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Erinnerungen an die Suchtstation
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_____________________________________________________________________ Das batteriebetriebene Transistorradiogerät in unserer Zelle durfte nicht größer sein als eine Postkarte. So lautete die Vorschrift. Und es durfte nur Mittelwelle und Langwelle empfangen können und kein UKW oder Kurzwelle. Damit hätte man es nämlich laut Gefängnisdirektion zum Sender umbauen, oder private Botschaften von draußen empfangen können. Der eingebaute Lautsprecher hatte die Größe einer Telefonmuschel. Er klang erbärmlich. Um Klangfülle vorzutäuschen, legten wir mit der Öffnung an den Lautsprecher, leere 250 Gramm Nescafe Gläser davor. Dadurch hallte es ein wenig, all die schrillen Töne wurden gedämpft und es klang alles in allem erträglicher.
Dieter hätte seinem Rechtsanwalt nie erzählen dürfen dass er 85.000 Mark auf seinem Konto hatte. Aber es war ihm nichts anderes übrig geblieben, wollte er an das Geld kommen. Und das musste er um im Knast Einkäufe zu tätigen. Dieter schrieb eine Vollmacht für seinen Rechtsanwalt, damit der an die Kohle rankam. Sobald aber der Rechtsanwalt wusste dass Dieter über Geld verfügte, wollte er plötzlich für jeden Atemzug den er in Dieters Sache tat, fürstlich bezahlt werden. Es dauerte nicht lange und alles Geld von Dieters Konto war auf dem Konto seines Rechtsanwaltes. „Wenn er schon dein Geld stiehlt“, hatte ich eines Tages zu Dieter gesagt, „dann soll er dafür wenigstens was tun“. Ich bat meinen Anwalt, eine schriftliche Botschaft an Soldier, einem Jungen aus meinem ehemaligen Verkaufstrupp, aus dem Gefängnis zu schmuggeln. In der Botschaft bat ich Soldier, ein gut verschnürtes und versiegeltes Päckchen mit 50 Gramm Heroin zu Dieters Rechtsanwalt zu bringen. „Sie werden ein Päckchen erhalten“, ließ Dieter seinen Anwalt wissen. „Lassen sie es geschlossen und bringen sie es mir bei ihrem nächsten Besuch mit. Sie bekommen 2000 Mark dafür“. Geldgierig wie der Kerl war, ließ er sich darauf ein. Als Rechtsanwalt wurde er beim Betreten des Gefängnisses nur oberflächlich durchsucht, wenn überhaupt. Steckte er das Päckchen auch nur in seine Manteltasche, bekäme er es ohne Probleme ins Gefängnisinnere. War das Päckchen erst im Gefängnis, konnte dem Anwalt nichts mehr geschehen. Selbst schwörten tausend Gefangene, er hätte es ins Gefängnis gebracht, er müsste nur leugnen und schon wäre er aus der Klemme. Das hat mit diesem dümmlich - deutschen Vorurteil zu tun, Menschen geringeren sozialen Standes seien weniger glaubwürdig.
Zwei Wochen nach dem Start dieser Aktion kam Dieter vom Anwaltsbesuch in die Zelle zurück. Lächelnd, legte er ein Päckchen auf den Tisch, über und über umwickelt mit breitem braunem Klebeband. Wir sahen uns an und grinsten von einem Ohrläppchen zum anderen…-
Während Dieter das Päckchen der Länge nach aufschlitzte, holte ich unsere Injektionsspritze aus dem hohlen Bein des Zellentisches. Keine zehn Minuten später hatten wir winzigkleine Pupillen und unsere Gesichtsmuskulatur, erschlafft von der entspannenden Wirkung des Heroins, hing herab und ließ uns aussehen wie wandelnde Leichen. Satt, und mit der Welt zufrieden, kratzten wir unsere juckenden Nasen…-
Unser ursprünglicher Plan hatte vorgesehen dass wir wenigstens die Hälfte des Stoffes innerhalb des Gefängnisses verkauften. Am Ende verließ nicht ein Krümel unsere Zelle. Wir verbrauchten alles selbst. Auf dem Hofgang blieben wir unter uns und mieden jeden direkten Blickkontakt mit anderen Gefangenen aus der Suchtstation. Hätte auch nur einer dieser inzwischen entwöhnten und nach Stoff zappelnden Gestalten einen Moment in unsere Augen gesehen, wäre der Hut sofort hochgegangen und jeder hätte gewusst, wir verfügten über Heroin. Kleine Pupillen wirken auf schmachtende Morphinisten wie Leuchtfeuer auf Schiffe in Seenot.
Wir waren vorsichtig wie Partisanen. Tagsüber ballerten wir, jeder für sich, hinter dem Verschlag der Toilette. Hätte sich unverhofft die Zellentür geöffnet, wären zwei von uns harmlos und unauffällig im Bett gelegen oder am Tisch gesessen während der andere in der Toilette noch Zeit genug gehabt hätte, die Utensilien verschwinden zu lassen. Auch nachts ballerten wir im flackernden Schein selbstgebastelter Margarinekerzen im Schutz des Toilettenverschlags. Damit konnten wir durch den Türspion nicht gesehen werden. Eingeschlossen hinter einer Tür von vier Zoll dicken Eichbohlen, reaktivierten wir rücksichtslos unsere guten alten neuronalen Verbindungen des Opiats, ungeachtet des Schmerzes, der uns bei ihrem Abbau zwangsweise wieder erwarten würde.
Es war bereits 22 Uhr und das Licht war schon gelöscht worden, als Geräusche aus der Nebenzelle verrieten, dort wurde gerade ein Neuer gebracht. Als der Rummel nebenan sich gelegt hatte, ging ich an eines der Zellenfenster und rief nach Günter. Günter, ein Gefangener aus der Zelle nebenan, reagierte sofort. „Was ist los bei euch?“ fragte ich. „Sie haben uns einen Neuen gebracht“, rief Günter herüber. „Er hat schwere Entzugserscheinungen und kann sich kaum auf den Beinen halten“. Es ist ein beschissenes Gefühl zu wissen, dass gleich nebenan ein Mensch litt und man selbst verfügte über das Mittel sein Leiden mit einem Schlage zu beenden. Aber wir durften auf keinen Fall etwas von unserem Heroin in die Zelle nebenan pendeln. (Pendeln ist ein Verfahren des Transportes von einer Zelle zur anderen. Man bindet den zu transportierenden Gegenstand an einen Bindfaden und pendelt ihn außerhalb des Fensters solange, bis er vom Fenster der Zelle nebenan ergriffen werden kann.) Wir hätten damit das Vorhandensein von Heroin unter den schmachtenden Morphinisten der Suchtstation kundgetan. Sie wären über uns hergefallen wie Heuschrecken, um auch nur einen Krümel davon zu erhalten und dieser Tumult hätte schließlich die Aufmerksamkeit des Wachpersonals auf uns gelenkt. Wir hatten keine Wahl. Wir mussten den Jungen nebenan leiden lassen.
Es mochte gegen 2 Uhr nachts gewesen sein, als der Kerl nebenan fürchterlich zu schreien begann. Dies waren keine Schmerzensschreie, wie sie aus den Leiden eines Heroinentzugs entstanden. Dies war das Schreien eines Tieres, dem man todbringende Verletzungen zufügte. Es dauerte nicht lange und wir hörten wie nebenan die Zellentüre geöffnet wurde. Kurz danach herrschte wieder Stille. Beinahe wenigstens. Hörte man genau hin, hörte man weiterhin die Schreie von vorhin, aber gedämpft diesmal, wie aus weiter Ferne. „Was war los, Günter?“ zischte ich zum Fenster hinaus. „Ich bin mir nicht sicher“, antwortete Günter. „Jedenfalls haben sie den Neuen weggeholt. Ich glaube, sie haben ihn in einer der Einzelzellen am Ende des Ganges untergebracht“.
Am Morgen darauf wurden nicht alle Zellen gleichzeitig zur Frühstücksausgabe geöffnet. Diesmal öffnete man nur immer jeweils eine Zelle, reichte das Frühstück hinein und schloss sie sofort wieder, um kurz danach die nächste zu öffnen. Als unsere Zelle an der Reihe war, trat ich in den Gang hinaus um die Teekannen in Empfang zu nehmen. Dabei fiel mein Blick auf einen Tumult am Ende des Ganges. Dort waren Männer des Wachpersonals in ihren grünen Uniformen versammelt und einige Leute des medizinischen Personals. Ich sah, wie man eine Trage aus einer der Einzelzellen trug. Ein Bettlaken war darüber gebreitet.
Während des Hofganges erfuhr ich vom Arzthausel, einem Gefangenen der als Arzthelfer Dienst tat, was in jener Zelle geschehen war. Dort war der Neue aus Günters Zelle während der Nacht elend an einem Magendurchbruch krepiert. Deshalb hatte er so geschrieen. Es sind die Schmerzen eines Magendurchbruches gewesen, die ihn dazu getrieben hatten. Es war das alte Lied, die alte Tour, wegen der in dieser Station schon viele zu Tode gekommen sind. Schrie ein Morphinist während der Zeit seines Entzuges, ging man davon aus, er schriee wegen seiner Entzugsschmerzen. Solches Geschrei empfand man als störend. Deshalb wurde manchmal das Rollkommando herbeigerufen, eine Horde kräftiger, brutaler Männer in Uniform, die solange auf den Schreienden eindroschen, bis er schwieg. Oder aber, man schloss diese Leute in eine der Einzelzellen am Ende des Ganges. Dort mochten sie sich bis zur Erschöpfung die Lungen aus dem Leibe schreien. In diesen Einzelzellen befanden sich keine Decken und keine Matratzen. Es gab nur ein eisernes Bettgestell und ein blechernes Nachtkästchen. In aller Regel war die Heizung abgedreht und das Fenster geöffnet. (Ich weiß das alles so genau, weil ich selbst schon einige Nächte in einer dieser Einzelzellen verbracht habe) Und so war es auch in jener Nacht geschehen. Es war bereits Ende November. Draußen schwebten Eiskristalle in der kalten Nachtluft.
24 Jahre war er, der junge Mann, den man in jener Nacht mit Magendurchbruch in dieses kalte Loch geworfen hatte. Sein Tod musste grausam gewesen sein. Er war unter furchtbaren Schmerzen gestorben, weit abgeschieden von allem was Wärme vermittelte und Menschlichkeit. Er war völlig alleine elend krepiert.
In der Nacht darauf kurbelte Dieter am Sendersucher unseres Radios nach dem amerikanischen Soldatensender AFN. Es war Mittwoch und wie jeden Mittwoch würde dort um 22 Uhr Wolfman Jack, ein bekannter Discjockey, sein Programm geben. Während Dieter am kleinen Rädchen des Radios drehte, stieß er zufällig auf einen regionalen deutschsprachigen Nachrichtensender. In einem kurzen Augenblick vernahmen wir die Nachricht, heute Morgen sei in der Krankenstation der Jva S. ein Mann namens Herbert N. tot in seiner Zelle aufgefunden worden. Dieser Mann, so erfuhren wir, sei in diesem Jahr schon das „83. Drogenopfer unserer Stadt“...
Die Zustände in einem Gefängnis geben im Kleinen ziemlich genau die Zustände wieder die in der Gesellschaft herrschen in der sich das Gefängnis befindet. So gesehen ergibt sich ein verdammt beschissenes Bild. Das Wachpersonal dieser Station der Krankenabteilung bestand überwiegend entweder aus machtlüsternen Perversen oder kaltblütigen Gleichgültigen. Man erniedrigte und quälte die Gefangenen wo immer sich Gelegenheit bot. Vielen des Personals war das schon so in Fleisch und Blut übergegangen dass sie sich dessen noch nicht mal mehr bewusst wurden. Geschickt handelte man dabei stets hart an der Grenze of plausible deniability, an der Grenze plausibler Glaubwürdigkeit. Somit bot sich im Falle einer Beschwerde immer die Möglichkeit, glaubhaft zu bestreiten, es wäre absichtlich misshandelt worden. Seelisch labile Gefangene missbrauchte man gerne solange, bis sie ihren völligen seelischen Zusammenbruch erlitten. Danach quälte man sie mit psychiatrischen Medikamenten und Methoden auf eine Weise weiter, die beim Betroffenen den Eindruck hinterließ, man bestrafe ihn für den Zustand in den er sich hatte bringen lassen. Solch doppelseitiges Spiel brachte labile Menschen leicht an die Grenze der Schizophrenie und darüber hinaus. Einen Gefangenen durch Misshandlung in deplorablen seelischen Zustand zu bringen und ihn hinterher für diesen Zustand verantwortlich zu machen und dafür zu bestrafen, ist eine Technik, die auf Anhieb nicht ohne Weiteres als Folter zu erkennen war, obwohl es sich eindeutig um Folter handelte, wie die Ergebnisse bewiesen. Nichts schien auf das Personal anregender zu wirken,als labile Menschen durch Misshandlungen psychisch zu manipulieren und zum Zusammenbruch zu bringen.
Je mehr sich bei Gefangenen die Folgen künstlich erzeugten Leidens zeigten, desto fröhlicher und zufriedener wurde das Personal. Dies sind Zustände, die notwendigerweise immer dann eintreten, steckt man rohe, primitive Charaktere in Uniformen und lässt sie über andere Menschen herrschen. Einen Beamten gab es, der die Insassen der Suchtstation, "Die Fixer und Süchtigen", ganz besonders gerne quälte. Es war ein gedrungener junger Mann mit Bauch, Vollbart und längeren Haaren. Er rauchte gerne eine Tabakspfeife , die nach Art Bayrischer Tabakspfeifen gebogen war. Das Schwein brachte es zum Beispiel fertig, Menschen, die unter Entzugserscheinungen litten und um Schlaf- oder Beruhigungsmittel flehten, anstatt Schlaf- oder Beruhigungsmittel zu geben, Koffeintabletten mit genau gegenteiliger Wirkung anzudrehen. Ich hasste dieses Schwein und hätte ihm gerne den fetten Schweinehals umgedreht. Wäre mir Straffreiheit zugesichert worden, er wäre ein toter Mann gewesen. Er hatte mich während einem meiner Zwangsentwöhnungen auf dieser Station derart vom Rollkommando verprügeln lassen, dass ich am Ende nur noch als wimmernder blutiger Klumpen am Boden lag.
Auf dieser Station kannte ich eigentlich nur einen, der Gefangene wie Menschen behandelte. Sanitäter Huber. Hatte Sanitäter Huber Nachtdienst und ging er abends von Zelle zu Zelle um die verordneten Medikamente auszuteilen, (Meist doch nur Vitamin B - und Baldriantabletten...), bot er einem stets Gelegenheit zu einem Gespräch von Mensch zu Mensch. Auch saßen ihm brauchbare Medikamente locker, wie etwa Valium, Distraneurin, Optalidon oder Spasmocibalgin Zäpfchen. Sanitäter Huber, mit seinen entspannten Gesichtszügen, immer ein Lächeln im Gesicht und stets von einem Geruch nach Valiumsirup umgeben, war womöglich insgeheim wie wir und hatte wie wir auch seine Substanz die ihm bei regelmäßiger Einnahme körperliche und geistige Gesundheit verlieh. Sollte es möglich sein, dass manche Menschen in unserer Gesellschaft substanzabhängig werden müssen, wollten sie unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen bei Verstand bleiben und ihre Menschlichkeit bewahren?
Automechaniker Axel hatte Darmkrebs. Wollte man ihn behandeln, musste ein Stoma, ein künstlicher Darmausgang gelegt werden. Leute des Wachpersonals erzählten Axel gelegentlich, sie hätten gehört er bekäme bald "Ausgang". Reagierte Axel erfreut darauf, erklärten sie, er bekäme einen "künstlichen Ausgang". Automechaniker Axels Verlegung von Zelle 208 auf die Gemeinschaftszelle im hinteren Teil des Ganges, erschien so manchem merkwürdig. Welcher Sinn wohl dahinter stak, ihn aus einer Gemeinschaftszelle zu holen, nur um ihn wieder in eine Gemeinschaftszelle zu stecken? Noch merkwürdiger wurde es, bedachte man, dass in Axels neuer Gemeinschaftszelle genau die beiden Leute saßen, die davon überzeugt waren, sie hätten ihre Festnahme einer Aussage Axels zu verdanken. Eine Woche hatte Axel den Aufenthalt in dieser Zelle überlebt. Danach fand man ihn erhängt im Toilettenverschlag. Am Ende war ein Selbstmord daraus geworden. Merkwürdig war nur, dass Axel sich in den Abendstunden erhängt haben soll, zu einer Zeit, da das Zellenlicht noch brannte und seine Zellenkollegen beim Kartenspiel am Tisch saßen. „Wir hatten Karten gespielt“, war schließlich als deren Aussage protokolliert worden, „Axel stand auf und ging zur Toilette. Als er eine ganze Weile lang nicht wieder kam, gingen wir nachsehen. Wir fanden ihn tot. Er hing an einem Fetzen Bettlaken, befestigt an einem Stück Wasserleitungsrohr an der Decke“. Diese Aussage war schließlich als wahr hingenommen worden. Wie auch nicht. Wie hätte man einen anderen Vorgang beweisen können? Heute lebt nur noch einer, der die Wahrheit kennt: Krümel, einer von Axels damaligen Zellengenossen und heute alternder bärtiger Stadtstreicher in Amsterdam. Dort frequentiert er gerne den Hauptbahnhof um frisch eingetroffene Deutsche Touristen um Kleingeld anzugehen. Wer ihn dort beim Betteln antrifft, mag ihn nach den wahren Begebenheiten um Automechaniker Axels Tod fragen, damals, in der Suchtstation, Abteilung H2...
Schließlich war der Tag heran an dem die letzten Krümel unseres Heroins durch die Venen gespült waren. Ein Scheißtag, wie jeder Tag, an dem einem, voraussichtlich für längere Zeit, die Medizin ausging. Wir schliefen noch diese eine Nacht. Danach war es vorbei mit Schlaf, für die nächsten 10 Tage. So richtig schrecklich war er dann aber doch nicht, der Entzug der uns heimsuchte. Dazu hatten wir nicht lange genug konsumiert. Entgegen landläufiger Meinung wird man nicht so rasch körperlich abhängig von Heroin. Ist man noch nie von Morphin abhängig gewesen, kann man gut und gerne mehrere Monate mehrmals täglich konsumieren, bis sich wirklich nennenswerte Entwöhnungserscheinungen einstellen. Ist man allerdings zuvor schon auf irgendeine Weise von Morphin abhängig gewesen, geht es rascher. Wir hielten tapfer durch. Was sollten wir auch anders tun? Unser Zustand fiel niemandem auf. Niemand, außer vielleicht Mamuschka, der russischen Stationsärztin, „Die Ärztin von Stalingrad“, wie wir sie nannten. Die blickte ein wenig komisch drein als sie Dieter und mich während einer ihrer Visiten so unruhig und in Schweiß gebadet antraf. „Die sind schon wieder auf Entzug“, mochte sie gedacht haben. „Folglich hatten sie kürzlich noch Heroin in ihrer Zelle. Doch das mochte sein wie es sei. Jedenfalls lohnte es sich nicht, jetzt noch danach zu suchen. Zu finden gab es gewiss nichts mehr. Sonst säßen sie nicht so unruhig und bedrämmeld da, die beiden schweißnassen Schelme mit ihren übergroßen Pupillen…-„
Alle Rechte: INTRACEREBRAL Die Morphinistenseite
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Kriminalfälle aus der Suchtstation | Im Strafbunker
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