut daran, sich die Gründe vor Augen zu führen. Sind sie nur von hedonistischer Natur, lasse man vielleicht doch besser die Finger davon und suche Lustgewinn anderswo, da der Preis für dieses Vergnügen unproportional hoch sein kann und damit jede Gleichung mit Lustgewinn mehr als nur neutralisiert...
Hat man aber die therapeutischen Qualitäten von Morphin erkannt und passen sie zu Leiden die man gerne los wäre, ist es unerlässlich nicht nur die dazu nötige Dosis zu finden, sondern auch das passende Morphin. Es gibt Morphine verschiedenster Art. Nicht jedes eignet sich für jeden und zu jedem therapeutischen Zweck. Das eine erfüllt seinen Zeck besser als das andere und eines ist besser verträglich als andere. Wählt man ein falsches, das den erwünschten therapeutischen Zweck nur unvollkommen erfüllt, kann es bei Unerfahren zu unsinnigen Dosissteigerungen kommen in der Annahme, der Mangel sei Folge zu geringer Dosierung. Wählt man das falsche Morphin, kann es auch zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen die von Betroffenen nicht als Nebenwirkungen erkannt und als persönliche Eigenschaft missverstanden werden, weshalb sie versuchen, die Folgen davon durch Erhöhen der Dosis zu beseitigen. Uns scheint, die therapeutisch sinnvolle Dosis eines geeigneten Morphins wird eine Tagesdosis von 500 – 600mg Morphinäquivalent nur selten überschreiten...
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Planmäßige Zwietracht | Wir sind ja alle sooo "süchtig"!
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