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GEDICHTE & PROSAISCHES:
Liebliches und weniger Liebliches...


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GEDICHTE & PROSAISCHES

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Holt die Sprache zurück, wo sie euch geraubt wurde!
Reinigt wieder die Worte, die man aus politischen Gründen
mit schlechtem Gewissen verbunden hat! Achtet auf mehrfach
verwendbare, manipulierende Worte! Werft die leeren Worthülsen
von euch, die inhaltslos nur Verwirrung stiften!



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GEDICHTE & PROSAISCHES 



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I N H A L T 

H. Heine: Deutschland, ein Wintermärchen.
Jules Verne
Das Kamel und das Wasserloch
Die Falschmünzer, von K
Die Furcht des Bürers, von K
Sollbruchstellen, von AJ
Mein letzter Reefer und ich, von AJ
Allüren eines guten Traumtänzers, von AJ
Monk's Business, von AJ
Entartete Deutschland Klage, von AJ
Europa
Big Brother
Weihnachts - Legalisierung
Ode an Afghanistan
Seht, ihr Polizisten!
Sterben
Wertewandel
Popsängerproduktion
Die Sammlung des Gouverneurs
Im Thale des Herzogs
Zeit bezogene Analyse
Teil des Spieles...-
Fluss der Zeit...-
Glücklich und gesund!
Hey, ihr Verbrecher in schwarzen Roben!
Wer glaubt...-
___________________________________________________________________

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©2008
INTRACEREBRAL
Die Morphinistenseite



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Heinrich Heine 13. Dezember 1797 in Düsseldorf als Harry Heine; † 17. Februar 1856 in Paris



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H .   H E I N E :   D E U T S C H L A N D ,   E I N   W I N T E R M Ä R C H E N . 

CAPUT 1
Im traurigen Monat November war's,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.

Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.

Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.

Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.

Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
Dort oben, in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.

Sie sang vom irdischen Jammertal,
Von Freuden, die bald zerronnen,
Vom jenseits, wo die Seele schwelgt
Verklärt in ew'gen Wonnen.

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.

Und wachsen uns Flügel nach dem Tod,
So wollen wir euch besuchen
Dort oben, und wir, wir essen mit euch
Die seligsten Torten und Kuchen.

Ein neues Lied, ein besseres Lied!
Es klingt wie Flöten und Geigen!
Das Miserere ist vorbei,
Die Sterbeglocken schweigen.

Die Jungfer Europa ist verlobt
Mit dem schönen Geniusse
Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
Sie schwelgen im ersten Kusse.

Und fehlt der Pfaffensegen dabei,
Die Ehe wird gültig nicht minder -
Es lebe Bräutigam und Braut,
Und ihre zukünftigen Kinder!

Ein Hochzeitkarmen ist mein Lied,
Das bessere, das neue!
In meiner Seele gehen auf
Die Sterne der höchsten Weihe -

Begeisterte Sterne, sie lodern wild,
Zerfließen in Flammenbächen -
Ich fühle mich wunderbar erstarkt,
Ich könnte Eichen zerbrechen!

Seit ich auf deutsche Erde trat,
Durchströmen mich Zaubersäfte -
Der Riese hat wieder die Mutter berührt,
Und es wuchsen ihm neu die Kräfte.

Caput II

Während die Kleine von Himmelslust
Getrillert und musizieret,
Ward von den preußischen Douaniers
Mein Koffer visitieret.

Beschnüffelten alles, kramten herum
In Hemden, Hosen, Schnupftüchern;
Sie suchten nach Spitzen, nach Bijouterien,
Auch nach verbotenen Büchern.

Ihr Toren, die ihr im Koffer sucht!
Hier werdet ihr nichts entdecken!
Die Konterbande, die mit mir reist,
Die hab ich im Kopfe stecken.

Hier hab ich Spitzen, die feiner sind
Als die von Brüssel und Mecheln,
Und pack ich einst meine Spitzen aus,
Sie werden euch sticheln und hecheln.

Im Kopfe trage ich Bijouterien,
Der Zukunft Krondiamanten,
Die Tempelkleinodien des neuen Gotts,
Des großen Unbekannten.

Und viele Bücher trag ich im Kopf!
Ich darf es euch versichern,
Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest
Von konfiszierlichen Büchern.

Glaubt mir, in Satans Bibliothek
Kann es nicht schlimmere geben;
Sie sind gefährlicher noch als die
Von Hoffmann von Fallersleben! -

Ein Passagier, der neben mir stand,
Bemerkte, ich hätte
Jetzt vor mir den preußischen Zollverein,
Die große Douanenkette.

»Der Zollverein« - bemerkte er -
»Wird unser Volkstum begründen,
Er wird das zersplitterte Vaterland
Zu einem Ganzen verbinden.

Er gibt die äußere Einheit uns,
Die sogenannt materielle;
Die geistige Einheit gibt uns die Zensur,
Die wahrhaft ideelle -

Sie gibt die innere Einheit uns,
Die Einheit im Denken und Sinnen;
Ein einiges Deutschland tut uns not,
Einig nach außen und innen.«

CAPUT III
Zu Aachen, im alten Dome, liegt
Carolus Magnus begraben.
(Man muß ihn nicht verwechseln mit Karl
Mayer, der lebt in Schwaben.)

Ich möchte nicht tot und begraben sein
Als Kaiser zu Aachen im Dome;
Weit lieber lebt' ich als kleinster Poet
Zu Stukkert am Neckarstrome.

Zu Aachen langweilen sich auf der Straß'
Die Hunde, sie flehn untertänig:
»Gib uns einen Fußtritt, o Fremdling, das wird
Vielleicht uns zerstreuen ein wenig.«

Ich bin in diesem langweil'gen Nest
Ein Stündchen herumgeschlendert.
Sah wieder preußisches Militär,
Hat sich nicht sehr verändert.

Es sind die grauen Mäntel noch
Mit dem hohen, roten Kragen -
(Das Rot bedeutet Franzosenblut,
Sang Körner in früheren Tagen.)

Noch immer das hölzern pedantische Volk,
Noch immer ein rechter Winkel
In jeder Bewegung, und im Gesicht
Der eingefrorene Dünkel.

Sie stelzen noch immer so steif herum,
So kerzengerade geschniegelt,
Als hätten sie verschluckt den Stock,
Womit man sie einst geprügelt.

Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie,
Sie tragen sie jetzt im Innern;
Das trauliche Du wird immer noch
An das alte Er erinnere.

Der lange Schnurrbart ist eigentlich nur
Des Zopftums neuere Phase:
Der Zopf, der ehmals hinten hing,
Der hängt jetzt unter der Nase.

Nicht übel gefiel mir das neue Kostüm
Der Reuter, das muß ich loben,
Besonders die Pickelhaube, den Helm
Mit der stählernen Spitze nach oben.

Das ist so rittertümlich und mahnt
An der Vorzeit holde Romantik,
An die Burgfrau Johanna von Montfaucon,
An den Freiherrn Fouqué, Uhland, Tieck.

Das mahnt an das Mittelalter so schön,
An Edelknechte und Knappen,
Die in dem Herzen getragen die Treu
Und auf dem Hintern ein Wappen.

Das mahnt an Kreuzzug und Turnei,
An Minne und frommes Dienen,
An die ungedruckte Glaubenszeit,
Wo noch keine Zeitung erschienen.

Ja, ja, der Helm gefällt mir, er zeugt
Vom allerhöchsten Witze!
Ein königlicher Einfall war's!
Es fehlt nicht die Pointe, die Spitze!

Nur fürcht ich, wenn ein Gewitter entsteht,
Zieht leicht so eine Spitze
Herab auf euer romantisches Haupt
Des Himmels modernste Blitze! - -

Zu Aachen, auf dem Posthausschild,
Sah ich den Vogel wieder,
Der mir so tief verhaßt! Voll Gift
Schaute er auf mich nieder.

Du häßlicher Vogel, wirst du einst
Mir in die Hände fallen;
So rupfe ich dir die Federn aus
Und hacke dir ab die Krallen.

Du sollst mir dann, in luft'ger Höh',
Auf einer Stange sitzen,
Und ich rufe zum lustigen Schießen herbei
Die rheinischen Vogelschützen.

Wer mir den Vogel herunterschießt,
Mit Zepter und Krone belehn ich
Den wackern Mann! Wir blasen Tusch
Und rufen: »Es lebe der König!«

CAPUT IV
Zu Köllen kam ich spätabends an,
Da hörte ich rauschen den Rheinfluß,
Da fächelte mich schon deutsche Luft,
Da fühlt ich ihren Einfluß -

Auf meinen Appetit. Ich aß
Dort Eierkuchen mit Schinken,
Und da er sehr gesalzen war,
Mußt ich auch Rheinwein trinken.

Der Rheinwein glänzt noch immer wie Gold
Im grünen Römerglase,
Und trinkst du etwelche Schoppen zuviel,
So steigt er dir in die Nase.

In die Nase steigt ein Prickeln so süß,
Man kann sich vor Wonne nicht lassen!
Es trieb mich hinaus in die dämmernde Nacht,
In die widerhallenden Gassen.

Die steinernen Häuser schauten mich an,
Als wollten sie mir berichten
Legenden aus altverschollener Zeit,
Der heil'gen Stadt Köllen Geschichten.

Ja, hier hat einst die Klerisei
Ihr frommes Wesen getrieben,
Hier haben die Dunkelmänner geherrscht,
Die Ulrich von Hutten beschrieben.

Der Cancan des Mittelalters ward hier
Getanzt von Nonnen und Mönchen;
Hier schrieb Hochstraaten, der Menzel von Köln,
Die gift'gen Denunziatiönchen.

Die Flamme des Scheiterhaufens hat hier
Bücher und Menschen verschlungen;
Die Glocken wurden geläutet dabei
Und Kyrie eleison gesungen.

Dummheit und Bosheit buhlten hier
Gleich Hunden auf freier Gasse;
Die Enkelbrut erkennt man noch heut
An ihrem Glaubenshasse. -

Doch siehe! dort im Mondenschein
Den kolossalen Gesellen!
Er ragt verteufelt schwarz empor,
Das ist der Dom von Köllen.

Er sollte des Geistes Bastille sein,
Und die listigen Römlinge dachten:
In diesem Riesenkerker wird
Die deutsche Vernunft verschmachten!

Da kam der Luther, und er hat
Sein großes »Halt!« gesprochen -
Seit jenem Tage blieb der Bau
Des Domes unterbrochen.

Er ward nicht vollendet - und das ist gut.
Denn eben die Nichtvollendung
Macht ihn zum Denkmal von Deutschlands Kraft
Und protestantischer Sendung.

Ihr armen Schelme vom Domverein,
Ihr wollt mit schwachen Händen
Fortsetzen das unterbrochene Werk,
Und die alte Zwingburg vollenden!

O törichter Wahn! Vergebens wird
Geschüttelt der Klingelbeutel,
Gebettelt bei Ketzern und Juden sogar;
Ist alles fruchtlos und eitel.

Vergebens wird der große Franz Liszt
Zum Besten des Doms musizieren,
Und ein talentvoller König wird
Vergebens deklamieren!

Er wird nicht vollendet, der Kölner Dom,
Obgleich die Narren in Schwaben
Zu seinem Fortbau ein ganzes Schiff
Voll Steine gesendet haben.

Er wird nicht vollendet, trotz allem Geschrei
Der Raben und der Eulen,
Die, altertümlich gesinnt, so gern
In hohen Kirchtürmen weilen.

Ja, kommen wird die Zeit sogar,
Wo man, statt ihn zu vollenden,
Die inneren Räume zu einem Stall
Für Pferde wird verwenden.

»Und wird der Dom ein Pferdestall,
Was sollen wir dann beginnen
Mit den Heil'gen Drei Kön'gen, die da ruhn
Im Tabernakel da drinnen?«

So höre ich fragen. Doch brauchen wir uns
In unserer Zeit zu genieren?
Die Heil'gen Drei Kön'ge aus Morgenland,
Sie können woanders logieren.

Folgt meinem Rat und steckt sie hinein
In jene drei Körbe von Eisen,
Die hoch zu Münster hängen am Turm,
Der Sankt Lamberti geheißen.

Der Schneiderkönig saß darin
Mit seinen beiden Räten,
Wir aber benutzen die Körbe jetzt
Für andre Majestäten.

Zur Rechten soll Herr Balthasar,
Zur Linken Herr Melchior schweben,
In der Mitte Herr Gaspar - Gott weiß, wie einst
Die drei gehaust im Leben!

Die Heil'ge Allianz des Morgenlands,
Die jetzt kanonisieret,
Sie hat vielleicht nicht immer schön
Und fromm sich aufgeführet.

Der Balthasar und der Melchior,
Das waren vielleicht zwei Gäuche,
Die in der Not eine Konstitution
Versprochen ihrem Reiche,

Und später nicht Wort gehalten - Es hat
Herr Gaspar, der König der Mohren,
Vielleicht mit schwarzem Undank sogar
Belohnt sein Volk, die Toren!

CAPUT V
Und als ich an die Rheinbrück' kam,
Wohl an die Hafenschanze,
Da sah ich fließen den Vater Rhein
Im stillen Mondenglanze.

»Sei mir gegrüßt, mein Vater Rhein,
Wie ist es dir ergangen?
Ich habe oft an dich gedacht
Mit Sehnsucht und Verlangen.«

So sprach ich, da hört ich im Wasser tief
Gar seltsam grämliche Töne,
Wie Hüsteln eines alten Manns,
Ein Brümmeln und weiches Gestöhne:

»Willkommen, mein Junge, das ist mir lieb,
Daß du mich nicht vergessen;
Seit dreizehn Jahren sah ich dich nicht,
Mir ging es schlecht unterdessen.

Zu Biberich hab ich Steine verschluckt,
Wahrhaftig, sie schmeckten nicht lecker!
Doch schwerer liegen im Magen mir
Die Verse von Niklas Becker.

Er hat mich besungen, als ob ich noch
Die reinste Jungfer wäre,
Die sich von niemand rauben läßt
Das Kränzlein ihrer Ehre.

Wenn ich es höre, das dumme Lied,
Dann möcht ich mir zerraufen
Den weißen Bart, ich möchte fürwahr
Mich in mir selbst ersaufen!

Daß ich keine reine Jungfer bin,
Die Franzosen wissen es besser,
Sie haben mit meinem Wasser so oft
Vermischt ihr Siegergewässer.

Das dumme Lied und der dumme Kerl!
Er hat mich schmählich blamieret,
Gewissermaßen hat er mich auch
Politisch kompromittieret.

Denn kehren jetzt die Franzosen zurück,
So muß ich vor ihnen erröten,
Ich, der um ihre Rückkehr so oft
Mit Tränen zum Himmel gebeten.

Ich habe sie immer so liebgehabt,
Die lieben kleinen Französchen -
Singen und springen sie noch wie sonst?
Tragen noch weiße Höschen?

Ich möchte sie gerne wiedersehn,
Doch fürcht ich die Persiflage,
Von wegen des verwünschten Lieds,
Von wegen der Blamage.

Der Alfred de Musset, der Gassenbub',
Der kommt an ihrer Spitze
Vielleicht als Tambour, und trommelt mir vor
All seine schlechten Witze.«

So klagte der arme Vater Rhein,
Konnt sich nicht zufriedengeben.
Ich sprach zu ihm manch tröstendes Wort,
Um ihm das Herz zu heben:

»O fürchte nicht, mein Vater Rhein,
Den spöttelnden Scherz der Franzosen;
Sie sind die alten Franzosen nicht mehr,
Auch tragen sie andere Hosen.

Die Hosen sind rot und nicht mehr weiß,
Sie haben auch andere Knöpfe,
Sie singen nicht mehr, sie springen nicht mehr,
Sie senken nachdenklich die Köpfe.

Sie philosophieren und sprechen jetzt
Von Kant, von Fichte und Hegel,
Sie rauchen Tabak, sie trinken Bier,
Und manche schieben auch Kegel.

Sie werden Philister ganz wie wir,
Und treiben es endlich noch ärger;
Sie sind keine Voltairianer mehr,
Sie werden Hengstenberger.

Der Alfred de Musset, das ist wahr,
Ist noch ein Gassenjunge;
Doch fürchte nichts, wir fesseln ihm
Die schändliche Spötterzunge.

Und trommelt er dir einen schlechten Witz,
So pfeifen wir ihm einen schlimmern,
Wir pfeifen ihm vor, was ihm passiert
Bei schönen Frauenzimmern.

Gib dich zufrieden, Vater Rhein,
Denk nicht an schlechte Lieder,
Ein besseres Lied vernimmst du bald -
Leb wohl, wir sehen uns wieder.«

CAPUT VI
Den Paganini begleitete stets
Ein Spiritus familiaris,
Manchmal als Hund, manchmal in Gestalt
Des seligen Georg Harrys.

Napoleon sah einen roten Mann
Vor jedem wicht'gen Ereignis.
Sokrates hatte seinen Dämon,
Das war kein Hirnerzeugnis.

Ich selbst, wenn ich am Schreibtisch saß
Des Nachts, hab ich gesehen
Zuweilen einen vermummten Gast
Unheimlich hinter mir stehen.

Unter dem Mantel hielt er etwas
Verborgen, das seltsam blinkte,
Wenn es zum Vorschein kam, und ein Beil,
Ein Richtbeil, zu sein mir dünkte.

Er schien von untersetzter Statur,
Die Augen wie zwei Sterne;
Er störte mich im Schreiben nie,
Blieb ruhig stehn in der Ferne.

Seit Jahren hatte ich nicht gesehn
Den sonderbaren Gesellen,
Da fand ich ihn plötzlich wieder hier
In der stillen Mondnacht zu Köllen.

Ich schlenderte sinnend die Straßen entlang,
Da sah ich ihn hinter mir gehen,
Als ob er mein Schatten wäre, und stand
Ich still, so blieb er stehen.

Blieb stehen, als wartete er auf was,
Und förderte ich die Schritte,
Dann folgte er wieder. So kamen wir
Bis auf des Domplatz' Mitte.

Es ward mir unleidlich, ich drehte mich um
Und sprach: »Jetzt steh mir Rede,
Was folgst du mir auf Weg und Steg
Hier in der nächtlichen Öde?

Ich treffe dich immer in der Stund',
Wo Weltgefühle sprießen
In meiner Brust und durch das Hirn
Die Geistesblitze schießen.

Du siehst mich an so stier und fest -
Steh Rede: Was verhüllst du
Hier unter dem Mantel, das heimlich blinkt?
Wer bist du und was willst du?«

Doch jener erwiderte trockenen Tons,
Sogar ein bißchen phlegmatisch:
»Ich bitte dich, exorziere mich nicht,
Und werde nur nicht emphatisch!

Ich bin kein Gespenst der Vergangenheit,
Kein grabentstiegener Strohwisch,
Und von Rhetorik bin ich kein Freund,
Bin auch nicht sehr philosophisch.

Ich bin von praktischer Natur,
Und immer schweigsam und ruhig.
Doch wisse: was du ersonnen im Geist,
Das führ ich aus, das tu ich.

Und gehn auch Jahre drüber hin,
Ich raste nicht, bis ich verwandle
In Wirklichkeit, was du gedacht;
Du denkst, und ich, ich handle.

Du bist der Richter, der Büttel bin ich,
Und mit dem Gehorsam des Knechtes
Vollstreck' ich das Urteil, das du gefällt,
Und sei es ein ungerechtes.

Dem Konsul trug man ein Beil voran
Zu Rom, in alten Tagen.
Auch du hast deinen Liktor, doch wird
Das Beil dir nachgetragen.

Ich bin dein Liktor, und ich geh
Beständig mit dem blanken
Richtbeile hinter dir - ich bin
Die Tat von deinem Gedanken.«

CAPUT VII

Ich ging nach Haus und schlief, als ob
Die Engel gewiegt mich hätten.
Man ruht in deutschen Betten so weich,
Denn das sind Federbetten.

Wie sehnt ich mich oft nach der Süßigkeit
Des vaterländischen Pfühles,
Wenn ich auf harten Matratzen lag,
In der schlaflosen Nacht des Exiles!

Man schläft sehr gut und träumt auch gut
In unseren Federbetten.
Hier fühlt die deutsche Seele sich frei
Von allen Erdenketten.

Sie fühlt sich frei und schwingt sich empor
Zu den höchsten Himmelsräumen.
O deutsche Seele, wie stolz ist dein Flug
In deinen nächtlichen Träumen!

Die Götter erbleichen, wenn du nahst!
Du hast auf deinen Wegen
Gar manches Sternlein ausgeputzt
Mit deinen Flügelschlägen!

Franzosen und Russen gehört das Land,
Das Meer gehört den Briten,
Wir aber besitzen im Luftreich des Traums
Die Herrschaft unbestritten.

Hier üben wir die Hegemonie,
Hier sind wir unzerstückelt;
Die andern Völker haben sich
Auf platter Erde entwickelt. - -

Und als ich einschlief, da träumte mir,
Ich schlenderte wieder im hellen
Mondschein die hallenden Straßen entlang,
In dem altertümlichen Köllen.

Und hinter mir ging wieder einher
Mein schwarzer, vermummter Begleiter.
Ich war so müde, mir brachen die Knie,
Doch immer gingen wir weiter.

Wir gingen weiter. Mein Herz in der Brust
War klaffend aufgeschnitten,
Und aus der Herzenswunde hervor
Die roten Tropfen glitten.

Ich tauchte manchmal die Finger hinein,
Und manchmal ist es geschehen,
Daß ich die Haustürpfosten bestrich
Mit dem Blut im Vorübergehen.

Und jedesmal, wenn ich ein Haus
Bezeichnet in solcher Weise,
Ein Sterbeglöckchen erscholl fernher,
Wehmütig wimmernd und leise.

Am Himmel aber erblich der Mond,
Er wurde immer trüber;
Gleich schwarzen Rossen jagten an ihm
Die wilden Wolken vorüber.

Und immer ging hinter mir einher
Mit seinem verborgenen Beile
Die dunkle Gestalt - so wanderten wir
Wohl eine gute Weile.

Wir gehen und gehen, bis wir zuletzt
Wieder zum Domplatz gelangen;
Weit offen standen die Pforten dort,
Wir sind hineingegangen.

Es herrschte im ungeheuren Raum
Nur Tod und Nacht und Schweigen;
Es brannten Ampeln hie und da,
Um die Dunkelheit recht zu zeigen.

Ich wandelte lange den Pfeilern entlang
Und hörte nur die Tritte
Von meinem Begleiter, er folgte mir
Auch hier bei jedem Schritte.

Wir kamen endlich zu einem Ort,
Wo funkelnde Kerzenhelle
Und blitzendes Gold und Edelstein;
Das war die Drei-Königs-Kapelle.

Die Heil'gen Drei Könige jedoch,
Die sonst so still dort lagen,
O Wunder! sie saßen aufrecht jetzt
Auf ihren Sarkophagen.

Drei Totengerippe, phantastisch geputzt,
Mit Kronen auf den elenden
Vergilbten Schädeln, sie trugen auch
Das Zepter in knöchernen Händen.

Wie Hampelmänner bewegten sie
Die längstverstorbenen Knochen;
Die haben nach Moder und zugleich
Nach Weihrauchduft gerochen.

Der eine bewegte sogar den Mund
Und hielt eine Rede, sehr lange;
Er setzte mir auseinander, warum
Er meinen Respekt verlange.

Zuerst weil er ein Toter sei,
Und zweitens weil er ein König,
Und drittens weil er ein Heil'ger sei -
Das alles rührte mich wenig.

Ich gab ihm zur Antwort lachenden Muts:
»Vergebens ist deine Bemühung!
Ich sehe, daß du der Vergangenheit
Gehörst in jeder Beziehung.

Fort! fort von hier! im tiefen Grab
Ist eure natürliche Stelle.
Das Leben nimmt jetzt in Beschlag
Die Schätze dieser Kapelle.

Der Zukunft fröhliche Kavallerie
Soll hier im Dome hausen,
Und weicht ihr nicht willig, so brauch ich Gewalt
Und laß euch mit Kolben lausen!«

So sprach ich, und ich drehte mich um,
Da sah ich furchtbar blinken
Des stummen Begleiters furchtbares Beil -
Und er verstand mein Winken.

Er nahte sich, und mit dem Beil
Zerschmetterte er die armen
Skelette des Aberglaubens, er schlug
Sie nieder ohn' Erbarmen.

Es dröhnte der Hiebe Widerhall
Aus allen Gewölben, entsetzlich! -
Blutströme schossen aus meiner Brust,
Und ich erwachte plötzlich.

CAPUT VIII
Von Köllen bis Hagen kostet die Post
Fünf Taler sechs Groschen preußisch.
Die Diligence war leider besetzt,
Und ich kam in die offene Beichais'.

Ein Spätherbstmorgen, feucht und grau,
Im Schlamme keuchte der Wagen;
Doch trotz des schlechten Wetters und Wegs
Durchströmte mich süßes Behagen.

Das ist ja meine Heimatluft!
Die glühende Wange empfand es!
Und dieser Landstraßenkot, er ist
Der Dreck meines Vaterlandes!

Die Pferde wedelten mit dem Schwanz
So traulich wie alte Bekannte,
Und ihre Mistküchlein dünkten mir schön
Wie die Äpfel der Atalante!

Wir fuhren durch Mühlheim. Die Stadt ist nett,
Die Menschen still und fleißig.
War dort zuletzt im Monat Mai
Des Jahres einunddreißig.

Damals stand alles im Blütenschmuck,
Und die Sonnenlichter lachten,
Die Vögel sangen sehnsuchtvoll,
Und die Menschen hofften und dachten -

Sie dachten: ›Die magere Ritterschaft
Wird bald von hinnen reisen,
Und der Abschiedstrunk wird ihnen kredenzt
Aus langen Flaschen von Eisen!

Und die Freiheit kommt mit Spiel und Tanz,
Mit der Fahne, der weißblauroten;
Vielleicht holt sie sogar aus dem Grab
Den Bonaparte, den Toten!‹

Ach Gott! die Ritter sind immer noch hier,
Und manche dieser Gäuche,
Die spindeldürre gekommen ins Land,
Die haben jetzt dicke Bäuche.

Die blassen Kanaillen, die ausgesehn
Wie Liebe, Glauben und Hoffen,
Sie haben seitdem in unserm Wein
Sich tote Nasen gesoffen - - -

Und die Freiheit hat sich den Fuß verrenkt,
Kann nicht mehr springen und stürmen;
Die Trikolore in Paris
Schaut traurig herab von den Türmen.

Der Kaiser ist auferstanden seitdem,
Doch die englischen Würmer haben
Aus ihm einen stillen Mann gemacht,
Und er ließ sich wieder begraben.

Hab selber sein Leichenbegängnis gesehn,
Ich sah den goldenen Wagen
Und die goldenen Siegesgöttinnen drauf,
Die den goldenen Sarg getragen.

Den Elysäischen Feldern entlang,
Durch des Triumphes Bogen,
Wohl durch den Nebel, wohl über den Schnee
Kam langsam der Zug gezogen.

Mißtönend schauerlich war die Musik.
Die Musikanten starrten
Vor Kälte. Wehmütig grüßten mich
Die Adler der Standarten.

Die Menschen schauten so geisterhaft
In alter Erinnrung verloren -
Der imperiale Märchentraum
War wieder heraufbeschworen.

Ich weinte an jenem Tag. Mir sind
Die Tränen ins Auge gekommen,
Als ich den verschollenen Liebesruf,
Das »Vive l'Empereur!«, vernommen.

CAPUT IX
Von Köllen war ich drei Viertel auf acht
Des Morgens fortgereiset;
Wir kamen nach Hagen schon gegen drei,
Da ward zu Mittag gespeiset.

Der Tisch war gedeckt. Hier fand ich ganz
Die altgermanische Küche.
Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut,
Holdselig sind deine Gerüche!

Gestovte Kastanien im grünen Kohl!
So aß ich sie einst bei der Mutter!
Ihr heimischen Stockfische, seid mir gegrüßt!
Wie schwimmt ihr klug in der Butter!

Jedwedem fühlenden Herzen bleibt
Das Vaterland ewig teuer -
Ich liebe auch recht braun geschmort
Die Bücklinge und Eier.

Wie jauchzten die Würste im spritzelnden Fett!
Die Krammetsvögel, die frommen
Gebratenen Englein mit Apfelmus,
Sie zwitscherten mir: »Willkommen!«

»Willkommen, Landsmann« - zwitscherten sie -,
»Bist lange ausgeblieben,
Hast dich mit fremdem Gevögel so lang
In der Fremde herumgetrieben!«

Es stand auf dem Tische eine Gans,
Ein stilles, gemütliches Wesen.
Sie hat vielleicht mich einst geliebt,
Als wir beide noch jung gewesen.

Sie blickte mich an so bedeutungsvoll,
So innig, so treu, so wehe!
Besaß eine schöne Seele gewiß,
Doch war das Fleisch sehr zähe.

Auch einen Schweinskopf trug man auf
In einer zinnernen Schüssel;
Noch immer schmückt man den Schweinen bei uns
Mit Lorbeerblättern den Rüssel.

CAPUT X
Dicht hinter Hagen ward es Nacht,
Und ich fühlte in den Gedärmen
Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst
Zu Unna, im Wirtshaus, erwärmen.

Ein hübsches Mädchen fand ich dort,
Die schenkte mir freundlich den Punsch ein;
Wie gelbe Seide das Lockenhaar,
Die Augen sanft wie Mondschein.

Den lispelnd westfälischen Akzent
Vernahm ich mit Wollust wieder.
Viel süße Erinnerung dampfte der Punsch,
Ich dachte der lieben Brüder,

Der lieben Westfalen, womit ich so oft
In Göttingen getrunken,
Bis wir gerührt einander ans Herz
Und unter die Tische gesunken!

Ich habe sie immer so liebgehabt,
Die lieben, guten Westfalen,
Ein Volk, so fest, so sicher, so treu,
Ganz ohne Gleißen und Prahlen.

Wie standen sie prächtig auf der Mensur
Mit ihren Löwenherzen!
Es fielen so grade, so ehrlich gemeint,
Die Quarten und die Terzen.

Sie fechten gut, sie trinken gut,
Und wenn sie die Hand dir reichen
Zum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie;
Sind sentimentale Eichen.

Der Himmel erhalte dich, wackres Volk,
Er segne deine Saaten,
Bewahre dich vor Krieg und Ruhm,
Vor Helden und Heldentaten.

Er schenke deinen Söhnen stets
Ein sehr gelindes Examen,
Und deine Töchter bringe er hübsch
Unter die Haube - Amen!

CAPUT XI
Das ist der Teutoburger Wald,
Den Tacitus beschrieben,
Das ist der klassische Morast,
Wo Varus steckengeblieben.

Hier schlug ihn der Cheruskerfürst,
Der Hermann, der edle Recke;
Die deutsche Nationalität,
Die siegte in diesem Drecke.

Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann,
Mit seinen blonden Horden,
So gäb es deutsche Freiheit nicht mehr,
Wir wären römisch geworden!

In unserem Vaterland herrschten jetzt
Nur römische Sprache und Sitten,
Vestalen gäb es in München sogar,
Die Schwaben hießen Quiriten!

Der Hengstenberg wär ein Haruspex
Und grübelte in den Gedärmen
Von Ochsen. Neander wär ein Augur
Und schaute nach Vogelschwärmen.

Birch-Pfeiffer söffe Terpentin,
Wie einst die römischen Damen.
(Man sagt, daß sie dadurch den Urin
Besonders wohlriechend bekamen.)

Der Raumer wäre kein deutscher Lump,
Er wäre ein röm'scher Lumpacius.
Der Freiligrath dichtete ohne Reim,
Wie weiland Flaccus Horatius.

Der grobe Bettler, Vater Jahn,
Der hieße jetzt Grobianus.
Me hercule! Maßmann spräche Latein,
Der Marcus Tullius Maßmanus!

Die Wahrheitsfreunde würden jetzt
Mit Löwen, Hyänen, Schakalen
Sich raufen in der Arena, anstatt
Mit Hunden in kleinen Journalen.

Wir hätten einen Nero jetzt,
Statt Landesväter drei Dutzend.
Wir schnitten uns die Adern auf,
Den Schergen der Knechtschaft trutzend.

Der Schelling wär ganz ein Seneca,
Und käme in solchem Konflikt um.
Zu unsrem Comelius sagten wir:
»Cacatum non est pictum.«

Gottlob! Der Hermann gewann die Schlacht,
Die Römer wurden vertrieben,
Varus mit seinen Legionen erlag,
Und wir sind Deutsche geblieben!

Wir blieben deutsch, wir sprechen deutsch,
Wie wir es gesprochen haben;
Der Esel heißt Esel, nicht asinus,
Die Schwaben blieben Schwaben.

Der Raumer blieb ein deutscher Lump
In unserm deutschen Norden.
In Reimen dichtet Freiligrath,
Ist kein Horaz geworden.

Gottlob, der Maßmann spricht kein Latein,
Birch-Pfeiffer schreibt nur Dramen,
Und säuft nicht schnöden Terpentin
Wie Roms galante Damen.

O Hermann, dir verdanken wir das!
Drum wird dir, wie sich gebühret,
Zu Detmold ein Monument gesetzt;
Hab selber subskribieret.

CAPUT XII
Im nächtlichen Walde humpelt dahin
Die Chaise. Da kracht es plötzlich -
Ein Rad ging los. Wir halten still.
Das ist nicht sehr ergötzlich.

Der Postillion steigt ab und eilt
Ins Dorf, und ich verweile
Um Mitternacht allein im Wald.
Ringsum ertönt ein Geheule.

Das sind die Wölfe, die heulen so wild,
Mit ausgehungerten Stimmen.
Wie Lichter in der Dunkelheit
Die feurigen Augen glimmen.

Sie hörten von meiner Ankunft gewiß,
Die Bestien, und mir zur Ehre
Illuminierten sie den Wald
Und singen sie ihre Chöre.

Das ist ein Ständchen, ich merke es jetzt,
Ich soll gefeiert werden!
Ich warf mich gleich in Positur
Und sprach mit gerührten Gebärden:

»Mitwölfe! Ich bin glücklich, heut
In eurer Mitte zu weilen,
Wo soviel edle Gemüter mir
Mit Liebe entgegenheulen.

Was ich in diesem Augenblick
Empfinde, ist unermeßlich;
Ach, diese schöne Stunde bleibt
Mir ewig unvergeßlich.

Ich danke euch für das Vertraun,
Womit ihr mich beehret
Und das ihr in jeder Prüfungszeit
Durch treue Beweise bewähret.

Mitwölfe! Ihr zweifeltet nie an mir,
Ihr ließet euch nicht fangen
Von Schelmen, die euch gesagt, ich sei
Zu den Hunden übergegangen,

Ich sei abtrünnig und werde bald
Hofrat in der Lämmerhürde -
Dergleichen zu widersprechen war
Ganz unter meiner Würde.

Der Schafpelz, den ich umgehängt
Zuweilen, um mich zu wärmen,
Glaubt mir's, er brachte mich nie dahin,
Für das Glück der Schafe zu schwärmen.

Ich bin kein Schaf, ich bin kein Hund,
Kein Hofrat und kein Schellfisch -
Ich bin ein Wolf geblieben, mein Herz
Und meine Zähne sind wölfisch.

Ich bin ein Wolf und werde stets
Auch heulen mit den Wölfen -
Ja, zählt auf mich und helft euch selbst,
Dann wird auch Gott euch helfen!«

Das war die Rede, die ich hielt,
Ganz ohne Vorbereitung;
Verstümmelt hat Kolb sie abgedruckt
In der »Allgemeinen Zeitung«.

CAPUT XIII
Die Sonne ging auf bei Paderborn,
Mit sehr verdroßner Gebärde.
Sie treibt in der Tat ein verdrießlich Geschäft -
Beleuchten die dumme Erde!

Hat sie die eine Seite erhellt,
Und bringt sie mit strahlender Eile
Der andern ihr Licht, so verdunkelt schon
Sich jene mittlerweile.

Der Stein entrollt dem Sisyphus,
Der Danaiden Tonne
Wird nie gefüllt, und den Erdenball
Beleuchtet vergeblich die Sonne! -

Und als der Morgennebel zerrann,
Da sah ich am Wege ragen,
Im Frührotschein, das Bild des Manns,
Der an das Kreuz geschlagen.

Mit Wehmut erfüllt mich jedesmal
Dein Anblick, mein armer Vetter,
Der du die Welt erlösen gewollt,
Du Narr, du Menschheitsretter!

Sie haben dir übel mitgespielt,
Die Herren vom hohen Rate.
Wer hieß dich auch reden so rücksichtslos
Von der Kirche und vom Staate!

Zu deinem Malheur war die Buchdruckerei
Noch nicht in jenen Tagen
Erfunden; du hättest geschrieben ein Buch
Über die Himmelsfragen.

Der Zensor hätte gestrichen darin,
Was etwa anzüglich auf Erden,
Und liebend bewahrte dich die Zensur
Vor dem Gekreuzigtwerden.

Ach! hättest du nur einen andern Text
Zu deiner Bergpredigt genommen,
Besaßest ja Geist und Talent genug,
Und konntest schonen die Frommen!

Geldwechsler, Bankiers, hast du sogar
Mit der Peitsche gejagt aus dem Tempel -
Unglücklicher Schwärmer, jetzt hängst du am Kreuz
Als warnendes Exempel!

CAPUT XIV
Ein feuchter Wind, ein kahles Land,
Die Chaise wackelt im Schlamme;
Doch singt es und klingt es in meinem Gemüt:
»Sonne, du klagende Flamme!«

Das ist der Schlußreim des alten Lieds,
Das oft meine Amme gesungen -
»Sonne, du klagende Flamme!« Das hat
Wie Waldhornruf geklungen.

Es kommt im Lied ein Mörder vor,
Der lebt' in Lust und Freude;
Man findet ihn endlich im Walde gehenkt
An einer grauen Weide.

Des Mörders Todesurteil war
Genagelt am Weidenstamme;
Das haben die Rächer der Feme getan -
»Sonne, du klagende Flamme!«

Die Sonne war Kläger, sie hatte bewirkt,
Daß man den Mörder verdamme.
Ottilie hatte sterbend geschrien:
»Sonne, du klagende Flamme!«

Und denk ich des Liedes, so denk ich auch
Der Amme, der lieben Alten;
Ich sehe wieder ihr braunes Gesicht,
Mit allen Runzeln und Falten.

Sie war geboren im Münsterland,
Und wußte, in großer Menge,
Gespenstergeschichten, grausenhaft,
Und Märchen und Volksgesänge.

Wie pochte mein Herz, wenn die alte Frau
Von der Königstochter erzählte,
Die einsam auf der Heide saß
Und die goldnen Haare strählte.

Die Gänse mußte sie hüten dort
Als Gänsemagd, und trieb sie
Am Abend die Gänse wieder durchs Tor,
Gar traurig stehen blieb sie.

Denn angenagelt über dem Tor
Sah sie ein Roßhaupt ragen,
Das war der Kopf des armen Pferds,
Das sie in die Fremde getragen.

Die Königstochter seufzte tief:
»O Falada, daß du hangest!«
Der Pferdekopf herunterrief:
»O wehe! daß du gangest!«

Die Königstochter seufzte tief:
»Wenn das meine Mutter wüßte!«
Der Pferdekopf herunterrief:
»Ihr Herze brechen müßte!«

Mit stockendem Atem horchte ich hin,
Wenn die Alte ernster und leiser
Zu sprechen begann und vom Rotbart sprach,
Von unserem heimlichen Kaiser.

Sie hat mir versichert, er sei nicht tot,
Wie da glauben die Gelehrten,
Es hause versteckt in einem Berg
Mit seinen Waffengefährten.

Kyffhäuser ist der Berg genannt,
Und drinnen ist eine Höhle;
Die Ampeln erhellen so geisterhaft
Die hochgewölbten Säle.

Ein Marstall ist der erste Saal,
Und dorten kann man sehen
Viel tausend Pferde, blankgeschirrt,
Die an den Krippen stehen.

Sie sind gesattelt und gezäumt,
Jedoch von diesen Rossen
Kein einziges wiehert, kein einziges stampft,
Sind still, wie aus Eisen gegossen.

Im zweiten Saale, auf der Streu,
Sieht man Soldaten liegen,
Viel tausend Soldaten, bärtiges Volk,
Mit kriegerisch trotzigen Zügen.

Sie sind gerüstet von Kopf bis Fuß,
Doch alle diese Braven,
Sie rühren sich nicht, bewegen sich nicht,
Sie liegen fest und schlafen.

Hochaufgestapelt im dritten Saal
Sind Schwerter, Streitäxte, Speere,
Harnische, Helme, von Silber und Stahl,
Altfränkische Feuergewehre.

Sehr wenig Kanonen, jedoch genug,
Um eine Trophäe zu bilden.
Hoch ragt daraus eine Fahne hervor,
Die Farbe ist schwarzrotgülden.

Der Kaiser bewohnt den vierten Saal.
Schon seit Jahrhunderten sitzt er
Auf steinernem Stuhl, am steinernen Tisch,
Das Haupt auf den Armen stützt er.

Sein Bart, der bis zur Erde wuchs,
Ist rot wie Feuerflammen,
Zuweilen zwinkert er mit dem Aug',
Zieht manchmal die Braunen zusammen.

Schläft er oder denkt er nach?
Man kann's nicht genau ermitteln;
Doch wenn die rechte Stunde kommt,
Wird er gewaltig sich rütteln.

Die gute Fahne ergreift er dann
Und ruft. »Zu Pferd! zu Pferde!«
Sein reisiges Volk erwacht und springt
Lautrasselnd empor von der Erde.

Ein jeder schwingt sich auf sein Roß,
Das wiehert und stampft mit den Hufen!
Sie reiten hinaus in die klirrende Welt,
Und die Trompeten rufen.

Sie reiten gut, sie schlagen gut,
Sie haben ausgeschlafen.
Der Kaiser hält ein strenges Gericht,
Er will die Mörder bestrafen -

Die Mörder, die gemeuchelt einst
Die teure, wundersame,
Goldlockichte Jungfrau Germania -
»Sonne, du klagende Flamme!«

Wohl mancher, der sich geborgen geglaubt
Und lachend auf seinem Schloß saß,
Er wird nicht entgehen dem rächenden Strang,
Dem Zorne Barbarossas! - - -

Wie klingen sie lieblich, wie klingen sie süß,
Die Märchen der alten Amme!
Mein abergläubisches Herze jauchzt:
»Sonne, du klagende Flamme!«

CAPUT XV

Ein feiner Regen prickelt herab,
Eiskalt, wie Nähnadelspitzen.
Die Pferde bewegen traurig den Schwanz,
Sie waten im Kot und schwitzen.

Der Postillion stößt in sein Horn,
Ich kenne das alte Getute,
»Es reiten drei Reiter zum Tor hinaus!«
Es wird mir so dämmrig zumute.

Mich schläferte und ich entschlief,
Und siehe! mir träumte am Ende,
Daß ich mich in dem Wunderberg
Beim Kaiser Rotbart befände.

Er saß nicht mehr auf steinernem Stuhl,
Am steinernen Tisch, wie ein Steinbild;
Auch sah er nicht so ehrwürdig aus,
Wie man sich gewöhnlich einbildt.

Er watschelte durch die Säle herum
Mit mir im trauten Geschwätze.
Er zeigte wie ein Antiquar
Mir seine Kuriosa und Schätze.

Im Saale der Waffen erklärte er mir,
Wie man sich der Kolben bediene,
Von einigen Schwertern rieb er den Rost
Mit seinem Hermeline.

Er nahm ein Pfauenwedel zur Hand,
Und reinigte vom Staube
Gar manchen Harnisch, gar manchen Helm,
Auch manche Pickelhaube.

Die Fahne stäubte er gleichfalls ab,
Und er sprach: »Mein größter Stolz ist,
Daß noch keine Motte die Seide zerfraß,
Und auch kein Wurm im Holz ist.«

Und als wir kamen in den Saal,
Wo schlafend am Boden liegen
Viel tausend Krieger, kampfbereit,
Der Alte sprach mit Vergnügen:

»Hier müssen wir leiser reden und gehn,
Damit wir nicht wecken die Leute;
Wieder verflossen sind hundert Jahr',
Und Löhnungstag ist heute.«

Und siehe! der Kaiser nahte sich sacht
Den schlafenden Soldaten,
Und steckte heimlich in die Tasch'
Jedwedem einen Dukaten.

Er sprach mit schmunzelndem Gesicht,
Als ich ihn ansah verwundert:
»Ich zahle einen Dukaten per Mann,
Als Sold, nach jedem Jahrhundert.«

Im Saale, wo die Pferde stehn
In langen, schweigenden Reihen,
Da rieb der Kaiser sich die Händ',
Schien sonderbar sich zu freuen.

Er zählte die Gäule, Stück vor Stück,
Und klätschelte ihnen die Rippen;
Er zählte und zählte, mit ängstlicher Hast
Bewegten sich seine Lippen.

»Das ist noch nicht die rechte Zahl« -
Sprach er zuletzt verdrossen -,
»Soldaten und Waffen hab ich genung,
Doch fehlt es noch an Rossen.

Roßkämme hab ich ausgeschickt
In alle Welt, die kaufen
Für mich die besten Pferde ein,
Hab schon einen guten Haufen.

Ich warte, bis die Zahl komplett,
Dann schlag ich los und befreie
Mein Vaterland, mein deutsches Volk,
Das meiner harret mit Treue.«

So sprach der Kaiser, ich aber rief:
»Schlag los, du alter Geselle,
Schlag los, und hast du nicht Pferde genug,
Nimm Esel an ihrer Stelle.«

Der Rotbart erwiderte lächelnd: »Es hat
Mit dem Schlagen gar keine Eile,
Man baute nicht Rom an einem Tag,
Gut Ding will haben Weile.

Wer heute nicht kommt, kommt morgen gewiß,
Nur langsam wächst die Eiche,
Und chi va piano, va sano, so heißt
Das Sprüchwort im römischen Reiche.«

CAPUT XVI
Das Stoßen des Wagens weckte mich auf,
Doch sanken die Augenlider
Bald wieder zu, und ich entschlief
Und träumte vom Rotbart wieder.

Ging wieder schwatzend mit ihm herum
Durch alle die hallenden Säle;
Er frug mich dies, er frug mich das,
Verlangte, daß ich erzähle.

Er hatte aus der Oberwelt
Seit vielen, vielen Jahren,
Wohl seit dem Siebenjährigen Krieg,
Kein Sterbenswort erfahren.

Er frug nach Moses Mendelssohn,
Nach der Karschin, mit Intresse
Frug er nach der Gräfin Dubarry,
Des fünfzehnten Ludwigs Mätresse.

»O Kaiser«, rief ich, »wie bist du zurück!
Der Moses ist längst gestorben,
Nebst seiner Rebekka, auch Abraham,
Der Sohn, ist gestorben, verdorben.

Der Abraham hatte mit Lea erzeugt
Ein Bübchen, Felix heißt er,
Der brachte es weit im Christentum,
Ist schon Kapellenmeister.

Die alte Karschin ist gleichfalls tot,
Auch die Tochter ist tot, die Klencke;
Helmine Chézy, die Enkelin,
Ist noch am Leben, ich denke.

Die Dubarry lebte lustig und flott,
Solange Ludwig regierte,
Der Fünfzehnte nämlich, sie war schon alt,
Als man sie guillotinierte.

Der König Ludwig der Fünfzehnte starb
Ganz ruhig in seinem Bette,
Der Sechzehnte aber ward guillotiniert
Mit der Königin Antoinette.

Die Königin zeigte großen Mut,
Ganz wie es sich gebührte,
Die Dubarry aber weinte und schrie,
Als man sie guillotinierte.« - -

Der Kaiser blieb plötzlich stillestehn,
Und sah mich an mit den stieren
Augen und sprach: »Um Gottes will'n,
Was ist das, guillotinieren!«

»Das Guillotinieren« - erklärte ich ihm
»Ist eine neue Methode,
Womit man die Leute jeglichen Stands
Vom Leben bringt zu Tode.

Bei dieser Methode bedient man sich
Auch einer neuen Maschine,
Die hat erfunden Herr Guillotin,
Drum nennt man sie Guillotine.

Du wirst hier an ein Brett geschnallt; -
Das senkt sich; - du wirst geschoben
Geschwinde zwischen zwei Pfosten; - es hängt
Ein dreieckig Beil ganz oben; -

Man zieht eine Schnur, dann schießt herab
Das Beil, ganz lustig und munter; -
Bei dieser Gelegenheit fällt dein Kopf
In einen Sack hinunter.«

Der Kaiser fiel mir in die Red':
»Schweig still, von deiner Maschine
Will ich nichts wissen, Gott bewahr',
Daß ich mich ihrer bediene!

Der König und die Königin!
Geschnallt! an einem Brette!
Das ist ja gegen allen Respekt
Und alle Etikette!

Und du, wer bist du, daß du es wagst,
Mich so vertraulich zu duzen?
Warte, du Bürschchen, ich werde dir schon
Die kecken Flügel stutzen!

Es regt mir die innerste Galle auf,
Wenn ich dich höre sprechen,
Dein Odem schon ist Hochverrat
Und Majestätsverbrechen!«

Als solchermaßen in Eifer geriet
Der Alte und sonder Schranken
Und Schonung mich anschnob, da platzten heraus
Auch mir die geheimsten Gedanken.

»Herr Rotbart« - rief ich laut -, »du bist
Ein altes Fabelwesen,
Geh, leg dich schlafen, wir werden uns
Auch ohne dich erlösen.

Die Republikaner lachen uns aus,
Sehn sie an unserer Spitze
So ein Gespenst mit Zepter und Kron';
Sie rissen schlechte Witze.

Auch deine Fahne gefällt mir nicht mehr,
Die altdeutschen Narren verdarben
Mir schon in der Burschenschaft die Lust
An den schwarzrotgoldnen Farben.

Das beste wäre, du bliebest zu Haus,
Hier in dem alten Kyffhäuser -
Bedenk ich die Sache ganz genau,
So brauchen wir gar keinen Kaiser.«

CAPUT XVII
Ich habe mich mit dem Kaiser gezankt
Im Traum, im Traum versteht sich -
Im wachenden Zustand sprechen wir nicht
Mit Fürsten so widersetzig.

Nur träumend, im idealen Traum,
Wagt ihnen der Deutsche zu sagen
Die deutsche Meinung, die er so tief
Im treuen Herzen getragen.

Als ich erwacht', fuhr ich einem Wald
Vorbei, der Anblick der Bäume,
Der nackten hölzernen Wirklichkeit,
Verscheuchte meine Träume.

Die Eichen schüttelten ernsthaft das Haupt,
Die Birken und Birkenreiser,
Sie nickten so warnend - und ich rief:
»Vergib mir, mein teurer Kaiser!

Vergib mir, o Rotbart, das rasche Wort!
Ich weiß, du bist viel weiser
Als ich, ich habe sowenig Geduld -
Doch komme du bald, mein Kaiser!

Behagt dir das Guillotinieren nicht,
So bleib bei den alten Mitteln:
Das Schwert für Edelleute, der Strick
Für Bürger und Bauern in Kitteln.

Nur manchmal wechsle ab, und laß
Den Adel hängen, und köpfe
Ein bißchen die Bürger und Bauern, wir sind
Ja alle Gottesgeschöpfe.

Stell wieder her das Halsgericht,
Das peinliche Karls des Fünften,
Und teile wieder ein das Volk
Nach Ständen, Gilden und Zünften.

Das alte Heilige Römische Reich,
Stell's wieder her, das ganze,
Gib uns den modrigsten Plunder zurück
Mit allem Firlifanze.

Das Mittelalter, immerhin,
Das wahre, wie es gewesen,
Ich will es ertragen - erlöse uns nur
Von jenem Zwitterwesen,

Von jenem Kamaschenrittertum,
Das ekelhaft ein Gemisch ist
Von gotischem Wahn und modernem Lug,
Das weder Fleisch noch Fisch ist.

Jag fort das Komödiantenpack,
Und schließe die Schauspielhäuser,
Wo man die Vorzeit parodiert
Komme du bald, o Kaiser!«

CAOUT XVIII
Minden ist eine feste Burg,
Hat gute Wehr und Waffen!
Mit preußischen Festungen hab ich jedoch
Nicht gerne was zu schaffen.

Wir kamen dort an zur Abendzeit.
Die Planken der Zugbrück' stöhnten
So schaurig, als wir hinübergerollt;
Die dunklen Gräben gähnten.

Die hohen Bastionen schauten mich an,
So drohend und verdrossen;
Das große Tor ging rasselnd auf,
Ward rasselnd wieder geschlossen.

Ach! meine Seele ward betrübt,
Wie des Odysseus Seele,
Als er gehört, daß Polyphem
Den Felsblock schob vor die Höhle.

Es trat an den Wagen ein Korporal
Und frug uns: wie wir hießen?
»Ich heiße Niemand, bin Augenarzt
Und steche den Star den Riesen.«

Im Wirtshaus ward mir noch schlimmer zumut,
Das Essen wollt mir nicht schmecken.
Ging schlafen sogleich, doch schlief ich nicht,
Mich drückten so' schwer die Decken.

Es war ein breites Federbett,
Gardinen von rotem Damaste,
Der Himmel von verblichenem Gold,
Mit einem schmutzigen Quaste.

Verfluchter Quast! der die ganze Nacht
Die liebe Ruhe mir raubte!
Er hing mir, wie des Damokles Schwert,
So drohend über dem Haupte!

Schien manchmal ein Schlangenkopf zu sein,
Und ich hörte ihn heimlich zischen:
»Du bist und bleibst in der Festung jetzt,
Du kannst nicht mehr entwischen!«

»Oh, daß ich wäre« - seufzte ich -,
»Daß ich zu Hause wäre,
Bei meiner lieben Frau in Paris,
Im Faubourg Poissonnière!«

Ich fühlte, wie über die Stirne mir
Auch manchmal etwas gestrichen,
Gleich einer kalten Zensorhand,
Und meine Gedanken wichen -

Gendarmen in Leichenlaken gehüllt,
Ein weißes Spukgewirre,
Umringte mein Bett, ich hörte auch
Unheimliches Kettengeklirre.

Ach! Die Gespenster schleppten mich fort,
Und ich hab mich endlich befunden
An einer steilen Felsenwand;
Dort war ich festgebunden.

Der böse schmutzige Betthimmelquast!
Ich fand ihn gleichfalls wieder,
Doch sah er jetzt wie ein Geier aus,
Mit Krallen und schwarzem Gefieder.

Er glich dem preußischen Adler jetzt,
Und hielt meinen Leib umklammert;
Er fraß mir die Leber aus der Brust,
Ich habe gestöhnt und gejammert.

Ich jammerte lange - da krähte der Hahn,
Und der Fiebertraum erblaßte.
Ich lag zu Minden im schwitzenden Bett,
Der Adler ward wieder zum Quaste.

Ich reiste fort mit Extrapost,
Und schöpfte freien Odem
Erst draußen in der freien Natur,
Auf bückeburg'schem Boden.

CAPUT XIX
Oh, Danton, du hast dich sehr geirrt
Und mußtest den Irrtum büßen!
Mitnehmen kann man das Vaterland
An den Sohlen, an den Füßen.

Das halbe Fürstentum Bückeburg
Blieb mir an den Stiefeln kleben;
So lehmichte Wege habe ich wohl
Noch nie gesehen im Leben.

Zu Bückeburg stieg ich ab in der Stadt,
Um dort zu betrachten die Stammburg,
Wo mein Großvater geboren ward;
Die Großmutter war aus Hamburg.

Ich kam nach Hannover um Mittagzeit,
Und ließ mir die Stiefel putzen.
Ich ging sogleich, die Stadt zu besehn,
Ich reise gern mit Nutzen.

Mein Gott! da sieht es sauber aus!
Der Kot liegt nicht auf den Gassen.
Viel Prachtgebäude sah ich dort,
Sehr imponierende Massen.

Besonders gefiel mir ein großer Platz,
Umgeben von stattlichen Häusern;
Dort wohnt der König, dort steht sein Palast,
Er ist von schönem Äußern

(Nämlich der Palast). Vor dem Portal
Zu jeder Seite ein Schildhaus.
Rotröcke mit Flinten halten dort Wacht,
Sie sehen drohend und wild aus.

Mein Cicerone sprach: »Hier wohnt
Der Ernst Augustus, ein alter,
Hochtoryscher Lord, ein Edelmann,
Sehr rüstig für sein Alter.

Idyllisch sicher haust er hier,
Denn besser als alle Trabanten
Beschützet ihn der mangelnde Mut
Von unseren lieben Bekannten.

Ich seh ihn zuweilen, er klagt alsdann,
Wie gar langweilig das Amt sei,
Das Königsamt, wozu er jetzt
Hier in Hannover verdammt sei.

An großbritannisches Leben gewöhnt,
Sei es ihm hier zu enge,
Ihn plage der Spleen, er fürchte schier,
Daß er sich mal erhänge.

Vorgestern fand ich ihn traurig gebückt
Am Kamin, in der Morgenstunde;
Er kochte höchstselbst ein Lavement
Für seine kranken Hunde.«

CAPUT XX
Von Harburg fuhr ich in einer Stund'
Nach Hamburg. Es war schon Abend.
Die Sterne am Himmel grüßten mich,
Die Luft war lind und labend.

Und als ich zu meiner Frau Mutter kam,
Erschrak sie fast vor Freude;
Sie rief: »Mein liebes Kind!« und schlug
Zusammen die Hände beide.

»Mein liebes Kind, wohl dreizehn Jahr'
Verflossen unterdessen!
Du wirst gewiß sehr hungrig sein -
Sag an, was willst du essen?

Ich habe Fisch und Gänsefleisch
Und schöne Apfelsinen.«
»So gib mir Fisch und Gänsefleisch
Und schöne Apfelsinen.«

Und als ich aß mit großem App'tit,
Die Mutter ward glücklich und munter,
Sie frug wohl dies, sie frug wohl das,
Verfängliche Fragen mitunter.

»Mein liebes Kind! und wirst du auch
Recht sorgsam gepflegt in der Fremde?
Versteht deine Frau die Haushaltung,
Und flickt sie dir Strümpfe und Hemde?«

»Der Fisch ist gut, lieb Mütterlein,
Doch muß man ihn schweigend verzehren;
Man kriegt so leicht eine Grät' in den Hals,
Du darfst mich jetzt nicht stören.«

Und als ich den braven Fisch verzehrt,
Die Gans ward aufgetragen.
Die Mutter frug wieder wohl dies, wohl das,
Mitunter verfängliche Fragen.

»Mein liebes Kind! in welchem Land
Läßt sich am besten leben?
Hier oder in Frankreich? und welchem Volk
Wirst du den Vorzug geben?«

»Die deutsche Gans, lieb Mütterlein,
Ist gut, jedoch die Franzosen,
Sie stopfen die Gänse besser als wir,
Auch haben sie bessere Saucen.« -

Und als die Gans sich wieder empfahl,
Da machten ihre Aufwartung
Die Apfelsinen, sie schmeckten so süß,
Ganz über alle Erwartung.

Die Mutter aber fing wieder an
Zu fragen sehr vergnüglich,
Nach tausend Dingen, mitunter sogar
Nach Dingen, die sehr anzüglich.

»Mein liebes Kind! Wie denkst du jetzt?
Treibst du noch immer aus Neigung
Die Politik? Zu welcher Partei
Gehörst du mit Überzeugung?«

»Die Apfelsinen, lieb Mütterlein,
Sind gut, und mit wahrem Vergnügen
Verschlucke ich den süßen Saft,
Und ich lasse die Schalen liegen.«

CAPUT XXI
Die Stadt, zur Hälfte abgebrannt,
Wird aufgebaut allmählich;
Wie 'n Pudel, der halb geschoren ist,
Sieht Hamburg aus, trübselig.

Gar manche Gassen fehlen mir,
Die ich nur ungern vermisse -
Wo ist das Haus, wo ich geküßt
Der Liebe erste Küsse?

Wo ist die Druckerei, wo ich
Die »Reisebilder« druckte?
Wo ist der Austerkeller, wo ich
Die ersten Austern schluckte?

Und der Dreckwall, wo ist der Dreckwall hin?
Ich kann ihn vergeblich suchen!
Wo ist der Pavillon, wo ich
Gegessen so manchen Kuchen?

Wo ist das Rathaus, worin der Senat
Und die Bürgerschaft gethronet?
Ein Raub der Flammen! Die Flamme hat
Das Heiligste nicht verschonet.

Die Leute seufzten noch vor Angst,
Und mit wehmüt'gem Gesichte
Erzählten sie mir vom großen Brand
Die schreckliche Geschichte:

»Es brannte an allen Ecken zugleich,
Man sah nur Rauch und Flammen!
Die Kirchentürme loderten auf
Und stürzten krachend zusammen.

Die alte Börse ist verbrannt,
Wo unsere Väter gewandelt,
Und miteinander jahrhundertelang
So redlich als möglich gehandelt.

Die Bank, die silberne Seele der Stadt,
Und die Bücher, wo eingeschrieben
Jedweden Mannes Banko-Wert,
Gottlob! sie sind uns geblieben!

Gottlob! man kollektierte für uns
Selbst bei den fernsten Nationen -
Ein gutes Geschäft - die Kollekte betrug
Wohl an die acht Millionen.

Aus allen Ländern floß das Geld
In unsre offnen Hände,
Auch Viktualien nahmen wir an,
Verschmähten keine Spende.

Man schickte uns Kleider und Betten genug,
Auch Brot und Fleisch und Suppen!
Der König von Preußen wollte sogar
Uns schicken seine Truppen.

Der materielle Schaden ward
Vergütet, das ließ sich schätzen -
Jedoch den Schrecken, unseren Schreck,
Den kann uns niemand ersetzen!«

Aufmunternd sprach ich: »Ihr lieben Leut',
Ihr müßt nicht jammern und flennen;
Troja war eine bessere Stadt
Und mußte doch verbrennen.

Baut eure Häuser wieder auf
Und trocknet eure Pfützen,
Und schafft euch beßre Gesetze an
Und beßre Feuerspritzen.

Gießt nicht zuviel Cayenne-Piment
In eure Mockturtlesuppen,
Auch eure Karpfen sind euch nicht gesund,
Ihr kocht sie so fett mit den Schuppen.

Kalkuten schaden euch nicht viel,
Doch hütet euch vor der Tücke
Des Vogels, der sein Ei gelegt
In des Bürgermeisters Perücke. - -

Wer dieser fatale Vogel ist,
Ich brauch es euch nicht zu sagen -
Denk ich an ihn, so dreht sich herum
Das Essen in meinem Magen.«

CAPUT XXII
Noch mehr verändert als die Stadt
Sind mir die Menschen erschienen,
Sie gehn so betrübt und gebrochen herum,
Wie wandelnde Ruinen.

Die Mageren sind noch dünner jetzt,
Noch fetter sind die Feisten,
Die Kinder sind alt, die Alten sind
Kindisch geworden, die meisten.

Gar manche, die ich als Kälber verließ,
Fand ich als Ochsen wieder;
Gar manches kleine Gänschen ward
Zur Gans mit stolzem Gefieder.

Die alte Gudel fand ich geschminkt
Und geputzt wie eine Sirene;
Hat schwarze Locken sich angeschafft
Und blendendweiße Zähne.

Am besten hat sich konserviert
Mein Freund, der Papierverkäufer;
Sein Haar ward gelb und umwallt sein Haupt,
Sieht aus wie Johannes der Täufer.

Den ***, den sah ich nur von fern,
Er huschte mir rasch vorüber;
Ich höre, sein Geist ist abgebrannt
Und war versichert bei Bieber.

Auch meinen alten Zensor sah
Ich wieder. Im Nebel, gebücket,
Begegnet' er mir auf dem Gänsemarkt,
Schien sehr darniedergedrücket.

Wir schüttelten uns die Hände, es schwamm
Im Auge des Manns eine Träne.
Wie freute er sich, mich wiederzusehn!
Es war eine rührende Szene. -

Nicht alle fand ich. Mancher hat
Das Zeitliche gesegnet.
Ach! meinem Gumpelino sogar
Bin ich nicht mehr begegnet.

Der Edle hatte ausgehaucht
Die große Seele soeben,
Und wird als verklärter Seraph jetzt
Am Throne Jehovas schweben.

Vergebens suchte ich überall
Den krummen Adonis, der Tassen
Und Nachtgeschirr von Porzellan
Feilbot in Hamburgs Gassen.

Sarras, der treue Pudel, ist tot.
Ein großer Verlust! Ich wette,
Daß Campe lieber ein ganzes Schock
Schriftsteller verloren hätte. - -

Die Population des Hamburger Staats
Besteht, seit Menschengedenken,
Aus Juden und Christen; es pflegen auch
Die letztren nicht viel zu verschenken.

Die Christen sind alle ziemlich gut,
Auch essen sie gut zu Mittag,
Und ihre Wechsel bezahlen sie prompt,
Noch vor dem letzten Respittag.

Die Juden teilen sich wieder ein
In zwei verschiedne Parteien;
Die Alten gehn in die Synagog',
Und in den Tempel die Neuen.

Die Neuen essen Schweinefleisch,
Zeigen sich widersetzig,
Sind Demokraten; die Alten sind
Vielmehr aristokrätzig.

Ich liebe die Alten, ich liebe die Neu'n -
Doch schwör ich, beim ewigen Gotte,
Ich liebe gewisse Fischchen noch mehr,
Man heißt sie geräucherte Sprotte.

CAPUT XXIII
Als Republik war Hamburg nie
So groß wie Venedig und Florenz,
Doch Hamburg hat bessere Austern; man speist
Die besten im Keller von Lorenz.

Es war ein schöner Abend, als ich
Mich hinbegab mit Campen;
Wir wollten miteinander dort
In Rheinwein und Austern schlampampen.

Auch gute Gesellschaft fand ich dort,
Mit Freude sah ich wieder
Manch alten Genossen, zum Beispiel Chaufepié,
Auch manche neue Brüder.

Da war der Wille, dessen Gesicht
Ein Stammbuch, worin mit Hieben
Die akademischen Feinde sich
Recht leserlich eingeschrieben.

Da war der Fucks, ein blinder Heid'
Und persönlicher Feind des Jehova,
Glaubt nur an Hegel und etwa noch
An die Venus des Canova.

Mein Campe war Amphitryo
Und lächelte vor Wonne;
Sein Auge strahlte Seligkeit,
Wie eine verklärte Madonne.

Ich aß und trank, mit gutem App'tit,
Und dachte in meinem Gemüte:
›Der Campe ist wirklich ein großer Mann,
Ist aller Verleger Blüte.

Ein andrer Verleger hätte mich
Vielleicht verhungern lassen,
Der aber gibt mir zu trinken sogar;
Werde ihn niemals verlassen.

Ich danke dem Schöpfer in der Höh',
Der diesen Saft der Reben
Erschuf, und zum Verleger mir
Den Julius Campe gegeben!

Ich danke dem Schöpfer in der Höh',
Der, durch sein großes Werde,
Die Austern erschaffen in der See
Und den Rheinwein auf der Erde!

Der auch Zitronen wachsen ließ,
Die Austern zu betauen -
Nun laß mich, Vater, diese Nacht
Das Essen gut verdauen!‹

Der Rheinwein stimmt mich immer weich
Und löst jedwedes Zerwürfnis
In meiner Brust, entzündet darin
Der Menschenliebe Bedürfnis.

Es treibt mich aus dem Zimmer hinaus,
Ich muß in den Straßen schlendern;
Die Seele sucht eine Seele und späht
Nach zärtlich weißen Gewändern.

In solchen Momenten zerfließe ich fast
Vor Wehmut und vor Sehnen;
Die Katzen scheinen mir alle grau,
Die Weiber alle Helenen. - - -

Und als ich auf die Drehbahn kam,
Da sah ich im Mondenschimmer
Ein hehres Weib, ein wunderbar
Hochbusiges Frauenzimmer.

Ihr Antlitz war rund und kerngesund,
Die Augen wie blaue Turkoasen,
Die Wangen wie Rosen, wie Kirschen der Mund,
Auch etwas rötlich die Nase.

Ihr Haupt bedeckte eine Mütz'
Von weißem gesteiftem Linnen,
Gefältelt wie eine Mauerkron',
Mit Türmchen und zackigen Zinnen.

Sie trug eine weiße Tunika,
Bis an die Waden reichend.
Und welche Waden! Das Fußgestell
Zwei dorischen Säulen gleichend.

Die weltlichste Natürlichkeit
Konnt man in den Zügen lesen;
Doch das übermenschliche Hinterteil
Verriet ein höheres Wesen.

Sie trat zu mir heran und sprach:
»Willkommen an der Elbe
Nach dreizehnjähr'ger Abwesenheit -
Ich sehe, du bist noch derselbe!

Du suchst die schönen Seelen vielleicht,
Die dir so oft begegnet
Und mit dir geschwärmt die Nacht hindurch,
In dieser schönen Gegend.

Das Leben verschlang sie, das Ungetüm,
Die hundertköpfige Hyder;
Du findest nicht die alte Zeit
Und die Zeitgenössinnen wieder!

Du findest die holden Blumen nicht mehr,
Die das junge Herz vergöttert;
Hier blühten sie - jetzt sind sie verwelkt,
Und der Sturm hat sie entblättert.

Verwelkt, entblättert, zertreten sogar
Von rohen Schicksalsfüßen -
Mein Freund, das ist auf Erden das Los
Von allem Schönen und Süßen!«

»Wer bist du?« - rief ich -, »du schaust mich an
Wie 'n Traum aus alten Zeiten -
Wo wohnst du, großes Frauenbild?
Und darf ich dich begleiten?«

Da lächelte das Weib und sprach:
»Du irrst dich, ich bin eine feine,
Anständ'ge, moralische Person;
Du irrst dich, ich bin nicht so eine.

Ich bin nicht so eine kleine Mamsell,
So eine welsche Lorettin -
Denn wisse: ich bin Hammonia,
Hamburgs beschützende Göttin!

Du stutzest und erschreckst sogar,
Du sonst so mutiger Sänger!
Willst du mich noch begleiten jetzt?
Wohlan, so zögre nicht länger.«

Ich aber lachte laut und rief:
»Ich folge auf der Stelle -
Schreit du voran, ich folge dir,
Und ging' es in die Hölle!«

CAPUT XXIV
Wie ich die enge Sahltrepp' hinauf-
Gekommen, ich kann es nicht sagen;
Es haben unsichtbare Geister mich
Vielleicht hinaufgetragen.

Hier, in Hammonias Kämmerlein,
Verflossen mir schnell die Stunden.
Die Göttin gestand die Sympathie,
Die sie immer für mich empfunden.

»Siehst du« - sprach sie -, »in früherer Zeit
War mir am meisten teuer
Der Sänger, der den Messias besang
Auf seiner frommen Leier.

Dort auf der Kommode steht noch jetzt
Die Büste von meinem Klopstock,
Jedoch seit Jahren dient sie mir
Nur noch als Haubenkopfstock.

Du bist mein Liebling jetzt, es hängt
Dein Bildnis zu Häupten des Bettes;
Und, siehst du, ein frischer Lorbeer umkränzt
Den Rahmen des holden Porträtes.

Nur daß du meine Söhne so oft
Genergelt, ich muß es gestehen,
Hat mich zuweilen tief verletzt;
Das darf nicht mehr geschehen.

Es hat die Zeit dich hoffentlich
Von solcher Unart geheilet,
Und dir eine größere Toleranz
Sogar für Narren erteilet.

Doch sprich, wie kam der Gedanke dir,
Zu reisen nach dem Norden
In solcher Jahreszeit? Das Wetter ist
Schon winterlich geworden!«

»Oh, meine Göttin!« - erwiderte ich -,
»Es schlafen tief im Grunde
Des Menschenherzens Gedanken, die oft
Erwachen zur unrechten Stunde.

Es ging mir äußerlich ziemlich gut,
Doch innerlich war ich beklommen,
Und die Beklemmnis täglich wuchs -
Ich hatte das Heimweh bekommen.

Die sonst so leichte französische Luft,
Sie fing mich an zu drücken;
Ich mußte Atem schöpfen hier
In Deutschland, um nicht zu ersticken.

Ich sehnte mich nach Torfgeruch,
Nach deutschem Tabaksdampfe;
Es bebte mein Fuß vor Ungeduld,
Daß er deutschen Boden stampfe.

Ich seufzte des Nachts, und sehnte mich,
Daß ich sie wiedersähe,
Die alte Frau, die am Dammtor wohnt;
Das Lottchen wohnt in der Nähe.

Auch jenem edlen alten Herrn,
Der immer mich ausgescholten
Und immer großmütig beschützt, auch ihm
Hat mancher Seufzer gegolten.

Ich wollte wieder aus seinem Mund
Vernehmen den ›dummen Jungen‹,
Das hat mir immer wie Musik
Im Herzen nachgeklungen.

Ich sehnte mich nach dem blauen Rauch,
Der aufsteigt aus deutschen Schornsteinen,
Nach niedersächsischen Nachtigall'n,
Nach stillen Buchenhainen. -

Ich sehnte mich nach den Plätzen sogar,
Nach jenen Leidensstationen,
Wo ich geschleppt das Jugendkreuz
Und meine Dornenkronen.

Ich wollte weinen, wo ich einst
Geweint die bittersten Tränen -
Ich glaube, Vaterlandsliebe nennt
Man dieses törichte Sehnen.

Ich spreche nicht gern davon; es ist
Nur eine Krankheit im Grunde.
Verschämten Gemütes, verberge ich stets
Dem Publiko meine Wunde.

Fatal ist mir das Lumpenpack,
Das, um die Herzen zu rühren,
Den Patriotismus trägt zur Schau
Mit allen seinen Geschwüren.

Schamlose schäbige Bettler sind's,
Almosen wollen sie haben -
Ein'n Pfennig, Popularität
Für Menzel und seine Schwaben!

Oh, meine Göttin, du hast mich heut
In weicher Stimmung gefunden;
Bin etwas krank, doch pfleg ich mich,
Und ich werde bald gesunden.

Ja, ich bin krank, und du könntest mir
Die Seele sehr erfrischen
Durch eine gute Tasse Tee;
Du mußt ihn mit Rum vermischen.«

CAPUT XXV
Die Göttin hat mir Tee gekocht
Und Rum hineingegossen;
Sie selber aber hat den Rum
Ganz ohne Tee genossen.

An meine Schulter lehnte sie
Ihr Haupt (die Mauerkrone,
Die Mütze, ward etwas zerknittert davon),
Und sie sprach mit sanftem Tone:

»Ich dachte manchmal mit Schrecken dran,
Daß du in dem sittenlosen
Paris so ganz ohne Aufsicht lebst,
Bei jenen frivolen Franzosen.

Du schlenderst dort herum und hast
Nicht mal an deiner Seite
Einen treuen deutschen Verleger, der dich
Als Mentor warne und leite.

Und die Verführung ist dort so groß,
Dort gibt es viele Sylphiden,
Die ungesund, und gar zu leicht
Verliert man den Seelenfrieden.

Geh nicht zurück und bleib bei uns;
Hier herrschen noch Zucht und Sitte,
Und manches stille Vergnügen blüht
Auch hier, in unserer Mitte.

Bleib bei uns in Deutschland, es wird dir hier
Jetzt besser als ehmals munden;
Wir schreiten fort, du hast gewiß
Den Fortschritt selbst gefunden.

Auch die Zensur ist nicht mehr streng,
Hoffmann wird älter und milder
Und streicht nicht mehr mit Jugendzorn
Dir deine ›Reisebilder‹.

Du selbst bist älter und milder jetzt,
Wirst dich in manches schicken,
Und wirst sogar die Vergangenheit
In besserem Lichte erblicken.

Ja, daß es uns früher so schrecklich ging,
In Deutschland, ist Übertreibung;
Man konnte entrinnen der Knechtschaft, wie einst
In Rom, durch Selbstentleibung.

Gedankenfreiheit genoß das Volk,
Sie war für die großen Massen,
Beschränkung traf nur die g'ringe Zahl
Derjen'gen, die drucken lassen.

Gesetzlose Willkür herrschte nie,
Dem schlimmsten Demagogen
Ward niemals ohne Urteilspruch.
Die Staatskokarde entzogen.

So übel war es in Deutschland nie,
Trotz aller Zeitbedrängnis -
Glaub mir, verhungert ist nie ein Mensch
In einem deutschen Gefängnis.

Es blühte in der Vergangenheit
So manche schöne Erscheinung
Des Glaubens und der Gemütlichkeit;
Jetzt herrscht nur Zweifel, Verneinung.

Die praktische äußere Freiheit wird einst
Das Ideal vertilgen,
Das wir im Busen getragen - es war
So rein wie der Traum der Liljen!

Auch unsre schöne Poesie
Erlischt, sie ist schon ein wenig
Erloschen; mit andern Königen stirbt
Auch Freiligraths Mohrenkönig.

Der Enkel wird essen und trinken genug,
Doch nicht in beschaulicher Stille;
Es poltert heran ein Spektakelstück,
Zu Ende geht die Idylle.

Oh, könntest du schweigen, ich würde dir
Das Buch des Schicksals entsiegeln,
Ich ließe dir spätere Zeiten sehn
In meinen Zauberspiegeln.

Was ich den sterblichen Menschen nie
Gezeigt, ich möcht es dir zeigen:
Die Zukunft deines Vaterlands -
Doch ach! du kannst nicht schweigen!«

»Mein Gott, o Göttin!« - rief ich entzückt -,
»Das wäre mein größtes Vergnügen,
Laß mich das künftige Deutschland sehn -
Ich bin ein Mann und verschwiegen.

Ich will dir schwören jeden Eid,
Den du nur magst begehren,
Mein Schweigen zu verbürgen dir -
Sag an, wie soll ich schwören?«

Doch jene erwiderte: »Schwöre mir
In Vater Abrahams Weise,
Wie er Eliesern schwören ließ,
Als dieser sich gab auf die Reise.

Heb auf das Gewand und lege die Hand
Hier unten an meine Hüften,
Und schwöre mir Verschwiegenheit
In Reden und in Schriften!«

Ein feierlicher Moment! Ich war
Wie angeweht vom Hauche
Der Vorzeit, als ich schwur den Eid,
Nach uraltem Erzväterbrauche.

Ich schob das Gewand der Göttin auf,
Und legte an ihre Hüften
Die Hand, gelobend Verschwiegenheit
In Reden und in Schriften.

CAPUT XXVI
Die Wangen der Göttin glühten so rot
(Ich glaube, in die Krone
Stieg ihr der Rum), und sie sprach zu mir
In sehr wehmütigem Tone:

»Ich werde alt. Geboren bin ich
Am Tage von Hamburgs Begründung.
Die Mutter war Schellfischkönigin
Hier an der Elbe Mündung.

Mein Vater war ein großer Monarch,
Carolus Magnus geheißen,
Er war noch mächt'ger und klüger sogar
Als Friedrich der Große von Preußen.

Der Stuhl ist zu Aachen, auf welchem er
Am Tage der Krönung ruhte;
Den Stuhl, worauf er saß in der Nacht,
Den erbte die Mutter, die gute.

Die Mutter hinterließ ihn mir,
Ein Möbel von scheinlosem Äußern,
Doch böte mir Rothschild all sein Geld,
Ich würde ihn nicht veräußern.

Siehst du, dort in dem Winkel steht
Ein alter Sessel, zerrissen
Das Leder der Lehne, von Mottenfraß
Zernagt das Polsterkissen.

Doch gehe hin und hebe auf
Das Kissen von dem Sessel,
Du schaust eine runde Öffnung dann,
Darunter einen Kessel -

Das ist ein Zauberkessel, worin
Die magischen Kräfte brauen,
Und steckst du in die Ründung den Kopf,
So wirst du die Zukunft schauen -

Die Zukunft Deutschlands erblickst du hier,
Gleich wogenden Phantasmen,
Doch schaudre nicht, wenn aus dem Wust
Aufsteigen die Miasmen!«

Sie sprach's und lachte sonderbar,
Ich aber ließ mich nicht schrecken,
Neugierig eilte ich, den Kopf
In die furchtbare Ründung zu stecken.

Was ich gesehn, verrate ich nicht,
Ich habe zu schweigen versprochen,
Erlaubt ist mir zu sagen kaum,
O Gott! was ich gerochen! - - -

Ich denke mit Widerwillen noch
An jene schnöden, verfluchten
Vorspielgerüche, das schien ein Gemisch
Von altem Kohl und Juchten.

Entsetzlich waren die Düfte, o Gott!
Die sich nachher erhuben;
Es war, als fegte man den Mist
Aus sechsunddreißig Gruben. - - -

Ich weiß wohl, was Saint-Just gesagt
Weiland im Wohlfahrtsausschuß:
Man heile die große Krankheit nicht
Mit Rosenöl und Moschus -

Doch dieser deutsche Zukunftsduft
Mocht alles überragen,
Was meine Nase je geahnt -
Ich konnt es nicht länger ertragen - - -

Mir schwanden die Sinne, und als ich aufschlug
Die Augen, saß ich an der Seite
Der Göttin noch immer, es lehnte mein Haupt
An ihre Brust, die breite.

Es blitzte ihr Blick, es glühte ihr Mund,
Es zuckten die Nüstern der Nase,
Bacchantisch umschlang sie den Dichter und sang
Mit schauerlich wilder Ekstase:

»Bleib bei mir in Hamburg, ich liebe dich,
Wir wollen trinken und essen
Den Wein und die Austern der Gegenwart,
Und die dunkle Zukunft vergessen.

Den Deckel darauf! damit uns nicht
Der Mißduft die Freude vertrübet -
Ich liebe dich, wie je ein Weib
Einen deutschen Poeten geliebet!

Ich küsse dich, und ich fühle, wie mich
Dein Genius begeistert;
Es hat ein wunderbarer Rausch
Sich meiner Seele bemeistert.

Mir ist, als ob ich auf der Straß'
Die Nachtwächter singen hörte -
Es sind Hymenäen, Hochzeitmusik,
Mein süßer Lustgefährte!

Jetzt kommen die reitenden Diener auch
Mit üppig lodernden Fackeln,
Sie tanzen ehrbar den Fackeltanz,
Sie springen und hüpfen und wackeln.

Es kommt der hoch- und wohlweise Senat,
Es kommen die Oberalten;
Der Bürgermeister räuspert sich
Und will eine Rede halten.

In glänzender Uniform erscheint
Das Korps der Diplomaten;
Sie gratulieren mit Vorbehalt
Im Namen der Nachbarstaaten.

Es kommt die geistliche Deputation,
Rabbiner und Pastöre -
Doch ach! da kommt der Hoffmann auch
Mit seiner Zensorschere!

Die Schere klirrt in seiner Hand,
Es rückt der wilde Geselle
Dir auf den Leib - er schneidet ins Fleisch -
Es war die beste Stelle.«

CAPUT XXVII

Was sich in jener Wundernacht
Des weitern zugetragen,
Erzähl ich euch ein andermal,
In warmen Sommertagen.

Das alte Geschlecht der Heuchelei
Verschwindet, Gott sei Dank, heut,
Es sinkt allmählich ins Grab, es stirbt
An seiner Lügenkrankheit.

Es wächst heran ein neues Geschlecht,
Ganz ohne Schminke und Sünden,
Mit freien Gedanken, mit freier Lust -
Dem werde ich alles verkünden.

Schon knospet die Jugend, welche versteht
Des Dichters Stolz und Güte,
Und sich an seinem Herzen wärmt,
An seinem Sonnengemüte.

Mein Herz ist liebend wie das Licht,
Und rein und keusch wie das Feuer;
Die edelsten Grazien haben gestimmt
Die Saiten meiner Leier.

Es ist dieselbe Leier, die einst
Mein Vater ließ ertönen,
Der selige Herr Aristophanes,
Der Liebling der Kamönen.

Es ist die Leier, worauf er einst
Den Paisteteros besungen,
Der um die Basileia gefreit,
Mit ihr sich emporgeschwungen.

Im letzten Kapitel hab ich versucht,
Ein bißchen nachzuahmen
Den Schluß der »Vögel«, die sind gewiß
Das beste von Vaters Dramen.

Die »Frösche« sind auch vortrefflich. Man gibt
In deutscher Übersetzung
Sie jetzt auf der Bühne von Berlin,
Zu königlicher Ergetzung.

Der König liebt das Stück. Das zeugt
Von gutem antiken Geschmacke;
Den Alten amüsierte weit mehr
Modernes Froschgequake.

Der König liebt das Stück. Jedoch
Wär noch der Autor am Leben,
Ich riete ihm nicht, sich in Person
Nach Preußen zu begeben.

Dem wirklichen Aristophanes,
Dem ginge es schlecht, dem Armen;
Wir würden ihn bald begleitet sehn
Mit Chören von Gendarmen.

Der Pöbel bekäm die Erlaubnis bald,
Zu schimpfen statt zu wedeln;
Die Polizei erhielte Befehl,
Zu fahnden auf den Edeln.

O König! Ich meine es gut mit dir,
Und will einen Rat dir geben:
Die toten Dichter, verehre sie nur,
Doch schone, die da leben.

Beleid'ge lebendige Dichter nicht,
Sie haben Flammen und Waffen,
Die furchtbarer sind als Jovis Blitz,.
Den ja der Poet erschaffen.

Beleid'ge die Götter, die alten und neu'n,
Des ganzen Olymps Gelichter,
Und den höchsten Jehova obendrein
Beleid'ge nur nicht den Dichter!

Die Götter bestrafen freilich sehr hart
Des Menschen Missetaten,
Das Höllenfeuer ist ziemlich heiß,
Dort muß man schmoren und braten -

Doch Heilige gibt es, die aus der Glut
Losbeten den Sünder; durch Spenden
An Kirchen und Seelenmessen wird
Erworben ein hohes Verwenden.

Und am Ende der Tage kommt Christus herab
Und bricht die Pforten der Hölle;
Und hält er auch ein strenges Gericht,
Entschlüpfen wird mancher Geselle.

Doch gibt es Höllen, aus deren Haft
Unmöglich jede Befreiung;
Hier hilft kein Beten, ohnmächtig ist hier
Des Welterlösers Verzeihung.

Kennst du die Hölle des Dante nicht,
Die schrecklichen Terzetten?
Wen da der Dichter hineingesperrt,
Den kann kein Gott mehr retten -

Kein Gott, kein Heiland erlöst ihn je
Aus diesen singenden Flammen!
Nimm dich in acht, daß wir dich nicht
Zu solcher Hölle verdammen.

Heinrich Heine
Geb. 13. Dezember 1797 in Düsseldorf als Harry Heine;
† 17. Februar 1856 in Paris.




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J U L E S   V E R N E 



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Prends, s'il le faut, docteur, les ailes de Mercure
Pour m'apporter plus tôt ton baume précieux !
Le moment est venu de faire la piqûre
Qui, de ce lit d'enfer, m'enlève vers les cieux.

Merci, docteur, merci ! Qu'importe que la cure
Maintenant se prolonge en des jours ennuyeux !
Le divin baume est là, si divin qu'Epicure
Aurait dû l'inventer pour l'usage des Dieux !

Je le sens qui circule, qui me pénètre !
De l'esprit et du corps ineffable bien-être,
c'est le calme absolu dans la sérénité.

Ah ! Perce-moi cent fois de ton aiguille fine
Et je te bénirai cent fois, Sainte Morphine,
Dont Esculape eût fait une divinité.
Jules Verne



Deutsche Übersetzung:
Komm Doktor, da es drängt, auf Merkurs Schwingen,
Den Balsam mir zu bringen, der belebt.
Der Augenblick ist da, den Einstich anzubringen,
Der mich von diesem Höllenbett zum Himmel hebt.

Dank, Doktor! Was bedeutet's, dass die Kur
Sich hinzieht jetzt durch Tage voller Frust.
Der Göttertrank ist da! So himmlisch! Epikur
Müsst ihn erfunden haben zu der Götter Lust.

Ich fühle ihn, der in mir kreist, der mich durchdringt,
Vom Geist zum Leib, unsägliches Behagen.
Ich fühl die tiefe Ruhe, die das Heitre bringt.

Stich Deine feine Nadel hundertmal hinein
Ich will Dir hundert Segenswünsche sagen;
Und Äskulapens Gottheit wird Morphine sein.

Jules Verne



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D A S   K A M E L   U N D   D A S   W A S S E R L O C H 



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D A S K A M E L U N D D A S W A S S E R L O C H

Ein weiser alter Kamelhengst trabte durch die Wüste. "Nun lebe ich schon so lange in dieser Wüste und habe doch keine andere Aufgabe, als nach trockenem Gesträuch zu suchen und meinen Harem zu beaufsichtigen."

In der Nähe einer Wasserstelle bemerkte der Kamelhengst einen verdurstenden Menschen. Die Augen des Verdurstenden lagen tief in ihren Höhlen und seine Zunge hing schwarz aus seinem Mund. Mühsam schleppte er sich vorwärts und hin zum rettenden Wasserloch.

"Sie sind merkwürdig, diese Menschen", dachte das Kamel bei sich. "Offensichtlich rühren ihre Probleme vom Trinken her. Immer, wenn ich in dieser Wüste einem Menschen begegne, geht es ums Wasser. Ich will ihnen einmal helfen, diesen armen Kreaturen. Ich glaube, sie trinken einfach zuviel!"

Das Kamel trabte los, erreichte die Wasserstelle, und pisste hinein. Danach wandte es sich um, und scharrte mit seinen weichgepolsterten Hufen fürsorglich Sand in das Wasserloch.

Mit letzter Kraft, erreichte der Verdurstende das Wasserloch. Als er erkannte, was das Kamel angerichtet hatte, packte ihn die nackte Verzweiflung. Er warf sich zu Boden, um sich den feuchten Sand in die ausgetrocknete Mundhöhle zu schaufeln.

"Es sind dies keine armen Kreaturen", dachte das Kamel. "Es sind dies widerliche Schweine. Kein Kamel würde sich so erniedrigen. Er wird sich selbst zerstören mit diesem verschmutzten Wasser."

Mit einem hochmütigen Blick über die Schulter wandte sich das Kamel Richtung Horizont und eilte zum nächsten Wasserloch.

"Endlich habe ich eine Aufgabe gefunden. So widerwärtig diese Menschen auch sind, ich kann sie nicht ihrem elenden Schicksal überlassen."

Von diesem Tage an zerstörte das Kamel alle Wasserlöcher, die es finden konnte und lehrte seine Artgenossen, es ihm gleichzutun.

Die Menschen aber verfluchten die Zeiten und gelangten schließlich selber zu der Überzeugung, dass das Wasser der Wüste ein gefährliches Gift sei, das die Säfte des Körpers verunreinige und die Zunge schwärze.

Müde lebten sie fortan ein schweres Leben mit dem Wenigen, was sie aus Kakteen und mageren Sträuchern pressen konnten und dankten den Kamelen für immerdar.

Im Nachbarlande aber ...

Pilatus



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D I E   F A L S C H M Ü N Z E R 



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D I E   F A L S C H M Ü N Z E R 

Opiat kennt keine Hintergründe. Es ist direkt und ohne Kleider. Opiat definiert sich ausschließlich über Qualität, Menge und Preis. Hier gibt es keine Engelschöre, keine Zwiegespräche mit Gott und kein Gefühl der Einheit mit dem Universum. Solche Zustände gibt es einige Türen weiter, wo Timothy Leary Portionen von LSD25 verteilt und Jim Morrisson Peyote Button mundgerecht zubereitet. Oder auch, für solche die ihr Surrogat lieben und tote Hostien, am Ende des Ganges, links hinten bei den Besenkammern, wo ein Benedikt der XVI, gehüllt in schwere, bestickte Gewänder, unter groteskem Getöse und magischen Gebärden, allzu Bescheidenen, Ängstlichen und Verzweifelten, in uralten Münzen geschlagenes Falschgeld andreht. Seine Leute erfanden den Dreh, erst den Menschen die Herzen mit Schuldgefühlen schwer zu machen und mit Sünden die keine sind, um ihnen hinterher einen Erlöser zu reichen, der keiner ist. Sich am Ende dafür auch noch hoch verehren und fürstlich bezahlen zu lassen, ist ihr ureigener Schurkenstreich, schäbig und genial zugleich. ..-.
Karlos



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D I E   F U R C H T   D E S   B Ü R G E R S 



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D I E   F U R C H T   D E S   B Ü R G E R S 

Einst, verkaufte man auf den Strassen Münchens ein Amphetamin, bei dessen Herstellung etwas schief gelaufen sein mag. Zwar wirkte es im Grunde, wie man es von Amphetamin erwarten würde. Als Nebenwirkung erzeugte es allerdings das bedrückende Gefühl, man besäße zu wenig Geld und verkehre in finanziellen Schwierigkeiten. Man konnte noch so viel Geld bei sich haben, noch so viel Geld auf irgendwelchen Konten besitzen, egal: Man hatte ganz einfach das Gefühl, man verkehre in finanziellen Schwierigkeiten. Dieses Gefühl, ließ sich in keiner Weise verdrängen oder wegrationalisieren. Der Stoff, versteht ihr, erzeugte in einem dasselbe bedrückende Gefühl das man hätte, verkehrte man in finanziellen Schwierigkeiten. Und nun ging der Verstand auf die Suche nach der Ursache dieses Gefühls. Das solche Gefühle durch eingenommenene Substanzen künstlich erzeugt werden konnten, hatte er noch nicht gelernt und so sagte er sich: "Mein Gott! Ich kenne dieses Gefühl! Mir fehlt es an Geld"!

Dieses Fremdartige an eingenommenen psychoaktiven Substanzen ist es, was den einfachen, drogennaiven Bürgern Angst bereitet. Solches ist der Quell aller früheren und gegenwärtigen Opiophobie, ja, Quell der Drogenphobie überhaupt: Die Befürchtung, das Misstrauen, der Verdacht zum Beispiel eines stämmigen, maskulinen Heterosexuellen, jemand könne ihn mithilfe einiger unscheinbarer Krümel Substanz, in wenigen Sekunden in eine verängstigte, schwächelnde Tunte verwandeln, gehüllt in rosa Tüll und geil wie gelbe Rosen.
Karlos



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S O L L B R U C H S T E L L E N ,   V O N   A . J . 

Ich hab viele Sollbruchstellen,
Drogenleben – Alltagsdellen,
tief verletzt und schwer verwundet
und den Mensch im Knast erkundet,
wo die Linken und Reellen
Teile der Gesellschaft stellen,
hab ich meinen Mut bekundet.

Ich hab manche Perforierung,
Venen – Reißverschluss-Verzierung,
lange unten, wieder oben
und für Manchen auch verschroben,
selbst ein Gegner der Regierung,
bin ich doch für Optimierung
dessen, was wir in uns loben.

Ich hab sicher auch paar Lücken,
die, die Leere überbrücken,
wenn es mangelt an der Kraft,
welche eignen Willen schafft.
Und ich stell – aus freien Stücken –
mich tagtäglich all den Tücken,
was ganz schön vom Dasein rafft.

Neben meinen Sollbruchstellen
seh` ich trotzdem Hoffnung quellen,
die mich noch zusammenhält.
Sogar wenn ein Urteil fällt,
wie die Menschen Bäume fällen,
werd` ich mich der Sache stellen,
bis es mir nicht mehr gefällt.
Axel Junker



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M E I N   L E T Z T E R   R E E F E R   U N D   I C H ,   V O N   A . J . 

Ich bin ein kranker Denker,
ich denke mittels Drogen.
Ein egomaner Wortverrenker,
und komm vom Gegenteil von "oben".
Ich leb nur fast,
denn ich denk krass
und mehr als das ist sowieso gelogen.
Wenn man so frei vom ICH erzählt,
hat Leben es wohl ausgewählt,
in mir sich krankhaft auszutoben.

Ich bin ein cooler Loser,
ich hab noch nie ein Herz gewonnen.
Ein ganz Obszöner und Abstruser
darf sich ab jetzt im Mondlicht sonnen.
Ich lebe krass,
mein Mond macht blass.
Die Zeit verrinnt und bleibt verronnen,
wenn mich die Last des Denkens quält,
als ob sie letzte Tage zählt.
Der Rest vom Fest wird bloß konfuser.

Ich bin ein rarer Dichter,
ein seltsam sücht`ger Sätzereimer.
Der schonungslose Menschenrichter,
dem Wissen hat das Herz versteinert.
Ich dichte krass
und fühle Hass
für opportune oder feige Schleimer,
die immer ihren Vorteil suchen
und glauben, sie könn` Liebe buchen
mit Knete - diesem Stolzvernichter.

Ich bin ein Kreativer,
in sich gekehrt und meistens auch alleine.
Ich stolper`, stürze, falle noch und immer tiefer,
und weiß nicht, ob noch Tränen da sind, wenn ich weine.
So lebt sich`s krass,
es wird zur Last.
Wer weiß schon, was ich wirklich meine?
Kein Ende hat das viele Fragen,
die letzte Antwort zu ertragen
wiegt schwerer als mein letzter Reefer.
Axel Junker



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A L L Ü R E N   E I N E S   G U T E N   T R A U M T Ä N Z E R S 

Kommt, lasst mich euer Popstar sein,
ich schreib so furchtbar gerne Autogramme.
Zwar bin ich nur ein blödes Schwein
und fall auf jede Mode rein,
selbst wenn ich Federn in den Arsch mir ramme
und schlanker werde als `ne Krüppel-Tanne,
bin ich für keine Abart mir zu fein.
Drum will ich euer Popstar sein.

Kommt, lasst mich euer Guru werden
und deflorieren all die Jungfrau - Blüten.
Den Kopf im Himmel und den Fuß auf Erden
will ich euch heilen und bekehren.
Ich schöpfe aus dem Quell der Mythen
und lasse jeden Tropfen mir vergüten,
selbst eure Ängste vor dem Sterben.
Ach, lasst mich euer Guru werden.

Kommt, wählt mich schnell zum Präsidenten,
ich helf` euch besser zu verblöden.
Ihr dürft auch künftig zahlen, spenden
und Geld für nutzlos Zeug verwenden.
Als wenn die Wünsche Loopings flögen,
und stets Erfüllung nach sich zögen,
lasst weiter euer Hirn verblenden,
das NICHTS mit NICHTSEIN zu verschwenden:
Macht mich zum Popstar – Guru - Präsidenten.
Dann schließlich enden Krieg und Kampf
und ihr dürft wieder Menschen werden.
Es wird den steten Frieden geben hier auf Erden
und täglich schon zum ersten Frühstück Hanf.
Axel Junker



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M O N K ' S   B U S I N E S S 

Auf einer Insel in einer Höhle, fast im dunklen Versteck
lebt ein Mönch ganz versunken und es kümmert kein Dreck
ihn zu wissen, zu spüren, dass sein Leben entsteht,
während outside der Höhle bloß die Zeit schnell vergeht.

In der Höhle auf einer Insel, fast im dunklen Verlies
kifftt ein Mönch Marihuana, und er raucht überdies,
wenn er denkt oder dichtet, und er lebt wie im Speck
im Vergleich zu den Armen ohne Essensbesteck.

Im Inselversteck dieses Mönchs in der Höhle,
lauscht der Mönch oft und ungern dem Säufergegröle,
das sich abspielt im Hellen und an fast jeder Eck
draußen vor seiner Höhle. Vor dem Möncheversteck.

Versteckt sich der Mönch in der Höhle der Insel,
erträgt er nur ungern das Säufergewinsel,
das den rauchenden Mönch fast zu Tode erschreckt,
weil die Insel am Suff der Gesellschaft verreckt.

Auf Insel in Höhle schlägt der Mönch niemals Leck,
obwohl er versunken im Rauchrausche steckt.
Wo Dichtung und Wahrheit mal vergeht, mal entsteht
wie die mönchische Höhle ab und an weiterlebt.

In Höhle auf Insel blieb bis jetzt unentdeckt,
dass der Mönch nun den Sinn seines Daseins gecheckt.
Der Inhalt des Sinns lässt am Ende vermuten,
Mönchlein höhlt am Versteck für die Wahren und Guten.
Axel Junker



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E N T A R T E T E   D E U T S C H L A N D   K L A G E ,   V O N   A J 

Wie kann ein Staat so gründlich vergessen,
was Vater und Mutter am Leib noch erlebten?
Wer kann die furchtbaren Ängste ermessen
als Juden und Rote und Schwule erbebten
vor Unrecht und Willkür – Verwaltungs-Gewalt.
Vor Öfen, vor Gas und vor Gruben im Wald?

Wie kann ein Staat so grausam negieren,
was Väter und Mütter selbst heut noch erleiden?
Gesundheit und Stolz und den Mut zu verlieren,
Cannabis-Patienten im Sterben beeiden,
dass Unrecht und Willkür – Verwaltungsgewalt
sie tagtäglich trifft – medizynisch und kalt.

Wie kann ein Staat den Kollaps verhindern
durch Alk, Fett und Zucker mit Teer-Nikotin?
Und was darf final all die Krebsschmerzen lindern,
wenn Ärzte vor B-FARM den Kürzeren zieh`n,
weil Unrecht und Willkür – Verwaltungsgewalt
im freiem Ermessen steht? Todesgestalt.

Wie kann ein Staat, der Staat aller Deutschen
den Kindern von Vätern und Müttern zumuten,
dass Recht und Gesetz im Wahrheit nur täuschen
und Glaube und Hoffnung in Ohnmacht verbluten,
wo Unrecht und Willkür – Verwaltungsgewalt
auch Kinder zu Tod bringt? Gestern, heute und bald.

Der Staat spricht nicht von Cannabis.
Er zählt nicht seine Staatsschuld-Toten.
Er urteilt schnell und spielt gewiss
der Pharmalobby in die Pfoten
durch Unrecht in Willkür, Verwaltungsgewalt.
Administrationsparagraphenverkrallt.
Deutschland-Staat, die Totschlag- Klage,
ist de facto schon erhoben.
Recht ist blind. Das zeigt die Waage,
deren Balken schon verbogen
sind, wenn hin zur Staatsgewalt
laut vom Volk das „NEIN!“ erschallt.
„NEIN!“ zu Schmerzen oder Leiden
im Verwaltungswillkürmaß. Kranke
Menschen zu bescheiden, dass - statt
jenem Heilkraut-Gras –
ohne Gas die Grube wartet,
ist kein Recht - sondern entartet.
© Axel Junker



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T O L E R A N Z 



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TOLERANZ
Ich bin ein sehr toleranter Mensch. Oh ja, durchaus. Ich habe zum Beispiel nichts gegen Neger, das will ich gleich vorausschicken. Es soll ja auch durchaus gute geben. Nicht dass Sie mich missverstehen. Davon bin ich felsenfest überzeugt!

Auch gegen Frauen, habe ich nichts, schon weil ich selbst keine habe. Vielleicht sollte ich mich aber doch einmal nach einer umsehen, schon der Sauberkeit meiner Wäsche und meiner Bude wegen und für die Küche? Übrigens, wussten Sie, dass Frauen und Neger die Leber auf der linken Seite haben sollen, während Menschen sie rechts trügen? Nein, das wussten Sie nicht? Jaja. Aber schließt das aus, dass auch Frauen und Neger Menschen sind? Nein. Sehen Sie.

Minderheiten? Wie könnte ich gegen Minderheiten sein, wo ich als toleranter Mensch doch fast schon selbst eine bin, inmitten dieser, unserer, immer untoleranter werdenden Welt?

Drogensüchtige? Ich habe nichts gegen Drogensüchtige. Ich finde, jeder sollte das Recht haben, sich auf seine Weise das Leben zu verschönern. Aber bitte. Das gehört doch grundsätzlich zur Freiheit, ist sozusagen mit den elementarsten Menschenrechten verbunden. Nicht wahr...?

AIDS Kranke?Ja, auch die gibt es. Kein Wunder, wo die Amis doch so rücksichtslos in all dem Bazillenzeugs stochern! AIDS Kranke. Ja. Man muß ihnen das Leben nicht noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist. Damit sie nicht auch noch belästigt werden meine ich es wäre am Besten, sie blieben immer brav auf der anderen Seite der Straße, mit ihrem verpesteten Blut und ihrem verseuchten Pisszeug.

Schwule? Also, manchmal tut man sich schon schwer, mit all dem tolerant Sein. Aber auch hier, muss der tolerante Mensch freizügig sein. Ich bin sogar dafür, dass man solchen Leuten eigene Wohngegenden baut, mit hoher Mauer rings umher, damit auch sie nicht von all diesen Intoleranten, von denen es ja immer mehr gibt, angegriffen werden!

Ich bin auch ganz fest für den Holocaust. Nein, im Ernst. Ganz gewiss. Ganz fest sogar. Schon weil man Gefahr läuft, im Gefängnis zu landen, verkündete man allzu laut man sei dagegen.

Neonazis? Ich selbst bin ja keiner. Es ist halt überwiegend etwas für die Jugend. Aber wissen Sie, wenn unser Führer diese Leute sehen könnte, im Grabe würde er sich umdrehen, hätte er nur eines...-

Aber sagen Sie, "Tolernaz"? Heißt das nicht im Grunde, sich einfach mit Untoleriebarem abzufinden und es stillschweigend zu erdulden??


Fat Freddy & Free wheelin' Franklin



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E U R O P A 



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E U R O P A 

Stets mehr, werden die Medien auf geradezu unheimliche Weise gleichgeschaltet. Dies bewirkt bei der großen Masse eine Gleichschaltung der Anschauungen, Meinungen, des Denkens. Dies wiederum schafft Polarisierung zwischen der Masse und all Jenen, die auf irgendeine Weise daraus hervorstehen. Diese Polarisierung schafft Druck auf diese Hervorstehenden und zwängt sie dahin, sich der Masse anzugleichen. Der Traum eines Orwell. Von hier an brauchen wir die Schweinebande nur noch gehörig auf Trab bringen, gezielt auf Krieg trimmen und der Tanz kann beginnen!

Schon stürmen die Kurse der Rüstungsindustrie mit steiler Kurve gen Himmel. Satellit gesteuerte, lasergerichtete Bomben regnen auf Stroh- und Wellblechdächer. "Sieh hin, wie die Schweine hausen! Zu zwölft in einer Bude, durch welche die Nachmittagssonne, durch Löcher in den Wänden, gelbe, Staub durchtanzte Strahlen zieht! Guckt hin! Sie haben nur drei stinkende, bepisste Matratzen, die Sie sich zu Zwölft teilen! Und guckt nur, wie Sie fressen! Mit den Fingern! Dieses degenerierte Schweinepack! Sie dürften uns noch dankbar sein, wenn wir Sie bombadieren! Wer sonst, wenn nicht wir, erlöste Sie so effizient, so rasch und schmerzlos, aus ihrem elenden Dasein? Und lasst euch vor allem nicht täuschen! Es sind gerade diese erbärmlichen Hütten, in denen die ärgsten Terroristen hausen"!

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Ende des kalten Krieges, wurden die Ressourcen arbeitsloser westlicher Geheimdienste auf neue Feinde gerichtet: auf die eigene Bevölkerung. Nun bildet die eigene Bevölkerung eine nie versiegende Quelle von Terroristen. Braucht man welche, schöpft man sich rasch welche.

Alle Gesetze, durch welche die widerborstige Bande sich zu schützen gedenkt, müssen aufgeweicht und beseitigt werden! Postgeheimnis, muss auf den Müll. Telefone und Internetverkehr müssen überwacht werden. Wir brauchen gut zu verbergende Trojaner, um nachzusehen, was die Schweine auf ihren Computern treiben. Hausdurchsuchungsbefehle und Haftbefehle, liegen als Blankoformulare stapelweise gut griffbereit gleich neben den Ausgängen.

Agenten von Europol genießen Immunität. Sie sind geschützt wie Diplomaten. Egal, was sie auch ausfressen mögen, sie können dafür nie strafrechtlich oder zivilrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden. WUSSTET IHR DAS ???

Vier Agenten von Europol traten bei Müllers nebenan die Wohnungstüre nieder. Als die Vier ins Wohnzimmer stürzten, saß Papa Müller gerade vor dem TV und zog an seinem neuen Glaspfeifchen. Sie fesselten seine Hände mit dünnen aber zähen Kunststoffstreifen auf seinen Rücken und warfen ihn der Länge nach aufs Sofa. Während zwei der Agenten im Wohnzimmer durch Müllers Wertsachen gingen und einiges dabei in ihren Taschen verschwinden ließen, vergnügten die anderen Beiden sich im Schlafzimmer nebenan mit Babette, Müllers junger Tochter. Die Beiden brüllten wie Hirsche und Babette quiekte wie ein Ferkel, als sie über sie her fielen. Bis unter den Dachstuhl, konnte man die Beden röhren hören.

Einer der Agenten hielt ein durchsichtiges Kunststoffbeutelchen mit 0,52 Gramm Marihuana in die Höhe. „Du weißt, dass das verboten ist? Dafür kannst du 15 Jahre kriegen! Du darfst uns dankbar sein, wenn wir dies hier nicht zur Anklage bringen“! Während seine Tochter Babette mit blutendem Unterleib, erschöpft und in Tränen im Schlafzimmer zurück gelassen wurde, hoffte Papa Müller inständig, es käme nie zu einer Anklage...-.


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B I G   B R O T H E R 

Gelegentlich hört man von Opfern des Kommunismus, -heute nicht mehr so aktuell-, oder von Opfern eines fundamentalistischen Islam. Von Opfern des Kapitalismus dagegen, hört man weniger. Gibt es sie nicht? Oh doch. Überall dort, wo Armut, und meist auch dort, wo der Tod herrscht.

Hat man seinen relativen Wohlstand in diesem Lande dem Kapitalismus zu verdanken? Nein. Man hat ihn einer relativ gut funktionierenden Demokratie zu verdanken, dank derer man es zur 40 Stunden Woche gebracht hat, zu bezahltem Urlaub und zum finanziell gesicherten Lebensabend. Richtete sich alles nach dem Kapitalismus, ginge man von mit 12 von der Schule und arbeitete bis zum endgültigen körperlichen Zusammenbruch 14 bis 18 Stunden am Tag für 12 cent die Stunde in irgendeiner Fabrik.

Das BtmG ist ein echtes Kind des Kapitalismus. An seiner Wiege standen grundsätzlich nur finanzielle Rangeleien, Raffgier und Schachereien um Macht. Diese Regungen mündeten schließlich in eine Haager Konvemtion. Nirgendwo auf dem Wege der Entstehung des BtmG findet man tatsächliche wissenschaftliche Argunente oder gar Sorge um die Volksgesundheit. Hier ging es ausschließlich um Macht und harte Mümze.



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W E I H N A C H T S   -   L E G A L I S I E R U N G 



WEIHNACHTS-LEGALISIERUNG
Aus dem Norden in den Süden
von den Wachen an die Müden
fürs Gesetz und die Regierung
wünsch ich Euch Legalisierung.
Dazu auch ein warmes Nest,
wo es sich entspannen lässt
von dem Wahnsinn wie dem Stress
und dem Suff zu jedem Fest.
Auch im Osten und im Westen
sollte man Cannabis testen,
denn der Stress nimmt Überhand.
Seht die Zeichen an der Wand:
An der Wand sind Einschusslöcher,
Wundmerkmale noch und nöcher,
wo der Unsinn per Gesetz
Menschenrecht mit Macht verletzt.
Zeit, deshalb in allen Ländern
das Geschehen zu verändern.
Wenn es unser "RECHT" nicht kann,
dann vielleicht der Weihnachtsmann....
Axel Junker



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O D E   A N   A F G H A N I S T A N 

Afghanistan, du wunderbares Land! Du Land der Götter und der Erde, Land der Männer mit Herzen aus Gold und Eisenerz, du Land der rauen Berge und der sanften Frauen! Afghanistan, du ungezähmtes Land, du Perle des Widerstandes!

Ihr Männer von Eisenerz und Gold! Kaum hattet ihr den Feind mit eigenem Blut und eigenem Mut und den Waffen Fremder außer Landes getrieben, schon kamen euere Geldgeber um euer geliebtes und gelobtes Land aufs Neue zu schänden. Wieder sind Fremde unterwegs, aus fernen Ländern, um euch ihre Werte aufzuzwingen.

Opium, Blumenmilch, du weißes Blut der Erde. Bist du nicht dieser Männer Segen und Verderb?
Leicht löste man das „Heroinproblem" der westlichen Nationen. Man kaufe die gesamten Jahresernten und mache Arznei daraus, um den Schmerz jener zunehmenden Zahl Unterdrückter und Vergifteter zu stillen. So löste das Gespenst des Heroins sich in Wohlgefallen auf. Bauern hätten Mittel, um zu überleben, die Straßen Europas und Nordamerikas wären frei von Heroin. Man könnte Milliarden sparen, die man ausgibt, um Heroin von seinem Lande fern zu halten
Legales Opium aus Afghanistan . Doch wer kauft in Wahrheit Afghanistans Opium, dies heilbringende, weiße Blut der Erde? Diejenigen kaufen es, die vorgeben, es am meisten zu hassen! Die Geheimorganisationen westlicher Länder, deren Geheimdienste, kaufen es. Sie kaufen verdeckt, über Mittelmänner, um es in Laboratorien in Heroin zu wandeln. Sie wissen, je heftiger sie dieses Produkt auf ihren eigenen Straßen bekämpfen, desto höher steigt sein Preis, desto mehr verdienen jene Geheimen, die es unter dem Schutze eigener Regierungen unter das eigene Volk bringen.

Der Gewinn dient Anschlägen auf die eigene Bevölkerung, wie in einem vollbesetzten Zug in Madrid, oder an einem 11. 9. in New York, oder am 7.7. in der Londoner Untergrundbahn. Je größer der Schock unter der Bevölkerung und je größer die Furcht vor neuem Unheil, desto dringlicher das Verlangen nach Schutz.

Angst und Schrecken schafft man, aus eurer Blumenmilch, ihr tapferen Männer Afghanistans. Um eigene Bevölkerungen in den trügerischen Schutz der Sklaverei zu treiben, dazu dient euer Opium, ihr edlen, tapferen Männer. Und wieder seit ihr es, ihr Unbesiegbaren, die ihr gezwungen werdet, mitzuwirken in Spielen, die nicht die euren sind. Wieder sucht man, euch in Knechtschaft zu treiben. Schenkt ihm keinen Glauben, diesem Banner der Demokratie. Es ist ein schlecht verhohlener Einparteienstaat, gesteuert aus dem Hintergrunde, von unmenschlichen Ungeheuern.

Seit auf der Hut, ihr tapferen Männer des schönen, wilden Landes. Die humanistisch sich gebärdenden Demokraten aus dem Westen versuchen, euch zu spalten. Zwietracht, wollen sie säen. Aufteilen wollen sie euch, in solche, die bereit sind zu dienen und solche, in deren Herzen unauslöschlich die Flamme der Freiheit lodert! Glaubt ihren Zungen nicht. Sie sprechen mit mehr als nur einer gespaltenen Zungen. Lauscht auf die Stimmen eurer Vorväter, die in euch klingen und von Freiheitsliebe singen, von Kampfgeist und von unbeugsamem Ungestüm. Lauscht, hört und vernehmt eurer Vorväter ungezähmten Gesang. Dafür, gebt aufs Neue euer Blut hin, ihr tapferen Männer Afghanistans, ihr Männer mit Herzen aus Gold und Eisenerz, wie ihr schon so oft euer Blut gegeben...-
http://www.steinbergrecherche.com/mohn.htm
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,487300,00.html
http://www.youtube.com/watch?v=aKt-N4QBZ3E

ANMERKUNG:
Nicht nur sind die Streitkräfte der NATO in Afghanistan unterwegs, um Menschen zu töten, die der gewaltigen militärischen, finanziellen und kulturellen Dampfwalze Amerikas widerstehen, man hat dort auch Agenten ausgesandt, die im Gewande der humanitären Entwicklungshilfe, eine Art "Entnazifizierungsprogramm" unter der Bevölkerung Afghanistans betreiben. Bei diesem Programm geht es darum, den Menschen Afghanistans alles, was sie seit Jahrtausenden über Opium gelernt haben, ins Gegenteil zu verkehren. Unbeeinflusst von Rockefeller, seinem Geld, seinen korrumpierenden Lehr-, Forschungs- und Meinungsbildungsimperien, und nur über die persönlichen Erfahrungen tausender von Jahren, sind die Menschen Afghaanistans zu dem Ergebnis gelangt, Opium sei ein Segen und eines der größten Geschenke des Großen Almächtigen. Dabei haben sie selbstverständlich auch die Tücken des Opiums kennengelernt, zB die Tatsache, das es körperlch abhängig machen kann. Aber an dieser Abhängigkeit leiden sie selten, wenn überhaupt, da sie ständig über Opium verfügen, die Glücklichen!
Bei guter Gesundheit als werden mit Opiat
Jetzt aber sind westliche "Entnazifizierer" unterwegs, Entopiizierer, die diesen erfahrenen Menschen weis machen wollen, Opium sei eine "schreckliche Droge". Korrumpiert von Rockefellers Lehr- Forschungs- und Meinungsbildungsimperium sind sie unterwegs, den Bauern Afghanistans vorzulügen, Opium führe zu bleibenden Gehirnschäden. Ihren Hunderttausend chronischen Schmerzpatienten zuhause freilich, erzählen sie solchen Unsinn nicht. Sie haben es soweit gebracht, das junge Mädchen in frisch mit westlichen Geldern errichteten Mädchenschulen Lieder singen über die Schrecken des Opiums. Dabei blicken diese jungen, unschuldigen Mädchen umher, ob sich nicht doch vielleicht irgendwo eine Öffnung böte, durch die sie flüchten könnten. Fertig gesungen, blicken sie beschämt zu Boden in der Gewissheit, soeben hatten sie mit ihrem Liede Afghanistan, seine Menschen, seine Geschichte und seine Kultur verraten.

Wir, von der Morphinistenseite, schämen uns zutiefst für den Tod, die Lügen, den Betrug und die Schande, die den stolzen Menschen Afghanistans, unter anderen, in unserem Namen, angetan werden. Wir flehen Allah an, Jaweh, den Großen Manitou, den großen einzigen Schöpfergott, dass er uns diese Vergewaltigungen unserer Brüder und Schwestern in Afghanistan vergeben möge!

INTRACEREBRAL
Die Morphinistenseite



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S E H T ,   I H R   P O L I Z I S T E N ! 

Polizisten aller Welt
seht, wofür Ihr missbraucht werdet
seht, was wirklich ist.
seht, dass es kein "Rauschgift" gibt. Von Pflanzen reden wir.
Seht, dass eine gigantische Maschine von Geldmachern Pflanzen verboten hat,
um chemische Produkte zu patentieren, zu vermarkten.
Polizisten, Menschen wie wir alle,
seht, dass IHR nichts davon habt!
Euer Gehalt wird sich in Grenzen halten.
Euer Gehalt wird beschränkt
auf das pure Überleben.
Der Alkohol, den Ihr Euch zum Vergessen gebt
ist tausendmal schädlicher als
DAS OPIUM


I.S.



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S T E R B E N 

„He! Sie da! Ja Sie dort am Rande! Kommen Sie doch mal zu mir“!
„Wer? Ich“?
„Ja Sie! Sie mit der roten Mütze! Jetzt kommen Sie schon! Sie werden jetzt abgerufen“!
„Wer? Ich? Abgerufen? Jetzt schon? Aber ich habe doch gerade erst angefangen“!
„Jaja. Nun komen Sie schon“!
„Och Mensch! Immer ich. Habe ich doch schon wieder die Arschkarte gezogen“!



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W E R T E W A N D E L 

Nach langer Jagd, nach Brand und Mord, entleert von weisen Frauen und Schamanen, rodete man Wälder und errichtete Kirchen, Fabriken und Sklavenhäuser. Weise Worte in Lügen verwandelt von Scharlatanen in schweren, bestickten Gewänder und Marterkreuze auf der Brust. Weit, trugen ihre Lügen und wo sie erklangen, faulten die Wasser und verfinsterte giftiger Rauch den Himmel. Zu metallenen Scheiben und Stücken Papier erstarben alle Werte, die einst klar und lebendig in den Seelen der Menschen klangen. Giftiger Staub, lagerte überall und was ehemals noch stark und voller Leben, siechte dahin mit fahlem Gesicht und Sterben im Blick....

Karlos



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P O P S Ä N G E R P R O D U K T I O N 

Hinter der alten Fabrikhalle mit den eingeschmissenen Fensterscheiben, zwischen gelichteten Grassoden mit vertrockneten Pflanzen des vergangenen Jahres, die langstielig in die Höhe ragen, prügeln in Fantasieuniform gekleidete Sadisten mit langen Stöcken, nackte junge Menschen solange in eine stinkende Jauchegrube, bis sie darin versinken. Dazu singen im Hintergrund szehende, als farbige Bluessänger verkleidete Kastrati, hochstimmige Gospelsongs und schwingen dabei ihre Körper synchron zum Rhythmus der Schläge hin und her.

Während dabei die meisten jungen Menschen endgültig in der Jauche versinken, gelingt es einigen wenigen grün und blau geprügelten, aus der stinkenden Brühe zu kriechen und am anderen Ufer an Land zu klettern. Dort warten bereits in weiße, gesteifte Kittel gekleidete Techniker, um sie einzusammeln und auf Förderbänder zu werfen. Damit wird einer nach dem anderen in eine rostige Häckselmaschine geworfen, die sie in kleine Stücke reißt. Heiß noch und dampfend von der Gewalt des Häckslers, schießt Pressluft die geschmeidig feuchten Stücke in erhitzte Matrizen, worin sie mit Hochdruck und Wasserdampf in gewünschte Form gepresst werden.

Nach einiger Zeit ensteigen diesen Matrizen nackte, wie neu aussehende junge Menschen, mit langen Kabelbäumen, bunte, multipolare Stecker daran, die aus ihren Ärschen hängen. „Sehen sie nicht fabelhaft aus?“, läßt einer der Techniker sich hinreißen zu rufen und reibt sich erfreut die Hände. „Lasst sie uns gleich ausprobieren“! Er nimmt einige der bunten, multipolaren Stecker der Kabelbäume, die den jungen Menschen aus den Ärschen baumeln und schiebt sie in farbkodierte Buchsen einer Datenverarbeitungsmaschine. Blaue Funken, sprühen knisternd von den Fingerspitzen der jungen Menschen. Intensiver Ozongeruch verbeitet sich. Schon beginnen einige, sich geschmeidig nach einprogrammiertem Schema zu bewegen. Andere, bewegen sich ruckartig, aber denoch harmonisch. Schon beginnen erste zaghaft zu singen, während andere, zwar ein wenig stotternd noch, so aber doch rhythmisch zu sprechen beginnen. „Das klappt ja schon ausgezeichnet!“, ruft der Techniker begeistert aus. „Ich denke, wir können mit den ersten Aufnahmen beginnen“...-

IKarlos



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D I E   S A M M L U N G   D E S   G O U V E R N E U R S 



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D I E   S A M M L U N G   D E S   G O U V E R N E U R S 

„Oh, es tut mir schrecklich leid, doch der Gouverneur ist soeben ausgeritten“, sagte der in rote Livree gekleidete Lakai und schlug mit einer weißen Linnenservierte nach einer blau-metallisch schillernden Fliege, die sich auf einem der Rosenbuketts niederlassen wollte. „Ich fürchte, er wird vor Sonnenuntergang nicht wieder zurück sein“. Ein Murren der Entäuschung ging durch die Schar der Gäste, hatten sie doch den weiten steinigen Weg nur auf sich genommen, um die berühmte Sammlung des Gouverneurs zu besichtigen. „Doch seien sie unbesorgt“, verkündete der Lakai mit einer luftigen Bewegung seiner Linken, „Man hat mich instruiert, ihnen die berühmte Sammlung des Gouverneurs, auch in seiner Abwesenheit, vorzuführen“. Ein Aufatmen der Erleichterung ging durch die Gruppe der Gäste. „Doch vielleicht wollen sie zuvor noch ein Kännchen Tee zur Erfrischung...? Ja? Hier auf der Terrasse...“?

Unter üppig erblühten Bouganvilles, setzten die Gäste sich um einen ovalen, mit blank polierten Messingbeschlägen verzierten Mahagonitisch. Obszön geformte Orchideen wuchsen auf der bröckelnden Backsteinmauer, welche die Terrasse umgab. Pulsierende, karnivore Gewächse, schlängelten sich aus ihren Fugen. „Oh, sie haben es ja so wunderschön hier“, jauchzte Madam Grengand entzückt, und schob mit dezenter, Geste, wie beiläufig eine Blüte des karnivoren Schlinggewächses beiseite, die lüstern nach ihrer drallen Wade geschnappt hatte...-.

Während der Lakai den Tee servierte, zog es die Blicke der Gäste auf das weite, graue Meer hinaus. „Es war hier“, sagte der aufmerksame Lakai, dem die Blicke seine Gäste nicht entgangen waren. „Hier, in dieser Bucht, war General Mc Qincey an Land gegangen. Sehen sie diesen kleinen Sandstrand rechts? Dort war es, wo der General seinen Schwur getan. Freilich war auch er nicht mächtig genug die gesamte nördliche Hemisphäre vor der Zerstörung zu retten. Doch was er davon zu retten wusste, bevor sie dahinschmolz wie Käse in der Sonne und überspült wurde vom Meere, befindet sich nun, wie sie wissen, verehrte Damen und Herren, in der berühmten Sammlung unsers Gouverneurs“.

Salzhaltige Böen, wehten vom Meere her. Genussvoll, hielt der Lakai eine breite, violette Zunge in die Brise. „Oh schmecken sie nur!“, rief er entzückt. "Zwischen dem Salzgeschmack, diese Krümel. Sie bemerken sie? Ja? Das sind die Überbleibsel der nördlichen Hemisphäre. Abgesehen natürlich, von der Sammlung unseres verehrten Gouverneurs, die wir jetzt besichtigen wollen.

Wenn sie so gnädig wären, verehrte Damen und Herren, mir zu folgen“? Mit diesen Worten hob der Lakai die schweren, blutroten Blüten überhängender Kletterosen und wies auf eine verwitterte Holztür. „Hierher bitte, verehrte Damen und Herren“. Hinter dieser verwitterten Tür führte eine feuchte, von phosphorszierenden Pilzen flankierte Kalksteintreppe, in die Gewölbe der Villa hinab. Vor den Blicken der Gäste taten sich aus dem natürlichen Fels gehauene Kellerräume auf. Fässer, denen ihr Alter anzusehen war, lagen links und rechts des Raumes, gestapelt bis zur Decke. Einige hoch im Raume angebrachte, vergitterte Öffnungen, spendeten geringes Tageslicht. Die feuchte, warme Kellerluft war durchwoben mit einem Geruch nach Zuckerrohrmelasse und Rum. Nach einigen Metern eröffnete den Gästen sich eine Halle von unüberschaubarer Weite. Nebeneinander stehende und bis zur Decke reichende Regalwände, erstreckten sich so weit das Auge reichte. Zwischen ihnen verliefen schmale Gänge...-.

Liebe Leserinnen, liebe Leser. Woraus sollte die
Sammlung des Gouverneurs Ihrer Ansicht nach
bestehen? Vorschläge bitte an:

mailto:karlos@morphinistenseite.com



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I M   T H A L E   D E S   H E R Z O G S 



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I M   T H A L E   D E S   H E R Z O G S 

Der Herzog liebte sein Land, von den heißen Hängen der schwarzen Berge, bis zu den kühlen Ufern des grünen Flusses. Doch seit dem Königs Tode, fürchtete er um dessen Sicherheit. Horden Bewaffneter, waren in den Nachbarländern gesichtet worden. Das kirchliche Verbot, Heilkräuter der Gegend zur Behandlung Kranker und zur Linderung von Leiden zu verwenden, traf den Herzog hart, lebte doch ein großer Teil der Bevölkerung gerade von solchen Kräutern und vom Wissen um deren Heilkräfte. Es sei Gottes Wille, so man erkranke und stürbe, so hieß es, und Gottes Wille dürfe nie durchkreuzt werden.

Dieses Gebot verärgerte den Herzog um so mehr, da er wusste, Kirchenfürsten ließen persische oder jüdische Ärzte, oder arabische Heilkünstler zu sich kommen, befiel sie auch nur das geringste Übel. Doch vom Volk, von seinem Volk, erwartete man, dass es litt und starb. Wie es schien, hatte man bereits bewaffnete Schergen ausgesandt, um das Verbot zu erzwingen. Wem immer es gelang, die Macht Krankheiten zu heilen und Schmerzen zu lindern, zu monopolisieren, verschaffte sic damit immensen Reichtum und Machtzuwachs. Menschen, denen der Tod drohte, oder die unter Schmerzen litten, waren bereit, noch ihr letztes Hemd zu geben für ein lebensverlängerndes Tränklein, oder auch nur wenige Stunden der Schmerzlinderung.

Nachdenklich, trat der Herzog hinaus in seinen Garten. Von seiner Mutter hatte er die Fähigkeit geerbt, die Kraft von Pflanzen zu schauen. Ruhig ging sein Blick über das Grün seines Gartens. Feine Ränder goldgelben Lichtes, umgaben ein jedes Blatt in des Herzogs Garten. Winzige Büschel goldener Funken, sprühten lautlos von ihnen und zeugten von der vitalen Kraft, die ihnen innewohnte. Von seinem Vater hatte der Herzog gelernt, es gab unzählige Arten, die Welt und all die Dinge in ihr zu schauen. Oft aber zwangen Mächtige dem Volke mit Gewalt nur eine, ihre Art der Weltsicht auf und stellten das Schauen und das Kommunizieren all der unzähligen Übrigen unter Strafe.

Mochten die Völker und Stämme rings umher unterliegen, sein Land würde es nicht. Der Herzog entsandte reitende Boten, seinen Bruder, den Kommandanten des Heeres, vor der nahenden Gefahr zu warnen.

Zorinig, warf der Kommandant seine Pistolentasche auf den Schreibtisch. Die Wucht ihres Aufschlages entlockte dort gelagerten Aktenbergen Wirbel von Staub. „Bestückt die Berge rings umher mit Maschinengewehrnestern“, rief er seinen Untergebenen zu. „Und lasst die alte, in Affenfett konservierte Gouilotine aus den Lagerkellern holen. Stellt sie in die Sonne, auf dass der Glanze ihres blanken Beiles dem Feinde zur Warnung diene“!


Karlos



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Z E I T   B E Z O G E N E   A N A L Y S E 

Der atmosphärische Druck stieg fast täglich. Worte, schwangen in jede Richtung, wurden gespeichert, analysiert, bewertet und verwertet. Bewegung, fand mehr und mehr nur noch in vorgegebenen Bahnen statt. Geld, wurde nur noch vergeben mit ausdrücklichen Befehlen, wie es zu verwenden sei. Trinkwasser wurde mit psychoaktiven Medikamenten verseucht. Nahrung entzog man wertvolle Nährstoffe und verkaufte sie in Pillen gepresst, als unterdosierte Nahrungsmittelsupplemente für viel Geld an den Hintertüren von Apotheken. Unabhängiges Überleben war bald nur noch möglich unter rauesten Bedingen, auf den weiten Eisflächen jenseits des Festlandes, , wo die wilde Bären jagten...-.

INTRACEREBRAL



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T E I L   D E S   S P I E L E S . . . - 

Manche Menschen fürchten sich, gewisse Gedanken zu denken aus Furcht, sie könnten Realität werden. Sie mögen Recht behalten, oder irren, es ist zweitrangig. Worauf es ankommt, sind Emotionen. Emotionen schaffen Vibrationen, die als Nahrung verwendet werden von multidimensionalen oder interstellaren Geschöpfen. Sie verwerten nur negative Emotionen, wie etwa Angst, Terror, Bedrückung, Bedrohung, etc. Befinden sie sich innerhalb einer Population, deren Individuen überwiegend positive Emotionen empfinden, ist es für sie, als befänden sie sich in verdorrter Wüstenei. Sie sind auf das Vorhandensein negativer Empfindungen angewiesen. Sind keine vorhanden, setzen sie alles daran, welche zu erzeugen. Sie benötigen negative Empfindungen, um zu überleben. Dem entsprechend stark ist ihr Drang, an welche zu gelangen.

Opiat, besonders Heroin, ist eine radikale Methode, ihnen Nahrung vorzuenthalten. Nicht nur blockiert Heroin negative Empfindungen, es schirmt auch das Nervensystem auf effiziente Weise ab gegenüber den Versuchen der Hungernden, negative Empfindungen herbei zu manipulieren. Heroin, arbeitet gegen negative Empfindungen und gegen Manipulationen, welche zu schaffen, wie Antibiotika gegenüber den Angriffen von biologischen Krankheitserregern.

In viele von uns wurde ein Programm geschrieben, welches bewirkt, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören. Seit hunderten von Jahren, dienen wir nicht mehr eigenen Interessen. Wir wurden gekapert, anderer Wesen Interessen zu dienen. Eine dieser Interessen scheint unsere absolute Versklavung und Ausbeutung zu sein. Je mehr wir unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören, desto mehr werden wir von unseren Herrschern abhängig.

Der Feind ist mächtig, gerade in unserer Zeit. Große Zivilisationen, samt grandioser Weltanschauungen, hat er bereits zugrunde gerichtet und ersetzt durch wertlosen, pseudowissenschaftlichen Unsinn. Weltanschauungen sind uns dadurch verloren gegangen, die den gesamten Kosmos mit einbezogen. Kalender wurden dadurch zerstört, die mit dem großen Jahr der Sterne rechneten und nicht mit dem albernen Tick Tack der Rotation um die Sonne. Viele unserer Fähigkeiten wurden unterdrückt bis sie atrophierten. Am Ende waren wir von Wesen, eingesponnen in das gesamte Geschehen des Universums, zu staubfressenden Würmern geworden, losgekoppelt von allen kosmischen Strömungen.
Dies ist das Exekutieren eines Planes, dessen Vollendung nur noch durch Freude verhindern werden kann.

Karlos



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F L U S S   D E R   Z E I T . . . - 

Wir können erkennen, wie sehr die Bevölkerung während des III Reiches verarscht, betrogen und ausgebeutet wurde, weil wir heute einen Standpunkt gewonnen haben, der uns dies ermöglicht. Wir können erkennen, wie sehr die Bevölkerung während der Zeit der UdSSR verarscht, betrogen und ausgebeutet wurde, weil wir einen Standpunkt gewonnen haben, der uns dies ermöglicht. Wir können erkennen, wie sehr die Bevölkerung in der DDR verarscht, betrogen und ausgebeutet wurde, weil wir einen Standpunkt gewonnen haben, der uns dies ermöglicht. Wir haben einen Standpunkt gewonnen, von dem aus wir das Betrügen und Ausbeuten so gut wie jedes Volkes der Erde erkennen können. Es kommt unaufhaltsam der Tag, an dem wir alle einsehen werden, wie sehr wir in der BRD und durch die USA und UK verarscht, betrogen und ausgebeutet werden. Der Standpunkt, der uns dies ermöglichen wird, ist bereits im Entstehen. Seine Vollendung, sollten wir beschleunigen...-.

INTRACEREBRAL



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G L Ü C K L I C H   U N D   G E S U N D ! 

Schafft Absatzmöglichkeiten für Rohstoffe, Leute, und für Chemikalien und Chemieprodukte. Reißt die Mäuler auf und schmiert Fluor hinein! Wir haben es uns einiges kosten lassen, damit Zahnarztverbände verschweigen, die Dauerhaftigkeit eurer Zähne ist in erster Linie genetisch bedingt, und Zähne, Fluor oder kein Fluor, von Karies befallen werden. Dafür setzt aber Fluor die Intelligenz von Kindern herab. Doch wer will intelligente Kinder? Sie quengeln am laufenden Band und stellen Fragen, die ohnehin bald niemand mehr beantworten kann. Man wünscht sich besser, zwar rosawangige, dafür aber mattäugige Kretins. Man lebt unbeschwerter und gelassener damit. Fluor macht gefügig und gleichgültig. Ist das nicht, was man sich im Grunde immer schon gewünscht hat, gefügig und gleichgültig zu sein und alles nur noch hinzunehmen, ohne sich zu erregen?

Bekommt man , Fluor oder kein Fluor, schwarze, stinkende Löcher in den Zähnen, lasse man sie mit Quecksilberamalgam stopfen! Prügelt man sich unter dem Einfluss von Alkohol, weil man kein Hasch haben darf dass einen friedfertig machte, und purzeln dabei einige Quecksilberamalgam Zahnfüllungen aus den blutenden Mäulern, lasse man sie bloß nicht einfach am Boden liegen, oder gebe sie gar zum Hausmüll. Man macht sich strafbar damit. Quecksilberamalgam muss aufgrund seiner hohen Giftigkeit von Gesetzes wegen auf die Sondermülldeponie! Aber in die Mäuler der Bevölkerung darf es selbstverständlich gebracht werden. Wir haben Unsummen ausgegeben, um Wissenschaftler zu bestechen, der Bevölkerung zu erzählen, Quecksilberamalgam sei völlig unschädlich. Und das ist relativ wahr. Bevor es nämlich die Organe so weit zerstört hat, dass man Beschwerden erfährt, hat es das Gehirn bereits so weit zerfressen, dass man keine Beschwerden mehr wahrnimmt. Das ist doch Klasse, oder?

Einst lag uns die Langlebigkeit von Ottomotoren so sehr am Herzen, dass wir dafür die Bevölkerung und besonders Kinder, mit Blei vergifteten. Um die Klopffestigkeit von Motoren zu erhöhen und die der Bevölkerung herab zu setzen, mischten wir Blei ins Benzin. Von da an spukten die Auspuffe von Motorfahrzeugen feinsten Bleistaub in die Atemluft. Mal ehrlich, direkt bemerkt, hat keiner etwas davon. Blei erhöht den Blutdruck. Freilich haben wir auch hier wieder Unsummen ausgegeben, um die Wissenschaft und damit die Bevölkerung davon zu überzeugen, die gegenwärtige Epidemie von Bluthochdruck sei Folge des stressigen modernen Alltags. Blei führt unter anderem auch zu Symptomen von Schizophrenie. Vermutlich lief man längst schon bleigesättigt als virtuelles selbst seiner selbst neben sich her, nicht ahnend, wie das anderes Ich bereits graue Ränder von Bleiablagerungen an den Zahnhälsen zeigte…-.

Ina



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H E Y ,   I H R   V E R B R E C H E R   I N   S C H W A R Z E N   R O B E N ! 

Hey, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe! Mein Bruder schluckt Valium, damit er unter dem Drucke eurer Drohungen noch schlafen kann.

Sagt, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe! Welche Lügen betet ihr euch allabendlich vor, um schulbeladen zwar, aber dennoch ruhigen Gewissens Schlaf zu finden?

Hey, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe! Wie fühlt man sich, beugt man sich als unterwürfiger Vasall dem Diktat ausländischer Finanzverbrecher und schändet in deren Namen die Jugend der eigenen Bevölkerung?

Hey, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe! Wie fühlt es sich an, wenn man Menschen, die keines Eigentums- oder Gewaltverbrechens schuldig sind, länger gefangen setzt, als Diebe, Räuber und Todschläger?

Hey, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe! Werdet ihr nicht müde der Lügen eurer „Sachverständigen“, offensichtlich agierend für US amerikanischer Stiftungen, im Dienste internationaler Hochfinanz?

Hey, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe! Denkt ihr auch manchmal an die Familien, denen ihr mit einem Spruche eures faulen Maules die Lieben raubtet, für viele Jahre Bruder, Schwester, Vater, Mutter, die Lieben raubtet?

Hey, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe! Denkt ihr auch manchmal an das Volk, in dessen Namen eure schändlichen Mäuler schändliche Urteile verkünden?

Hey, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe! Einer, der es wissen muss, erzählte mir einst, eure Penisse erigierten, so ihr unmenschlich urteilt, über mittellose, macht- und wehrlose Menschen.

Ist es wahr, ihr Verbrecher und Menschenschänder in schwarzer Robe?
Sagt, ist es wahr? Eregieren eure Penisse tatsächlich, so ihr solche Urteile fällt?


Mike & Freddy



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W E R   G L A U B T . . . - 

Wer glaubt, der Reichstag sei im Auftrag von Kommunisten von Marinus van der Lubbe angesteckt worden und nicht von den Nationalsozialisten, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, das Attentat auf die Eisenbahn in Madrid sei von islamitischen Extremisten begangen worden und nicht vielmehr in Zusammenarbeit mit GLADIO vom spanischen Geheimdienst, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, das Attentat auf die Londoner U-Bahn sei von vier moslemischen Jugendlichen begangen worden und nicht vielmehr vom britischen Geheimdienst, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, Waffeninspektor David Kelly hätte tatsächlich Selbstmord begangen, und wäre nicht aufgrund seiner Äußerungen über Tony Blairs Regierung vom Geheimdienst ermordet worden, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, die Prinzessin von Wales sei in Paris bei einem regulären Autounfall ums Leben gekommen, und nicht vielmehr in einem Autounfall, inszeniert vom Britischen Geheimdienst, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, die World Trade Center Türme wurden vom Einschlag zweier Linienflugzeuge, durchgeführt von islamitischen Terroristen zum Einsturz gebracht und nicht vielmehr vom US Geheimdienst, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, World Trade Center 7 sei durch Feuer zum Einsturz gebracht worden und nicht vielmehr durch kontrollierte Sprengung, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, das Pentagon sei tatsächlich von einer Linienpassagiermaschine des Typs Boeing 757 getroffen worden, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, die jungen Kämpfer in Stuttgart Stammheim hätten tatsächlich Selbstmord begangen, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, Bin Laden sei tatsächlich der große böse Terroristenhäuptling, dessen die Raub- Mord- Betrug- und Terrornation USA unbedingt habhaft werden möchte, und nicht vielmehr ein Mitarbeiter des CIA mit dem Auftrag, als großer böser Terroristenhäuptling herzuhalten, um damit die Bevölkerungen der westlichen Welt so weit zu ängstigen, dass sie sich vorzüglich kneten lassen, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt Al Qaeda sei ein weltumspannendes extrem islamistisches Terrornetz, und nicht vielmehr eine Database der CIA, in der alle Mudjahedin zusammengefasst sind, die in amerikanischem Auftrage einst die rote Armee aus Afghanistan vertrieben, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, der Opiumanbau und -handel in Afghanistan wird deshalb nicht unterbunden, weil man die armen Afghanischen Bauern nicht verhungern lassen will, und nicht vielmehr, weil der Profit aus dem Heroinhandel in amerikanische Hände fließt, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, das Opiumanbaugebiet "Der Goldene Halbmond", sei kein Produkt Amerikanischer Intervention in Afghanistan und Umgebung, wie ehemals auch "Das Goldene Dreieck" in südost Asien es gewesen, bis es nach Ende des Vietnamkrieges durch Abzug amerikanischer Streitkräfte aus der Region an Vorzug verlor, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, die BRD könne in Sachen Btm jemals die Freiheit einer Schweiz, der Niederlande oder Groß Britanniens erreichen, obwohl sie bis über den Haarwirbel hinaus verschuldet und als ergebener Vasall zutiefst von der Raub- und Terrornation USA abhängig ist, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.


Wer glaubt, die Raub- Mord- Betrug- und Terrornation USA, sei für strenge globale Btm Prohibition aus moralisch/ethisch/ideologischen Gründen und nicht, weil globale Prohibition die Preise erhöht, wodurch die Raub- Mord- Betrug- und Terrornation USA, als weltweit größte Händler illegaler Btm, finanziell davon profitiert, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer glaubt, unsere einflussreichsten Professoren der Medizin und Psychiatrie, seien nicht gefördert von US amerikanischen oder Britischen Stiftungen, wie beispielsweise The Ford Foundation, The Carnegie Foundation, The Rockefeller Foundation oder The Cecile Rhodes Foundation, und manipulierten nicht im Hintergrund die Drogenpolitik der BRD im Sinne internationaler Hochfinanz, der sollte die Funktionsfähigkeit seines Gehirns überprüfen lassen.

Wer all das nicht glaubt, läßt hoffen, die Zeiten besserten sich irgendwann wieder...-.



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Karlos
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