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Bücher vom Autor der Morphinistenseiten !!
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Die Bücher von Carlitos Amsel vom Holunderstrauch, Autor der ehemaligen Morphinistenseiten, beschreiben Leben und Reisen eines jungen, freiheitsliebenden Handelsreisenden in verbotenen Arzneistoffen, landläufig "Drogen" genannt, unter dem Terror eines Betäubungsmittelgesetzes.
Carlitos Amsel vom Holunderstrauchs Bücher könnten bald verboten sein. Schon jetzt hat der Autor mit Zensurversuchen aus den Schatten des Hintergrundes zu kämpfen. Outlets können sich weigern, sie zu vertreiben. Dennoch dürfte sein drittes Buch, "Leben wie die Nacht" in wenigen Woochen erscheinen. Diese Bücher, einmalig im Deutschen Sprachbereich, werden in naher Zukunft zu begehrten Informationsobjekten.
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D I E B Ü C H E R V O N C A R L I T O ' S A M S E L V O M H O L U N D E R S T R A U C H
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1.) "Blut & Mohnmilch, ...die frühen Jahre" Leseprobe Online hier zu bestellen.
2.) "Blumenmilch, ...die Amsterdamer Jahre" Leseprobe Online hier zu bestellen.
3.) "Leben wie die Nacht, ...weitere Jahre" Leseprobe bald Online zu bestellen.
Alle Bücher in Kürze auch bei Amazon und Online Shops wie Buecher.de und andere...
Amazon Kundenrezension, "Blut & Mohnmilch": Dieses Buch war schon seit Jahren überfällig, zirkulierten die Texte dieses Meistererzählers doch schon seit Jahren unter einer begeisterten Leserschafft im Internet. Dieses Buch, im Stil einfach und anschaulich, inhaltlich unterhaltsam, kontrovers und stets ein wenig anstößig, lässt keinen unberührt. Suchte man nach Vergleichen, fände man sie allenfalls in den Schriften von William S. Burroughs.
Alle Bücher haben 180 sehr stabil gebundene Seiten aus schwerem weißem Glanzpapier und Umschlag im Glanzfarbdruck. In spätestens zehn Jahren besitzen diese Bücher Kultstatus und Sammlerwert!
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L E S E P R O B E : " B L U T & M O H N M I L C H "
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___________________________________________________________________________ Sylvia Sylvia war eine reizende junge Frau. Als ich sie zum ersten Mal traf, wollte sie wissen, was ich „so mache“. In Deutschland bedeutete diese Frage meist, „Wie kommst du an dein Geld“? Ich unterhielte einen Handel mit begehrten Pharmazeutika, erzählte ich ihr und gab die Frage auch gleich zurück, „Und was machst du so“? Fotomodell sei sie, erzählte Sylvia und lächelte. Ich war schon zu lange auf dieser Welt um nicht zu begreifen, „Fotomodell“ bedeutete in ihrem Falle, sie arbeitete als Nutte. Ich hatte schon mit genügend Prostituierten zusammengelebt und wenn sie mich fragten, „Was soll ich nur als Beruf angeben?“, hatte ich noch immer geraten, „Sag einfach, du arbeitest als Fotomodell“…
Nach einigen Tagen der Bekanntschaft lernte ich auch Sylvias „Fotostudio“ kennen, ein dicht mit Bepflanzung umstandener und nachts im Schein der Straßenbeleuchtung reizend aussehender kleiner Kreisverkehr, unweit der Dachauerstraße, wo so ziemlich jeden Abend tippelte. Mädchen wie Sylvia verdienten nicht schlecht, bräuchten sie nicht all ihr Geld zum Erwerb ihrer Medizin. Dadurch behielten sie selten genug übrig, um beispielsweise neue Schuhe zu kaufen. Sylvia und ich lebten schließlich einige Zeit zusammen…
Es war die Zeit, da prominente, einflussreiche Mediziner, angeführt von einem ehemaligen SS Mann & Arzt und damaligem Deutschen Ärztepräsidenten, die Betäubungsmittelrechtssprechung im Lande so beeinflusst hatten, dass ein mörderisches Klima für Morphinbedürftige entstand. War man hinsichtlich seines Medikamentes in Not oder wollte man, aus welchen Gründen auch immer, davon entwöhnen, konnte man sich an keinen Arzt und keine Institution mehr um Hilfe wenden. Zum Entwöhnen gab es allenfalls die Klapsmühlen der Landeskrankenhäuser oder die Suchtstationen der Gefängnisse, wo man grundsätzlich nur, ohne jede medikamentöse Unterstützung, mit der unnötigen Qual abrupter Morphinunterbrechung von der Gewöhnung herab gefoltert wurde. Ärzte die helfen wollten, bekamen es mit der Staatsanwaltschaft zu tun und endeten nicht selten selbst im Gefängnis, oder mit Schulden und ohne Approbation in solch aussichtsloser Situation, dass sie sich das Leben nahmen. Es war eine Hölle geschaffen worden, für pflichtbewusste Ärzte wie auch für morphinbedürftige Menschen. Eine Hölle allerdings, ganz im Sinne und Geiste eines alternden SS Mannes & Arztes und seiner Gilde von prominenten, aber entgegen der Verfassung heimlich ideologiegetreu eugenisch tätigen Ärzten. Mediziner, die nicht davor zurückschreckten, für Geheimdienste als Sachverständige vor Gerichten oder internationalen Gremien aufzutreten, um Morde des Staates fachkundig in „Selbstmorde“ oder „Drogentote“ umzulügen...
Unter diesen Umständen versuchte man zu überleben. Bald stand nur noch streng verbotenes Schwarzmarktopiat, nur noch Heroin, zur Verfügung. Die Polizei war angewiesen worden, ihre Tätigkeit verschärft auf kleine Handelstreibende und Konsumenten zu richten. Größere Händler, die nicht selten im Dienste geheimer staatlicher Organisationen arbeiteten, blieben verschont. Schließlich gab es so viele „Betäubungsmitteltäter“, das neue Gefängnisse errichtet und alte erweitert werden mussten. Die Bevölkerung begriff unterdessen wenig von der brutalen Menschenhatz in ihrer Mitte. Ist es nicht wunderlich, wie Bürger mit einigem bunten Konsumflitter über die Schrecken und Grauen ihrer Zeit hinweggetäuscht, hinweg hypnotisiert werden können?
Gut aussehende junge Frauen, wie Sylvia, blieben vom Terror vorläufig noch verschont. Sie verkauften sich selbst und kamen somit eher an das nötige Geld, um Schwarzmarktmorphin zu bezahlen. Dabei verkauften sie sich notgedrungen auch an jene, die den Terror betrieben. Ich erinnere mich, wie ich einige Wochen mit Schwabinger Dieter in der Zelle eines Untersuchungsgefängnisses verbrachte. Eines Tages kam Dieter verstört von seinem Besuch zurück. Seine Freundin, mit der er vor seiner Festnahme jahrelang zusammengelebt hatte, war zu Besuch gewesen und hatte erzählt, Richter Strotsky von der Großen Kammer besuche sie neuerdings regelmäßig in ihrer (und Dieters) Wohnung. Richter Strotsky war Dieters Vorsitzender Richter. Er sollte Dieter wenige Wochen später per Amtshandlung für acht Jahre aus dem Verkehr ziehen und von seiner Freundin fern halten. Während Dieter in seiner Zelle vor sich hin brütete, vögelte Richter Strotsky in seinem Zuhause fröhlich seine Freundin. Dieters Freundin war freilich, wie auch Dieter, heroinbedürftig. Doch das focht Leute wie Strotsky nicht an. Im Gegenteil. Als Feinschmecker wussten sie, erst handfeste Heroingewöhnung, im Hintergrunde unterlegt mit ständig drohenden Schmerzen, macht junge Ärsche nicht nur spottbillig, sondern auch so richtig angenehm gefügig…
Sylvia und ich gehörten zu den wenigen, die den Braten damals schon rochen. Wir wussten, flohen wir nicht bald aus diesem zynisch tödlichen Spiel, es wäre nur eine Frage der Zeit, bis auch wir, hilflos und entrechtet, in einem Schreckenshause dahin faulten. Wir beschlossen deshalb, das Land zu verlassen. Inzwischen ließ man überall die Läden herab und legte noch die erbärmlichsten Morphinquellen trocken. Der Feind schoss aus allen Rohren und erklärte am Ende sogar windiges Mohnstroh zu „Rauschgift“. Ärzte winkten resigniert ab, sahen sie morphinbedürftiges Volk auch nur von weitem. Sogar Frau Doktor Klasen, eine liebenswerte, schwerhörige Ärztin, die so alt war dass man meinte, sie sei aus längst vergangenen Jahrhunderten in unsere Zeit und in ihre Praxis in München Schwabing gebeamt worden, wurde vom Gesundheitsamt bedrängt, Valoronverordnungen einzustellen. Klingelte man an Frau Doktor Klasens Türe, rief sie aus der Ferne ihres Praxiszimmers, „Wir verschreiben kein Valoron mehr“! Danach rief man, laut genug damit sie einen auch hörte, „Aber nein, Frau Doktor. Wo denken sie nur hin? Wir wollen doch kein Valoron“! Hatte man Glück, öffnete sie daraufhin die Tür. Auf einer Kommode im Korridor saß eine Siamkatze, majestätisch und wie aus Porzellan gegossen. Sie wandte hochmütig den Kopf und sah einem hinterher, lief man mit der kleinen alten Ärztin und ihrer nicht weniger alten Haushälterin an ihr vorbei zum Praxiszimmer. War man erst dort, hatte man schon halb gewonnen. „Eine Rollkur bitte, Frau Doktor, gegen diese furchtbaren Leibschmerzen“. Sah Frau Doktor kurz zur Seite, griff man rasch ihren Rezeptblock und, RATSCH, riss ein Bündel unbeschriebener Privatrezepte ab. Doch auch die Verschreibung einer Rollkur auf Privatrezept, stellte einen Gewinn dar. Frau Doktor beschrieb das Rezept nämlich immer nur auf der oberen Hälfte, wodurch auf der unteren noch Platz genug blieb, um mit eigener Hand dazu zu schreiben, „20ml Valoron Tropfen 3x rep.“. Schrift und Unterschrift der alten Klasen konnte ich schon im Schlaf. Ich kann sie noch heute, rund vierzig Jahre später. Eines Tages verstarb die gute alte Frau Doktor Klasen und wenige trauerten ihr so aufrecht nach wie die Morphinbedürftigen Münchens. Mit ihr war eine Ära zu Ende gegangen und eine der letzten Möglichkeiten geschwunden, doch noch auf legale Weise an redliches Morphin zu kommen…
Alle Quellen wurden trockengelegt. Die letzten Oasen versiegten. Am Ende blieb nur noch Heroin vom Schwarzmarkt. So war es vermutlich auch von mächtigen eugenisch orientierten Obermedizinern beabsichtigt. Dadurch verstieß man notgedrungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und wurde straffällig. Damit verloren Menschen, die niemandem etwas getan hatten ihre grundsätzlichen Bürgerrechte. War man erst straffällig geworden, verurteilt, vorbestraft und entrechtet, konnte man ohne weiteres aus der Gesellschaft ausgeschlossen und den bereitstehenden Mühlen der Eugenik entgegen getrieben werden…
Man hatte es mit klugen und eiskalten Leuten zu tun, Leute, die kluge und tödliche Mechanismen erfanden. Es war derselbe Menschenschlag, der einst klug, eiskalt und in der wohligen Gewissheit etwas „Gutes“ zu tun, Kinder geschickt verdeckt mit Luminal ermordete. Luminal, ein Schlafmittel der Barbitursäure, hat die Eigenschaft, die Atmung zu verflachen. Dadurch werden die Lungenspitzen nicht ausreichend ventiliert und entzünden sich. War die Entzündung auf die gesamte Lunge übergegangen, setzten diese klugen Mörder das Luminal wieder ab, damit es aus dem System verschwand und Pathologen als Todesursache nur Lungenentzündung feststellen konnten. Während Mama am Bett ihrer Tochter stand und dankbar dachte, Onkel Doktor gibt der kleinen Babette nur ein Schlafmittel, damit das schwache Kind sich von den Strapazen der epileptischen Anfälle erholt, war Onkel Doktor mit mildem Lächeln dabei, die kleine Babette in der Anwesenheit ihrer besorgten Mutter langsam und unauffällig mit Luminal zu ermorden. Das war der Menschenschlag, mit dem morphinbedürftige Menschen Anfang der 70er Jahre konfrontiert wurden. Dies war die Beschaffenheit der Obermedizinmänner, die damals aus dem Hinterhalt die Fäden zogen und man gebe Acht! Sie ziehen sie auch heute noch. Aber sie haben dazu gelernt und ihre Methoden den modernen Zeiten angepasst. Sie morden nicht mehr eigenhändig. Sie manipulierten von ihren einflussreichen Stellungen aus Betäubungsmittelgesetzgebung und Betäubungsmittelrechtssprechung in einer Weise, dass Betroffene nur noch durch Selbstmord dem entstandenen Elend entgehen können, oder elend unter den mörderischen Bedingungen der Betäubungsmittelschwarzmärkte, entstanden aus derselben Manipulation, an verschmutzten oder vergifteten Stoffen oder verheerenden Infektionskrankheiten zugrunde gehen. Eine höllische Maschine hatten sie wieder geschaffen, die heimlichen Oberdrahtzieher, die mächtigen und einflussreichen Herren der Medizin…
Während Sylvia ihre abendlichen Runden um den reizend mit Pflanzenwuchs umstandenen Kreisverkehr drehte, war ich nicht untätig. Ich hatte unterdessen die Kenntnis der Methadonsynthese erworben und versorgte bald halb Oberbayern mit Opiat. Als der Laden so richtig zu laufen begann, stellte Sylvia ihre abendlichen Runden ein. Dreißigtausend Mark, hatten wir uns zum Ziel gesetzt. Wäre der Stapel Banknoten in unserem Küchenkasten auf diese Summe angestiegen, wollten wir zusammen die Beine nehmen und in die weite Welt entfliehen, einem frischen, gesünderen Leben entgegen und fort, von den tödlichen, menschenverachtenden faschistoiden Spielen der Heimat. Vieles, sollte nie geschehen und geschieht vor unseren entsetzten Augen doch. Ist es nicht oft das Leben selbst, das unsere Lebenspläne über den Haufen wirft? …
Es sollte eine groß angelegte Aktion werden, bei der ein ganzer „Rauschgiftring“ in die Falle gehen sollte, auch bestand dieser Rauschgiftring, wie so oft, nur aus einigen, vor Entwöhnungsschmerz sich krümmenden Morphinbedürftigen. Sie warteten in einer Erdgeschosswohnung auf jemand, der sich im Anflug aus Amsterdam, Berlin oder sonst woher befand und die erlösende Medizin bringen würde. Kommissar Majneks Leute hatten das Haus an der Giselastraße, in der sich diese Wohnung befand, bereits umstellt. Als Normalbürger vermummt, infiltrierten sie das alltägliche Straßenbild und verharrten in Hibernation, um zum rechten Zeitpunkt vom nötigen Signal geweckt zu werden…
In der Erdgeschosswohnung des Hauses klingelte das Telefon. Einer der Wartenden riss den Hörer vom Apparat, lauschte und erfuhr, der Erwartete befand sich bereits am Münchner Fughafen und träfe in wenigen Minuten mit der erlösenden Medizin ein. Erregt, lauschten Kommissar Majneks Leute dem Gespräch über eine Abhörschaltung. Minuten später hielt ein Taxi vor dem Haus. Ein junger Mann sprang aus dem Wagen und betrat das Haus. Dies war das Signal für Kommissar Majneks Leute. Sie schälten sich aus ihren unscheinbaren Positionen und rannten, Pistolen in Händen, hinter dem jungen Mann her. Als sie ihn im Treppenhaus stellten, war er nur der Bruder einer jungen Frau, die im Dachgeschoss wohnte. Er wollte seine Schwester besuchen und war dabei ahnungslos in das Geschehen geraten. Vom Lärm im Treppenhaus alarmiert, rissen die Jungs in der Erdgeschosswohnung die Fenster auf, sprangen ins Freie und rannten wie der Wind in alle Richtungen davon. Rufe ertönten, „Stehen bleiben! Polizei“! Doch keiner dachte daran, stehen zu bleiben. Alle rannten wie Hasen, nur umso schneller weg und rein ins erstbeste schützende Loch. Erste Schüsse krachten, an diesem Septembernachmittag, in der Giselastraße, als Sylvia, zufällig und völlig unbeteiligt, mit einer großen Tüte reifer Orangen im Arm, um die Ecke kam. Wie später rekonstruiert wurde, war es ein Geschoss der Polizei, das von einem Bordstein abgeprallt seine Flugbahn änderte und mitten in Sylvias Stirn schlug...
Wie ein Pathologe des Gerichtsmedizinischen Institutes versicherte, war Sylvia tot, noch bevor sie den Boden erreichte. In der Presseerklärung des LS (Landessicherheitsdienst) wurde Sylvia zu einer der Personen gedreht, die sich an diesem Tage in der Erdgeschosswohnung des umstellten Hauses aufgehalten und auf den „Drogenlieferanten“ gewartet hatten. Es war ein Kleines, sie zu einem „Mitglied eines Rauschgiftrings“ zu machen, war sie doch aus den Polizeiakten des LS schon als „Drogensüchtige“ einschlägig bekannt…
Im Zusammenhang mit Sylvias Tod hörte ich zum ersten Mal den Namen von Dorotheas Vater, Kommissar Alfred Majnek. Der Name brannte sich in mein Gedächtnis ein und ich wusste, eines Tages würden wir uns wieder begegnen…
Es war gegen Mitternacht, eine sternenklare Septembernacht, als ich am kleinen, reizend mit Bepflanzung umstandenen Kreisverkehr unweit der Dachauerstraße die Hälfte unseres Geldes, rund vierzehntausend Mark, verbrannte. Tage später ließ ich die Asche in das offene Grab auf Sylvias Sarg regnen. Ich war der letzte Trauergast, der zu Sylvias Begräbnis gekommen war und der erste, der stillschweigend wieder ging…
Carlitos Amsel vom Holunderstrauch
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L E S E P R O B E : " B L U M E N M I L C H "
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Das Moormädchen Im Westen Amsterdams, weit hinter Sloterdijk und teils schon in der Nachbargemeinde Haarlemerliede, gab es ein großes Naturschutzgebiet von Alt Holländischer Pracht. Dort rauschten Flächen von Schilf, wenn der Wind hindurch fuhr, dort gab es Teiche und kleine, sie verbindende Kanäle voller Leben, Molche, Salamander, Kröten und Frösche jeglicher Art, tauchten dort in großer Zahl im Wasser auf und ab. Raubvögel, kreisten am Himmel und hielten scharfäugig Ausschau nach Hasen, Mäusen, Eichhörnchen und anderem kleinen Getier. Tief in diesem Naturschutzgebiet gab es "Het Veen", ein Moorgebiet von stiller, geheimnisvoller Schönheit. Dorthin, hatten eines Nachts Jan und ich unsere Wohnwägen gezogen. Wir waren gerade von einem illegal besetzten Gelände am Holzhafen des westlichen Hafengebietes zwangsgeräumt worden und die Polizei hielt überall Ausschau, sogar mit kleinen Fliegern aus der Luft, ob wir uns nicht anderswo niederließen, wo es ebenfalls verboten war. Und verboten war es im Grunde überall, außer auf Campingplätzen, wo wir nicht hin wollten...
Ich hatte meinen großen Standwohnwagen von Aluminium, mit meinem alten Renault Traktor, meinem getreuen "zweizylindrigen Ross", an den Rand des Veens geschleppt. Jan besaß einen alten, selbstgebauten Wagen mit beschnitzten Holztüren, schön gearbeitet, zigeunerhaft bemalt und romantisch anzusehen. Dieser Wagen wurde von zwei echten Pferden gezogen, von zwei schweren Belgischen Ackergäulen. Schwere mächtige Tiere waren es, zottig und mit Hufen, breit wie Suppenteller. Dort, am Rande des Moores, fühlten nicht nur Jan und ich uns wohl. Es war ein faszinierend schönes Fleckchen Erde, ein kleines Paradies, das wir gefunden hatten. Auch Jans Pferde schienen dort aufzuleben. Fest gebunden an Ketten von dreißig Metern, liefen sie einmal hierhin, einmal dorthin und fraßen unterwegs alles, was ihnen vor die Zähne kam. Sonderbar genug wussten diese Pferde genau, wo im unsicheren Moor sie ihre Hufe niedersetzen mussten, um nicht plötzlich zu versinken. Fanden sie keine vertrauenswürdige Stelle auf der sie gefahrlos laufen konnten, machten sie ruhig kehrt und versuchten es andernorts erneut....
Zahlreiche Kaninchen gab es am Veen, so zahm und zutraulich, sie blieben vor einem stehen, stellten sich auf die Hinterbeine, ließen die Vorderpfötchen hängen und sahen fragend zu einem hoch. Nachts, schwirrten über unseren Köpfen Scharen kleiner Fledermäuse, die man ärgern konnte, warf man Haselnüsse in die Höhe. Mit ihrem akustischen Radar die Nuss erspürend, glaubten die Tierchen, es handele sich um besonders fettes Nachtinsekt. Sie flogen geschwinde darauf zu und Bumms, stießen sich an der Nuss die Näschen. Tagsüber lärmte auf angenehme Weise unzähliges Insektentier mit Zirpen und Pfeifen, am Abend quakten und brummten Frosch- und Krötenscharen. Orchideen wuchsen im Grase und überhaupt Blumen von solcher Vielfalt und Farbenpracht, dass es einem den Atem nahm. Freilich würde sich dieses Jahr nach unserem Willen auch der Hanf zur Flora dieses bezaubernden Gebietes gesellen...
Als Jan und ich eines Tages zufrieden auf Klappstühlen vor unseren Wägen in der Sonne saßen, raschelte es im Schilf und aus den Röhren hervor trat ein junges Mädchen. Unbefangen, trat sie an uns heran, setzte sich vor uns ins Gras und sagte, „Ich bin Judith. Sind das eure Pferde“? „Es sind meine Pferde“, erwiderte Jan brummig. „Darf ich darauf reiten?“, fragte das junge Mädchen und ich antwortete rasch, nicht wenig zu Jans Verdruss, der seine Pferde über alles liebte und nicht gerne unter dem Kommando anderer Leute sah, „Aber sicher darfst du darauf reiten“. Noch nie zuvor hatten wir ein junges Mädchen so leichtfüßig auf den Rücken eines Pferdes springen sehen. Knoletje, wie der Schimmel unter Jans Pferden hieß, schien nur darauf gewartet zu haben. Ohne dass Judith oder Jan auch nur den leisesten Befehl gegeben hatten, setzte Knoletje sich in Bewegung und ging ruhigen Schritts geradewegs auf das tückische Moor zu. Ich stand auf und wollte den Gaul zurückpfeifen, doch Jan legte seine Hand auf meinen Arm. „Lass nur“, sagte er, „Knoletje kennt den Weg“. Ich setzte mich wieder und genas das herrliche Bild, dass uns durch Judiths Anwesenheit geschenkt worden war. Der Anblick dieses jungen frischen Menschenmädchens auf dem großen gewaltigen Pferd, das sich sicheren Schritts durchs gefährliche Moor bewegte, war ein Bild wie man es mit keinem Geld der Welt erkaufen konnte...
Von diesem Tag an sahen wir Judith öfters. Sie fühlte sich bei uns am Moor so richtig zuhause. Sie bestellte einen kleinen Kräuter- und Gemüsegarten und sammelte die Schnecken von unseren Hanfstauden. Sie brachte frisches Obst von zuhause mit und Gemüse und kochte sogar. Sie säte und pflanzte Blumen, nicht in Beeten, sondern wild in die Landschaft hinein. Wenige Wochen später saßen wir inmitten eines Meeres bunter, bezaubernd duftender Blüten. „Das ist Judith“, pflegte Jan zu sagen, wenn des Abends der Wind die süßen Düfte der vielen Blüten durch die geöffneten Wagenfenster in unsere Wägen trieb. So verging der Sommer und es wurde Herbst. Die Welt wandelte sich um uns her und wurde zu Kupfer und Gold, zu unzähligen Rot- und Brauntönen. Jan und ich lebten mit den Elementen, dem Wind, dem Regen und dem Sonnenschein. Oft saßen wir an den Abenden im stillen gelben Schein von Petroleumlampen in einem unserer Wägen und spielten Schach, während draußen Stürme fauchten, der Wind über das Dach rollte, an den Fenstern rüttelte und die ganze Behausung hin und her schüttelte. Auch während des wilden und farbenprächtigen Herbstes kam Judith zu Besuch. Sie versorgte Jans Gäule, fütterte sie mit Möhren und bürstete ihnen Dornen und Kletten aus den zottigen Fellen. Ende Dezember kam der erste Schnee und wir mussten uns um Heizmaterial kümmern, dass sich nicht gänzlich aus der Umgebung sammeln ließ. Judith hatten wir unterdessen schon drei Wochen nicht mehr gesehen. Es war ihr wohl zu kalt geworden, redeten wir uns ein, die Reise von der Stadt hierher zu beschwerlich. Eines Tages musste ich zur Stadt um Kartoffel und eine Ladung Kohlen zu holen. Dabei kam ich an den Fenstern der Polizeistation an der Houtmankade vorbei. Mein Herz sank mit dumpfem Schmerz in bodenlose Tiefen als mir von einem Steckbrief in einem der Fenster, Judiths Bild entgegen sah. Darüber stand in roten fetten Buchstaben das Wort „Mord“, und darunter, "25000 Gulden Belohnung"…
Auf diesem Steckbrief war Judiths Gesicht geschwollen und wies Verletzungen auf. Ihre Augen waren geschlossen. Wäre mir ihr Bild nicht so vertraut gewesen, ich hätte sie auf diesem Steckbrief nicht erkannt. Unter der Summe der Belohnung stand ihr Name und ihr Alter: "Judith Van Damme. 17 jaar". Wie in Trance, betrat ich die Polizeistation und sprach den Polizisten hinter dem Tresen auf den Steckbrief an. „Ich kannte sie", sagte ich und erzählte die Geschichte von Judith, den Pferden und den Blumen im Moor. Judith war im Osten der Stadt in einem Polder, einer großen von Wasser befreiten Senke, tot aufgefunden worden. Sie war mit Prügeln, vermutlich mit Baseballschläger, erschlagen worden. Dabei waren alle ihre Knochen gebrochen worden, ihre Arme, ihre Beine, ihre Hände und Füße, ihre Rippen, ihr Schädel und ihr Rückgrat, alles war ihr zertrümmert worden. Judith, fröhliches Mädchen vom Moor. Mir kommen die Tränen, jetzt da ich dies schreibe und an dich denke. Ich werde zur Polizei gehen sobald ich wieder in der Stadt bin und fragen, ob die Ungeheuer, die dich so zugerichtet hatten, schon gefunden wurden. Und ich werde dich besuchen, im kleinen St. Barbara Friedhofes im Westen der Stadt gleich rechts des ersten Weges unter der Rotbuche, nicht weit von Annas Grab. Und ich werde Blumen mitbringen, von der Stelle am Moor, wo du sie gesät hattest. Ich war nach Jahren wieder dort und sah, sie blühen dort noch...-
Carlitos Amsel vom Holunderstrauch
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___________________________________________________________________________ Wahrhaftig, die Pharma-Gestapo von München sprangen mit uns um als wären wir Nutzvieh das geschlachtet werden konnte, sobald man seiner Gedärme bedarf. Daraus bezogen sie nicht nur berufliche Beförderung und finanzielle Vorteile, daraus bezogen sie sogar die Freude ihres Lebens, den Sauerstoff ihrer Seelen! Wie Scheiße, liefen solche Spiele von oben nach unten und wir waren nun mal unten! Das Pack hielt uns geladene und entsicherte Schusswaffen vors Gesicht, fesselte uns, sperrte uns über Nacht ein und übergab uns am Morgen sogenannten "Richtern", Büttel desselben Spiel, die uns zu Akten verarbeiteten und dafür sorgten, dass wir die Freiheit erst nach Jahren wiedersahen. Und dann war es noch nicht einmal wirkliche Freiheit, denn wir waren höchstens von Untersuchungshaft über Strafhaft in Wohnhaft geraten, mit Bewährungsauflagen und Führungsaufsichten, die jede Freiheit erstickten!
Gerade kamen sie wieder vorbeigefahren, in ihrem hellblauen, BMW, zu Tarnungszwecken verbeult, ohne Radkappen und mit schwarzen Rennstreifen an den Seiten und auf der Haube. Sie tarnten sich vergebens. Kommissar Saumann und seinen Vorgesetzten Oberkommissar Majnek erkannte ich noch, schnitte man ihnen die Köpfe vom Leib, gäbe sie in Gläser und übergösse sie mit Teer…
Doch sie, sahen mich nicht. Ich saß mit fremden Leuten am Tisch eines Straßencafes und war als behäbiger, wohlhabender Bürger getarnt, der an sonnigen Nachmittagen in Straßencafes saß und es sich gut gehen ließ. Die Fähigkeit des Chamäleons, jederzeit mit seiner Umgebung zu verschmelzen, wuchs einem mit der Zeit die man in dieser Branche verbrachte, zunehmend an den Leib. Man beherrschte sie von Tag zu Tag besser. Wie man sich erzählte gab es Fortgeschrittene, die sich in einem Ruck mühelos vom dahin schlurfenden Morphinbedürftigen zur älteren Dame verwandeln konnten, komplett mit hochtoupierten Haaren, Handtäschchen, Regenschirm und Gesundheitsschuhen. Weniger einfach war es, die Täuschung unter den misstrauischen Blicken des Restaurantpersonals aufrechtzuerhalten, schlich man von beginnenden Entwöhnungssymptomen gequält zur Toilette, um dort aus etwas braunem Staub und der guten alten Kunststoffpumpe mit stumpfem Spike, ein wenig Gesundheit zu empfangen…
„Ich bin gleich zurück“, sagte ich zu meinen Tischnachbarn, stand auf und ging, krampfhaft bemüht, meine Tarnung als wohlhabender, behäbiger Bürger in den Augen des Restaurantpersonals aufrecht zu erhalten, mit lautlos schreienden Gelenken und aufgebrachten Eingeweiden zur Toilette...
Die Zeiten, in denen ich in unbeleuchteten Fahrzeugen bei stockfinsterer Nacht Venen nur mit den Fingern ertastete und makellose Injektionen vollbrachte, hatte ich schon lange hinter mir. Außer am Hals und am Schwanz, fand ich nirgendwo mehr welche. Am Schwanz zu injizieren, war so eine Sache. Immerhin verringerte man dabei mit der Zeit die Durchblutung des guten Stücks, das man eigentlich doch aufrecht erhalten wollte...
Dachte ich an intravenöse Injektionen in den Schwanz, fiel mir Lou ein, der inzwischen schon an vergangenen Leberzellen gestorben war. Injizierte man am Schwanz, sollte man nach dem Herausziehen der Nadel, um Unterhautblutungen zu vermeiden, unbedingt noch einige Zeit den Daumen auf die Einstichstelle drücken. Um zu demonstrieren wie es aussah, versäumte man es, stand eines Tages Lou in meinem Hotelzimmer. Er ließ die Hose herab, deutete mit dem Zeigefinger energisch auf sein Gehänge und rief, „Hier! Sieh dir das an“! Ich sah hin. Lous Schwanz, seine Klöten und die nähere Umgebung seines Gerätes, waren von schwarzblauen Blutergüssen unterlaufen und sahen aus wie ein Obstschälchen voll längst vergangenem Inhalt…
Mit Lous abschreckendem Beispiel vor Augen, zog ich es vor, in die Halsvene zu injizieren. Zu empfehlen ist es nicht. Es kann höllisch gefährlich sein. So hatte ich beispielsweise eines Tages beim Versuch einer Injektion in die Halsvene, die Vene durchstochen und war, ohne es zu ahnen, mit der Nadelspitze in eine darunter liegende Arterie geraten. Kaum hatte ich abgedrückt, strömte die Lösung in meinen Schädel. Sie schraubte sich, brennend wie flüssiges Metall, schneckenförmig durch mein Innenohr und floss wie glühende Lava in meine Zunge. Der brennende Schmerz war so gewaltig, ich schrie auf und musste meinen Kopf unter dem Bettkissen vergraben, damit die Putzkraft des Hotels, die draußen im Gang mit ihren Geräten klapperte, meine Schreie nicht hörte…
Mit der Zeit gewann man allerdings Routine. Man hätte natürlich auch Opioide oral verwenden können. Es gab nur keine mehr. Es gab nur noch Heroin, das so teuer war, dass man es nicht durch orale oder nasale Verwendung oder durch rauchen vergeuden wollte. Alle anderen Opioide waren längst von den Medizinmännern, Agenten der Industrie, monopolisiert worden und wurden nur molekülweise an handverlesene Patienten vergeben. Sahen Ärzte morphinbedürftiges Volk, wie unsereins, auch nur von Weitem, verriegelten sie sofort alle Türen und ließen ratternd die Rollos herab...
Mithilfe der Medien war es staatlicher, medizinischer und pharmazeutischer Propaganda gelungen, die Bevölkerung aus finanziellen, politischen und ideologischen Motiven glauben zu machen, Morphinbedürftige bezögen irrsinnige Lust aus Morphin und verbotenerweise ein Vergnügen, für das gewöhnliche, gesetzestreue Leute hart arbeiten müssten. Das machte Morphinbedürftige verhasst. Tatsächlich bezogen aber die meisten nur eine Besserung ihrer Gesundheit und damit mehr Lebenslust und Leistungsfähigkeit…
Es war ein gewöhnliches Toilettenabteil, wie man es aus Restaurants und Bahnhöfen kannte, wo weder Trennwände noch Türen bis zum Boden oder bis zur Decke reichten. Ich holte ein Etui aus meiner Jacke, klappte es auf und legte es behutsam auf den Toilettendeckel. Im Etui befanden sich meine Kunststoffpumpe, der dazugehörende Spike, ein Esslöffel mit abgesägtem Stiel, damit er ins Etui passte, ein Papierbriefchen mit Ascorbinsäure und ein kleiner Spiegel mit einem Saugnapf auf seiner Rückseite. Das Wasser für die Injektion zog ich, wie üblich in solchen Fällen, aus dem Toilettenspülkasten, worin sich in aller Regel nichts weiter als gewöhnliches Leitungswasser befand, das sich regelmäßig erneuerte…
Nachdem die Lösung bereitet und aufgezogen war, benetzte ich den Saugnapf auf der Rückseite meines Spiegels mit etwas Speichel und drückte ihn an die Trennwand des Toilettenabteils. Um die Halsvene hervor zu locken, holte ich tief Atem, hielt den Atem an und drückte dabei, als wollte ich ausatmen und konnte nicht. Dadurch schwoll die Vene an der Seite des Halses ausreichend hervor...
Ich hatte Leute erlebt, die aus der Toilette kamen und vergessen hatten, nach vollendeter Injektion den Ärmel wieder herab zu rollen. Mit einem Ärmel hochgerollt betraten sie das Restaurant, während noch Blut aus ihrer Einstichstelle lief und in roter Spur am Arm hinab rann. Noch schrecklicher sah es freilich aus, hatte man in die Halsvene injiziert und betrat mit auffallend kontraktierten Pupillen das Restaurant, während noch Blut aus der Einstichstelle lief. Es war mir ein Mal geschehen und ich bemerkte es erst, als ich die erschrockenen Blicke der Gäste sah. Seitdem drückte ich immer ein Stück Toilettenpapier solange an die Einstichstelle, bis es sich nicht mehr rötete...
Ich hatte gerade wieder am Cafetisch platzgenommen, als Australier John daher kam. Australier John, der während des Vietnamkrieges von einer Australischen Einheit desertiert war und sich durch Minenfelder und fremde Länder bis nach Europa durchgeschlagen hatte, wo er auf mysteriöse Weise an einen Deutschen Reisepass kam. Dieser Reisepass musste dringend erneuert werden, weil er schon so voller Ein- und Ausreisestempel fremder Länder war, dass keine mehr Platz hatten…
Die meisten Stempel in Johns Reisepass stammten aus Thailand. Damals unternahm "Air America" noch rege Transportflüge in Länder Südostasiens, wo CIA Agenten Rohopium aufkauften, das in Thailand zu Heroin verarbeitet wurde. Aus diesen CIA Aktionen entstand damals das Goldene Dreieck Südostasiens, das größte Opiumanbaugebiet der Welt. Das fertige Heroin verkauften sie in Vietnam an die eigenen Soldaten. Sie schmuggelten es in den Leichen gefallener Kameraden in die USA und brachten es auf jede erdenkliche Weise gewinnbringend in die ganze Welt. Mit dem Gewinn finanzierten sie, damals wie heute, Staatsstreiche und verdeckte militärische Operationen in aller Welt…
Thailand galt damals noch als das Land, in dem man Heroin bester Qualität zu günstigsten Preisen erwerben konnte. Heute, da die U.S. Armee nicht mehr in Südostasien weilt, sondern in Afghanistan, kauft man nicht mehr in Thailand, sondern in Afghanistan oder seinen Nachbarländern Pakistan, Iran, Belutschistan oder Turkmenistan. Hießen Thailand und seine Nachbarländer damals noch "Das Goldene Dreieck", so nennt man heute Afghanistan und seine Nachbarländer den "Goldenen Halbmond". Seit der Besetzung Afghanistans durch die US Armee, ist der jährliche Opiumexport um das dreizehn fache gestiegen. Was benötigt der einfache Bürger um zu begreifen, nicht einige zerlumpte Gestalten an der Straßenecke und erst recht nicht seine Kinder, die sich gegenseitig einige Krümel getrockneter Pflanzenreste zustecken, sind die "Dealer", sondern geheime, weltumspannende staatliche Organisationen?
Thailand, Bangkok, die Blue Fox Bar. Man erwarb jede beliebige Menge in einem der Puffzimmer in den oberen Stockwerken, während die gesamte Nachbarschaft darauf achtete, dass sich kein Polizist der Bar näherte. Ich hatte Ferdinand zu seinem ersten Thailandtrip mitgenommen. Da im Blue Fox eine Verabredung auf mich wartete, ließ ich ihn für einige Stunden im Hotel alleine. Als ich wiederkam, sah ich, wie eine junge Thailändische Nutte aus Ferdinands Zimmer kam und im Aufzug verschwand. "Klasse!", rief Ferdinand. "Eine geschlagene Stunde mit der Kleinen für nur zwanzig US Dollar! Und das Beste war, sie hatte auch gleich ein Röhrchen voll feinstem Heroin dabei"! Ich reichte Ferdinand die Hand und sagte, "Herzlichen Glückwunsch zum ersten asiatischen Tripper"! Fünf Monate und eimerweise Antibiotika brauchte Doktor Scheilek in München, um Ferdinand wieder von den hartnäckigen Erregern zu befreien...
Australier John sah mich am Tisch des Straßencafes sitzen. Er kam heran und setzte sich zu mir. "Ist dir schon dieser blaue verbeulte BMW mit Rennstreifen aufgefallen?", fragte ich John. Er nickte. "Du meinst Majnek und Saumann"? "Ja", antwortete ich, "Majnek und Saumann ". Wir tranken jeder ein Näpfchen Kakao mit Sahnehäubchen und schwatzten über vergangene Zeiten. Danach musste Australier John weg, um seine neue Freundin von der Bushaltestelle abzuholen. Sie arbeitete als Krankenschwester im Schwabinger Krankenhaus, wo neuerdings merkwürdiger Mangel an L-Polamidon herrschte. "Hier. Für Notfälle", sagte Australier John und drückte eine L-Polamidon Stechampulle in meine Hand, vermutlich von seiner Freundin, aus den Beständen des Schwabinger Krankenhauses...
Carlitos Amsel vom Holunderstrauch
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